Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9509

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Fulvia . 553
sehr qemishandelt hatte . Diejenigen , welche sagen , daß sie des Marcus Antonius erste Gemahlinn gewesen , bekriegen sich ( F ) . Wenn sie die Geduld gehabt hätten , die Sachen genau zu untersuchen , so würden sie gewußt haben , daß er , da er sich mit ihr vermählt , eben so viel Frauen , als sie Männer , gehabt hatte ( G ) ; daß er seine andere Gemahlinn Antonia , unter dem Vorwande des Ehebruches verstoßen , ohne die geringste Achtung gegen seinen Oheim zu haben , welcher der An - tvina Vater war . Er hat ihn auch bey andern Vorfälle» nicht sehr geschont ( H ) . So brav , heftig und unbesonnen er
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sowohl seine Verachtung , als seinen Haß so sichtbarlich zu erkennen zu geben , daß sie darüber in eine Krankheit verfallen , und daran gestorben ist 'K Ein Redner , der sie durchgezogen hatte , daß ihr der eine Backen dicker , als der andere wäre , wurde dem Marcus Antonius dadurch angenehmer , als er ihm zuvor gewesen ware : ein offenbarer Beweis , daß sie nicht viel Liebe bey ihrem Manne gehabt . Sie würde sie verdient haben , wenn es , sich derselben würdig zumachen , weiter nichtsge - braucht harte , als die Begierde wohl nachzuahmen , mit welcher er durch die aller ungerechtesten Mittel Geld zusammen scharrte . Der Fulvia Zimmer war der Ort , wo man Königreiche und Landschaften an den Meistbierhcnden verkaufte ( l ) . Man glaubet , daß sie den Marcus Antonius vermocht , seine andere Gemahlinn zu verstoßen ( K ) ; gleichwohl scheint es nicht , daß sie ihn unmittelbar nach der Ehescheidung zum Gemahle gehabt ; man könnte vielmehr sagen , daß er einige Zeit in der Liebe gegen eine Beyschläferinn fortgefahren wäre ( I . ) . Verschiedene Wörterbücher haben versichert / , daß er die via zu Anfange des Triumvirats verstoßen hatte , um sich mit der Octavia zu vermählen . Dieses ist falsch ; denn er hat diese nicht eher , als nach der Fulvia Tode geheirakhet . Es ist nicht wahr , daß Joseph von dieser Fulvia reder ( XI ) .
« ) Nihil muliebre praeter corpus ferens . Paterculus , Libr . II , cap . LXXIV . Siehe die Anmerkung ( A ) . Siehe die
Anmerkung ( L ) zu Ende . c ) Siehe die Anmerkung ( B ) . <0 Siehe ebendieselbe Anmerkung , e ) Einsdem vxorem Fuluiam , cui altera bueca inflatior erat , acumen ftili , tentare dixit , nec eo minus , imnio vel niagis ob hoc Antonio gratus . Sueton , de claris Rhetor . cap . V . / ) Carl Stephans , Lloyds , Hosmanns , Calepin« .
( A ) Diese Frau hat die Waffen ergriffen , und den Lucius Antonius , ihres Gemahl« Bruder , gereift , dieselben ; u ergrei - fen . ^ Man verstehe dieses nach dem buchstäblichsten Verstände ; denn es ist gewiß , daß man sie mit dem Degen an der Seite gesehen hat . Sie ist nicht nur nach Präneste geflüchtet , um daselbst ihren Waffenplatz anzulegen ; sie hat nickt nur die Rathsherren und Ritter von ihrer Par - tey dahin gezogen , daselbst Beratschlagungen mir ihnen zu halten , und nach Erfordern der Falle , Befehle kund zu machen : Sie hat sich auch selbst'gewaffnet ; sie hat den Soldaten die Losung gegeben ; sie hat bey verschiedenen Gelegenheiten , Reden an sie gehalten , k« } t ) t * otu S»» -
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tuii idi$n r$tjre ev uvtoi$ ctoAK^k / ^ . ld quidem mirändum adeo non eft , quum gladio etiam fe accinxerit ipfa , tefleram militibm de - derit , faepenumero concionem apud eos habuerit . Dio , Lib . XLV1II , pag . m . 414 . Der Geschichtschreiber , der mich diese Dinge belehret , saget , daß im 713 Jahre Publius Servilius , und Lucius Antonius , dem Na - men nach Consuls . dieser letztere aber , und Fulvia es in der That ge - wesen waren . Man giebt uns hierauf zu verstehen , daß Lucius nius seine Gewalt nur vermittelst der Fulvia gehabt , nnd daß sie ihm die Ehre des Siegesgepränges verschaffet hat ; denn er hat dieselbe nicht eher erhalten können , als bis er sie durch seine unterthänige Aufwartung dahin vermocht , ihm diesen gnten Dienst zu leisten . Sie hat sich auch auf diesen Triumph mehr eingebildet , als der Sieger selbst . Ebendas . 409 , 410 S . Es wird dienlich seyn , dasjenige zu sehen , was Plutarch von der Fulvia sager . I» Antonio , pag . 920 , D . 4>bA ( 3im Uy & vuwt * jjv
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Tijc Ävruvla yuvaiKOXfee Non illa colo calathisue Mineruae
Femineas afiiieta manus , fed praelia virgo ,
Dura pati . Aeneid . Libr . VII , Verf . 805 .
