Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9578

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abnel , ( Aegidius von ) Ll'centl'at der hohen Schule zu Löwen , Priester , Mönch von dem dritten Franciscaneror - den , Generaldefinitor , und apostolischer Commisiarius in den Niederlanden , ist ein Lütticher , der im 1675 Jahre zu Brüssel ein Buch drucken lassen , Specimina Moralis Chriftianae , et Moralis Diabolicae , betitelt . Dieser Titel machte dem Hosi . ' zu Non , Fur6 ) t , und nothiyce den Urheber dabin zu gehen , seme Lehre zu rechtfertigen , rvelck^e , da sie für sehr heilsam befunden worden , er der lVele von neuen , , unter einer kleinen Veränderung des Titele , mitzutheilen verbunden zu fcpn geglaubct fl . Er hat also sein Werk wieder drucken lassen , und cs Specimina Moralia titelt . Diese andre Ausgabe ist von Rom 1680 . Es giebt noch eine dritte , die französisch , übersehen , verbessert und ver - mehret ist . Sie hat zum Titel Les Efifais de la Theologie Morale , und besteht aus 316 Seiten , in 12 . Dieser Schriftsteller kömmt der strengen Sittenlehre unendlich näher , als Oer gelinden Moral . Ich glaube nicht , daß er ein Freund der Jesuiten ist , noch daß er also von denselben geliebt wird .
d ) Journal des Savans , vom 14 April 1681 , p . 139 . holländ . Ausgabe . Siehe Baillet , Tom . I . des Jugemens des Savans , p . 506 .
Gaffarel , ( Jacob ) einer von denen Gelehrten , die im XVII Jahrhunderte so viel von sich zu ru , v „ 9v , „ «u / i , « „ « , Provence " . Er verstund die morgenländischen Sprachen , und viele andre ; und rühmte sich fast alles , absonderlich aber die ge -
! reden gemacht , war aus
Heimen und cabbalistiftben Wissenschäften , zu verstehen . Der Cardinal Richelieu erwählte ihn zum Ausseher seiner Bibliothek'b , und schickte ihn nach Italien , die besten geschriebenen und gedruckten Bücher zu sammlen , die er nur finden könnt» f . De la Thuillerie , der französische Abgesandte zu Venedig wollte ihn , als seinen Gelehrten , bey sich haben ( A ) . Gaffarel hat ein Buch , Curiofitez inouies , betitelt , herausgegeben , welches groß Aufsehen gemacht , und welches von der Sorbonne verur - theilt worden ( B ) . Er hat solches widerrufen müssen ; denn weil er Pfründen befaß ( C ) , so konnte er sich wegen seiner Recht - gläubigkeit nicht in Gefahr sehen . Vor dieser Zeit war er vielem Übeln Verdachte ausgesetzet gewesen ( D ) ; und es ist sehr wahrscheinlich , daß er sehr besondere Meynungen gehegt hat . Man giebt vor , es habe ihn der Cardinal Richelieu , zu seinem großen Geschaffte , von der Vereinigung der Religionen , gebrauchen wollen , und ihm zur Probe befohlen , wider die Lehre vom Fegefeuer zu predigen iE ) . Gaffarel ist zu Sigonce , im 1681 Jahre , achtzig Jahre alt , gestorben A . Er hatte das Werk fast zu Ende gebracht , damit er seit einer guten Anzahl Jahre beschaffciget gewesen war ( F ) : ich weis nicht , ob es seine Freunde ans Licht geben werden . Ich werde kein genaues Verzeichniß von seinen Werken machen ( G ) .
