Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4368

Capctus .
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ftaben , welche beweist , daß ThuanuS sehr wenig von diesem gelehrten Sprachlehrer gewußt hat .
( C ) - - , er versickert , daß er des Andreas Dudithius ^el>rmeister gewesen . ) Du Ryer hat diese Worte Tbuans : Vernum AndreaevudithiiPannonii . . - adolefeentia« ; aamotus , Lutetiae Parifiorum docuit , durch diese , hierauf hat er , nackdem er zum An , dreas Dudithius in Ungarn berufen worden , - - zu Paris . Beym Teißier , Eloges tirez de Mr . de Th
gelehrt , übel überseht . Beym Teißier , Eloges tirez de Mr . de Thou Tora . I . p . , zi . Diese Übersetzung läßt den CaniniuS eine falsche Reise nach Ungarn thun , und machet , daß sich Thuanus selbst widerspricht ; denn er saget anderswo , es l ) abe Dudithius , »ach seiner Reise nach Eng - land , und vor seiner Zurückreise nach Ungarn , unter dem CaniniuS zu PariS studieret . Demum ex Anglia Lutetiam venit , & illic fub opti - mo Dottore Angelo Caninio Ajiglarenfi , non folum Graecae linguae & Hebraicae , fed etiam Orientaliimi peritiflimo , denuo intermiflts per illas peregrinationes ftudiis operatn dedit . Thuan . Libr . XCVL ad ann . I ? zy . Hier ist die Uebersehung dieses Lateins : Aus England kam er nack Paris , wo er seine Studien wieder anfing , die seine Reisen unterbrochen hatten , unter dem Angclo Canimo , diesem vorrreffiicken Manne , der so gelehxt im Grieckiscken , im iLbräi , fcken und in den morgenlandiscken Sprackcn gewesen . Beym Teißier Tom . II . p . , oz . Dieser Dmckfehler «Lanimo für Caninio , ist vermögend , mit der Zeit das Verzeichniß der Gelehrten zu vermeh - ren , und uns einen Angelus Canimus zu schenken , der von dem An - gelus Caninius unterschieden , in Erkenntniß der Spracl>en aber dem , selben gleich ist . Ich zweifle nicht , daß CaniniuS zu der Zeit , da Dudi - thius zu Pari« studieret , Professor daselbst gewesen : also seinen diese Worte Tbuans , Andreae Dudithii Pannonii adolefcentiae admotui , Lutetiae Parifiorum docuit , welche den grammatikalischen Sinnbetref - send sehr richtig sind , nach dem historischen Verstände nicht allzu richtig zu seyn ; denn es ist keine Wahrscheinlichkeit , daß CaniniuS zu gleicher Zeit Professor bey der hohen Schule zu Paris und Lehrmeister des jun - gen reisenden UngarS gewesen seyn kann . Doch muß man ihm diesen Zustand , wegen der Stärke dieser Worte Andreae Dudithii adolefcentiae admotus , beylegen . Allein ich glaube nicht , baß er an der Unterweisung des Dndithius einen andern Antheil , als verniirtelst seiner öffentlichen und besondern Vorlesungen eine« Professors , gehabt ; nun ist dieß von demjenigen sehr unterschieden , was man auf Deutsch , der Lehrmeister eine« jungen Menschen seyn , und auf Lateinisch alieuius adolefcentiae admoucri nennet . Die Uebersehung diejer Stelle Thuan« ist in dem Moreri ein wenig besser , als in dem Teißier ; weil der erste den CaniniuS nicht nach Ungarn schicket , sondern sich begnüget , ihn zum Dudirhius , aus Ungarn , zu schicken . Unterdessen ist hierbei , dennoch ein großer Fehler ; denn derjenige , der endlich mit dem ThuanuS in dem Worrerbuche d«S Moreri saget , daß CaniniuS , nackdem er »um Andrea« Dudithius , «us Ungarn , berufen worden , in Paris gelehrt habe , setzet als gewiß , daß Caninius Lehrmeister des jungen Ungars gewesen , ehe er zu Paris gelehrt hat ; an statt daß er sagen sollte , e« habe der junge Ungar , da er nach Paris gekommen , und daselbst einen vortrefflichen Professor , Na - mens CaniniuS , geftinden , unter ihm studierer .
