Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9301

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Franciscus .
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tig erklären . Es ist augenscheinlich , baß ein solcher Beweis der La - sierung nicht die geringste Stärke hat , und vielmehr selbst eine Laste - rung ist . Dieser eingebildete j Beweis laust dahinaus ; die Rirche entbindet Sie Capuciner von der Verbindlichkeit , ihre Regel nach dem Buchstaben 5» beobachten . Allein , eben dieses beweist , daß sie dieselbe nicht beobachten , und daß die gung des Du Moulin rechtmäßig ist . Wenn er sie beschuldiget hätte , daß sie die Verordnungen ihres Stifters überträten , ohne daß sie darzu durch Erlaubnisse oder figürliche Glossen berechtiget wären , so hätte man ihn einen Verleumder nennen können ; allein , er hat nur gesaget , daß sie die Regel des Franciseus von Aßisis nicht beobachte - ten . Die Rechtfertigung , die sich auf die Vergünstigung des Pabstes und die Auslegung der Obern gründet , würde diesen Prediger nicht sehr beunruhiget haben : er hätte vielmehr darinnen neue Schanzen gesun , den : denn dieß ist in der That ein großer MiSbrauch , wenn man sich zu einer sehr strengen Regel bekennet , und nach diesem einen Erlaß erlan - get , dieselbe zu übertreten . Dieses haben die Franciscaner , in Ansehung der Armuth , gethan : sie haben sich von dem Pabste erlauben lassen , mit Geld umzugehen , welches zu einem Zanke Anlaß gegeben , der in England ein großes Lärmen gemacht , und davon Erasmus eine sehr lustige Beschreibung gemacht hat . Adag . Chil . II . Cent . V . mim . 98 . p m . sii u . f . Man lese dieselbe , so wird man finden , dak das große Geschrey des StandiciuS , des Rädelsführers der Minoritenbrnder in diesem Lande , ursprünglich von der Begierde verursachet worden , den Augustinern den Handel zu legen : denn ihr Gewinn verringerte der Minoritenbrüder ih - ren . Man könnte die Bettelmönche wegen ihrer Schriften berühmt nennen , und weil ihnen ihre Obern erlaubet haben , mit den Buchhänd - lern Vertrage zu machen . Diese bezahlen ihnen die Abschrift und die Verbesserung der Probebogen sehr wohl : sie geben dem Verfasser so wohl Geld , als Exemplare , und der Verfasser verkaufet die erhaltenen Exemplare gleichfalls um baareS Geld . Beobachtet er nun fein Ge - lnbde ? Zm geringsten nicht . Allein . er hat Erlaubniß , dasselbe zu über - treten ; und eben dieses beweist , daß eres nicht beobachtet . Die Erlaubniß setzet eine Uebertretung zum voraus , und zieht sie nach sich .
( N^ Die Xvelt würde die abgeschmackten Dinge besser wis , sen , . welche die Franciscaner von ihrem Stifter zu predigen fahren , wenn alle die Prälaten so wachsam und auch so fiand - fraft wären , als der Erzbischof von Reims . ] Man sehe das Tagebuch der Gelehrten , vom 1 , April , >695 , 241 S . holländischer gabe . Ein Barsüsser , ein Capueiner , ein Benedictiner , hatten in sei - nem Kirchensprengel , den 2 August , 1694 , ; u Ehren des heil . ciscus , bey der Feyer der portiuncrUa , geprediget . „ Er hat ihnen „ selbst die Widerrufungen schriftlich gegeben , um das Volk aus dem Irr - „ thume zu bringen , das sie verführet hatte» ; sie in Zukunft vorsichtiger „ in der Ausübung ihrer Verrichtungen zu machen , und dem Volke ein „ Verwahrnngsmittel wider vergleichet , Eindrücke zu geben . Die drey „ Prediger gehorchten seiner Verordnung unterthänig , und der Barsüsser „ sagte nach Besteigung der Kanzel , daß