Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9806

Gentills .
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eben
ksbe - feuert sitzer ; lauft falsch , lfunb Icelc - Isager . bt die
/ ts° legrif - 'issen hung
England haben würden , bliothek .
Matt sehe seine Grabschrift in Königs Bi -
. ( L ) J£a giebt einige darunter , Varinnen er Vcn Behren ver ? rtt Iteri r'ölliq beipflichtet . ] VoetiuS hat solches sehr wohl wahrgenommen . Er erzählet , daß Johann Howson , ein Gottes - Mchrter zu Oxford , in einer össentlichen Disputation , die Meynung der Papisten , wegen der Unzertrennlichkeir der Ehe , vertheidiget : daß nämlich oer Ehbruch wohl eine rechtmäßige Ursache seyn könne , sich von einer Frau zu scheiden , aber keine Ursache , die das Recht gäbe , eine andre zu Heirathen .
Ein englischer Gottesgelehrrer , der sich Thomas Pyus aenennet , hat wi - der diese Lehre Ichann Howsons geschrieben . Dieser hat sich vertheidi - g - l , und eine Schuhschrist aufgesetzt , die nebst der Disputation , und zweenen Briefe» , einem von Johann RaynolduS , an den Thomas PvuS , den andern vom Alberich Gentilis , an den Johann . bowsvn , zu Oxford m , ito6 Jahre in 4 gedruckt worden . Man merke , daß RaynolduS den Pyus getadelt , gewijie Sachen vorgebracht zu haben , die nicht richtig wären ; allein 11 , der Lehre hat er darauf bestanden , was er beritS wider hm Bellanmn m einem englischen Buche , die Ehscheidungen betreffend , behauptet hatte . Gentilis hat Nebenwege gesucht , und zu erkennen ge - geben , daß er nicht gewußt hat , was er von dieser Frage denken sollen .
Unv gleichwohl hatte er sich in seinem Werke , deNuptiis , für die dentliche Mevnung der Protestanten erkläret . Nachdem VoetiuS alles dieses erzahlet hat , so füget er Politica Ecclef . Tom . II . p . 171 . eine trachtung dazu , die anqeführet zu werden verdienet . Ifte { Alk GtntUis ) in hac Epiftola hand obfeure fatetur , fe fhichiare , quamuis antea in Ii» bro de Nuptiis a / Semantem fententiam tradidiflet . Sed nefcio quo - inodo Albericus Gentiiis vaftae eriiditionis Raynoldianae , et theolo . giae lpfius , fanquatn nimis purae et reforraatae in dogmatibus et in pracbcxs , non aeinulutn ( de quo qiiidem ex fingularium faöorum giiaris aliquid audifle memini , ) fe oflendere , faltem fufpeftum fe red - didiflc videatur diatribis fuis de vulgata verfione , de acioribus fabiu lartnn , de abufu mendacii , etc . In quibus tarn longe ac difeiplina re - formata , a moribus antiquis Academiae Perufinae , vbi antea Ins pro - felliis erat , non abibat . Sed liaec in tanta omnium imperfedtione mi - feriae humanae pars non minima .
, ( D ) Die Stelle , rvo er von diesen Gammlungen redet , dienet einen Play in unser» Anmerkungen . ^ Folgendes lesen wir in
OmtiliF , ( Scipio ) der Bruder Alberichs , und ein eben so berühmter Rechtsgelehrter , war zuCasteklo di Sangenesio in Italic« im> 156 ? Jahre qebohren . Er war noch ein Kind , da sein Vater sein Vaterland und seine Ehfrau verließ , um an einem andem Orte sich öffentlich ^ der protestantischen Religion zu bekennen ; und er ging nicht mit ihm auö dem Hause : allein ein
feinem Dial . III . de Iuris Interpret . Fol . z6 . Qiiid de Oxonienfibu» meis ? vel repertoria mea teftantur fatis , quantum ego capiam fru£his ex eorum virorum et iutienum colloquiis , nam in illis ego deferipfi non pauca , quae dum minus id ipfi eogitant , difco tarnen et affenio ex fermonibus familiaribus . Er setzet dazu , was er von seinem Vater sa - gen hören , der die Rechtsgelehrsamkeit , unter dem Professor Argentier , studieret hatte . Dieser Prosespr hat nichts von allem , was er bey Un - terredungcn gehöret hat , vergeblich geredet seyn laßen ; er hat Bücher mir weißem Papiere gehabt , wo er alles , auch so gar das , was ihm gemeine Leute gesaget , hinein geschrieben hat . Tu non audifti aliquanefo a Patre de illuftri praeeeptore fuo Argenterio , qui ab vniirscuiusque ore fole • bat pendere , fi forte aliud agendo excidifl'et homini aliud quod ipfe difeeret , nam et di & a honiuncionum curabat reponi in fuä quaedam volumina , fi quae audiflet non inepta ? Endlich erzählet unser Genti - Iis , daß Aleiat durch die That eines Bauers , den Siim einer Stelle des PlautuS erfahren habe , der ihm bis dahin unbekannt gewesen wäre . Re . fert Alciatus , Libr . I . Parerg . cap . XXL ex fatäo fui cuiusdam villici fe locum Plauti inteüexifle , quem nonpotuerat antea .
