Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9224

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( K ) Allem , ohne etwas von - Heloisen zu sagend Man darf sich darüber nicht verwundern ; denn wie sie unter allen am meisten einge - büsset hatte , so . verstehen sich ihre Klagen von sich selbst : und man wur - de ihrem Ehmanne nichts sonderliches berichtet haben , wenn man ihm gesagt hatte , daß sie heiße Thränen vergossen hätte . Es ist wahr , daß sie damals in - einem Kloster gewesen : allein sie hatte nur erst das Non - nenklvd angenommen , und die geheimen Besuche , die sie von ihrem Ehmanne erkielt , haben nicht in bloßen Worten bestanden : sie sind wohl so listig gewesen , sich etwa in einein oder dem andern Winkel nach ihrer Gemächlichkeit zu unterhalten ; ( Siehe die Anmerkung ( Ej zu dem tikel - Heloise ) und sie hatte schon vorlängst gewußt , wie e6 unter dem Nonnenkleide zugieng . Sie hatte sich also verkleidet , da sie zu Peter Abalards Schwester gieng , bey derselben in Wochen zu liegen . Siehe ihren Artikel in der Anführung ( b ) . Also hatte sie sich noch nicht von dem Gute losgesagt , dessen man ihren Ehmann beraubt hatte .
Ungemeine Betrübnis ; der - Heloise in Betrachtung der mit ihrem Ehmanne vorgegangenen Veränderung .
Damit man den Schmerz desto besser beurtheilen könne , der ihre Seele durchbohret , da sie die Zeitung gehöret : so will ich mich nur an die neue Übersetzung ihrer Briese , im Haag , bey Johann Alberts , 1693 druckt , halten . Xvie gransam sind sie gewesen , ( so redet diese Ueber - sehung ) ab ihre blinde XDttth einen Dosewicht gereizet , euch im Schlafe ; u überfallen . U ? enn wir beyfammen gewesen waren , so würde ich euch mit Gefahr meines eignen Gebens get haben ; mein bloßes Geschrey würde seinen Arm zurück ge - halten haben . Allein an diesem Orte ist die L . iebe beleidiget worden , und meine Schamhaftigkeit , nebst meiner Verzweiflung , nehmen mir die Sprache . * £s ist mir nicht erlaubt , alles das - s'enlge hiervon zu sagen , was ich denke ; und ich würde es nicht einmal sagen können , wenn es mir auch erlaubt wäre . j£s ist «uch das Stillschweigen eine Beredsamkeit , wenn die Große der Widerwärtigkeiten nicht ausgedruckt werden kann . Wie nach - drücklich ist dieses nicht ! es ist die Natur , die da redet ; man konnte sa - gen , dieses sey keine Sprache der Erfindungskraft , sondern eine Sprache der Erfahrung und Empfindung , und daß man sich sehr wohl an die Stelle der Heloise habe setzen können . Man hat mir in der That sagt , daß ein Frauenzimmer die Urheberin« dieser Übersetzung ist . Ich wollte , daß sie diese Sprache gesühret hätte , und es verdrießt Mick ) , daß ich dasjenige in der lateinischen Urschrift nicht gesehen habe , was ich in der französischen Unischreibung gelesen . Allein , wenn sie gleich nicht ge - sagt hat , daß sie ihr Leben zur Rettung der Mannheit ihres Ehmanns in die Schanze aeschlagen , und daß sie durch ihre Wehklagen dieses kostbare Kleinod , dieses unschätzbare Gut , vor der Hand des Bösewichtes ver - wahrt haben würde : so hätte sie es doch sagen sollen , man kann e6 nicht übel nehmen , daß ihr der Uebersetzer einen so wahrscheinlichen Gedanken in den Mund gelegt hat . Nichts desto weniger will ich mich dieser Regel nicht bedienen , den Schmerz der Heloise zu beurtheil n . Ihre Worte biethen mir ganz andre an . Ihr Murren wider die Vorsehung Gottes , geht bis zur Lästerung . Dergleichen ist dem Hieb niemals entfahren , welcher alle seine Guter und alle seine Kinder verlohren , und an seiner Person selbst auf eine bejammernswürdige Art angegriffen worden war . Heloise hat mehr verlohren zu haben geglaubt , als er verlohren hatte , ob sich aleich ihr Ehmann und sie ganz wohl befanden ; allein bey allem diesem , saget sie , ist mu öieß noch übrig ; ich weis , daß er nicht gestorben ist , und alles andre Vergnügen ist mir untersagt , das von seiner Person herkömmt . Vbi nulluni nifi te remediuni habeam , et nulluni aliud in te miß hoc ipfum , quod viuis , omnibus de te mihi aliis volupta - tibus interdiöis , cui nec praefentia tua conceilum eft frui , vt quan - doque mihi reddi valeam . Hierüber stößt sie die allerauSschweisend - sten Klagen wider die göttliche Vorsehung aus , die nian nur sehen kann . Sie saget , Gott sey ihr so grausam begegnet , imd habe allePfeile aus seinem Köcher wider sie losgeschossen , so , daß ihm nicht« übrig wäre , womit er andern Böses zu thun , vermöchte , und daß in Zukunft jedermann vor ihm sicher seyn könnte . Der einzige Pfeil , womit er mich nicht durch - schießen wellen , ist derjenige , der mein Elend durch meinen Tod geendigt hätte ; er hat sich gefürchtet , meinen Tod zu beschleunigen , da er mich doch beständig sterben läßt . 