Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9682

Gardie .
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ju befreyen ( C ) . Sie gaben diesem Rache Gehör , und durchreiseten alle Landschaften ; sie warben Soldaten , und sehten sich in den Stand , den König abzusetzen . Man zog gerade auf Stockholm los , man kam hinein , und brachte nach einigen Unterband - lungen und Scharmützeln , wobey la Gardie , einer von den Anführern der Völker Johanns , Herzoges von Finnland , im Ar . me vewundet ward , die Sache zum Ende . Der König Erich wurde iin 1568 Jahre vom Throne gestoßen , und ins Gefangniß
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schicklichkeit , seine Standhaftigkeit , legten sich dabey unvergleichlich an den Tag . Der neue König , da er keinen guten Frieden mit dein Könige von Dannemark schließen konnte , zog wider ihn zu Felde . Es wurde eine Schlacht geliefert , wobey der sehr verwundete la Gardie , zum Gefangenen gemacht ward . Er erhielt seine Freyheit nicht eher , als nach dem den 16 Mär ; 1571 bestätigten Friedensverträge . Er war am Krönungstage zum Ritter gemacht worden - , und erwarb den 27 des Heumonars 1571 eii , e> , neuen Titel . Dieß war der Titel eines Barons von Eckholm , nebst großen damit verknüpften Gütern . Zu gleicher Zeit wurde er , nebst zween andern , an einige Reichsstädte , den Bischof von Münster , den Grafen von Ostfrießland , den Herzog von Alba , den König von Frankreich , den König von Navarra , den König von Spanien , in Gesandtschaft geschickt f , und kürz nach seiner Zurückkunft zu Kriegsverrichtungen gebraucht : denn man schickte ihn im Augustmonate 157z nach Liefland , den großen Sie - gen des Großfürsten von Moscau Einhalt zu thun s . Man rief ihn drey Jahre darauf zurück , um ihm eine wichtige Gesandtschaft anzuvertrauen , der er sich sehr wohl entledigte . Er unterhandelte anfänglich mit einigen Reichsstädten , u . s . f . und dann mit dein Hofe Rudolphs , der unlängst zum Kaiser erwählet worden war . Er ging nach diesem über die Alpen nach Rom , wo er schiedene Gehöre beym Gregorius dem XIII hatte ; worauf er sich nach Neapolis begab , dasjenige einzuheben , was man seinem Herrn h , wegen der Güter der Bonna Sforzia , der Königinn von Schweden Mutter , schuldig war . Er kam nach Rom zu - rück , und unterredete sich etlichemal mit dem Cardinal Hosius ; allein man weis nicht was für Gefchäffte er nu't dem Pabste ab - gehandelt hat ' ( D ) . Er kam erstlich nach neunzehn Monaten wider nach Stockholm zurück . Er vermählte sich im Monate jenner K80 , mit einer natürlichen Tochter des Königes von Schweden , und bekam einige Monate darauf Befehl , in die Staa - ten des Großfürsten von Moscau , mit der ganzen Kriegsmacht einen Einfall zu thun , die er in Finnland , und in den benachbar» ten Provinzen finden würde . Er that diesen Kriegszug als Feldherr * : seine Verhalrungsbefehle umerhielten unter andern ! Dingen 1 , daß man denen Moscowitern , die sich unterwerfen würden , nicht das geringste Leid zufügen , und den Mönchen un ! > Nonnen eine völlige Gewissensfreyheit , nebst ihren Bildern und anderm Religionsgerathe lassen sollte ( E ) . Er bemeisterte sich der Provinz Carelien in sehr weniger Zeit Er ward » zum Statthalter in Liefland , und das folgende Jahr in Inger - mannland ernennet , und sitzte seine Eroberungen gegen die Moscowiter , mit vielem Glücke und vieler Klugheit fort . Er nahm ihnen den wichtigen Platz Narva , und verschiedene andre , ab , und nöthigte sie " ' ^ " « .