Diejenigen , welche die Unterredungen ausschreiben , sind gefährliche Leute .
Gott behüte uns vor dergleichen Zuhörern ! sie würden die Geißeln der Gesellschaften seyn , wenn sie bekannt wären . Derjenige , der alles ohne Scheu vorbringt , was ihm sein Gedächtniß darbiethet , würde sich Zwang anthun , wenn er glaubte , daß , wenn er von da weggegangen wäre , et» «ige von der Gesellschaft dasjenige in ihre Sammlungen ausschreiben wurden , was sie gehört hätten . Man findet sehr viele - Fehler , so wohl was die eignen Nennwörter , als die Umstände der Zeiten und Oerter de . trifft , wenn man das Gespräche solcher Personen , die das beste niß haben , und ohne Vorbereitung reden , mit den Büchern seiner Stu - dierstube vergleicht . Die Sealigeranen , die Menagianen , der Briefe Veit PatinS nicht einmal zu gedenken , bekräftigen diese Wahrheit . Ein jeder hat die Erfahrung davon haben können , und folglich muß man sche» , daß dasjenige nicht auföcfchiieben werde , was bey vertrauten Ge« sprächen vorgebracht wird . Diejenigen , die das Gegentheil wünschen , sollten nichts ohne Vorbereitung sagen .
iich liebte , so schickte er ihn nach Tübingen , auf derselben Akademie zu studieren . Er hatte Mittel , ihn zu erhalten ; denn er ge -
Noß den Titel emes Landarztes inKrain , nebst den Besoldungen " . " Der junge Mensch nahm zu Tübingen sehr zu . ' Er erlernte diejgriechische Sprache , unter dem berühmten Martin Crnsms ; und war dermaßen zur Poesie aufgelegt , daß ihin Melissus^de ? einer von dm besten Dichter» in Deutschland gewesen , den Vorzug gegeben . Er ging hierauf , studierens wegen , nach Wik» tenberg , und nach diesem nach Leiden , um seinem Vater naher zu seyn ; welcher sich , nachdem er gezwungen gewesen , Kram wegen der Religion zu verlassen , zu seinem ältesten Sohne nach England begeben hatte . Scipio Gentilis nahm zu Leiden unter den ? Hugo Donellus und Justus Lipsius sehr zu , worauf er nach Basel ging , lind daselbst im 1589 Jahre die Doctorwürde der Rechte annahm . Von da begab er sich einige Zeit darauf nach Heidelberg , wo Julius Pacius , der auch ein Italiener war , die Rechts - gelehrsamkeit lehrte . Es entstund , ich weis nicht was für ein Nacheifer unter ihnen , welcher beym Scipio die Begierde er» weckte , von da weg , und nach Älrdorf zu gehen , wo er durch des Donellus Vorsorge , welcher Professor der Rechte daselbst war , im 1593 Jahre sein Ämtsgehülfe ward ; und da Peter Wefenbek nach Sachsen war berufen worden , so bekam unser Gentilis den Platz , als erster öffentlicher Lehrer . Er ward auch zum Rache der Stadt Nürnberg gemacht . Er hat allen diesen Aemtern bis an seinen Tod mit Ruhme vorgestanden , welcher sich im 1616 Jahre ereignet hat . Seine Lehrart war , zugleich deutlich un ! > kurz zu unterweisen , und mit den Dornen der Rechte , die Blumen der schönen Wissenschaften zu verbinden : denn er war ein großer Humanist« ? . Da diese Lehrart , jage ich , so wohl durch seine Vorlesungen , als die von ihm herausgegebenen Bücher kannt geworden , so wurde er von vielen berühmten Akademien verlangt ( A ) ; allein er zog den Platz , den er ausder hohen Schule zu Altdorf bekleidete , allen andern Bedienungen vor , die man ihm antrug . Er hatte bis ins 1612 Jahr im ehlofeir Stande gelebt ; allein endlich mußte er das ehliche Joch über sich nehmen . ' Die Schönheit und Verdienste einer von Lucca ur« sprünglichen Jungfer , einer Tochter Casars Calandrins , fesselten seine Freyheit ; er that seine Anwerbung um sie , und erhielt sie , und hat einen Sohn ( B ) , und eine Tochter b von ihr gehabt . Ich theile die Titel von seinen vornehmsten Schriften mit ( C ) „ Es ist seiner in Äongars Briefen gedacht worden ( D ) .
