Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9415

544 Francus .
buche von Trevour , ( May 170» . amsterdainer Ausgabe . z8 - > , zz> S . ) daß ick den Vignier nickt besckuldiget habe , dm " Colateccari fiilsck angeführer ; u haben ; ick habe nur gesaget , daß , da ich im Volaterran überall gesucht , wo mir das Register , das nicht viel lauget , und die Einteilung der Materien , zum Wegweiser hätten dienen können , ick diese Stelle nickt habe antreffen können . Ihr bekennet mir selbst , daß ihr bis hieher den großen Sand dieses Sckriftstel - lers vergeblick durchgeblättert habet , allein ihr seyet dam , daß ihr gleichwohl glaubet , es habe Vignier dasjenige daselbst gele - ftn , was er anführet . Überhaupt 5« reden , so habet ihr Reckt : und es ist mir so wohl ; u euerm Vergnügen , als jtim gen aller meiner Ä . eser lieb , der ÜVelt hierdurck M eröffnen , daß , da ick r>or ; ween Tagen etwas anders in dem Volaterran gesucht , ick auf diese Stelle gefallen bin . Sie findet sich im XXII
FMNcu6 f ( Sebastian ) ein Widertäufer des X VI Jahrhunderts hat verschiedene Schriften voller Irrthümer heraus - gegeben , welche die Lutheraner widerleget haben . Er ist ein wahrhafter Schwärmer gewesen . Er hat gelehret , daß alle Sün - den gleich sind , und das Ansehen der heil . Schrift umgestoßen ; denn er behauptet : man müsse die Eingebungen des heil . Gel - sies suchen , ohne daß man sich an das geoffenbarte Wort halte . Er hat auch geglaubet , daß die wahre Kirche ein Haufen von vielen Secten sey , und daß die Papisten nicht weniger darunter begriffen wären , als die Protestanten . Die zu Schmalkal - den , im 1540 Jahre , versammleten Gottesgelehrten von dem auqspurgischen Glaubensbekenntnisse , trugen dem Melanch - thon auf , die Träuinereyen dieses Menschen und einiger andern Schwärmer zu widerlegen " . Eben dieser FrancuS hat ein sehr satirisches Buch wider das Frauenzimmer herausgegeben , welches durch den Johann Frederus und durch Luthern wi>» derleget worden ( A ) .
Wir wollen noch darzu setzen : daß er sehr seltsame Folgerungen aus einem Lehrsatze Servets , von der Allgegenwart Goö» tes gezogen hat ; denn er giebt vor , daß nicht allein die Thiere , sondern auch die unbelebten Geschöpfe an einer allgemeinen See *
auf der 8io S . der frankfurter Ausgabe von - 6oz , an dem Orte , wo er des pabstes Urbans des V , gedenk« . Daselbst findet man diese XVorte : Quam ( Cathar'mam Virginem fillam Brigidae ) Iulius iamiam in cataloguin referre vna cum Francifca , Romana matrona ftatuit , quae et ipfa fub Eugcnio claniit prodigiis ac fan - ditate : voluptatem inuiti coitus ardente fupra vuhiam larido rc - primebat . Ick habe die fran ; 6siscke Ueberselzung , welcke VI * gnier von dieser Stelle giebt , ( siehe Hieroben in der Anmerkung ( v ) . ) in meinem Xvorterbucke auf der > - 86 S . angeführcr . Umersu - cket meine Beurrheilung wohl , ihr werdet sie ricktig finden ; denn es ist zwar wahr , Volaterran bemerker , daß Iuliris der II ZVillens gewesen , diese Dame j» canonisiren , allein er sager nickt , daß er sie canonisirc habe« . s . w .
scheu Bibliothek den Zunamen ] Werdenfis f , und auch die Titel verschiedener von seinen Werken , unter welchen man eine deutsche Chronike nicht vergessen muß , wo er viel Wunderdinge mit eingemischt hat * . Einige , ob sie gleich lateinisch geschrio» beh , nennen ihn Frank . Moreri hat unter diesem Namen von ihm geredet ; er hat fast nichts gesaget , ob ihm gleich Sponda« nus , den er anführet , besondere Umstände , und unter andern auch diesen harte darbiethen können , daß man ihn aus Straßburg verjaget hat , daß seine Chronike daselbst verdammet worden , und daß er der erste gewesen , welcher bekannt gemacht hat , daß die Lehre der Widcrcäufer in vier und vierzig Secten getheilet wäre
a ) Seckendorf . Hift . Luther . Libr . III . p . - 68 - 269 . b ) Crenius , Animadu . Part . XI . p . 9a . <• ) Auf der 746 S . bey mir . d ) Quia homo fiiit deditus Swenckfeldii phantafiis , ideo mira fubinde admifeet . Keckerni . Hiftor . p . 209 . e ) Spondani Annal . ad ann . 1529 . mim . 9 .
