Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4392

42 Capisucchi .
wäre , den Reichthümern und Wollüsten abzusagm , als dem Lob« und der menschlichen Ehre . Ein jeder von ihnen hat Gott die Ehre ben , und denselben für den Urheber de« Siege« allein erkannt ; allein ejn jeder hat sich auch den Ruhm zugeeignet , daß er das . Werkzeug Gor - res gewesen . Der Ehrgeiz und die Eitelkeit verhindern das Bekennt - »iß nicht , daß Gott die Ursache von allem gewesen : vor einem solchen Nebenbuhler fürchtet man sich nicht : nur mit den andern Menschen vermeidet maneS , sich in eineTheihmg einlassen , und verlanget ihren Bevtritt nicht . Hier sind die Worte de« Aeneas S'ivius , welcher ter dem Namen Piu« de« II , Pabst gewesen : Auftores viaoriae tre , Ioannes habiti , legatus Cardinalis , cuius aufpicio res gefta ett , Huniades , et Capiltranus , qui praelio interfiiere . Venini neque Capiftranus Huniadis , neque idem Capiftrani Huniades mentionera fecere in eis Litteris , quas ainbo , obtenta vi & oria , fiue ad Roma - num Pontificem , fiue ad arnicoi feripfere ; per fuum quisquatn nisterium Deum dedifle Chriftianis viäoriam affirrnauit . Auariffi - ina honoris humana mens , facilius Regnum , et opes , quam glo - riam partitur . Potuit Capiftranus Patrimonium contemnere , vo - luptates calcare , libidinem fubigere ; gloriam vero fpernere non potuit , etc . Aeneas Siluius , Hiftor . Europae , cap . VIII . pag . 403 . basier Ausgabe , von 157« . Er saget fast eben dasselbe in einem andern Buche : Huniades , et Capiftranus huic bello interfuere , vterque rem geftam feripfit , neque alterius mentionem fecit , alteruter foli - dam fibi rei geftae landein vfurpauit . Ingen» dulcedo gloriae , fa - cilius contemnenda dicitur , quam contemnitur . Spreuerat Capi - ftranus feculi pompas , fiigerat delicias , ealcauerat auaritiam , dinem fubegerat , contemnere gloriam non potuit . Qui fuinmo Pontifici Bellum , atque exitum Belli deferibens , nulla Huniadis , nulla Cardinalis fafta mentione , totumfuum efle dixit , quod ge - ftum erat , quamuis Deum in primis , vi & oriae confeftus fuerit au - öorem . Nemo eft tarn fanfhis , qui dukedine gloriae non capiatur .
Facilius Regna , Viri excellentes , quam gloriam contemnunt , etc .
Ebendas . Hift . Bohemiae , pag . IZ8 . Man muß durch die Vorsorge sehr erbauet werden , welche sich Guillet genommen , diese zweene große Männer zu entschuldigen ; allein , dieß ist mit keiner Verbindlichkeit verknüpft , daß man glauben müßte , er habe sie wohl gerechtfertiger . tLinige , saget er in der Historie de« Mahomets , I Th . z ; o , zz , Seite , haben dieses Stillschweigen einer geheimen Eifersucht Mgceig , net , Sie unter ibnen geherrscber : dieses hat sie bewogen rem Capistrfln sagen , daß er umer allen Eitelkeiten der Npelr Sie Vegierde nach ^ . sbe nidit unter die Füsfe getreten hatte . 2lü Iein man kann uir tkmscl'uldigung dieser großen Männer gen : daß sie alle beyde diesen Sieg Gott allein zuschreiben len ohne daß einer dem andern eine Ursache uir Eitelkeit ; u ben verlangt , welche der Sirrsamkcir und Demurh des Chri - stemhums ) t«vider ist . Dieß heißt , ihnen eine «bei eingerichtete christliche Liebe zueignen : ein jeder von ihnen hat sich für das Werk - jeug Gatte« gehalten ; ( Per fuum quisque minifterimn Deum difle Chriftianis viäoriam affirrnauit . Aeneas Siluius , Hiftor . ropae , pag . 403 . ) er hat also nicht befürchtet , sich selbst eme Ursache zur Eitelkeit zu geben , oder bat sich lieber selbst einem Verbrechen sehen wollen , als seinen Gefährten ; oder er hat endlich der Sitlfamkeit seine« Freundes nicht getrauet , und hingegen der Seinigen zu viel zuge - trauet : und auch diese« wäre schon eine Eitelkeit . Diejenigen , welche das wechselhafte Stillschweigen dieser zween großen Männer zu vertbei - digen sich bemühen , wenn sie sagen , daß einer nicht des andern Ge - schichrschreiber gewesen , und daß sich ein jeder begnügt , von den Sachen zu reden , die er selbst ausgeführt , bedienen sich eines schwachen Grun - de« . Vterque videtur ea infarni nota liberandus , quia neuter agebat alterius Hiftoricuin , fed quilibet de iis , quae per feipfum traftauerat atque perfecerat , commonebat Pontificem . Tn . Ra>Tiaudus , Hoploth .