dieser Text : Tresfunt , qui „ tertimoniuni dant inCoelo , Pater , Verbiim , et Spiritus Sandhis > et „ hi tres vnum funt , den er zur Materie seinerPredigt genommen , kei - „ ne Verwandtschaft mir demjenigen hätte , was er abzuhandeln Wil - „ Uns gewesen , und darauf , ohne einen offenbaren Mißbrauch des Wor - „ tes Gottes , nicht gedeutet werden könnte : daß er aus falschen Begris - „ fen , die er von den Verdiensten des h . Franciseus gehabt , ob er gleich „ ein großer Heiliger vor Gott und den Menschen wäre , verwegener „ Weise vorgetragen : es hätte Franciscus in der Portiuncula , durch „ seine Thränen , dasjenige gethan , was Jesus Christus in der Krippe zu , , Bethlehem durch die seinigen für die Sünder gethan ; es hätte Fran - „ ciscus in der Portiuncula , durch das Blut semer Wunden , dasjenige „ gethan , was Jesus Christus durch das seinige auf dem Calvarieuberge „ gethan ; und daß Franciscus in seinem Herzen dasjenige für die Sün - , , der gethan , was Jesus Christus für sie in dem sciuiqen am Kreuze ge - „ rhan hätte . - - - Ebend . s4 - u . s44 S . Der Capuciner widerrief „ gleichfalls , die wider die gesunde Lehre streitigen Sähe , die er in einer » - Predigt desselben Tages vorgebracht hatte . Der erste ist : daß Fran - „ ciscus , der sich auf sein Angesicht niedergeworfen , den Sohn Gottes „ zum andernmale aus dein Himmel auf die Erde gebracht . Der andere „ ist , daß die Portiuncula eine so gänzliche und so vollkommene Verges - „ sung aller Beleidigungen sey , daß man sagen könnte : es habe sich „ Gott in den vergangenen Zeiten niemals gegen die Sünder gnädiger „ erzeiget , als bey dieser Fenerlichkeit : daß , wenn er gesaget : es könne sich „ Franciscus , wie der Ap . Paulus rühmen , dasjenige vollendet zu haben , „ was an dem Leiden de« Heilandes gemangelt ; er eine verwegene und „ widersinnische Deutung der Worte dieses Apostels gemacht hätte : daß „ er noch einen venveqenen und falschen Satz vorgebracht , wenn er den , , Franciscus sagen lassen : Mein Gott : wenn es eine Notwendigkeit „ ist , daß deine Gerechtigkeit ihre Rechte hat ; so bitte ich um Gnade , „ um Barmherzigkeit für die Sünder ; so biethe ich mich allein zum „ Opfer an , um für sie deiner Gerechtigkeit Genüge zu lhnn - - - „ Ebendas . 24 ; S . Er hat auch bekannt : daß in einer Vergleichung _ dasjenige falsch , verwegen und irrig wäre , was er vorgegeben , „ daß der Ablaß der Portiuncula ein Bild der Unermäßlichkeit , Unend - „ lichkeit und Ewigkeit sey , weil er in allen Kirchen des heil . Franciscus „ erhalten wird , weil er die Strafe der Sünden aussöhne , und bis an „ das Ende der Zeiten dauren werde . „ Dieß sind . die Sätze , die der Be - nedictiner widerrufen müssen : Ebendas . 246 0 . Der erste ist , wo er gcsaget , das ? cr nicht wisse , ob das göttliche 'Wort , si> , wie es in den keusche» Schoost der Maria vom - Himmel gefahren , oder eben derselbe Jesus mehr zu bewundern wäre , da er in die Rapelle der Engel hinunter gefahren . Der andere ist , wo er gesager , daß er nicht wisse , ob Sie Mlldrhatigkeir des Fran -
