Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9420

Frangipani . 545
Dinge in sich begreift ; so wird man sich auch dabey nicht viel bes . ser , als im Vorhergehenden : befinden ; weil theils abermal eine Vermischung des Schöpfers , mit dem Geschöpfe ; theils eine kör - perliche Ausdehnung des göttlichen Wesens , nebst der Theilbarkeit desselben daraus folgen wird . Aus allen diesen Ursachen habe ich denn in einer Dissertation , die ich 1723 zu Königsberg gehalten , behauptet : die göttliche Allgegenwart entstehe nicht aus der Ausdeh« nung des göttl , Wesens durch den Raum ; sondern sie sey eine au§ der göttlichen Allwissenheit und Allmacht zusammengesetzte Eigen , schafc Gottes : nicht anders , wie die göttliche Gerechtigkeit aus seiner Güre und Weisheit zusammen genommen erwächst . Man sehe diese Abhandlung ( genuina omnipraefentiae diiiinae No - tio , ) selbst nach ; weil es der Raum nicht gestaltet , hier einen Auszug daraus zu machen . G .
Frangipani , eine sehr alte römische Familie und mit den allergrößten Hausern in Europa verschwägerte ( A ) , hat ren Namen einer unvergleichlichen Mildthätigkeit zu danken , die unter wahrender Hungerönoth gegen die Armen ausgrübet worden ( B ) . Es hat sich bereits vor langer Zeit ein Ast von diesem erlauchten Hause mit Ruhme in Ungarn ausgebreitet ( C ) . Mutio Frangipani hat in Frankreich unter dem Kriegsvolke des Pabstes , unter der Regierung Carls des IX . gedienet ( D ) . Einer von seinen Enkeln bat in demselben Königreiche , unter Ludwigen dem XIII , Bedienungen gehabt « . Man hat einen von seinen guten Einfallen erhoben ; allein derjenige , der denselben in einem Briefe angeführet , ist sehr scharf beurtheilet wor . den ( E ) . Dieser Eickel des Mutio Frangipani hat die Zusammensetzung der wohlriechenden Dinge erfunden , die noch bto itSjO den Nanien , Frangipani , führen b ( ) . Lr hat sich eine Ehre daraus gemacht , der legte von dicstm ten Geschlechte zu sepn , und ohne Verstellung gesaget : daß er aus Nothrvendigkeit unverheirathet bliebe , weil ihm fem Srand nicht erlaubte , fein Geblüte mit neu aufgewachsenen Familien zu vermischen , wodurch die alte romische Mafestat verunehret würde c . Der Aufzug , mit welchem er zu Rom , am Tage eines öffentlichen Umritts , erschienen , ist merkwürdig gewesen ( G ) .
penetrationem Subftantiarum , die Durchdringung zwoer Sub - stanzen zugeben , die sich zu gleicher Zeit in einem Räume befin - den , ohne einander zu vernichten . Dieses ist aber , nach dem Ge« ständnisse aller Weltweisen , ungereimt und unbegreiflich . Ja über , dieß folget auch noch das daraus , was dort Lucan den Cato sagen läßt , als ihn Labienuö anmahnte , das hammonische Orakel zu be -
lupiter ell , quodcunqne vides Alles , was du mit Augen siehst , ist Jupiter , welches aber ein of - fenbarer Pantheismus oder Spinosismus ist .
Will man aber die andere Grille des PaterMalebransche annehmen , daß Gott , ( Locus Spiritnum ) der Ort der Geister , oder wie D . Clarke in den Streitschriften mir dem Herrn von Leibnitz , behauptet , daß die göttliche Unermeßlichkeic der unendliche Raum sey , der alle
a ) Siebe die Anmerkung ( ? ) , die Worte Balzac« . £ ) Le Laboureur , Addit . aux memoire * de Caßelnau , Tom . II . wo man dem Marquis Frangipani seiuen eigenen Bruder zum Gehülfen dieser Erfindung giebr . <• ) Ebenda , ' . 704 S .
7 os .