Seift . IL Serie III . cap . XI . vag . m . 36# . Wenn die Marschalle von Breze und von Chatillon , Ludwigen dem XIII , einen Bericht von der Schlacht bey Avein zugeschickt hatten » worinnen keiner des andern er - wähnt hätte ; würde man nicht , ohne Furcht sich zu Ktneaen , sagen können , daß die Eifersucht an diesem Stillschweigen Schuld gewesm wäre ?
( v ) ( Bc ifi der Urheber einiger Bücher . ) Eine« Speculi Cle . ricorum , eine« Traetats de Poteftate Papae et Concilii , eine« Buchö de poenis inferni et purgatorii , eines andern wider die HußittN > und namentlich wider ihren Bischof Johann von Roquestme , u . d . m . Bei .
( El Man erzählet erstaunende U ? irktMgen von seiner Bered - samkeit . ^ Er ist im Jahre 145» nach Nürnberg gegangen , und da« selbst von der ganzen Clerisey auf eine prächtige Weise empfangen den Er hat mitten auf einem großen Platze einen Predigtstuhl richten lassen , und daselbst etliche Tage mit solcher Starke wider die Laster gepredigt , daß er die Einwohner vermocht , ihre Würfel und Kar - ten auf einen Haufen zusammen zu tragen , und zu verbrennen , ( man halte diese« gegen da« XIX Cap . der Apostelgeschichte , 19 V ) und aus hat er zum . Kriege wider die Türken ermahnet . Im folgenden Jahre ist er nach Breslau in Schlesien gegangen , und hat daielbsr alle Werkzeuge der Glücksspiele von Grund aus verwüstet : er hat len , daß man sie auf einen Haufen zusammen tragen , und mit Feuer an - stecken sollte . Die Gewalt setner Beredsamkeit bat sich nickt mit der - gleichen schönen Wirkungen über unbelebte Dinge begnügt , sondern sie bat sich auch den Inden auf eine entsetzliche Art zu erkennen gegeben Denn er ist Ursache gewesm , daß durch das ganze Schlesien eine große Anzahl derselben , unter dem Verwände , verbrannt worden , daß sie sich gegen das eingesegnete Brodt ungebührlich bezeugt hatten . Er hat zwo Stunden in Latein gepredigt , worauf * n andrer dieses Latein zwo
Stunden in der Landessprache erkläret hat . Ex Theatro Pauli Freherl ,
pag . 89 .