rvo cr gesaget : daß das Geschrey des heil . Franciscus besser tu Hörer worden , als des Moses und des Aposi . Paulus ihres Der siebente ist , wo er saget , daß die Jungfrau Maria dem H . Fraw ciscus das / leben der Gnade , wie Christo das natürliche Leben , gegeben habe . Der achte ist , wo er gesager , daß der heil . Fran - ciscu« dasjenige vollendet , was an dein beiden des - Heilandes , zum Besten der Sünder , noch gefehlet , indem cr an ihren Sie - gen mit der Sünde und - Holle mit gewirkct . Er widcrust noch viel andere gefahrliche Satze und Ausdrücke ; z . E . folgende : daß die Franciseaner , wegen der mütterlichen Brüder Jcs» Christ» , Rmder der Maria , Gefährten der seligen Geister sind ; d , e , w , e sie , »hren Ursprung mitten aus dem Glänze der Gnaden und der - Herrlichkeit genommen ; daß der Ablast der Portiuncula unwiderruflich und ewig durch sen H . Geist geheiliget sey , der in Taubengestalt m die Rapelle der Portiuncula hinunter gefahren ,
? rwf fr0CJ * nJ 5 " ™' a " 3J>iefim Ablasse gleichsam eine Taufe der Gnade ju machen : daß der Ablader vortiuncula nicht allein die Strafe der Sünde , sondernauch^ einwrmaste^ die Schuld derselben erlasse , weil ihn Jesus gel habe , der bey seinem sterblichen « . eben niemals Sünde ver , geben hat , ohne das ? cr so wohl die eme , als die andere erlaMn hatte ; daß Jesus Christus selbst , ohne Vermirrelunq der pab - - sie , der portiuncula den Ablaß ertheilet batte ; oaßein d£rL ph'm die Bulle dazu aufgesetzet habe ; daß der heil / ^nrifnw entweder eine Fülle der Gnade für die Sünder , 5dcrci . . en Mangel der Barmherzigkeit für sich verlanget .
Aus Furcht allzuweirlauftig zu seyn , werde ich nicht alle tungen machen , die über dasjenige gemacht werden könnten , was ich hier angesühret habe . ^ Ich will mich auf dreye einschränken . Die l ist , daß eben dieselben Sätze , welche der Erzbischof von Reims von denjeni - gen Mönchen widerrufen lassen , die sie behauptet hatten ; daß eben ben Satze , sage ich , oder andere gleichgültige , noch alle Jahre , nicht allem in Spanien , in Italien , in Deutschland n . s . f . sondern auch in Frankreich geyrediget werden . Die meisten Prälaten geben nicht Acht darauf , oder ärgern sich nicht daran : dieses machet , daß diese Lehren , da sie keine Hinderniß finden , ihre Reise geruhig fortsetzen , und ohne daß man m entlegenen Landern erfährt , ob sie geprediget worden sind oder nicht Wurden wir , ^E . wohl wissen , daß sie im . 694 Iah e in dem Kirchetssprcngcl von Reims geprediget worden wären wenn sick der Prälat nicht darüber aufgehalten und gewollt hätte daß d dke» , ^ . angenen Fehler öffentlich hatten ersetzen müssen^ Urzeugung dienen , daß sich das Reich der Moncbs . ^ . Ansehen geivtsjer Heiligen , und die Vorzüge gewisser Ab . lasse betreffend , nicht sehr vergenngert hat ; ob gleich die Zeiten der Unwls - Wbe> ' d . e sie gest . stet haben , nicht . . . ehr bestehen ! und von einer Wie . derkunst der Gelehrsamkeit und des Lichtes begleitet worden sind , die schon seit langer Zeit dauern . Meine II Betrachtung ist , daß die Hy - perbolen des Benediktiners , in Absicht auf die Ablasse der Portiuncula . und die Hoheiten des Franciscus von Aßisis , des BarfüsserS und Ca« puciners leine noch übertreffen . Dieß ist ein gegenseitiger Dienst , den die Mönche einander leisten . Die ffranciscittier bilden sich ein t n« die Lobsprüche ihres Stifters in den , Munde eines Mouches , von einem andern Orden , nicht so verdächtig seyn werden ; diesermeqen bitten sie entweder einen Benedictiner , oder einen Carmeliter u . s . w . bey großen Feyerl . chke . ten , , n ihren Kirchen z . . predigen . Der Prediger ? dm sie brauche» , ist so wohl sur den Le . b , als den Geist , einer gute . , Bu chung versichert . Er geht . . . cht weg , daß er nicht eine SS und große Lobsprüche , wegen seiner Beredsamkeit erhalten ^M - unv man stattet . hm eme weitläuftige Daukfag . . . , g ab . Äußer dem kömmt es auf ein Wiedervergelten «> , . Der Orden , daraus er ist , hat auch seine Selennitäten . Die Predigt eines BarfüsserS ist babey nöthig , und bringt mehr Frucht , als die Predigt eines Einheimischen . Mm» " ndet darinnen sehr oft mehr Ausschweifungen über die Wirkung des 'ofenkranzes , als in der Predigt eines CarmeliterS . Dieß ist also eine
