Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9344


Sachen 'sehen» finden , gefahr - ] Arzney - Ifagct , ist Inen Fer« s^hmann gerieth , II gekom - Isie beyd ? tufuhren . rchschleu - In Zufälle 1 Stande , ■ine ganze * in gureS lisch UNd Ipag . 606 . 1>vchnheit dem Leser kann eö VIII , aß Fran - her durch ncf>e gere - 1 ) glaube , I Varillas wollen , ■blossen . Compie - Thcilen «c ist ge> der K» , kugezogen lMarz , es ersten , >lt . Die - Mona ? -
Franciscue der 1 .
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( * ) In den Memoire» des Datties illuftres , pag . m . 298 . wo er , wenn er von der Königinn Claudia redet , saget , daß der König Francifcus , wenn die Königinn Anna , seine Mutter , gelebt hatte , sie niemals gehet - rather haben würde ; denn sie sah es wohl vorher , wie übel man ihr be - 'Segnen würde , um so viel mehr , da der König ihr Gemahl . sie mit den Franzosen angesteckt , welche ihr das Leben verkürzt haben .
( L ) E» ist ihm einiges Murren wider Sie gottliche Vorst - hung entfahren . ] Brantome , Eloge de Francis I , im I Bande seiner Nachrichten , p . m . z>» , wird unt diesen Text auslegen . Ich habe auch von einer Dame Sicser Zeit sagen hären , daß er sich bey allen Rriegen , vie er mi ( Latin öemV gefuhrt , nicht so sehr geärgert , als da er diewegnehmung von St . Disier erfahren , ( f ) und daß der Raiser gcradcsweges mit einem großen Rriegsheere im Zuge wäre , Paris zu belagern , welche« er bereits wanken sähe er war damals krank , und hütete das Zimmer , und die ver , witwete Roniginn von Navarra , seine Schwester , war nebst vielem andern Frauenzimmer be ) ? ihm . ( £c feufyete ein wenig , anp sagte : ach ! mein ©ort , wie rheuer verkaufest du mir ein Ronigreich , welches du mir , nach meiner Mevnung , so freywil - lig gegeben hast ; gl eichwohl geschehe dein Wille ! - Hierauf sagte er zu benannter Roniginn , mein Schaychen , ( denn also nennte er sie , ) gehet in die Rirche zur Vesper , und bittet dasilbl ? Gott für mim , daß , wenn ja sein Wille so ist , den Raiser mehr , al» mich zu lieben , und ihm gnadig zu seyn , er solches wenigstens thue , ohne daß ich ihn vor der - Haupt« iaöt meines Königreiches gelagert sehe , und daß man einmal nicht sagen könne , es habe mich mein aufrührischer Lehnmann bis hierher verfolget ; wie fein Großvater , der - Herzog von Burgund , Sem Ronige wigen dem XI gerban , der ihm so nahe eine Schlacht geliefert : allein gleichwohl bin ich entschlossen , ihm entgegen zu gehen , ihm vorzukommen , und eine Schlacht zu liefern , wobey ich Gott bitte , daß er mich lieber umkommen , als eine zrveyte Ge , fanzenschaft ausstehen lasten wolle . Er hätte damals mit Recht sägen können : 0 Rrone , wenn man wüßte , wie schwer du bist , II . s . w . Valer . Maxim . Lib . VII . cap . II . num . 5 . Ext . StobäuS , Sermone XLVII . eignet diesen Spruch dem Könige AntigonuS zu .
( 1° ) Varillas , der eine Uebersetzunq dieser Stelle des Brantome , sei - ner Historie Francisens des I , im XI Buche auf der 102 Seite einge - schaltet hat , deutet dieses auf die Eroberung von Chateau - Thierri , und nicht auf die Einnehmung von St . Disier .
