Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4377

40 Capycius .
richter der Edelleute und anderer Misletharer und Rebellen , den Wenn PaSquier dasjenige betrachtet hätte , was vor den Versen de« Menger von Paris ; wie ick in den Anmerkungen vollkommener Dantes hergeht und auf dieselben folget , so würde er nicht geglaubt ha - beweise , und einige von unfern Thronikenscl ? re , bern , tvtlcbe die - ben , daß dieser Poet sagen wollen , es sey - Hugo Caperus der Sohn fe Stelle anführen , bemerken es sehr weislich . Diese Erklärung eines großen und rapfern Rricgsmanns gewesen ; denn wenn man ist eben so lächerlich , als die Lügen des Dantes selbst . Er hat ohne diese Absicht hat , so will man nichts boscs von einer Person sagen , und Zweifel da« Wort Metzger oder Fleischer nach dem Buchstaben ge - es ist augenscheinlich , daß Dantes den Hugo Capetus lästern will . Es nominen . Ich weis nicht , ob ihm ein PaSquillaute vorgegangen , oder giebr Gelegenheiten , wobey man nichts anders thun , als erzählen sollte .
wesen ; allein es ist gewiß , daß Wenn Pasquier sich begnügt hätte , zu sagen , daß sich FranciseuS der I , wider den Dantes erzürnt hätte , und daß die Thorheit dieses Poeten , ob sie gleich verkehrt geschrieben , und als wenn sie etwas an - der ? rhun sollte , vielen Schriftstellern zum Grunde gedient , so würde er nichts als Lob verdienen . Er führet den Franciscus von Villo» an , der sich mehr um die Weinkeller und Xvirtbsbauser als um gute Zucbet bekümmert , ( Ebendas . IV B . I Cap . ) und an einem Orte in seinen Werken gesagt hat .
Si feufle des hoirs de Capet Qui fut extrait de boucherie .
Er setzet dazu , daß Agrippa - - - nach dieser ersten Dumm - - heir unverschämter Weise wider das Gcschlecbrregisier unser» Capetus loszieht , De Vanitate Lcient . cap . de Nobilitate . Allein so unverständig auch die Muthmaßung Pasquiers ist , so ist sie dennoch vom Bullart , Academie des Sciences , Toni . II . pag . 307 . gebilliget worden . Stephan Pasquier , saget er , welcher dem Gedanken dieses großen Dichters einen viel ricktigern Verstand und nünftigere Erklärung giebr , ist der Meynung , daß er dieses rvort in sigürlicbem Verstände nimmt , und daß er durch den Namen Fleischer versteht / es fey Capetus der Sohn eines tapfer» Rriegsmanns gewesen . Bullart harre erstlich gesaget , daß diese Stelle des Dames Franciscus dem I , dermaßen misfallen , daß er befohlen , man sollte ihm das Zucb wegnehmen , und in 2i>e# rathsthlagung gebogen , dasselbe in seinem Königreiche ? u ver - bielhen . Ich kenne einen Mann , welcher behaupter , daß man da« Franzosische Stephan Pasquiers nicht verstanden habe ; denn , saget er» die Worte dieses Schriftstellers bedeuten , daß Franciscus der I , diese Stelle aus dem Dantes wegzunehmen befohlen , die den Hugo Capetus angieng . Dieß wäre eine sehr seltsame Sache , wenn Franciscus der I , Befehl gegeben hätte , daß man ihm ein Buch wegschaffen sollen , da« : ihm misfallen hätte . Warum hatte er es nicht auf die Erde fen ? Er würde weibischer , als ein Sybarite , gewesen seyn , ( siehe in dem Athenäo XIIB . 530 S ein wunderlich Beyspiel von der Faulheit eines Sybariten , ) wenn er erstlich einem andern die Mühe hatte auf - legen wollet , , ihn von dieser Last zu befreyen : er iväre vermögend ge - wesen , zu befehlen , daß man ihm eine Fliege vom Gesichte jagen sollte , die ihn gestochen , und daß man ihm die Bissen in den Mund stecken sollte , damit er nicht die Mühe haben dürfte , die Hände zu bewegen . Mit Erlaubniß dieses artigen Mannes : sollten der Jähzorn , und die' männliche und kriegerische Lebhaftigkeit Franciscus des I , zugelassen ha - den , Befehl zu geben , daß man ihm ein Buch wegnehmen sollen , da« ihn geärgert ? Er hat das Buch nicht gehalten ; vermuthlich ist diese« ein italienischer Sprachmeister gewesen , der es gelesen . Wir müssen deutlicher reden : er Kar sich dieses Buch von einem aus Italien teten aufgeweckten Kopfe vorlesen lassen . Aloifio Alamanni . Ich rede von ihm bey den , Artikel Machiavell , in der Anmerkung ( c ) . Dieß hebt alle Schwierigkeit auf .