fenstillstande , ohne daß sie^einen einzigen von den verlohrnen ' legen seyn , Mittel auszudenken , die vermögend waren , seine Legierung schwedische Bevollmächtigte bey den Unterhandlungen , die mit den pohlnischen Gesandten im 158 ? Jahre , wegen des Friedens , zwischen diesen zwenen Königreichen zu Pernau gehalten worden^ : sie wurden bald abgebrochen , worauf man mit den mofcowi - tischen Bevollmächtigen , entweder an der Verlängerung des Stillstandes , oder an einem Friedensschlüsse arbeitete . Er kam unter währenden diesen Unterhandlungen , den fünften des Wintermonats 1 , unglücklicher weise auf einem Flusse um ( F ) , Man begrub ihn zu Revel , wo ihm vier Jahre darauf ein Grabmaal von Marmor aufgerichtet worden ' . Seine menschaft ist noch sehr blühend in Schweden ( 6 ) . Ich werde an einem Orte' etwas sagen , das mit diesem Artikel Ver . wandtschaft hat .
<0 Mezerai beym Claudius Anhenius Oernhielm , in Vits Ponti de la Gardie , pag . , 1 . 5 ) Ebendaselbst , i ) Ebendaselbst 14 . 15 B . et ) Certe , poft patratas innocentium multorum caedcs , iam non obfcure ferebantur voce« populi , regnandi iure excidifle immitei« priiicipem . Ebendas . e ) Eques auratus . Ebendas . 19 © . f ) Ebendaselbst 21 Seite , g ) Ebendaselbst III S . ö ) Ebendaselbst 164 S . i ) Ebendaselbst >6 ; Seite . * ) Sutnmi militiae praefefti titulo . Ebendas . 174 Seite . / ) Ebendas . 17 ; Seite . m ) Ebendaselbst 176 S . < " ) Ebendas . 178 S . 0 ) Ebendas . 190 S . / > ) Ebeitdas . 196 S . i ) Ebendas . 213 S . O Ebendas . 214 S . - t ) Zn dem Artikel Typot , die Anmerkung
( A ) f£c war von einer viel erlaubten» Geburt , als einige Schriftsteller gcfagec haben . ] Man hat ei gewiß beweisen können , daß »r vom Robert de la Gardie , Herrn von Russol , und de la Gar - die entsprossen gewesen , der sich 1382 . mit Annen von Lestandart verheira - thet hatte . Die Nachkommen dieses Roberts bis auf Jacoben de la Gardie , den Barer unsers Pontus , und Gemahl der Catharina von St . Colombe , die er 151 , geheirathet , haben sich mit sehr edlen und sehr alten Familien , und namentlich mit der von Bellegarde verschwägert ; aus welcher von der weiblichen Seite der Marschall von Bellegarde ,
Statthalter des Markisats von Saluees , unterHeinrichen dem lll . enlspros - sen ist . Oernhielm , im Leben Ponti de la Gardie , auf der 8S . säget , daß er es bereits unter Franciscus dem I , und Heinrichen dein II gewesen ,
PunctS den Sohn für den Vater nimmt . Man findet fem eine umständliche Beschreibung , in dem Leben des Ponrus de la Gardie , welches Oernhielm , schwedischer Historienschreiber , aufgesetzet , und im 1690 Jahre herausgegeben hat . Er führet denThuanus an , der im LXXXIII 95 . auf der 57 S . bey mir gesager : Pontus Gardiu» no - hili loco apud nos in PetrocorÜ5 natus ; und den Mezerai , dessen Wor - te er also übersehet hat : Pater eius ( Ponti de la Gardii , ) illuftri domo ortus prope Riiefnuii in Septimania . Er glaubet ohne Grund , daß die Petricorii des Thuanus gegenwärtig ein Theil von Languedoc sind : k^nnc partem facientibus Septimaniae vuigo Languedociae . Claudius Arrhenius Oernhielm , in Vita Ponti de la Gardie , pag . m . 