( ? ) Dieser Rrieg hat sich eher geendiger . als diejenigen Flau , den konnten , die den Zustand der Sacken nickt aus dem Grun - de kannten . ) Die meisten Leute haben sich eingebildet , daß Carl der fünfte , da es ihm in Champagne so wohl geglückt , keinen andern Frie - densbedingungen Gehör geben wurde , als die seinem Feinde höchstschim - pflicb wären . Sie haben von der Unterhandlung nicht viel gutes gehoffet ; allein diejenigen , welche gewußt , daß dieser Krieg sehr leicht zu endigen wäre , haben sich viel Hoffnung gemacht . Dergleichen ist ein nach Pa - ris gefluchteter italienischer Poet gewesen : man lese folgendes : Als sich der Ronig Franciscns der I , und der Raiser^arl der V , im 1544 Jahre iu Frankreich beyöe , mir einem mächtigen Rriegs - Heere , und desRrieges sehr überdrüßig , gegenwärtig befunden ; so haben einige große Leute den Frieden vermittelnder damals zwischen diesen großen Monarchen geschlossen worden . iL« fragten einige den Ludwig Alamanni von Florenz , ob er wohl glaubte , daß diese Leute gedachten Frieden macken könnten , welche Frage er mit diesen italienischen Versen beantwortete :
Com' eller puo ch'a noi pace fi toglia
S'iin n'ha neceifita , l'altro n'ha vogliai Das heißt :
Und warum hätte denn allhier kein Friede statt ?
Da ihn der «ine will , der andre nörhig hat ?
Meynier , auf der 589 Seite seiner Demandes Curieufes et Reponfe» libres . Ich liabe etliche Druckfehler verbessert . Er hat es aus der Co» , fiderationi Civili di Remigio Fiorentino , cap . XCVII . folio 111 . 12z verfo genommen . ES ist nichts richtiger gewesen , als dieses Urtheil , und keine Prophezeiung eines nahen Friedens ist sicherer , als die Noth , worinnen sich die Parteyen finden , den Krieg zu endigen . Dergleichen haben alle geschickte Leute beym Anfange der Friedensimterhandlungen zu RySwik im 1697 Jahre gefällt . Der Geldmangel bringt eine Mü . diqkeir zuwege , welche eben so wirksam ist , als der Ueberfluß . Man machet es , wie die , Gemahlinn des Kaisers Claudius ; man geht weg , ohne satt zu seyn ; 'allein man ist müde .
Et Iaflata viris nondum fatiata recelfit .
Iuuenal . Satir . VI . verf . 129 .
Zuvor hatte man die Ohren vor den Mittelspersonen verstopft : damals vath man sie , zu handeln , oder man übergieng sie vielmehr , man delte geradesweges . Man wurde in der Hauptsache einig , man schloß , entweder ohne ihre guten Dienste , oder man brauchte sie nur zum Scheine . Folgende« liest man in einen» Geschichtschreiber von dem py< renäischen Frieden . Galeazzo Gualdo Priorato . Hift . de la Paix , pag . 124 . 125 . Ausgabe von 1667 . 2öey Gelegenheit dieses also senen Friedens , ohne Darzwischenknnft derer , die ibn vor ger Zeit zu vermittelngcsucht , hat man sich eines Einfalls er - »nnert , den der Papst Jnnocentius einsmals gehabt : als er aus einem Fenster seines Pallas res , auf dem Platze Navona , zwcen gemeine Leute gesehen , die sich auf das hiniglie mir Fäusten sct>lugcn : er hat verbsthen , sie von einander zu reißen , mit dem «ufatje : sie werden schon von sich selbst aufhören , wenn sie müde sind . Nachdem dieses kurz darauf erfolger , so ist er fortgefahren , so werden es die Franzosen und Spanier auch machen : wenn sie mude W ) N werden , einander zu bekriegen ; so werden sie ohne alle Vermine - 'U " g Friede mit einander machen .
. CG ) $3 ist ihm von seiner eignen Mutter ubel gedient wor , « * »• ] Sie ist aus dem sevoyischen Hause gewesen . Ich will nur von zweyen Dingen reden die sie zu Frankreichs großem Nachtheile ge - than hat . Sie hat sich das Geld geben lassen , welches man dem Ii 2 ? and .
