Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Frauenlob . Freigius . Froissard .
, , re , und daß sie aliein die KWKe Gottes wären , und den Aposteln nach - „ ahmten . Daß die römische Kirche eine Hure wäre , und daß die Päd - „ sie vom h , Sylvester dem I , dieses Namens an , alle Bösewichter gewe - „ sen , weil sie nicht in der Armuth gelebt , und daß man ihnen aus die - „ ser Ursache keinen Zehenden geben dörfe . Sie sind so unverschämt ge -
„ wesen , zu sagen , daß eine , Namens Margaretha , die Beyschläfertiu , „ eines ihrer vornehmsten Prediger und Kirchendiener , Dulcinus ge , «nannt , von dem heiligen Geiste empfangen habe . , , vu Preaii , oder Prateolus , Hiftoire de l'eftat et fucces de l'Eglife , Tom . II . tol . s» verfo et fol . 3 . auf« 1300 Jahr .
Frauenlob , ( Heinrich ) «» deutscher Schriftsteller , ist zuMaynz im 1317 Jahre aestoröm . Sein Leichenbeaangniß , 'st sehr seltsam gewesen ; das Frauenzimmer hat ihn von seinem Hause bis in die große Kirche getragen , und ihr Wehklagen »md Wimmern durch alle Straßen erschallen lassen , und eine so große Menge Wein aussein Grab gegossen , daß die ganze Kir - che davon überschwemmet worden . Sie haben alles dieses aus Erkenntlichkeit , wegen der Lobsorüche gethan , womit er ihr Ge - schlecht in seinen Büchern überhäufet hat . Man sehe die Anmerkung ( A ) .
clefiae - - - qui deportatus fuit a mulieribus ex hofpitio vsque I ad locum fepulturae , et fai
CA ) Man sehe die Anmerkung . ^ Dieser Artikel ist aus dem Al - bertu« Argentincnsis , einem Scribenten der deutschen Historie , genom - men . Er ist in der Sanimlung Smptor . Rerum Germanicarum des Urstisius . Ich bin versichert , daß man nicht verdrießlich seyn wird , sei - ne eigne , , Worte zu sehen : Anno Domini MCCCXVII . fepultus eft Henricus difliis FrauwtnUh in Moguntia in ambitu maioris Ec -
clefiae -
ad locum fepulturae , et famentationes et querelae maximae auditae fuerunt ab eis , propter laude« infinitas , quas impofuit omni generl foemineo in di & aminibus fuis . Tanta enim ibi copia fuit vini fufa in fepulcrum fuum , quod circuinfluebat per totum ambitum Ecclefiae .
Lehrmeistern gehabt . Er ^ — venHemrichGlarean , und den Peter Ramus zu
«nd dann zu Basel ; allein , c
und ein Landmann zu werden .
HieronymusWolfius , das Rektoratdes neuen Eollegiizu Altorf anbiechen liek / " 2^ -
Erythräus erlediget worden , der dasselbe zuerst bekleidet hatte . Er nahm den 15 des mS2 ^aLe " ^
Amte . Er hat seinen Verrichtungen in Ecklärung der Historienschreiber , Poeten , und der
mit Elser eine Genüge gethan . Er gieng wieder nach Basel , und ist daselbst im kr - b - m .
piefe ansteckende Krankheit hatte ihm furi zuvor einen hoffnungsvollen Sohn und zwo Töchter wegrissen d^ ! ?
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Aus dem Melchior Adam in Vit . Iurbconf , - 5 - u . f . S . t ) Siehe die Anmerkung ( A ) zu Ende .
Me pater agrefti gehuit fub rtire colonw ,
Hic vbi Rauriacos Rhenus adurget agros .
loh . Thom . Freigius , Trift . Lib . Eleg . IV . p . m . z6S .