( D ) Ein - Hausgenosse ivilbelm Duprars Bischofs zu Clermont geworden . 3 Die Worte ThuanS sind nicht umständlich genug ; dieser - wegen wird es dimlich seyn , zu beobachten , daß uns Caninius in der schrift eine« Buches an den Wilhelm Duprat vrn 155z , ( Inftitutione * Linguae Syriacae ) belehret , er sey damals zu Paris in dem Collegio der seiner Rückreise
Italiener gewesen . Er saget , nach Frankreich mit einem Minoriten , Namens Simon Guichard , sich mit demselben in dem Kirchsprmgel von Clermom aufgehalten , und von dem Bischöfe , dem er dieses Werk zugeschrieben , viele Wohlthaten genos - sen habe ; daß er bey seiner Reise nach Paris umerweqene krank gewor , den und fast alles sein Geld verchan hatte ; daß er in Paris angekommen wäre , ohne jemand daselbst zu kennen ; daß aber die Empfehlungsschreiben dieses Prälaten ihm eine Wohnung und andre Notwendigkeiten schaffet hätten . Wir erkennen also , daß er den freygebigen Schutz die - se« Bischof« genossen , ehe er zu Paris gelehrt hat ; und wir können fähr urtheilen , um welche Zeit er daselbst zu lehren angefangen hat . Wir wollen merken , dak die Zuschrift seines Hellenismus zu Paris in dem Collegio von Cambrai den 29 August 1555 unterschrieben ist . Ich hüte mich , zu sagen , daß sich Thuanu« betrogen hat : es ist nicht ohne alle Wahrscheinlichkeit , daß CaniniuS seine öffentlichen Lehrstunden verlassen hat , um sich zu dem Bischöfe von Clermont zu begeben ; und daß . dieses der letzte Auftritt seines Lebens gewesen .
( E ) Er ist in Auvergne gestorben . ^ Andre sagen , daß er zu Sevilien in Spanien gestorben . Auf diese Art hat Nicolaus Antonio
in der spanischen Bibliothek II Th . Z57S . von ihm geredet : denn er bat ein Verzeichnis ; von fremden Schriftstellern gemacht , die lange Zeit in Spamen gelebt haben , oder daselbst gestorben sind . Er führet den Fran - eifeu« ForeriuS , einen Jacobiner , an , welcher in der Vorrede seiner AuS - legungen über den Esaias bekennet , daß er des Caninius Schüler gewe» sen . Don Nicolaus Antonio hat nur wenig Umstände vom CaniniuS gewußt ; er eignet ihm kein ander Werk zu , als die Difquifitiones inlo - cos aliquot Noui Teftamenti obfeuriores ex Hebraicae & Aerhio - picae Iinguaruin Originibus , welche zu Antwerpen , sager er , mit der Quinquagena des Antonius Nebnssensis gedruckt worden .