Statthalter von Mayland , Lautrec , versprochen hatte ; und dieß ist Ur - fache gewesen , daß man dieses Land verlohren . Denn als sie gesehen , daß der über diesen Verlust sehr erzürnte Franeiseus der I , wegen diese« Geldes , von dem Schahmeister der Renrkammer , Rechenschaft gefor . dert , welcher Jacob von Beaune , Herr von Samblanzai gebeißen , ( siehe den Artikel Samblanzai , ) so hat sie schlechterdinges geleugnet , daß man ihr die Bestimmung solcher Summen vorgestellt . 'Dieses Lügen» strafen gegen den Schahmeister , ist Ursache gewesen , daß dieser arme Mann ist gehenkt worden . Varillas , Hift . de Fran^ois I , Livr . III . p - 2>5 , 2><> . aufs 1522Jahr . Was für Uebel hat sie nicht Frankreich durch die Begierde , Carln von Bourbon zu hcirathen , zugezogen ! Der Verdruß , ihren Antrag verachtet zu sehen , hat sie gereizet , diesen Prinzen durch tausenderley Znngendreschereyen vor dem Parlemente zu verfolgen , die ihn so weit gebracht , daß er mit dem Kaiser einen trag gemacht , und nach Italien gegangen ist ; daselbst zum Schaden Frankreichs , und wider die eigene Person FranciscuS de« ersten , in der Schlacht bey Pavia zu commandiren . Ebendas . I V B . 247 u . f . S .
( tt ) Man kann die Lügen - - - nicht emschuldigen , die in Europa wegen des SunOmsss» mit den Türken ausqesireuer wordene Ich habe in der Anmerkung ( E ) bey dem Artikel Carl der V , von der Rede gesprochen , die Carl der V im 15Z6 Jahre zu Rom gehalten hat . Hier wollen wir noch darzu fügen , daß die Abschriften , die er den Reichsfiirsten und Reichsstädte ! , davon überliefern lassen , un - rerschiedcn , und so gar einander zuwider gewesen sind . Ebendaf . VIll B . zio S . aufs >5 ) 6 Jahr . In den Abschriften für die Pro - testanten hat er dasjenige ausgelassen , was ihnen missallen konnte , und andere Dinge darzu gesehet , die ihnen angenehm seyn mußten . Er ließ durch seine Kundschafter in allen Kreise« des Reich« ausstreuen , daß der König von Frankreich alle die Unterrbanen des Reichs braten lassen , die sich in seinem Königreiche - Handels oder Reifens we - gen befunden , und daß er mir allen Franzosen auf gleich ? Art verfahren , die in Deutschland gewohnt hatten ; daß er ein Schutz - und Trutz - Äündniß mir den Türken geschlossen ; und daß er mir denselben gemeinsckaftlich Savoyen und pie , monr feindlicher weise an sich gerissen , damit er nur die gan - ze Macht der Christenheit in diese zwo Provinzen locken , und dem Solimann Gelegenheit geben wollen , Deutschland in wahrender Zeit anzufallen , da der Raiser um die Alpcn be - fthafftiget wäre . Diese Betrügereien , die anfänglich nur in» Ohr gesager worden , sind nach diesem auch auf die Ranzel» qe - kommen , und durch Schmähschrift , n , welche geistliche und weld« liche Obrigkeiten gut geheißen , bestätiget worden . So plump «mck d»e Lästerung war , so erstaunlicke Wirkungen hat sie ge , tyttn , und gärt ? Deutschland ist in weniger , als vierzehn Taqen , eingenommen gewesen . Da» berücktigtste von allen diesen Pas - quillen , »st dasjenige gewesen , welches zu Nürnberg mit kaiser - licher Befreiung verkauft worden . iL» har zum Sinnbilde ein mit Flammen umgebenes Schwerst geführt , und eine Ausfsr , derung auf Feuer und Älur des Raisers , an den Ronig unv die ganze franzosische Nation enthalten , wenn sie sich nicht in vier« zehn Tagen von dem Sündnisse