Man kann einige Umstände in einer lateinischen Stelle sehen , die ich anführen will : Iohannes Capiftranus in Germaniam defeendit , praedicans magno zelo verbum Dei , in Auftria , Bauaria , Sueuia , Thuringia , et Saxonia . Nain in ciuitate Magdcburgenfi , in nouo foro , maxima ad illum confluente multitudine , cum eilet Germani - cae linguae non ignariis , Latino fermone praedicabat Latinis in ter - tiam horam , populo folis geftibus eins , quos ante non viderat , fatis vehementer permoto . Aderat ex Germanis fui Ordinis Fratribu * vir aeque doäus , qui poft illum non minore tempore dicens inter - pretabatur populo , quae ille dixifiet . Moti funt omnes , et vsque adeopermoti , vt foeminae abufum in ornatu , viri ludos , quibu * tempora perdunt , fcacorum alearumque in vnum contulerint , et in eodem Ioco igne fubdito concremarint . Fertur idem aliquot fani - tatis figna fecifle , vt vulgo eft creditum . Sed eft in ea re faepe lo - quacior fama . Hoc conftat , virum fuifle incredibilis invita et mo - ribus aufteritatis et iändVitatis . Sed eft fpiritus ille torrens , quo tum commotus populus , illa quae diximus , fecit , vt non diu ueret . Facile recht res in abufum , vt eft hodie cernere per omnes terras et vrbes . Alb . Krantzius , Saxon . Libr . XI . cap . XXXV . pag . m . «41 . Man muß bemerken I , daß , nach dem Urheber dieser Erzah - hing , c« nicht in Nürnberg , sondern in Magdeburg geschehen , wo die Beredsamkeit de« Capiftranus die Welt vermocht , sich zu bessern . 11 . Daß diese Besserung nicht lange gedauert hat . III . Daß man sich we - gen der Wunderwerke Capistrans , nicht allzu sehr aus die gemeinen Ge - rüchre verlassen müsse . IV . Daß man wegen seine« strengen Leben« , keine Ursache zu zweifeln habe : dieß ist eine ausgemachte Sache . Er dorfte die Spöttereyen nicht befürchten , die man wider die fetten und dicken Prediger «luvender , »velche zu fasten und zum kasteyen ermah - nen ; denn er ist ein so kleiner , dürrer und magrer Mann gewesen , an welchem nichts als Haut und Knoche , » waren . Herrmann Scheydel . der ihn gesehen , hat in fexta mundi aetate , apud Seduliuni Comment . in Vitam S . Francifci , p . s6o . also von ihm geredet : Capiftranum pu - fillum corpore Nurembergae vidi , aetate ienecka annos quinque et fexaginta natum , ficcum , aridum , exhaulhim , fola cute , neruisque et oflibus compaftiun , laetum tarnen et in laborem fortein ; line inter - miflione fingulis diebus praedicantem , altas ac profunda« inaterias abfolucntem .
Ich muß nicht vergessen , daß sein Gebeth nicht weniger kräftig ge - wesen , als feine Predigten . Dasselbe hat die Wunderwerte unterbro , chen , die bey dem Grabe eines gewissen Thoinas von Flormj geschahen , der in einem Franeiseanerkloster Layenbruder gewesen war . Hierbey schieker sichs , zu merken , daß e« Heilige gegeben , die mir ihren Wunderwer - ken aufgehört haben , weil man ihnen dergleichen zu thun verbethen hat . Siehe des Basnage Hiftoire de l'Egli'fe , Toni . II . pag . izgj . Man hatte unter währender Zeit , da man an der Heiligmachung des heil . Bernhardinue gearbeitet , befürchtet , es möchten die Wunderwerke die - ses Layenbruder« die Sache verzogern . Dieserwegen hat Capistran ein sehr eiftige« Gebeth an denselben gethan , die Unterbrechung derselben z« erhalten . Er ist erhört worden : Thoma« von Florenz hat seine wunder , thatige Kraft zurück gehalten , nur keine Störung zu machen , und keinen Anlaß zu Zwischenfällen , oder einiger Verzögerung zu geben ; und dersel , ber , den Lauf nicht eher wieder gelassen , als bis der h . Bernhardt»»« fei * nen bestimmten Platz unter den Heiligen erhalten hatte . SpondanuS erzählet die Sache auf« Jahr 1444 , Num . 