( A ) Eine romische mit den größten - Häusern m Europa ver , fchwägerre Familie . ^ Le Laboureur , in den Zusätzen zum Castelnau , U B . 704 S . erzählet , daß der Marquis von Frangipani , den er zu Rom gesehen , unter die Nachkommen seines Hauses , die Erzherzoge von Oesterreich und die Könige von Spanien gerechnet , wobey er sich auf die Meynnng des Raphael von Volterre gegründet hat ; deren Wi - Verlegung er mit dem größten Verdrusse erfahren haben würde , und den neuen Fürsten von Ron , beständig wegen des Vorzuges überlästig gewesen , den er wegen eine« AlrerthumS haben wollen , weswegen sich kein einziges erkühnen dörfte , sich mit seinem Geschlechte in Vergleichuug zu stellen . Nachdem derselbe Schriftsteller den Aufzug beschrieben , unter welchem er denselben Marquis bey einem großen Geprange ge - sehen ; ( siehe die Annierkuug ( < ? ) , ) so setzet er auf der 705 S . dazu , daß ihm dieses sehr widrige Begriffe von der Hochachtung des^ ersten und ältesten Namens von Rom gegeben ; welcher noch viel berühmter in Dalmatien und im Friaul , ungefähr vom 1120 Jahre her , gewesen : da einer von diesem Hause sich mit der Tochter Engelberts , des Mar - quis von Friaul , Schubste ? der Mahaut , Thibauts des IV , Grafens von Champagne und von Brie , Gemahlinn , Muhme der Alir von Champagne , Ludewigs des lungern Gemahlinn , und Mutter Philipps Augusts . Königes von Frankreich , vermählet . Zazzera , welcher von vielen italienischen Häusern geschrieben , und diese Vermählung nicht gewußt hat , feket noch eine andere mit der Nichtel eines Kaisers von Constan - tinopel dazu , davon er den Beweis giebt , welche im 1 , 70 Jahre mir großer Pracht , in Begleitung vieler griechischen Bilchofe und großer Herren , überschicket worden , sich mit dem Eudes Frangipani zu ver - wählen . Man sieht aus der Historie , die er von diesem berühmten Hause geschrieben , daß sie die mächtigsten in Rom gewesen , und da - selbst die Geburt der Hoheit aller andern gesehen haben , welche der Misbrauch der Zeiten den Titel der Fürsten annehmen lassen . Wir werden in der Anmerkung ( F ) sehen , daß die Frangipani Anverwandte des heil . Gregoriu« seyn wollen .
( B ) - Hat ihren Namen einer unvergleichlichen LNildthatigkeit zu Sanken , Sie unter wahrender - Hungersnoth ausgeüber rvor - Ven . ^j „ Das Wapen der Frangihani in Italien ist blau , mit zwo sil - „ kernen Händen , die ein in zwey Hälften geschnittenes goldenes Brodt „ halten , weil einer von seinen Vorfahren bey der Hungersnoth allen „ nothdärftigen Personen große Freygebigkeit erwiesen hat . „ Also re - der P . Gilbert von Varenne in seinem Schauplatze der Wapen , beym Menage , Origini della Lingua Italiana , p . 2ZI . Sie haben anfäng - lichFrieapani geheißen , wie auö diesen Worten , Gottfrieds von Vendo - nie , erhellet : Primo anno , quo , Deo volente vel permittente , no . men Abbatis fufeepi , audiui piae recordationis Dominum , Papam Vrbanum , in domo Ioannis Fricapanem latitarc . Godefrid . Vindo - jcinenlis , Libr . I . Epift . VIII . beym Menage , ebendaselbst . Man sehe P . Sirmönd« Note , über diese Stelle : Vetuftiffimae ac nobilißimae apud Romanos familiae nomen nunc paululum inflexum , Franglpa . ncs enim dicuntur . Sirmondus , Not . in Epift . VIII . Libr . I . Godefr . Vindoc . beym Menage , ebendas . Der Name Frangipani ist bereits im XII Jabrhunderte üblich gewesen ; denn man findet in der Chronike des Klosters Anchin , unter dem 1179 Jahre , beym Menage , am genen Orte , diese Worte : Schismatici quietem non ferentes Eccle - iiae , iterum quemdam Clericum de progenie illorum , ques Frangi . ^»wRomanivocant , contra Papam Alexandrum , Antipapam ftatuunt , quem mutato nomine , InnocentemIII vocitarunt . Conrad , Abt von Ursperg , hat daö Wort gebrauchet , Erangentes panem . Er redet also : Imperator conuocauit ad fe de ciuibus Romanis potentiflimos et no - fciliflimos de familia eorum , qui dicuntur Frangentes panem , et aliis ,
quo , praeeipue habebat refpe & um populus Romanus . Conrad . Abbas Vrsperg . aufs 1227 Jahr , beym Menage , ebend .