der Türken lossagten . Diese Schmähschrift ist von einer andern von gleicher Art begleitet worden . Welche den Tag bemerket , an welchem diese erdichte - te Ausforderung geschehen , und den Namen des - Herolds , nebst einigen Umstanden , welche , wie man sagte , aus seinem wörtli - che» Aufsatze genommen worden . Weil nun niemand sich ange - l^en seyn lassen , d . eBetrugerey zu entdecken , so hat sie alle ihre Wirkung gerhan ; we , l sie m den Gemüthern den Saamen des - Hasses wider Frankreich ausgestreuer . welcher auch darinnen geblieben , nachdem man sie an» dem Irrrhume gebracht bau te - - - / langey har diese Pasquille bey feinet Ankunft in Frankfurt gefunden , und zwo Antworten darauf gemacht ; die eine Deutstli , und die andre Lateinisch . Tr hat sich des Um - stände« unvcrgleicl'lick wohb bedienet , da die Ranfleute au« allen Rreisin des Reicks von der Messe zu Lyon zurück kamen . i£c hat sie vor dem Rathe zu Straßburg erscheinen lass n : unS ihre Aussagen sinv gedruckt , und überall herum geschickt wor - den . Sic enthalten , daß man ihnen in Frankreich mir aller Freundlichkeit begegnet ; daß die Ausforderung des Raifer» e , ne Fabel fey ; und daß die Franzosen , anstatt , daß sie die Deutschen ohne Ursache beleidigen sollten , sie nicht einmal we . gen der Religion beunruhigten . Also har der Betrua der Wahrheit weichen müssen .
Hier ist ein anderer noch viel entsetzlicher Betrug . „ Fregose , ein Ge - „ nueser , den FranciscuS der I , als ordentlichen Gesandten nach Venedig „ geschickt hatte , ( ebendaselbst IX B . qoz Seite , ) und Rincon , ein ge - „ bohrner Unterthan des Königes von Spanien , der für Francisi - us den I „ mit Solimannen insgeheim gehandelt hatte , und damals als fran - „ zösischer Gesandter an die Pforte ging , hatten , auf Vorstellung de« „ Langey , ihre Schriften von sich gegeben . Und diejenigen , welche sie , „ auf' die Veranstaltung des Marquis von Guast , wie Langey versi - „ chert , auf dem Po , vornehmlich darum ermordet hatten , damit sie diele „ Papiere bekämen , geriethen in eine völlige Verwunderung , da sie nicht „ das geringste davon fanden . Ebendaselbst 407 u . f . Seite , auf« 154 , »Jahr . Gleichwohl würden sie sich deswegen noch getröstet haben , „ wenn nur der Mord verborgen geblieben wäre : allein nachdem Langey „ denselben Sonnenklar gemacht , so hat der Rath des Kaisers in Jta - „ lien voraus gesehen , daß Frankreich hieraus , in ganz Europa , und „ hauptsächlich in Deutschland , wo man mehr , als irgend anderswo , auf „ den Glauben hält , große Bortheile ziehen würde , wenn man solchem „ nicht durch einen Betrug abhülfe . Er bat daher erdichter , daß die „ Fischer auf dem Po die Kleider und Koffer der Abgesandten gefun - „ den hätten , und auf diese Lugen Verhaltungsbefchle , und geheime „ Schriften nach seiner Weise geschmiedet , die er herausgegeben , als wenn „ sie Mit den Urkundschristen zusammen gehalten worden . Der dem „ Fregose zugeeignete Verhaltungsbefthl , hat alle Mittel enthalten , wel - „ che die Staatskunst nur erfinden kann , den Rath von Venedig zu „ reizen , daß er sich von den Angelegenheiten des Kaisers absondern möchte . „ Man hat darinnen die Theilung des Herzogthums Mayland , unter „ die Franjvsen und Venetiancr , vorgeschlagen , und mit keinem Worte Pyy daran
( * ) Jn

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