0 fi fas fit dici crudelem mihi per omnia Deuni ! o inclementem clementiam ! o infortunatam fortunam ! quae iam in nie viiiuerfi conaminis fui tela in tan tum confumfit , vt qui - bus in alios iaeuiat iani non habeat . Plenam in nie pharetram ex . haufit , vt fruftra iam alii bella eius formident . Nec fi ei adhuc te - lum aliquod fuperefiet , locnm in ine vulneris innen ir et . Vniiin in . ter tot vulnera metnit , ne morte fupplicia finiam , et cum interime - re non ceflet , interitum tarnen , quem accelerat , timet . Die ganze Folge ihrer Rede zeiget , daß ihr entsetzliches Murren keinen andern Grund gehabt , als das Unglück , welches ihr ihren Ehmann geraubt hatte . Und man kann nach ihrem Bekenntnisse daran nicht zweifeln , welches sie auf der 59S . thut . Si vero miferrimi mei animi profi - teor infirmitatem , qua poenitentia Deuni placare valeam non inue - nio , quem sxvlfx« . inivria fummae crude -
litatis arguo , et cius difpenfationi contraria magis cum ex indigna - tione oftendo , quam ex poenitentiae fatisfadlione mitigo . Sie nimmt sich eine unumschränkte Freyheit , die Vorsehung zu tadeln , als wenn sie Gott gezuchtiget , da sie es nicht verdient gehabt , und daß er sie geduldet hätte , wenn er sie strafen sollen . Gott , saget sie auf der ; ? S . hat wider un6 nichts gethan , jo lange unsere Vergnügungen lasterhaft sen , er hat so lange gewartet , uns zu bestrafen , bis sie der Ehsiand recht - mäßig gemackt hatte : Et vt ex iniiiria niaior indignatio furgeret , omnia in nobis aequitatis iura pariter funt peru< * rfa . Dum enim lbllhfiti amoris gaudiis fruerennir , et vt turpiore , fed exprefliore vo - cabulo vtar , fornicationi vacaremus , diuina nobis feueritas pepercit . Vt autem illicita Ileitis correximus , et honore coniugii turpitudi - nem fornicationis operuinius , ira Domini manum fuam fuper nos vehementer aggrauauit et immaculatum non pertulit thorum , qui «£» ante fuftinucrat pollutum . Diese arme Frau ist m einer großen Verblendung «xwesen wenn sie sich eingebildet , daß ihre Liebe eine große Reinigkeit gehabt , weil sie nicht aufgehört , ihn zu lieben , nachdem er ihr unvermögend gemacht worden . Sie wirft ihm vor , auf der 47 S . daß er gegen sie nur eine geile Liebe gehabt , weil er sie so gleich verlassen hat -
Foulques . 51 ;
te , so bald er die Fleischeslust nicht mit ihr büßen können : Concupi - feentia te mihi potius quam amicitia fociauit , libidinis ardor potiu» quam amor . Vbi igitur quod defiderabas cefläuit , quiequid pro - pter hoc exhibebas , pariter euanuit . Allein , bekennet sie nicht , ( siehe die Anpierkiingen ihres Artikels ) daß sie die vergangenen Wollüste be - dauert , daß sie Tag und Nacht an die verliebten Umarmungen ihres Eh - Mannes denket ? Saget sie nicht , daß der Wille fortzufahren , in ihrem Herzen nicht aufgehöret habe ? Quumodo etiam poenitentia peccato - rum dicitur quantacunque fit corporis affliclio , fi mens adhuc ipfam peccandi retinet voluntatem , et priftinis aeftuat defideriis . pag . 59 . Wenn dieses nicht eine wollüstige Liebe ist , eine Liebe des Fleisches und Blutes ; was wäre sie dem , gewesen ? Abälard hat diese Wahrheit wohl be - griffen , und seine Ehftau wohl ermahnet , andre Gedanken zu fassen : da - mit sie sich nicht die gerechten Vorwürfe einer unreinen Liebe über den Hals zöge . Caue obfecro , saget er auf der 75 S . ne quod dixit Pom - peius moerenti Cornehae tibi improperetur turpiOinie ,
- - " Viuit poft praelia Magnus , bed fortuna perit , quod defles illud ainafti .