<0 Prouinciae proceres . . . conftituerunt ifiittn Archiatron propofitis Iis conditionibus , et Ca erga ipfum munificentia vfi quam ipfe nec afpernari vellet , nec repudiare vlla ratione poflet . Orat . Funebr . Scip . Gentil . Siehe auch Alber . Gentilis Libr . Iii ! de Iure Belli , cap . XIII . und Lib . III . de Legatis , cap . XIV . b~ ) Aus seiner Leichenrede , vom Melchior Piceart , Professor der Logik und
lulc du ix j . alll . iuiu j - . il» . xxi . lagauj , * . ap . ai v . u ) - au ?
Metaphysik zu Altdorf gehalten . Sie ficht in der Sammlung des Witte .
( A ) Seine Lebrarr - - - ; u unterrichten , hat gemacht , daß er von vielen berühmten Akademien verlanget worden . ] Man hat ihm eine Professorstelle in Frankreich , zu Heidelberg und zu Leiden angebothen , und welches , wegen der Seltsamkeit der Sache , noch merkwürdiger ist : so hat ihm der Pabst Clemens der VIII , uni ihn zur ? lunehinung eines Lehrstuhls in Bononien zu bewegen , die Gewissens - freyheit versprochen . Piccart , in Orat . funebri Scip . Gentilis .
( IT ) Lr hat einen Sohn gehabt . Z Man sieht in dem - 66 Briefe des Vvßius , den er im > 6z 5 Jahre an den Erzbischos von Cantorberi , Wilhelm Laud , gc>a ) rieben : daß die Mutter dieses Knaben , da sie sichwe - gen de« großen Verlusts , den sie in dem deutschen Kriege erlitten , nicht im Stande gesehen , denselben seine Studien fortsetzen zu lassen , sich be - mühet hat , für ihn eine Stelle in dem Collegio zu Oxford , oder zu Cäm - bridge zu erhalten . Seine Freunde haben >ieserwegen eine Bittschrift überreichen sollen , und sich Hoffnung gemacht , daß der Nachruhm des Alberich Gentilis , auch seinem Neffen dienen würde . VoßiuS hat die Wege zu dieser Bittschrift gebahnt ; ich weis nicht , was darauf erfolget , noch wie es diesem einzigen Sohne des Scipio Gentilis ergangen ist .
Verrachtung über die Nachkommen gelehrter MaNner .
Ich bemerke , daß man alle Mühe von der Welt hat , den Nachkam - nun der meisten Helden aus dem Reiche der Gelehrten auf der Spur zu folgen . Oesters gehen die Sachen , das erste Glied betreffend , , ehr gut . Das andre fängt an , dunkel zu werden ; die Neugierigen brauchen schon «nige Zeit , es j» finden : allein das dritte oder vierte ist dermaßen mit dem
Pübel verwirrt , daß man es gar nicht mehr entscheiden kann . Also wirk» man von der Nachkommenschast dieser großen Männer , dasjenige nicht sagen können , was ein römischer Sarirenschreiber von seinem Vorsahreir gesagt , und was nach seinem Vorgeben eine Menge edler Personen , von den ihrigen sagen müssm .
Quaere ex fne , quis mihi qnarius Sit pater ? haud promte , dicam tarnen : adde etiam vnum , Vnum etiam : terrae eft iam filius .
PerC Satir . VI . ver£ 57 .
Der vierte Grad in absteigender Linie , ist schon in der Flnsterniß . Was soll ich von so vielen Männern sagen , die wegen ihrer Wissenschaft be - , rühmt , und deren Familien im ersten Grade , der ihm , , folget , eben s» unbekannt sind , als im erste« Grade , der vor ihnen hergegangen ist ? Sollte man nicht sagen , daß es ^euer waren , die man von weitem mit - - ten in einer finster« Nacht schimmern sieht , ohm das geringste um sie herum zu erkennen ? mit so viel Finstcrniß sind sie von allen Seiten um - geben . Man sehe die Anmerkung ( « ) des Artikels ^»enserave .
CC ) ? ch theile die Titel von seine» vornehmfie ? » Schriften mik . Z Hier sind sie : De Iure publico Populi Romani . De Coniiu rationibus libri auo . De Donationibus inter virum et vxorem Ii . bri IV . De Bonis maternis et fccundisNupti« libri duo . In Apulei Apologiam Commentarius . De Iurisduftione libri tres . Comincn - tariu» in Pauli Epiftolam ad fhileiuoncm . De Erroribus Teftamen -
toruiu ,

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