Eapyctu6 , ( Scipio ) Italienisch Lgpece . au6 einer alten Familie von Neapoliö entsprossen * , hat sich im X VI Jahrhun -
~ ' m , Prinzeßinn von Salerno in großer Achtung ige . wo er über die ersten Anfänge der Natur philoso - . Verfassers auf Johann den Täufer , vom Paul Man hält es dem Gyraldi sehr für übel , daß er vom Capycius , als von einem mittelmaßigen
und von einem Jahrhunderte ins andre fortgeschleppt werden . Lüget kühne , drucket alle Arten von Ausschweifungen , kann man zu dem allerelendesten Possenreißer von Europa sagen , ihr werdet L . cure ge - nuq finden , die eure Mahrchen abschreiben ; und wenn man euch euch ; u einer gewissen Zeil nicht achten sollte , so können sich Um - stände ereignen , daß man euch wieder Hervorsucher . Siehe den Artikel Calvin . Man findet in den Jahrbüchern des PapyriuS Masson eine Stelle , die uns belehret , daß verschiedene Schriftsteller eben dasselbe gesagt haben , waS Dantes saget . Itali qnidam Hugonem humili ge . nere natum feripfere feu ignorantia , feu odio . Dantes Poeta illum Parifieniis Beccai filium fuifle canit , quae vox Ianium fonat . IsFIo - rentia a Carolo Valefio pulfus Philippum Pulchrum & Franco» ode - rat , vt refte in mentem venerit Volaterrano , Dantis opinionem re - fellere , etfi Ricordanus & Villanens in Hetrufcis Annalibus idquoque a pluribus litteris mandatura affirmant . Papyr . Mail'o , Annal . Libr . III . Siehe die folgende Anmerkung .
( * ) JohannNevisan , welcher im IV B . izz S . seines hochzeitlichen Waldes beweisen will , daß nicht allezeit die edle Herkunft Könige machet , saget : Facit Dantes in Purgatorio - . . dum loquitur deVgone Capeto , qui fuit filius Macellarii , et tarnen fuit Rex Franciae , a quo tot Philippi et Ludouici deriuarunt . Sed Guaguinus in vita illius hoc non dicit , licet paulo ante in vita Clodouaei dicat , quendamMa - cellarium ob difcordiam in regem elecium , qui poftea a fuis dolo oeeifus est . Es mag nun aus Vergessenheit oder aus Bosheit herrüh - ren , so hätte doch diese Stelle aus unserer allen Geschichte , welche tes in eben der Quelle Mitte lesen können , wo sie Guaguin gefunden harre , wohl die Quelle der Erzählung seyn können , welche dieser Dichter vorgegeben . Lritischc Anmerkung .
( B ) Man saget , es habe sieb Franciscus der I , ungemein erzürnt
st» . ] „ Da diese Stelle de« Dances vom Ludwig Allemann , einem Italiener , vordem Könige Franciscus deml , gelesen und ausgelegt " worden , so hat er sich über diese Bettügerey erzürnt . und befohlen , daß man . . es ihm wegnehmen sollte , und er war so gar im Begriffe , die Lesung »desselben durch sein ganzes Königreich zu untersagen . , , Nachdem Pas - ouier dieses gesagt , so bringt er eine Muthmaßung vor . die nicht viel besser ist als die , welche ich schon angeführt habe . Diesen Schriftsteller ; u schuldigen , saget er , Recherch . Liv . VI . c . I . wollte ich wohl sagen , vaß er unter diesem Xvorte Metzger oder Fleischer verstünde , e» sey - Hugo Capetus der Sohn eines großen und rapftrn Rrieas - manns gewesen . , - - Auf eben diese Art habe ich gelesen , daß Olivier von Clisson von den Unsrigen gemeiniglich der Mehqer genennel wvrvcn , weil er allen Engländern , die ihm in die - Hände gefallen , keine Gnade erwiesen , und sie alle über die Rlinge springen laflen Er setzet dazu , daß die Resormirten den Her - zog von Guise , Franciscus von Lothringen , den Meyger genennet .
^anutiuö gedruckt worden Dichter , geredet hat ( C ) .
ä ) Lorenzo Craffa , Elog . Tom . II . pag . 176 .
5 )
CA ) Sr hat sidj durch seine Werke berühmt gemacht . ^ Die meisten sind Poesien . In Prosa hat er Magiftratuum Regni Neapo - litani cum Romanorum Magiftratibus Comparationem gemacht . Von vier Elegien , die er herausgegeben , ist die I , an den Anton Perrenot , Cardinal und Unterkönig in ÄeapoliS ; die II , an den Hieronymus Se - ripand , gleichfalls Cardinal , und die III , an den Johann Baptista Ga - staldi , Marquis von Cassano . gerichtet ; und die IV , handelt das Elend des Verfassers und seiner Zeit ab . Nella quarta inalmente deplora le miferic fue e del fuo lecolo . Lor . Crafio , Elog . Tom . II . p . 178 . ©nioe seiner Sinngedichte sind von seiner Erfindung . die andern sind der Anthologie nachgeahmt . Sein Gedichte von dem Leben Jesu Christi ist niemals erschienen : man muß sich deswegen an die Nachläxigkeit nes Freundes halten , welcher Ki«Mmufeript nach dem Tode de« fassers bekommen , und sich keine Muhe genommen hat , dasselbe bekannt zu machen . Ebendaselbst . Siehe die folgende Anmerkung , wa« d . ezwey tausend Gedichte des Capyciu« betrifft .