Der Rocken war ihre Sache nicht ; die häuslichen Sorgen waren ihre Beschädigungen nicht ; über ihren Mann im Hause herrschen , war kein Vorzug , der sie vergnügte ; sie wollte auch auswärts die Herrschaft , nämlich bey den öffentlichen großen Aemtern , die er bekleidete , über ihn haben . Cleopatra hat nicht viel Mühe gebraucht , ihn dem Gehorsa - we einer Frau zu unterwerfen ; er hatte diese Unterthänigkeit in einer guten Schule gelernet .
( B ) Sie ist in Griechenland an einer Rrankheit gestorben , die ibr der Vervruß verursachet . ] Nachdem Marcus Antonius die Unordnungen in Italien erfahren , so machte er sich auf den Weg , die , selben abzustellen . Bey seiner Ankunft in Athen , fand er seine Gemah - linn , welche gezwungen worden war , sich außerhalb Italiens zu retten . Er hat den Urhebern dieses Krieges , nämlich dem Lucius Antonius , der Fulvia , und dem Manius einen ungemeinen Verweis gegeben . Appian . Libr . V , Bell . Ciu . p . m . 409 . Als er seine Reise fortsetzte , hat er Ful - vien zu Sieyon krank hinterlassen . Ebenbas . 411 S . Sie ist allda nige Zeit darauf gestorben ; die Zeitung davon ist ihrem Gemahle unter wahrender Belagerung von Brundusium , im 714 Jahre überbracht wor - den . Es ist sehr wahrscheinlich , daß er sie mit Freuden angenommen hat ; denn er hatte einen außerordentlichen Zorn gegen die Fulvia ge - saßt : und ob er gleich ben seiner Abreise aus Sicyon erfahren , daß sie krank geworden , weil er sie übel angelassen hätte , so legte er doch kei - nen eumrtci Besuch bey ihr ab , welches den Tod dieser Ho6>müthigen tfra» befördert hat Ebendas . 414 S Siehe den Dio , im XLVII B . auf der 427 S .
( C ) kü weiblichen Leidenschaften haben Theil an dem Rrie - ge gehavr , den f , e wider den Octavius erregtes Die Tochter , die vom Elodius gehabt , , var an den Octavius vermählt , und einige Zeit «aralif verstoße . , worden . Octavius hat geschworen , daß er die Ehe
11 Sans .
nicht vollzogen hätte : allein dieser Eid ist allzugeschickt gewesen , die Ful - via zu beleidigen . Die mütterliche Zärtlichkeit leidet viel bey den Ge - danke» , daß eine Tochter den Namen einer Frau , ohne die geringst» Wirklichkeit hat . Also hat Fulvia an die Ehscheidung ihrer lieben Toch - ter nicht ohne Betrübniß denken können : sie hat sie der Wirklichkeit des Ehstandes beraubt gesehen ; diese Entbehrung ist ein Merkmaal einer außerordentlichen Verachtung gewesen ; denn Octavius war von einem sehr verliebten Temperamente . Es ist ihr nicht unbekannnt gewesen , daß wenig Leute dem Eidschwnre des Octavius Glauben beyme^n wür - den , und daß also ihre Tockrer , die von ihrem Gemahle so sehr verach - tet worden , daß sie bey ihm ihre Jungferschaft so lange Reit erhalten hätte , für eine Person gehalten werden wurde , die nichts weiter geben könnte , als was ihr erster Gemahl übrig gelassen hätte . Fulvia hat auch auf die Betrachtung fallen können , daß sich Octavius bloß aus MiStrauen in dieses Bündniß eingelassen hätte , welclM ihn ben , ihrer nicht zu genießen ; damit er nach dem Laufe , den die Sachen nehmen würden , ftey wäre , sie zurück zu schicken , und mit einem Eide zu versichern , daß er sie nicht berührt hätte . Dio bemerket im XLVII B . auf der 410 S . daß Octavius , sich bey Ablegung dieses Eides wenig darum bekümmert , ob man glauben würde , daß er dieses junge Frauen , zimmer so lange bey sich behalten , und dieselbe nicht berühret hätte , oder ob man glauben würde , daß er sich ihrer enthalten , weil er sich vorlängst den Weg zu dieser Ehschcidung bahnen wollen . Diese allznspitzigen und gekünsttite» Vorsichten