Seestadt , mit allen Rechten und Einkünften , an sie übertragen , die er daselbst gehabt . Man sehe die - 15 S . des Buchs , Oporini Grubinii Ainphotides Scioppianae betitelt . Scioppius , Arnphot . p . 214 . chert , daß ihm diese Urkunde vom George Anrigonus Frangipani , Kam - merjunkern , und Oberstallmeistern des Erzherzoges , Maximilian Ernst« , sey mitgetheilet worden . Wir wollen daraus etwas anfuhren , ebendas - 18 S . Deus totius confolationis , qui confolatur fuos in omni tru bulatione , etiam nobis fontem aperire dignatus eft , et ad confolan - dum nos beldencum et Bartolomneum illuftres et ftrenuos viros dt Ft'angipanibus , Nobilcs de Weglia quafi de coelo proiecit , qui no - bis cum omni parentela adhaerentes , inter aäus promifeuos , fideles exhibuerunt famulatus et non modicam pecuniam eorum , quae vL tra XX . mafearum millia tranfeendunt , in vafis aureis et argenteis , atque aliis rebus pretiofis , nobis de bonis eorum praefentauerunt * et praefentando donauerunt . Demum nos , cum a nobis Deus fuain indignationeni ainouerit , recompenfantes eorum feruitia et dona , de confilio dominae Mariae , chariflimae confortis noftrae , et Ba - ronum noftrorum fidelium , quandam ciuitatem noftram , circa lit - tus maris exiftentem , S E G NIA M vocatam , cum omnibus fui» vtilitatibus et pertinentiis vniuerfis , fimul cum tributo feu Telo - nio , et aliis circumferentiis , et in eadem Iibertate , ficut nobis fer ! tiire confueuerant , dedimus et donauimus , et contulimus ipfis Fei " derico et Bartholomaeo in filios filiorum perpetuo et irreuocabilitcr poiTidendum . Dieser Prinz hat ihnen durch eine andere Verordnung verschiedene Vorrechte und Freyheiten verwilliget , und deswegen Urs« , chen angeführet , die ihnen sehr rühmlich sind . Dieß verbindet mich , sei , ne Worre anzuführen . Es werden lauter historische Geschichte seyn die sich zu dieser Stelle meines Werkes j schicken : Deus aTÄSlS et corroborandum nos , Feldericum et Bartholomaeum de Frangi . panibus , illuftres et ftrenuos viros , Nobiles de Weglia alta ex pro . fapia vrbis Romanae fenatorimi ortos , tanquam angelos ns de arce polorum mifit , qui nobis cum eorum parentela et fami . liarium caterua armigera , in opem et noftrae perfonae faluberri . mam tutelam adhaerendo , per eorum ftrenua certamina , quosdam duöores ipforuin Tartarorum , fequacesque eorum dirae necis ex terminio necari , et quosdam captos nobis offer re , vbi etiam crehrä ftigmata et grauia fuftulere , et multos ex eorum charis proximos ei familiäres amittere , fupraque omnibus praenarratis cooiofam U cuniarum lpforum in auro etiam et argento ac rebus pretiofis ouan titatem ad xx nullia marcarum fe extendentem nobis pro afliK dis ftipendiariis et expeditionibus varus offerre malucrunt etc benm Scioppius , Amphotid . pag . 2 . 7 . 218 . Man sehe in den RußfecS M°re " das klagliche Ende eines ungarischen großen Herm Namen« Frangipani , welcher im . 671 Jahre wider den Kaiser eine Verräthere ?
( D ) Mutio Frangipani hat in Frankreich , , - unter ver Reg , erung Carls de» IX gedienet . ] „ Da der Pabst großen Antheil «an dem Religionskriege in Frankreich nahm , so sind viele italienische „ große Herren theils mit Bedienungen unter den Kriegsvölkern , die er „ dahin schickte , theils als Freywillige , und aus bloßer Neigung , gegen „ diese Krone , über das Gebirge gegangen . Mutio Frangipani hät sich „ um sso vielmehr dazu verbunden zu seyn geglaubct , Frankreichs Par - „ tey zu halten , da er viele Anverwandten , von Seiten der Julia Stroi - „ zj , seiner Gemahlinn , daselbst hatte , welche eine Schwester der Gra' „ finn von FieSque war , und überdieß noch die Ehre halte , mit der Kö - „ niginn verschwägert zu seyn . Er hat in der Schlacht be» ^arnae „ Proben seiner Tapferkeit gegeben , wobey er verwundet worden , und „ Hat jich darauf nach Hause begeben , den bey diesem Kriege erworbe . „ nen Ruhm in Ruhe zu genießen . , , Le Laboureur . Addit a Laftel . nau , Tom . II . p . ? v4 .
( E ) Derjenige , ver - , - «ngkführet , ist sehr scharf beur , theilct worven . 1 Costar hat sich in einem Briefe an den Eolbert , der damals nur Haushofmeister des Cardinals Mazarini gewesen . folgen - der Worte bedienet : tpie könnet ihr doch verlangen , daß ich nach - Hofe kommen soll , da ich fast fünf Jahre auf dem L . ande lebe , we , I »ch nicht mehr die Rrafte habe , das pariser Leben 5» ertragen , und mich an Verlern ; u befinden , rvo man allemal Ehrerbiechung bezeigen , und beständig in ver beschwerlichen
3 ä i Stellung

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