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Sünder gemacht , daß er die Sünden der " ÜOelt auf sich men habe . Der vierte isk , wo er gesaget , daß Jesus Chrisius dem heil . Franciscus die Fülle seiner Gnaden gegeben . Der fünfte , si , wo er in verschiedenen Stellen seiner predigt gesaget : faß die Jungfrau Maria über ihren Sohn , vermöge der vater - lichcn unv mütterlichen Gewalt , allmächtig sey . . Der sechste »st ,
gegenseitige Gefälligkeit . Es hat niir vor nicht allzulanger Zeit ein sehr kluger Mensch , und der itzo reformirtist , erzählet : daß er zur ^eit , da er ein Benedictiner gewesen , gebethen worden , in einem Francssca - nerkloster , bey der Feyer der Portiuncula , zu predigen . Sie haben ihm zu erkennen gegeben , worauf er am leisten dringen sollte . Er hat sick zum Theile nach chrem Verlangen gerichtet ; allein er hat di^ Ä ! S °us eine gewisse Art eingekleidet , die ihnen nicht gefallen Einiae dar - unter haben . hm solches auf eine geschickte Art u erkemm , J , hat seine Verrheidigung gegen sie gemacht , und sie nach dies ? m Ver - trauen gefraget : ob es auch wohl recht wäre , auf der Kamel ? o ? ele D . nge zu versichern , die der Wahrheit zuwider liefe , , / Und . ^ fLen n . '^ . i ) ö6cn r'c 'bu geftaget : Sollen wir vor Hunger
sterben ? Dieses wird m . r zur III Betrachtung dienen : Es giebt in der romischen Kirche viel Misbräuche , die , allem Ansehen nach , so lan - ge dauren werden , als sie selbst . Man n . ag inimer aus einem gelehrten Jahrhunderte noä ) in eingelehrters komnien ; diese Dinge werden wohl bleiben , wie sie sind ! Es ist wahr , daß sie in den Zeiten der Unwissen« heil gebohren worden ; allein die Unwissenbeit ist nicht die einzige , noch die vornehmste Ursache ihrer Bildung gewesen . Die Bedürfniß einer Gemeinschaft , so wohl der Nahrung . als der bequemen Wohnung we - gen ; der Eigennutz , den man hatte , dem Volke einen wohlgeputzten Al» rar und kostbaren Kirchenschmuck zu zeigen ; alles dieses wollte , da» man entzückende Beschreibungen von den Vorrechten eines gewissen Heiligen , einer gewissen Kapelle und eines gewissen Festes machen muß - te . Dieß ist eine tägliche Quelle gewelen , und wenn das ^iabraedä^ ? - niß wiederkam , so war dieses die Erndte und Weinlesedes Ordms Allein diese Bedürfnisse , davon ich rede , sind den Abwechselungen des Licht - und der F . nstern . ß nicht unterworfen , sie . schicken sich in allen Zeiten ; sie sind unter einem unwissenden und unter einem aelehrren Jahrhunderte e . nerley ; b . eserwegen hören auch ihre Wirkungen nicht auf . ob man gleich viel erleuchteter wird . Die philosophischen Geister wis - sen nicht , ob sie hierinnen die lange Nachsicht , oder den späten Zorn des Himmels bewundern sollen : und es würden einige darunter hier ganj gerne das tantaene anitnis coeleftibus irae anwenden , welches ein eng - tischer Docror aus die , rrthümer deutet , worinnen die morgenländische» N B ch " Jahrhunderten gestecker . Man sehe oben den Ar»
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