( A ) Er hat ein sehr satirisckes Ducli wider das Frauenzim« wer herausgegeben , welckes durck den Johann Frederus und wuchern widerleget worden . ] Johann Freder hat ein Gespräche vom Heirarhen , zur Widerlegung dieser Satire des Francus gemacht , und es der Königinn von Dänemark , Dorotheen , Königs Christian« des III , Gemahlinn , zugeschrieben , die er sehr hoch erhebet . Luther har eine Vorrede zu dieser Widerlegung gemacht , worinnen er heftig wider den Francus loszieht . Er saget unter andern Dingen , daß er ein La - sterer wäre , der alle Unflatereyen des menschlichen Geschlechtes zusam - men raffe , und unverschämte Berichte daraus mache . Er vergleicht ihn mit den Fliegen , u . s . w . Allein es ist besser , daß ich die eigenen Worte des Urhebers anführe , der mir alles dieses darbierhet . Oppofi - tus iUe ( Dia / ogus de coniugio ) eft maledicentiae Sebaßiani Franc } . . . qua foemininum fexum edito libello proterue infe<äatu» eft . - - - Lutberus in praefatione fatetur , fe Bvmji « ; ; ; hominem pefiimum refponfo indignum iudicafle , certiun , quod feripta eins Juccm haud diu fint latura , cum non nifi fatyris et coniutiis in - dulgeat , et aliorum detegat et exagitet vitia , illicitasque turpitudi - num illamm inuerecunda relatione chartas mundo obtrudat . Com - parat eum cum mufeis et vefpis , quae foediflima quaeque peruoli , tantes et perrepentes , poftea inquinatae et foetentes , nafo , oculis , genis , et labiis hominum impudenter infidere velint . Taxari quidem merito vitia , etiam a piis doöoribus , fed non cum petulan - tia aut infultatione , aut quod deleöentur in eorum enarratione , fed vt odiutn flagitiorum excitent , , et viam ad emendationem often - dant . Seckendorf . Hiftor . Lutheran . Libr . HL pag . 59J . col . 1 . auft >5 - , ; Jahr .
( L ) St . Aldegonde * # , hat gewünscket , daß man den Ursprung gründuck unterstickcn mäckte , woraus diese Folgern» , gen gezogen find . ] Man lese einen Brief , den er an den Theodor Be - za , im 1566 Jahre geschrieben hat , man wird diese Worte darinnen fin - den : Sebaftianus Francus , homo Germanus , qui mirifica huiusmo - di portenta congeflit in fuas farragines , ac in primis in eum , quem Paradoxa inferipfit , librum , Axioma illud Serueti de Dei reafi vel eflentiali in omnibus et rebus et locis praefentia , ita vrget , vt ex eo colligat , non modo brutas peeudes , fed ipfa ctiam corpora in ani . n»a tarnen anima quadam coinmuni atque diuina vel caelefti vege - tari' quae niti fallor a Virgilio mundi fpiritus , ab hoc , verbum in . ternum fermo fpiritus , lux , potentia , vi« , ac denique Filius ipfe Dei nominatur . Eam cum hominum omnium animos communi quadam vi fouere , tum praefertim in püs viris facultatem quandam praeeipuam ac fingularem exerere . Eoque refte illos vel Deos vel certe deificatos appellari . Ql10 fenfu vu , t . Chriftuni ipfum dici Fi - lium Dei , cui Socratem ac Mercurium Trismegiftuni , aliosque hu - ius farinae nonnullos , tanquam aequales ac focioa adiungit . Eiu * infinitas blafphemias ftatuerunt quidam refutare , fed hoc vraun eo« remoratur , quod haud fatis illis conftare poffit , quid de primo illo axiomate Seruetico , ex quo caetera omnia manant , fit iudicandum . Mihi certe haud dubiura fit , quin ex eo multa non tnodo falfa , fed prorfus etiam impia confequantur . Tarnen neque Ioannes Caluinus neque ex veteribus ( quod quidem feiam ) quifpiam argumenta ad iL lins ipfius refiitationem fuppeditat . Qiiinimo vero veteres iIii Theo , logi videntur mihi praefentiam illam realem Diuinae eflentiae in im . menfum plerumque extendifle . Epift . VI . Th . Bezae . Tom . IIL Operum , p . 206 . 207 . Ich übergebe dasjenige , was er weiter saget , und welches deweiset , daß die ordentliche Lehre von der Unermeßlichkeit Gottes ihn verwirret , und ihm geschickt geschienen hat , viele Hirnqeburten ren . Gleichfalls rede ich nicht von demjenigen , was ihm Beza im VII