22 . pag . m . 911 . Memoria di - gnum eft , saget er , quod Chronicon refert Minorum ; ( Lib . II . P . III . cap . XXVlll . ) cum eo tempore quo de canonizatione Bernardini ageretur , beate defundlus quidam Thomas Florentinus eiusdetn Or - " dinis Laiais , miraculis etiam fulgeret , ne inde aliqtia ratione ardini negotium retardaretur , Ioannem deCapiftrano , infignem alium eiusdem Ordinis Patrem , ante Thomae fepulchrum proftratum , orafle , vt tamdiu a miraculis edendis abftineret , quoaa Bernardini canonizatio perfeöa eilet ; Thomamque ceflafle , atque ea fafta rur - ^m continuad'e . Dieß ist nicht der einzige Beweis . den man von der Hochachtung einiger Heiligen gegen andre anführen kann . Mm , kann fagm , daß der h . GermauicuSeine Gefälligkeit gegen den H . Martin ge - habt , welche den menschlichen Höflichkeiten gleich sieht . „ Die lieber * »bleibsel des h . Martins , welche durch ganz Frankreich herum geführt » . worden , wurden nach Aurerre , in die Kirche des h . GermanieuS ge - „ bracht , wo sie verschiedene Wundenverke rhaten . Die Mönche zn „ Auxerre , ivelche in der Einbildung stunden , daß der h . GermanieuS ein „ so großer Heiliger , als der H . Martin , wäre , verlangten die Hälfte von „ den Almofen , die man ihm brachte , und die sich fehr hoch beliefen : al - „ lem diePriester de« h . Martin« gaben vor , daß , , veil derfelbe alle Wun - „ Verwerte allein wirkte , ihnen auch alle Almosen allein zukämen . Zur „ Rechtfertigung , daß sie nicht« ander« behaupteten , als dessen sie gewiß „ versichert waren , verlangten sie , daß man einen Kranken zwischen die „ Heiligthumskasten , de« H . Germanicus und des h . Martins , legen , , » , ! » „ d»bey Acht geben sollte , welcher das Wunderwerk rhun würde . Man „ legre einen Anslakigen dahin , welcher auf der Seite gegen dm Heilig - „ thiimskasten des h . Martins geKeiler wurde , und auf der Seite gcgen „ den . yeiligthumskasten des h . Germanicus nicht : worauf die kranke „ Seite nach dem Heiligthumskasten de« h . Martin« gleichfalls gewen - „ der , und auch geheilet , vurde . Dieß ist nicht daher gekommen , „ säget der Cardinal Barvniu« , dafi der h . Germanicus nid * eben „ em so arofier - Heiliger , als der heil . Martin , qewesen wäre , »>und nicht auch sonst v : elWunderwerke qethan hatte ; sondern „ weil ihm der h . Martin , die Ehre des Sesucks erwiesen hat - „ te ; so bat er seinem Vermögen bey Gorc Anstand gegeben , um . . demselben die Ehrenbezeugungen seine . , - Hauses . als Wirtb , „ desto bester , u bi ^ugen . Bourfauit , l^ettrei d . 'ouve»ez , p . 397 . 30g . hollai^ifcher Ausgabe 1692 .
Caplsutchl . Eine Familie von Roin , welche in diesen leßkm Zeiten verschiedene Personen von Verdienste hervorqe - bracht hat ; wie man in den solqmden Arnkeln sehen wird , und wie e6 noch weitlaustiger aus der Historie erhellet , welche Vm - cenj Armannuö von dieser Familie berausqegeben hat , und aus dem Geschlechtöregister , welches Ughclli davon verfertiget hat . Siehe auch den P . TarquiniuS Gallucci , im I B . cle »ello Kelgico .
Eaptsucc ! ) t , ( Blasius ) Marauis von Monterio , General über die pabstlil des XVI Jahrhunderts , hat sich durch seine Herzhanigkeit lind Wissenschaft in der .
>en Soldaten zu Avignon , gegen das Ende Kriegskunst , in Hochachtung gebracht . Er htf

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