( B ) Sr hat bev Isabellen Villamarmi m großer Achtung ge - standen , und sie sehr geloht . ) Ich nehme hierbey den Paul Manu - tiu« zum Zeugen , welcher , aget , daß diese Prinzeßinn , welche die Erlernung der schönen Sacken allen andern Besckäfftigungen vorgezogen , so wohl die gelehrteste als edelmnthjgste und schönste unter allen zrauensperso - nen gewesen , und daß sie dieserwegen verschiedene Poeten , und nahment - lick CapyeiuS , zum Hauptqeqenstande ihrer Lobsprüche erwählt hätten . Dieses hat auch den Manutius m glauben bewogen , daß er ihr durch die Eilschrift von den Gedichten des Capycius , ein sehr angenehmes Ge - schenke überreichen , und sie dadurch bewegen würde , ihn mit ihrer Ge - wogenheit zu beehren . Er ist beredt genug , und verdienet schon . daß man hier sein schönes Latein lese : Effecifti ftudio tu quidem , fed in . genio magis , vt cum elles oinnium nobiliflima , omniumque pulcher - rima , ( quorum alterum maiorum tuorurh , maximeque viri tui , Principis omni laude cumulati , magnis rebus teftata virtus , alternni bcnimifliina tibi natura dedit ) eadem et fis , et habearis omnium doftilTima . Hinc illa ad te colendam fingularis omnium propenfio , hinc multorum Poetarum , quibus grauiffima Regum bella magni operis argumentum fuppeditare poterant , ad te canendam tradueta
die Anmerkung ( B ) .
ingenia : hinc Capicius ille tuus , tiiarum laudum laudatiffimus prae - co , qui te admiratur vnam , qui obferuat , qui cum de te multa , et vera praedicauit , ita concludit , vnam habere , quae optabilia fint , omnia . - . . Hoc opus , et quia feriptum eft a tui ftudiofifiimo , et quia Verfibus te dignis , id eft , luculentiffimis , non hercle dubito , quin a me nufiiim auide aeeipias , fic inquam , vt de ifto nie munere aines plurimum . Paulus Manutius , Epift . Dedicator . Poematis Ca - pycii de Rerum Principiis ad Ifabcllain Villamarinam Salernitani Principis coniugem . Dieser Brief des Manutius ist mit feinm andern Vorreden 1579 zu Paris und an andern Orten besonders gedruckt worden . Dieses findet man vor dem Gedichte de Principiis Kerum , welches >^6 , nebst einem andern Gedichte zu Venedig gedruckt worden , welche« den Titel bat : de Vate tnaximo Libri tres , ( siehe Nicodemo , Addii . alla Biblioth . Napoletana , pag . 226 . ) und sckon zuvor gedruckt gewesen ; denn Gesner gedenket desselben in einem Werke . das er 15 : 45 , geben . Scipionis Capycii viri dodliflimi de Vate maximo libri tres erudito carmine conferipti , quod cum veterum etiam maieftate con - ferri queat , vt habet inferiptio . Ioann . Oporinus exeudit nuper , ( nämlich im Jahre 154s . ) Bafileae cum aliis qiiibusdam Chriftianis Poematiis . Gesner . in Biblioth . folio <92 . Nicvdem» belriegt sich also , wenn er in Addiz . alla Bibüoth . Napolet . pag . 226 . in Ansehung dieser zwey Gedichte versichert , daß diese Ausgabe des Manutius die erste sei , ; er hätte diese« nur von dem Werke de Rerum Principiis sage , » sollen . Er tadelt den P . Oldoini , welcher gesaget , daß der Cardinal Poinpejus Colonna , die Jsabella Filomarini , des Prinzen von Saler« no Gemahlinn , sehr gelobt habe . Siehe den Artikel dieses Cardinal« , zu Ende des Textes . Der Grund seines Tadels ist , daß die Gemah» linn diese« Prinzen , Jsabella Villamarini geheißen . Manutius hat ihr diesen Namen gegeben . Niphu« giebt ihr denselben auch , und zwar bey einer Gelegenheit , welche verdient . gewußt zu werden . Er saget , e« habe diese Prinzeßinn ihren Gemahl so zärtlich geliebt , daß sie ihm zum Kriegsheere folgen wollen , aber diese Erlaub niß nicht erhalten können : sie habe also , da sie sich von ihrem geliebten Ge , mahle getrennt gesehen . den Tag betrübt , die Nächte aber vergnüg - ter zugebracht ; denn ihre Traume stellten ihr denselben als gegenwär -
t'S

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