Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9762

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CG ) Moreri hat einige wichtige Fehler begangen . ^ I . Hatte er Philippen von Burgund nichr den Tirel , «ecjbifdbof s« Utrecht , dern den Titel , Bischof , geben sollen . Utrecht ist damals noch kein Erzbischofthum gewesen . II . Marpurg ist nichr die erste Stadt in Deutschland , wo Geldenhauer gelehret hat . III . Er hat niemals zu Mit - tenberg gelehret . IV . Er ist nicht von Meuchelmördern im 1542 Jahre ermordet worden . Valerius Andrea« hat dem Moreri die Hälfte von diesen Unwahrheiten dargebothen ; er saget folgendes ; TurpiApoftafia a Catholicis Belgis ad Gennanos Marpurgenles transfugit : vbi poft - qiiam annos aliquot Hiftoriam explanaßet , diun Wittembergartl verfus iter inftituit a latronibus fiflb fecuri capite mifere periit an . falutis cid . 13 . xl 11 . die xlanuarii , vt refertReinhardusLorichiuS Hadamarius , fcholiis ad Aphthonii Progynmafraata . Es sind schiedene Schnitzer in diesen Worten : i . ist Geldenhauer nicht nach purg geflüchtet , da er die römische Kirche abgeschworen harre ; er ist erst - lich nach Marpurg gegangen , da er schon zu Worms , zu Straßburgund zu Augspurg gewohner harte . Nichts destoweniger sehe man die An - - merkung ( M ) . 2 . Er hat keine Reift nach Wittenberg gethan , nachdem er die Historie zu Marpurg etliche Jahre gelehret harre . Er hat diese Reise im 15 - 6 Jahre gethan , da er noch ein Katholik und in lians von Burgund Diensten gewesen , z . Er ist nicht an der Wunde gestorben , die er von diesen Mördern bekommen hat : die Pest hat ihn sechzehn Jahre nach diesem Meuchelmorde wegerückt . 4 - Der Schrift« steller , den Valerius Andreas anführet , bemerket ausdrücklich , daß Gel - denhauer von seinen Wunden wieder genesen ist . Wenn man gewußt hätte , was er sich für Ausdrückungen bediener hat ( * ) , so würde man nicht in diese Lüaen gefallen feyn ; und dieß offenbarer , wie viel daran gelegen fey , die Schrifsteller zu Rathe zu ziehen , die man anführen will . Swertius , Athen . Belg . p . 279 . bringet nichts , als diese Lügen vor : daß nämlich Geldenhauer , da er von Marpurg nach Wittenberg gegangen , den 10 Jenner , 1542 , von Räubern ermordet worden .
( * ) Qiiaenam verba Gerhardiis Nouiomagus ex lipothymia ad fefe rediens olim potuiflet dicere , cuius Witebergam profedhiri caput Iatrones fecuri diffiderant , ipfum apud Brunonis vicum humi ftra - tum fpoliauerant , et fugitiui mortuum credentes in fylua relique - rant . R . Lorich . Scholiis in Apthon . p . w . 309 .
( H ) Freher ist auch nicht so auftnerksam gewesen , als er hätte fey» follen . ] Er hatte nicht sagen sollen : Geldenhauer habe den kai - serlichen Hos verlasseis , reli<äa imperatoria aula , und sich in Philipps von Burgund Dienste , im >512 Jahre begeben : denn der Hof Carls von Oesterreich , den er verließ , ist noch kein kaiserlicher Hof gewesen . Dieß beißt gröblich im rechnen irren , wenn man saget : daß ein Mann , der im , 554 Jahre nach Marpurg gegangen , und daselbst den 2 Jenner , 1542 , gestorben , zwey Jahre die Historie , nnd dann neun Jahre die Theologie daselbst gelehret hat . Hiftoriaeprimumbiennium , aepoftmodum nouennium facras litteras . . . interpretatus eft . Es wäre doch noch falsch , wenn nian auch sehen wollte , daß er gleich im ersten Jahre die Theologie zu lehren ange - fangen hätte .
( I ) Ich gebe die Titel einiger Xverke vom Gelvcnhauer . Z Ich nehme sie aus dem Valerius Andreas : Hiftoria Batauica cum appen - dice de vetufta Batauorum nobilitate , zu Straßburg , 15z ? ; allein Vos - siuS redet von einer Ausgabe im >520 Jahre , de Hiftor . Lat . p . 654 . De Batauorum infula . Germaniae inferioris Hiftoriae , zu Sttaß - 6«rg , >5Z2 . Vita Philippi a Btirgundia Epifcopi VItraiedlini . Man febe die folgende Anmerkung . Latalogus kpi5coponim VItraieQino . rum . Epiftola ad Guilielmum Geldriae Principem gratulatoria de prineipatuum fuorum adeptione . Epiftola deZelandia . Satirae 06b ,
zu Löwen , ijis , gedruckt . Aus des Valerius Andreas Libl . Belg , pag . 273 . 274 .