( ä ) De la Thuillerie - - - hat ihn , als seinen Gelehrten bey sich haben wollen . ) Gaffarel hat bev dem Abgesandren nicht
all ein solcher MW zu stvn rtrlanqt , Orr ihm wm bitnen
sollte , als d . iß er ilmi frro seinen Erhol » „ gestunden , mit einem und dem
andern gelehrten Gespräche die Zeit vertriebe . Daß ßjflflw ! tttl 163 } Jahre in Venedig gewesen , erhellet aus dem Leben des Pc>re'c , us . Er hat nicht geglauber , daß die Staatskunst Uber seinen Begriff wäre : er hat sich eingebildet , er könne dem de la Thuillerie auch bcv den Gesandt - schaftSgeschäfften nützlich seyn : dieserwegen hat er den Rande , seinen guten Freund , gebetben , ihm ein Verzeichniß der Schriftsteller zu schicken , die über die Staatskunst geschrieben haben : dieß ist die Gelegenheit ge - Wesen , welche die Bibliographiam Politieam des Gabriel Naude ausge - brütet hat , die sovielmal wieder gedruckt worden . Zum Beweise wollen wir den Eingang de« Urhebers anführen . Quaeris a me , mi Gaflärelle eruditiflime , atque etiam frequentibm litteris vehementius vrges , vt uro ea , quam in me non femel deprehendifti , diiieriorum Librorum ac Scriptoriim cognitione , eorum nomenclaturam aut potitis oeco - nomiam ad te transmittam , quos inftituendis tra & andisqiie cum recia ratione , et methodo Politicae ftudiis , non inutiles fore cen - feo . Qiiandoquidem ipfa tibi in praefentiarum maximopere efle necefläria . , vel te ipfo tacentc caeteri omnes facile intelligunt , quos minitne fiigit , te vnum prae multis , non vt liberalibus modo difei - plinis excultuin , imbutumque fanäioris linguae facultate praeclaris - iima , fed tanquain ad reliquas omnes difciplinas fadhim a natura , et diligenti arte expolitum , ab illuftriflimo , Sapientiflimoque viro mino THvilleRIO , Chriftianiflimi noftri Regis , ad Sereniffi - mam Rempublicam Venctam Oratore Exeellentiflimo , feleöum fvu ifle ; quo de rebus grauiffimis communicare , et fubcifiuis horis fer - mones litterarios mifeere pofiet . Naudaeus , Bibliographia Politica , zu Anfange .
( B ) ffic h« ein 2$ucb betausgegeben - - - welcbes von der Sorbonne verurtheilet tcotöm . ] Hier ist der ganze Titel da - von ' Curiofitez inouies für la Sculpture talisnianique des Perfans» * Horöfcope des Patriarches , et letfure des eftoiljs . « Der Url ) eber . . will weisen , daß die Talismannen , oder unter gewissen Sternstellun - . . gen gemachten Figuren , das Vermögen hatten , einen Menschen reich „ und glücklich zu machen ; ein Haus und ein ganzes Land von gewissen „ Ungeziefern und giftigen Thieren , und von allen Ungewittern der Luft , ? zu befreyen . „ Siehe Sorelö ftanzosilche Bibliothek , pag . 4'f . So / rel , der sich unter dem Namen de« Herrn von l ^sle versteckt , hat Gaf» farels Werk widerleget ? man hat viel aus dieser Widerlegung gemacht . Man findet darinnen auf der 30 ? Seite , nach des Colomic - i Zeugnisse , in Gallia Orientali , pag . . 54 . Gaffarels Widerruf . Die erste ? lu«gabe der unerhörten Seltsamkeiten , ist von Paris 1629 . Man hat noch eine andre zu Rouen im 1631 Jahre gemacht ; zwo andre ohne Namen de« Buchdruckers und des Orts , im >657 und im 1650Jahre , in 8 . Diese letz - tere ist vermehrt . Da« Werk ist lateinisch zu Hamburg im 1676 Jahre , mit den Noten de« Gregoriu« Michael gedruckt werden .
( C ) Weil er Pfründen hatte . ] Ich will alle Titel , die man ihm gegeben hat , in diese Anmerkung setzen , so viel ich deren bemerket habe . Er istDoclor der GotteSgelahrtheit und de« päbstlichen Rechts , Proto - notarius des h . apostolischen Stuhls , und wirklicher Prior zu S dius gewesen . P . Jacob , Traite' des Biblioth . p . 704 . 705 . Er ist als
Jenner
Dechant des päbstlichen Rechts , auf der hohen Schule zu Paris , Prior zu Revest von Broujie , in dem Kirchensprengel von Cisteron , und Com -
mcmfyuv jjH , ijy ,
König nennet ihn , Sigonciae apud Gallos Abbas .