( F ) Scaliger bekennet , daß er einsehr gelehrter fungcr Mensch gewesen . ) Anfänglich muß man sich über diesen Ausdruck verwundern , da Scaliger denselben lange Zeit nach des Caniniu« Tode gebraucht , und Thuanu« uns keinen Begriff vom Caninius giebt , daß er als ein junger Mensch gestorben wäre : denn er läßt ihn lange Zeit in Spanien und Italien herum schwärmen , und die morgenlandischen Sprachen leh - ren , ehe er sich zu Paris feste sehet . Iis perdocendis diu in Italia , Ve - netiis , Patauii , Bononiae , Roinae atque in Hifpania vagus . Thuan . Libr . XIX . pag . 346 . Allein man sieht aus einer andern Stelle der Scaligeranen , daß Scaliger geglaubt , es habe Caninius nur sechs und drcyßig Jahre gelebt . Prima Scaligerana pag . 47 . Ich traue darauf nicht , angesehen Scaliger gesagt , daß Clenard im zwey und dreyßig . ten Jahre gestorben , welche« nicht wahr ist . ( - - ) Nach dem Valerius Andrea« Libl . Belgic . pag . 683 , hat er sechs und vierzig Jahre gelebt ; allein nach dem Bullart Academie de» Sciences hat er - , vJahre gelebet , ^ch habe noch nicht finden können , wie viel Jahre Caninius gelebt hat ; seine Historie ist nicht so leicht ausfündig zumachen : Thuanüs , der solches sehr schwer gefunden hat , hat zu dem Scaliger Zuflucht genommen . £>cy bung meiner - Historie , saget er , Epitr . Fran$ . 3 Scaliger pag . 320 , mag ick gern der berühmten Männer in den XDifiinfcbaften durch Scmerliung ihres Sterbejahrs gedenken : unter diesen bm ick sehr begierig den Angelus Caninius nickt auszuladen , weil er mir würdig zu seyn scheint , seinen Namen im Andenken zu erhal» ten ; allein ick finde keinen JTienfcken , der mit etwas var>on bc * rickten kann . i£r ( flich , bin ick wegen seine» Vaterlandes unge , wiß . nennet ßcb Anglarenfis ; ick weis nid7t , ob dieses ein Flecken an Oer See zu Como , oder anders wo ist ( Es ist eher Angleria . an dem großen See geivesen . ) Er hat ist ; noch gelebt , und m Hranrreick gewohnt : er ist seine ganze L . eoenszeir bald m Spanien bald hier herum gereist . Wenn ibr etwas von »dm und dem Jahre wisset , darinnen er gestorben ist , so bitte ick euck , mir solches zu sckreiben .
( - - ) Auf der 67 Seite der Briefe des Clenard , Ausgabe vom Plantin 1566 in octav , steht einer vom 12 April 1541 . Aber , in einem andern Briefe , welches der lebte im ersten Buche ist , und wo das Jahr > ; z< un - terfchrieben , eignet sich der Verfasser 40 Jahre zu . Er war also im Jahre 154 - , da er gestorben ist , 46 Jahr alt . <5rir . Anm .
( G ) Die Gelehrten haben die grieckiscke Sprachlehre des Ca - ninius gelobt . ^ Hier sind die Worte eines deutschen Schriftstellers : In Grammatica Graeca quiequid vetufti fluni Scriptores de Graecae linguae ratione praeeipiunt , atque adeo ornnia , quae ad diale & os in . lelugendas et Poetas penitus cognofcendos pertinent , facili methodo exponuntur . - Quenft . de Patriis Illuftr . pag . 21 / 6 . Siehe Baillet Jugein . des Savans Tom . IV . p . 112 .
( H ) Seine andern Werke sind von keiner großen Anzahl . }
Man Kai von ihm eine lateinische Ueberse^ung von der Auslegung de« Simplicius über das Handbuch des Cpiktetus , welche 1546 , zu Venedig in Folio gedruckt worden , und Inftitutiones linguae Syriacae , Afljriacae , atque Thalmudicae , vna cum Aethiopicae atque Arabicae collatione , quibus addita eft ad calcemNoui Teftamenti nuiltorum locorumHi .
ftorica EnarratiOj Parifiis , apud Carol . Stephanum , 1514» in 4 - De lo - cis Scripturae Hebraicis Cominentarius .