11 , Er hätte besser gethan , wenn er diesen berühmten ^schichtschreiber critisiret hät - te , der ohne Zweifel hat sagen wollen , daß PonttiS de la Gardie in Pen - Lord gebohren gewesen , welches nicht wahr ist . Sein Fehler kömmt vielleicht daher , daß er hätte sagen hören , es sey Pontus zuPeregoux ge - bohren gewesen . Dieß ist eine Herrschast in dem Kirchensprengel von Castres : sie gehörte derFamilie de la Gardie , und ist beständig das Erb - theil des Aelresten gewesen . Oernhielm bemerket es auf der 10 S . und setzet dazu , daß la Gardie zwischen Castres und Albigeois gelegen wä - re . Dieß ist ein ^rrthum , der einer von diesem Lande so weit entfern - ten Person zu vergeben ist . Castres liegt in Albigeois ; also hat er die Lage des la Gardie nicht wohl bezeichnet ; er hatte sie in den sprengel von Carcassone setzen sollen . Dem sey wie ihm wolle , so kann man nicht leugnen . daß uns dieser Schriftsteller nicht zween berühmte französische Geschichtschreiber anführen sollte , welche bezeugen , daß Pon - tue de la Gardie aus gutem Haufe gewesen . Es ist auch wahr , daß er den P . Maimbourg , Hiftoire de Lutheranisine , Lib . VI . p . - 51 . der Ausgabe , mit Recht tadelt , welcher gesaget hat : daß ftdb da» Gluck eine iluß gemacht , den Pontus de la Gardie von einer sehr geringen Geburt ; « den höchsten Aemrern des Ronigreichs Schweden zu erheben . Er hat in der That das Dorf verlassen , woraus er nahe bey Rieux in L . a> : gueSoc war , und ist dem Rrie - ge gcfolget , wo , » ihn feine Neigung trug , und hat als schlech - , cr Soidar in Schund , unser Scm Hcrrn von Grsel , Knute , Ii Ättnd ,
nant des Rom'ges Lranciscn» des II , gedient . Jedermann wir» Ich bey diesen Worten einbilden , daß unser 'pontus de la Gardie , auf« 'ochste , entweder der Sohn eines Kausrnanns oder Dorfschreibers aewe . jen . Man sieht nicht das geringste darinnen , woraus man urrheile» komite , daß er der Sohn eines Edelmanns gewesen . Man muß als» sagen , daß Maimbourg hier einen groben Schnitzer gemacht hat . Zn - dessen ist es doch nicht der einzige , den er begangen hat . Mezerai verfl» chert , daß Pomus etliche Cornpagnien Reiterey in Schottland rommai^ . dirt hat : er ist also nicht als ein schlechter Soldat darinnen gewesen . Sein General hat <2>tfel , und niche Orstl geheißen : und da Oisel voi» Heinrichen dem II , nach Schottlands geschickt worden , so hatte man wohl gethan , wenn man nichts vom FranciseuS dem II gesagt hätte . Dieß heißt von dem wahren Wege der Zeitrechnung abgehen . Man merke , daß alle diese Fehler im Florimond von Remond blindlings sind abge - schrieben worden . Pontus de la Gardie , ge Küttig aus einem Dorfe , nahe bey Rieux m Languedoc , ein armer Soldat , dem es geglückt , welcher die Welt sehen wollte , ist unter der Anführung des Herrn von Orfel , Lieuremnts des Königes Franciscus des II , nach Schottland aeaanaea . Naiflänce et Progr . de l'Hcrefie , Liv . IV . chap . XVI . pag . m . 495 . Wen» sie Varillas eben so genau abgeschrieben hätte , so wurde er die Zahl derselben nicht vermehret haben ; allein , da er einige Schritte ohne Wegweiser thun wollen , so hat er sich verirret . La Gardie , sager er , Hiik>ire de P Hereiie , L . XXX . p . - 7 ; . holländ . Ausgabe , war in reich in der provin ; Languedoc , in einem Dorfe des Sifciiof -
thrnns Rieux , nahe bey dieser kleinen Stadt gebohren^ Er bar - te sich sehr jung auf das Rriegshandwerk gelegt , und oie U ? astetr lange Zeit , als ein gemeiner Soldat , gerragen . Er ist es nocl .
gewesen , da ihn Alle die Beweise Oemhielms , wider den P . Maimbourg sind niche jut . Wann Pontus de la Gardie , saget er auf der > ; S . in dessen Le - ße ff i ben .

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