( D ) Vor dieser Seit rvar er vielem «bein Verdachte auagescyt . Z Dieses erhellet aus der Vorrede der unerhörten Seltsamkeiten . l£in vornehmer LNann , saget er , gegen den es ein Verbrechen ist , ihn» dasjenige abzuschlagen , was er haben will , hat sie aus meiner Scu» diersiude hervorgezogen , woraus sie niemals aekommen waren : weil icb mir , nacb so vielen ausgestanvenen L . «»ierungen , vorge , nommm batce , nidbts mehr ans / liebt ju geben , indem icb wohl tausendmal diese ÜDorte geftuf ; e t habe : vtinaiu nefcillem litte , ras - die sonsi einem römisckcn Prinzen so gewöhnlich gcwe , sen . Wie viele Schriftsteller würden nicht eben diesen Wunsch thun , wenn sie nicht die Stärke hätten , die Ungerechtigkeiten gewisser Leute zu verachten ? '
Man will , daß ihm der Cardinal Richelieu * * , t Gewalt gegeben , wider die Lehre des Fegefeuers , u predigen . ] „ Als sich in einer Stadt von Languedoe , die reformirten Prediger des „ Orrs die Ehre nahmen , ihm ( dem Cardinal Richelieu ) ihre Auswar - „ tung zu machen , und das Gespräch auf die Vereinigung der Religion „ gefallen war , welche er zu wünschen bezeugte , nachdem sie so glücklich „ in den Slaatssachen wiederhergestellet worden ; so erwiederten sie , daß » . sie darzu wenig Hoffnung sähen , so lange der Pabst seine weit ausge , „ dehnte und ganz unfehlbare Gewalt behalten wollte : worauf er sanft - „ müthig antwortete , daß man wohl Mittel finden würde , den Pabst „ zu rechte zu bringen . Und wie die Nachrichten damals bekannt ge - „ machr haben , daß der wegen seiner Gelehrsamkeit und seines Ansehens „ bekannte Gaffarel , von Sr . Eminenz Gewalt bekommen , in dem „ Delphinate öffentlich wider das Fegefeuer zu predigen ? so haben wir „ auch zu seiner Zeit die geheimen Unterhandlungen erfahren , die auf „ seinen . Befehl von dem P . Audeberr , einem berühmten Jesuiten , mit „ einigen von unsern angesehensten Predigern gepflogen worden ; wegen „ der Sätze einig zu werden , wodurch die vornehmsten Slreitiakeiten " Unter den beyden Parteyen beygeleget werden könnten . , . Dieses habe ich aus einer Vorrede des Maresius genommen . Sie steht vor der Re . pome Soniniaire 4 ja Methode du Cardinal de Richelieu . Diese Antwort ist 1664 z» Groningen gedruckt worden . Ein Neubekchrter , ein Vetter desP . Maiyiburg , ist der Verfasser davon gewesen . Erharden Namen des Herrn R . de la Ruclle angenommen . Ich weis , daß Gaffa« rel ein Buch ivegen der Vereinigung der Religionen herausgegeben hat .
( ? ) £r hatte das Werk fast zu Ende gebracht , woran er seit einec guten Anzahl Jahre gearbeitet . ] . . Er hatte seit vielen Iah - „ ren an der Historie der unterirrdischen Welt gearbeitet , worinnen er „ von den Holen , Grotten , Minen , Gewölbcrn , und Grabmälern gere« „ det , die er bey seinen dreißigjährigen Reisen in allen Theilen der Welt „ beobachtet hatte . Er hatte diese« Werk fast zu Ende gebracht : die „ Kupfer waren bereits alle dazu gestochen , und man wollte es unter die „ Presse geben , als der Tod die Ausführung seines Vorhabens verhin - „ dert - - - Man machet uns Hoffung , daß diese zween gelehrten „ Freunde , die Gaffarel zurückgelassen , ( nämlich der Abt Pecoil , der sehr viel gereiset war , und Chorier , Sachwalter zu Grmoble , ) bey
welcher

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