gefallen einer Mutter nicht ; und folglich hat eine weibliche Leidenschaft an dem Vorsatze Theil gehabt haben können , den sie gefaßt , den Octavius zu bekriegen . Hier ist noch eine andere Lei - denschast von gleicher Gattung . Fulvia hat gewußt , daß ihr Gemahl in den Ketten der schonen Cleopatra wäre ; die Eifersucht hat sie anqe - trieben , den Marcus Antonius von dieser neuen Liebe abzuziehen ; sie hat denen leichtlich geglaubt , die ihr vorgesaget . daß dieser ungetreue Eb - mann niemals wieder zu ihr kommen würde , so lange Italien in Ruhe wäre ; daß ihn aber ein Krieg in Italien zur Zurückknnft nörhigen würde . Manius , ein Bedienter des Marcus Antonius , sagte dieses 'zur Fulvia . Appian , Libr . V , Bell . Ciu . pag . rn . 395 und 397 . Also hat Fulvia die Sachen wider den Octavius aufs äußerste getrieben . Ebend . Allein wenn das Sinngedichte des Augustus , das man unter Vkartials sei - nen sieht , eine historische Erzählung wäre , ( Siehe dieAnmerkung ( C ) bey dem Artikel der ersten Glapbyra . ) alsdann würde man versichern kön - nen , daß sich Fulvia aus weiblichen Leidenschaften in diesen Krieg ein - gelassen hätte .
( v ) ! Ls ist nicht wabr , daß sie mit dem Catilina verheirarhet gewesen . ] Der Grund , welchen Glandorp , Onomaft . vae . xl anmm det , dieses zu widerlegen , scheint mir sehr gut . Er nimmt ihn aus der andern Philippica des Cicero . Cmus ( P . Clodli ) quidem te fatum ficuti C . Curionem manet , quoniam id domi ttiae eft quod fnit il lorum vtrique fetale . Cicero will sagen , daß Marcus ? lntonius , da er eben dieselbe Gemahlinn hätte , die dem Clodius und Curio unalück - lich gewesen , unfehlbar auch , wie sie , ein klägliches Ende nehmen würde . Er wiederholet denselben Gedanken zu Ende seiner Rede Fripiet et extorqiicbit tibi ifta Popiilus Romanus : vtinam Kluis nobis : fed quoquo modo nobisoum egeris , dum iftis confiliis vteris , non potes ( crene mihi ) eile diuturnus . Etenim ifta tua minime auara coniux quam ego fine contumelia deferibo , nimium debet diu populo mano tertiam penfionem . Cicero , Philipp . II , c . XLIV . Jedermann sieht klärlich . daß , wenn Fulvia mit dem Catiliua verheirathet gewesen wäre , der klägliche Tod dieses Gemahls , in der Rede des Cicero , dem Tode der zween andern würde beygefüger worden seyn . Die allgemeine» und besondern Gründe hätten den Redner verbunden , des Catilina bey die - ser Gelegenheit nicht zu vergessen . Der vom Glandorp widerlegte Jrr - tkiim kömmt vielleicht daher , baß man nicl't Acht genug aus eine^Er . zählung gegeben , die im SallustinS befindlich ist . Die'er Geschickt' schreibet berichtet uns , daß eine große Dame , Namens Fulvia , die schwörung des Catilina entdeckt hat . Mulier nobilis , yv , i> rflv vfiv , nach dem Plutarch in Cicer . pag . «6» C . woraus erhellet , daß sie Firnis nicht gekannt hat , der sie im I Cap . des IV B . viliMmmn fcor . tum nennet . Einer von den Acitverschwornen . der lange Seit einen strafbaren Umgang mit ihr gehabt , harte ihr durch sein Pralen und Großsprechen Anlaß gegeben , diese VerrätHerey zn entdecken . Er war in Armuth gefallen , und seit dieser Zeit war die Dame außerordentlich kaltsiniiig gegen ihn geworden . Um sie nun wieder anzufeuern , hat er sich auf einmal taufenderley Dinge gerühmt ; er versprach ihr güldne Berge ; er ist ungestüm geworden ; und hat sie umznbrinvn gedroht , wenn sie fortführe , eine Spröde zu spielen . Sie hat die Ursachen dieser neuen und trotzigen Großsprechereyen ergründet , und vielen Personen Ä ß A V0N

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