Briefe , auf der 20g , 209 S . geantwortet hat : allein beylänfig will ich sagen , daß die Meynung der Gottesgelehrten , welche enthält , daß das Wesen und die Substanz Gotte« in allen Körpern auSgereitet , tau - send Schwierigkeiten unterworfen ist . Die Carresianer zeigen eS sehr deutlich . Man sehe , was WittichiuS , in Confenfu veritatis , auf der «6 u . f . Seite , nach der Ausgabe von 1682 , wider den Suarez beob« achtet z der sich zu erklärm demühet hat , wie Gott im eingebildeten Rau« me gegenwärtig ftyn könne . Arnauld hat einen reformirten Prediger also getadelt , der sich der gemeinen Meynung bedienet hatte , durch ein Argument , ad horninem , zu beweisen : daß man den Marmor anbethen könnte . Arnaud , Refle'xions für le Pre'fervatif , 69 u . f . 0 . Der re - formirte Prediger hat viele Dinge geantwortet , und unter andern auch ,
( Le Janfe'nifte convaincu de vaine Sophiftiquerie , p . 194 . ) daß die Theologie des VaSquez , nach welcher alle unbelebte und unvemünftig» Dinge angebechet werden können , weil Gott in allen Geschöpfen , sei» nem Wesen nach , ist , und sie erhält , abs6>eulich , aber nicht aanj und gar unvernünftig , und mit seinen Grnndsaben nicht übel zusam - menhangend ist . - - ^ Daß „ VaSque» ( Tom . III . Difput . CX . „ Qiiaeft . XXV . cap . III . ) von dem Menschen , nach dem Grundsahe „ seiner Kirche , recht göttlich urrheile , zu beweisen , daß der Mensch , wel . „ cher das lebendige Ebenbild der Gottheit ist , aus eben dieselbe Art „ angebethet werdm könne , wodurch man Gott anbethet . , , Jan . fenifte convaincu , etc . p . . 95 . Man darf sich nach diesem nicht ver - wundern , daß St . Aldegonde , im VI Br . des Beza , - 07 Seite , übl» Folgen von der Lchre des Servet befürchter , die vom Sebastian Fran» rus angeuommm worden ist . *
* Diese Materie ist wohl werth , daß sie in Erwegung gezogen werde , wenn man weder in den Fehler derer verfallen will , die Gott eine körperliche Ausdehnung beylegen ; noch auf die Grille gerathen will , daß Gottes Unermeßlichkeit der Raum aller erschaffmen Dingt sey . Der erste Jrrthum ist den alten Stoikern eigen gewesen , die sich Gott , als eine durch die ganze Welt ausgebreitete subtile Materie , die alles belebe , erwärme und beivege , vorgestellet haben . Dieses erhellet nicht nur aus dem Seneca an verschiedenen Orten , fot * dem auch Virgil schreibt nach diesen Grundsähen :
Deum namque ire per omnes Terrasque traftusque maris , coelumque profundwm . Jmgleichen :
louis omnia plena .
Wie denn auch Aratus schon Phoen . v . 2 . u . f . geschrieben ?
' _ " ■ r äi aii ( t üvon fiiv ayvetl
riaffotf 3 »töguirwv ctyogoij , fUvi Si DuÄtoe«
Kotf Aiptvtt .
DaS ist : alles ist voll vom Jupiter , alle Gassen und Straßen , alle Versammlungen der Menschen , das Meer und die Häfen sind voll von ihm .
Allein , wenn man dergestalt Gott eine solche Ergießung seine« Wesens ( Diffufionem eflentiae ) durch die ganze Welk zuschreibt , so ist es schwer zu sagen : ob Gott entweder nur die von den Geschöpft , , und ihren kleinsten Theiläien leergelassenen Räumchen erfülle , oder ob er auch das feste Wesen , oder die materialischen Stäubchm der Creaturen durchdringe ? Ist das erste , so machet man das göttliche Wesen gleid ) sam nur zu einer durchfließenden Materie , ( Fluidum interlabens ) und spricht ihm die Gegenwart in dem Wesen der Geschöpfe selber ab . Ist aber das letztere , so muß man die

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.