Er läßt seinen Vater reden , aus Melchior Adams Leben dcr Rechtsge - lehrten - 52 Seite . Seine Neigung ziim Studieren , hat ihn bis zur Docrorwürde in den Rechten gebracht . Er hat sich zu Freyburg in Bris - « , ow verheirathet , und ( ich durch die Herausgebuna einiger Werke des Zasius bekannt gemacht , die er besorget hat . Er hat das Sachwalter , amt zu Ensheim im Elsas verwaltet , und sich nach diesem mit seiner Kamilie nach Ulm begeben , und ist daselbst ein Rathsglied der Stadt geworden . Er ist allda im 1550 Jahre an der Wassersucht gestorben . Seine Frau bat ihn in dem Nonnenkloster zu Sesslingen , nicht weit von Ulm . begraben lassen . Melchior Adam erzählet die lateinischen Verse des Johann Thomas Freigius , aus der IV Elegie , die ich anac - führet habe , welche diesen besondern Umstand enthalten ; und gleichwohl hatte er gesagt , daß Nicolaus Freigius seine Ehgatti , in überlebet , die im , 564 Jahre gestorben war . Melch . Adam , in Vit . Iurisconf , pag . » ; ? . et matrem quidem primo amiiit ( Io . Thomas Freigius ) peftefubJa - tam cum duabus fororibus , ( er sollte sagen cum tribus : man sehe die III Elegie , ) anno Chrifti milkquingentefimo , fexggeßmo , quarto . Has fubfecutus eß pater . Wenn er diese Verse untersuchet hätte , so würde er erkannt haben , daß sie im , 564 Jahre , vierzehn Jahre nach des Nicolaus Freigius Tode , geschrieben worden .
petri , im Märzmonate 1583 gedruckt worden . Die Zuschrift ist zu sel den 1 März desselben Jahres unterschrieben . Dieses kömmt mit : dem Berichte nicht überein , der dem Ende des Buches bevgefüget ist . Dieser Bericht betrifft die Elegien , die Freigius im >564 Jahre heraus» gegeben hatte , Und davon er eine neue Ausgabe gemacht , die den Quae - ftionibus GeOmetricis etc . beygefüqet worden . Er hat diese neueAuS - gäbe seinen zween Söhnen zugeeignet , und die Zuschrift zu Basel den lebtern des Christmonats 153 - unterschrieben . Der Vorbericht bezeu - et , daß der Urheber , unter wahrendem Drucke dieser Elegien , von der ^est angegriffen worden , und daß sie ihn nach vierzig Stunden den 16 enner weggerücket . Man sehet dazu , daß die zween Söhne , denen er dieses Werk zugeschrieben , acht Tag« daraus , an eben dieser Krankheit gestorben sind . Die Zeit des Druckes unter der Seite ist , diesen Mo - nat Mäkz > ; 8 * .
( C ) Die Pest hatte ihm einen hoffnungsvollen Sohn und jxoo Tochter weggerückt , davon die eine bereits in den Swdicn et , rva» gethan hatte . ) Er belehret uns dieses in der Zueignungsschrift z« der andern Ausgabe seiner Elegien , cum boc anno , saget er zu seinen zween Söhnen , forores duas veftrasVrfulam et Barbaram , ac fratrem Mat - thiam pefte acerba nobil ex oculis eripuifiet Qfatutn meum ) etc . . . . amili ego in Barbara noftra Oeconomiae meae fideleru admini - ftram et difpenfätricem : amififtis vos in eadem ftudiorum veftro - rtun fociam : quae fi diutius huius lucis vfura frui potuiflet , aliam Caeliam , ( siehe die Anmerkung ( L ) bey dem Artikel Curio ) aliam Fuluiam Moratam habuifiemus . Iam enim puella Xfl fere anno - rum Latinae et Graecae Grammaticae , aliarumque artium rudimen - ta ita peragrauerat , vt Latine quaedam ex vernaculo fermone con . uertere , Graece declinare et coniugare , precationem Dominicam Hebraice recitare , poetarum verfus feandere , Arithmeticos numero# addere et fubducere , Muiicas melodias artificiofe canere , teftudinein traclare poflet Hanc Matthias trater ; puer feptem annorum non longe lecuttis eft , qui qua fiiit natural» indole praeditus , fororem paucis annis fuperaflet . Is mane quamprimum e fomno experrecku * erat , ftatim ad libros vitro fe transferebat , et aut Geographicas las aut Vrbes , homines , animalia tarn folerter , tamque graphice depin . gebat : in abaco Pythagerae tarn ßudiofe fe exercebat , vt vos ad laudeyn pucrilis et praecocis ingenii , eins manuum monumenta conferuare foliti Jitis , ego vero mihi omnia fumma polliceri de eo aufm fiierim . Es würde eine Ungerechtigkeit , und eine Art der Unmenschlichkeit seyn , wenn man es diesem guten Vater , als eine Schwachheit , vorwerfen wollte , daß er einen Trost darinnen gefuchrt hat , wenn er der Welt diese kleinen Umstände seiner Familie bekannt machte .