( K ) Er hat in einer von seinen - Historien eine Wahrheit uiti tetrönicft . ] Dieß ist in der Historie Philipps von Burgund , des na - türlichen Sohnes , Herzogs Philipps des gütigen , geschehen . Er hak zwar gesagct : daß dieser Bastard in seiner Jugend so schön und so ge - schickt gewesen , bey den Fkauen Liebe zu erwecken , daß es geile Weiber genug gegeben , die ihm nachgelaufen wären ; allein anstatt darzu zu se - Ken : daß ihn einige darunter empfindlich geftinden , und von ihm wohl cm . Bastarte gehabr , so stellet er ihn mit einer jungfräulichen Keusch - beit vor , die ihm fast das Leben gekostet hätte . Moribus et conuerfa . rione ita compofitus , vt magis Partheniu« quam Philippus adpellari potuiflet . Qiiare non tarn amabat , quam amabatur , lafciuiores enim quaenam matronae in tantum eum , fepofita omni verecundia , depe - ribant , vt harum caufa fere in vitae pcriculum incidiflet , nifi is qui ei mortem intentaturus putabatur , oeeifus fuiflet . Geldenhaur . in Philippo Burgundo , p . m . 220 . Ich bediene mich der Ausgabe des
Matthäus . Hier ist die Note , die Matthäus darüber gemacher hat : Nec exemplo deftitutus , praefertim Patris Philippi , fufeepit fpurios non paueos . Tres etiam ex vna Philippum , Ioannem , et Oliue - rium , vt obferiiaui ex aduerfariis Gisbert ! Lappii a Waveren . ton . Matthaeus , Veteris aeui Analed . p . 243 . 244 . Man fotui hieraus lernen , daß man den Historien nicht trauen darf , die von Bedienten auf« gesetzet sind , welche mit Wohlthaten überHäuser worden . Sie cken dasjenige , was dem Nachruhme ihrer Herren nachtheilig ist . Gleich» wohl müssen wir bekennen , daß Geldenhauer nicht vorgegeben , es sev die Keuschheit seines Philipps von langer Dauer gewesen ; er bekennet , daß dieser Bischof von Utrecht das Fraueiwolk geliebet , und daß er gegen die besoffenen Priester viel schärfer , als gegen die Unkeuschen , gewesen ist Ebriofos praefertim , qut cereuilia fe ingurgitare folent , deteftabatur . fcortationibus minus infeftiis . Ipfe enim in Venerem propenfior , in . que adolefcentularum amoribus ardentior erat . Geldenh . in Philip po Burgundo , p . 230 Man merke , daß er ein öffentlicher Protestant gewesen , da er diese Historie , , 529 , zu Straßburg herausgegeben har und daß sie ganz ketzerisch ist , wenn man sich auf den Valerius Andreas , Bibl . Belg . p . 273 . bezieht , Libellus hic totus haereticus eft Man merke auch , daß Suffridus Petti , der das Leben Philipps von Buraund daraus gezogen , und es seinem Anhange , des Beka , eingeschaltet bat alles dasjenige ausgelassen , was der römijchen Kirche nichr vortbeilbaft gewesen . Matthäus beobachtet auf der - 47 S . dieses in den Noten d e er der neuen Ausgabe dieses kleinen Buches Geldenhauers beyqefüaet und in feine Veteris aeui Analefta eingerücker hat . Sie sind zu Leiden im 1697 Jahre gedruckt , ob gleich auf dcm Titel >«98 steht .
( L ) Die Besingungen , unter welchen man ibm da« Amt eines Geschichrschreibers aufgetragen , können manchmal eine Gelegen , heit 5um Äugen feyn . ] Philipp von Burgund hat dem Geldenhauer aufgetragen , eine Sammlung von allen merkwürdigen Dingen zu nia - che» , die sich sowohl in dem Kirchcnsprengel von Utrecht , als in den nachbarten Landern eräugen würden , und ihm und seinen Rüthen alle Monate seine Sammlungen vorzulesen . Geldenhauer ist dieserVerord - nung nachgekommen , und man hat ihn erinnert , dasjenige zu ändern , was er anders vorgebracht harte , als er hätte thun sollen . Dieses hat nicht allein die Unwahrheiten , sondern auch die llnverschwiegenheit aetrof« fen ; dieß heißt : daß man ihm eine Veränderung vorgeschrieben wenn ihm etwas zu sagen entfahren , das dem Rathe des Prinzen nicht dienlich geschienen . Wie viele Wahrheiten sind nicht in dieser Classe der Dinae enthalten ! Außer diesem muß man gestehen , daß ein Historienschreiber viele Erzählungen in Richtigkeit bringen kann , wenn Staatsleute seine Arbeit Unteraichen und verbessern : allein es giebr auch Geschichte , deren Bekanntmachung sie nur darum tadeln , weil sie wahr sind Voluit ille CPhilippus Burgundus ) per tne notari fi quid in fua ditione aut in fi - mtimis regiombus memoratu dignuin adhim eflet , fed ea conditione Vt fingulis menfibus quae annotaram , ipfi et a confiliis praelegerem' quod cum facerem , admonebant fi quid perperam , fi quid partim confiderate feriptum audiflent , id mutarein . Geldenhaur in Praefat . Opufculor . illuftratae Germaniae , beym Voßius , de Hiftor . Latin !