Crenius hat seit kurzem eine neue Ausgabe von zwenen Werken des Caninius besorgt . Man darf nur folgendes lesen . Angch Caninli An - glarenfis eaahniimod , copiofiflimi Graecarum Latinaruinque vocum Indicis actcflione per CAROLVM hauboesivm locu - pletatus . - . . Accedunt plurimoruin verbomm Originum ex - plicatio , Rcgulae - quaedam breues de ratione Syntaxeos , & Loci alt . quot Noui Teftamenti cum Hebraeorum originibus conlati atque explicati . THOMAS Crenivs recenfuit , emendauit , & Notis ac Praefationc , in qua de claris agitur ANGELIS , auxit . Lugduni Ea - tauorum , apudFredericum Haaring , cid iacc in 8 -
Cayetu6 ( Hugo ) König von Frankreich , der erste von der dritten Linie . Es wären zwar viele Dinge von dieser Persoi , zu sagen , allein ich will nur beobachten , daß der Poet Dantes eine schr lächerliche Lügen vorbringt , wenn er saget , daß des Hugo Capetus Vater ein Fleischhauer gewesen ( A ) . Man saget , es habe sich Franciscuö der I , ungemein erzürnt , als er erfahren , daß Dantes auf diese Art geredet ( B ) .
( A ) Zver Poet Zvantca hat eine schr lackerlicke L . üzen vor , gegeben , wenn er saget , daß des - Hugo Capems Vater ein Lleisck - Hauer gewesen . ^ Das hieße seine Muße und die Geduld der Leser miS , brauchen , wenn man diesen Menschen widerlegen wollte . ES ist genug die allergewöhnlichste Muthmaßung derer Schriftsteller anzuführen , die hiervon geredet haben ; daß nämlich Dantes zur Vorbringung dieses Be - lrugS bloß dadurch gereizet worden , daß er sich wegen der Begegnung , rächen wollen , die er von dem Prinzen Carl von ValoiS erhalten fatte , der aus dem Geschlechte des Hugo Capetus abgestammet . Der . Pabst Bouifacilis der VIII , richtete es auf das Anhalten einer von den tien . in welche die Republik Florenz vertheilet war , so ein , daß sich Carl von Valois , der Bruder de» Koniges von Frankreich . Philipps des Schö - nen , dahin begab , um die Verwirrungen dieser Stadt in Ordnung tju bringen . Die Parcey , welche Dantes ergriffen hatte , zog damals den Kür - »ern ; er wurde mit verschiedenen andern aus der Stadt gejagt , und alle seine Güter wurden eingezogen . Er rächte sich mit seiner Feder , so gut al« er konnte , indem er die Konige von Frankreich lästerte , welche der widrigen Parten Vorschub gethan hatten , und sie auch unter andern Dingen wegen ihres Herkommens anqriff . Er erdichtete . Hugo Capetus hätte bekannt , daß sein Vater ein Fleischer gewesen , ^« ) figlivol ftudun Bcccaio diParigi , in seinem Purgatoire , Chant . XX , p . m . 182 . und hatte
sich für die Wurzel einer Pflanze gehalten , welche der Christenheit viel Döse« jugefüget hat .
I fui radice de la mala pianta ,
Che la terra Chriftiana tutta aduggia ,
Si che buon frutto rado & ne lchianta .
La racine je fus de la mauvaife plante ,
Qui fait ombre nuifible all terroir des Chreftiens ,
Si que fort rarement bon fruit eile prefente . La meine .
Ein Domherr von Paris . Namens Balthasar Grangier , weicher dem Könige , Heinriche« dem IV , die Ueberse^ung zugeschrieben , die er von der Hölle , dem Paradiese und dem Feqeftuer des Dantes in fhimöft * schen Versen gemacht hatte . sage : zu diesem Prinzen , daß er das Wort Lleisckcr nicht^nach dem Buchstaben „ ebmen müsse : denn Dame» , der umcr wahrender seiner Verbannung lange ? cit in dieser Stadt Paris gewesen , hat unsre Art rek - en wohl gewußt . VOenn ein prin ; ein wenig strenge ist , viel Miss^thater Hinrick / tett Zulassen ; so sagen wir , daß er ein großes tNcygcn angerick , ter : und also nennet unser Poet den - Hugo . Großgrafen von pa , ris , den Varcr des gemeldeten Hugo Lapcms , den großen Sck
rickter

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