( v ) iLr har viel Ziubet herausgegeben . ^ Das erste von allen ist sein Liber Triftium , oder die Elegien gewesen , davon ich bereits oben in der Anmerkung t« ) geredet habe . Ich will nur unter andern die Zusätze des Paul Aemilius und Ferrons , bis aufs . 569 Jabr , und seine Logicam Iurisconfultomm bemerken : die Uebersehung der Reisen For - bissers , und des afticanischen Krieges , wo der König von Portugali . Don Sebastian , erichlagen worden , seine Reden des Cicero perpetuiz Notii Logicis , Arithmeticis , Ethici» , Politicis , Hiftoricis , Antiauitatis il - luftratae , in III Bänden in 8 zu Basel , >58 ? . Da« übrige sehe man i>« Gesners Auszuge , und im Melchior Adam .
Froissard , ( Johann ) gebohren zu Valencienneö , Domherr und Schatzmeister zu Chimai in Hennegau , hat im XIV Jahrhunderte geblüht ( A ) . Sein vornehmstes Werk ist eine Historie , die sich vom 1326 Jahre , bis ins 1399 Jahr er - «reckt a . Er hat von vielen Dingen gute Erkundigung einzuziehen gesucht , und zu diesem Ende verschiedene Reisen an fürst - liche Höfe gethan ( Heils um Nachrichten anzuhalten , theils die Urtheile derer zu hören , welche die Verwaltung der GeschWe
Hie iam namque pater bis feptimus ingruit annus , Ex quo te trifti
Kita tulere nece .
Eleg . IV . Lib . Trift , pag . 36y .
Moreri hat verschiedene Schnitzer gemacht ; denn er hat gesager , I , daß freigius an der Pest gestorben ; II , daß dieses im 1564 Jahre geschehen ; III , daß es mit seiner Ehsrau , und I V , mit zwoen von seinen Töchtern ge - fä ) ehen ; ( es sind derselben dreye mit der Mutter gestorben , ) V , daß er große Entdeckungen indem kaiserlichen nnd päbstlicken Reckte gemacht ; VI , daß sein Sohn das Recht unter den größten nern ftitter Ze , r studiert bar . Dieß heiße fälschlich vorgeben , daß ihn Glarean und Ramuö die Rechte gelehret ; Vii , qiebt er ihm den Tauft „ amen Thomas , und er hatte ihn Johann Thomas nennen sollen .
( B ) ( £c ist im 1583 Jahre an der Pest gestorben . ^ Dm 16 Jenner , wenn wir dem Melchior Adam glauben , welcher dazu sehet , daß «S nach andern geschehen ist . Der Auszug von GeSners Biblis , thek , auf der 50z Seite bey mir , versichert , daß er im > ; 8 - Jahre in dem Collegio zu Alters gestorben ist . Ich glaube , daß sich Melchior Adam nicht bekriegt , und daß eS ein Fehler in der Zulchrift des Ioannes Tbo - mae Freigii Quaeftiones Geometricae et Stereometricae ist . Der Urheber selbst schreibt dieses Werk sechs Mathematikkundigen , seinen ' n , zu . ES ist ein Buch , das zu Basel von Sebastian Henrich -
um . » , VM , V . . V—' «V i' « . wv» . . r - WCIUI « «tiVUKl .
daß Froissard eine große Anzahl verliebter Verse gemacht hatte , so wurde er chn m daö Verjeichniß gesehet Haben , welches er von
dem

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