P ( M ) Lreher saget : - * * - er habe vom 1526 Jahre an ; u Marpurg gelehret . ] Freher erzählet in seinem Schauplal>e , auf der . 04 S . daß die Eröffnung der Akademie zu Marpurg den . des Heumo - nars , 15 - 6 , geschehen , daß der Professor , Johann Ferraris Moiua , nu» , zum ersten Rector darauf ernennet worden , und daß man ihn , ter andern Amrsgehülfen , den Franeifeus Lambert , und Gerarvu» Noviomagus gegeben habe . Dieser Franeiseus Lambert starb im . 53° Jahre , wie ich in seinem Artikel gesaget habe . Dieser Umstand allein wird zureichend , eyn , Frehers Widerspruch zu beweisen ; denn Geldenhauer hatte nicht zu gleicher Zeit mit Lamberten Professor zu Marpurg fenn können , wenn er eS nicht 1534 zu seyn angefangen hätte : allein , welcher Erzählung Frehers soll man trauen ? Ich glaube , daß man sagen müsse : dieser Mann iey im 1526 Jahre zu Marpurg Professor gewesen , er habe sein Amt verlassen , um nach Worms zu gehen , er fey darauf nach Straß - bürg , dann nach Augspurg gegangen , und endlich , vermittelst dieser pro - fessormäßigen Unbeständigkeit , davon ich in der Anmerkung ( G ) , des tikels Alciat ( Andreas ) , geredet habe , im 1534 Jahre wieder nach Mar - purg zurückgekommen . Auf diese Art ist meine erste critjsche Note in der Anmerkung ( G ) , wider den Valerius Andreas Desselius . nicht gut Allein , wer Härte nicht glauben sollen , daß sie es wäre , da ich mich auf den Paul Freher gegründet habe , der die geschriebenen Register der Akad , - m . e Marpurg angesühret har ? Er hat sie auch anqesühret , da er an 'wem andern Orte gesaget : daß Geldenhauer im 1526 Jahre Professor zu Marpurg gewesen . Heißt dieses wissen , wie man sich eines BuckeS
Gelemu6 , ( Sigismund ) aus einer guten Familie zu Prag gebohren ( A ) , ist einer von den gelehrtesten Männern des XVI Jahrhunderts gewesen . Er ist bey guter Zeit in Deutschland , Frankreich und Italien herum gereist , und har die Spra - chen dieser drey Länder leichtlich gelernet . Er setzte sich in Italien in der Erkenntniß des Lateins feste , und erlernte daselbst das Griechische unter dem Marcus Musurus . Bey seiner Zurückreise durch Deutschland , gieng er nach Basel , und machte sich da - selbst mit dem Erasmus bekannt , der ihn hoch hielt , und dem Johann Froben anriech , ihm die Aufsicht über seine Buchdrucke - rey zu geben . Gelenius nahm diese Bedienung an , so beschwerlich dieselbe auch war ; denn er hatte eine Menge ebräischer , grie - chischer und lateinischer Bücher zu verbessern , die Froben drucken ließ . Er hat diesem Amte bis an seinen Tod wohl voraestan - den , nämlich Zo Jahre ; und er hat nicht allein die Arbeit der Drucker verbessert , sondern er hat sich zum Ueberseher und Kunstrichter aufgeworfen . Wenig Gelehrte haben so viele Werke aus dem Griechischen ins Latein übersetzet , als er . ( B ) Er ist ein langer Mann und sehr dick gewesen . Er hatte ein gutes Gedächtniß , und einen geschwinden und durchdringenden Geist ; er hat sich
terlassm deren Schicksal mir unbekannt ist . vom ArnobiuS ist sehr getadelt worden ( 5 ) .
Seine Ausgabe .
a ) Siehe die Anmerkung ( v ) . h Ans der Vorrede , welche Cälius Secundus Curio , vor die Uebersthung AppianS gesetzet hat . C ) Thuan . Bucholcerus . d ) Pantal . beym Bucholzer , Ind . Chronic .
« - ) inuan . Ducxiuicciu» . " /
( A ) Aus einer guren Familie . ^ Wir wollen sehen , was Curio da - fit - Patrem habuit fummo apud regem loco et honore , hominera
von saget : Gelenia familia antiqua et honesta , a cerius nomen tra - mimnie llhtteratxim , Nain et Moriam Erafmi in patriam linguam
xjt , quos ipfi Gelenos vocant , ita vt Latina lingua Ceruina dici pof - conuertit , et lepidum falfumque opus cum fuii cotnmunicaiüt . Ma -
II ^>and . Dd dd 2
Ma - tre

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