Lucan . Libr . VIIL Attende , precor , id . et erubefee , nili adnnfläs turpitudines impuden - tiffimas coinmendes . r
( L ) Man saget zum Abälard , daß er allzuviel Geld brausen wurde , tu diesem Lande etwas zu erhalten . ) Unser Foulques redet so nachtheilig von dem Hofe zu Rom , daß es nicht an ihm liegt , wenn man ihn nicht in das Verzeiä ) niß von den Zeugen der Wahrheit gesetzt hat . Er saget , es könne niäits den Geiz der Römer erstittigen , und die Reise des PeterAbälards zumPabste würde unnützlich seyn , wenn er nicht mit ei - nem schweren Geldbeutel beladen wäre . Sflto» muß ihn selbst hören : er redet eine Sprache , wo man die gröbsten ? lnsdrücke eher erdulde» kann , als in unsrer . Nunquid non audifti aliquando de Romano , rum anaritia et iinpuritate ? quis vnquam fuis potuit opibus mere - tricuni voraginem fatiare ? quis potuit facculis cupiditatis earum fuf - ficere crumenis ? - - . Subftantia tuae rei ad vifitationem Ro - mani Pontificis , cum aut modica fit aut nulla , minime fuflicit . Qiiid Palatinis morfibus obiedkabis ? - . . li defecerit ( pecunia' ) et iter tarnen impleueris , incafliim te fudafle nulli dubitare fas eft - quotquot enim noftris temporibus ad illam federn fine pondere ue - cuniae acceflerunt , perdita caufa , confufi et reprobi abfeefierunt . Dieses Uebel dauert noch heutiges Tages , wenn man dem Hallier alau« ben darf , wenn er an den Jesuiten P . Dinet den . 6 des Brachmonats i6 ; z von Rom geschrieben hat . Hallier war einer von den Abgeordneten , welche um die Verdammung des Jansenismus anhielten . Es würde sehr Htlltg ( epti , saget et Pienes für le nouveau Teftament de Möns , Tom I v 405 , „ wenn man in einem einzigen Dinge Acht auf uns hätte , da wir'gan» „ außerordentliche Unkosten bey dieser Gelegenheit verwendet haben , ^hx „ könnt esnicht glauben , wie viel Geld aufGefchenke geht . Es ist kein Hei - „ liger so klein , der nicht seine Kerze haben will - - - Die Zansenisten „ haben hier über hundert tausend , und vielleiä ) t über hundert und fünf« „ zig tausend Pfund verwendet . „
( M ) Die Urheber de« Uebels sind gestraft worden . ) Man hat nur zweene davon ergriffen , davon der eine Peter Abalards Knecht qe - wesen . Man hat sich nicht begnügt , ihn mit der Vergeltungestrafe ui bele - geu , man hat auch den Verlust der Augen damit verbunden : sie sind als» nicht allein an ihren mannliäM Gliedern verstümmelt , sondern auch
geblendet worden . Hier sind die Worte Abalards auf der 17 S - Qui - bus mox conuerfis 1 . 1 fugam duo , qui comprehendi potuen . nt'oculi« et genitalibus priuati funt , quorum alter ille fi . it fupradiaus fer - uiens , qiu cum in obfequio meo mecum maneret , cupiditate ad pro - ditionem duaus eft . Foulques saget überhaupt , daß etliche von diesen Unglücklichen verdammet worden , verschnitten und geblendet zu werden , und daß dem Domherrn alle seine Güter genommen , ob er aleich geleug - net , daß er einigen Theil an der Thal gehabt . tZiiidam illorum , qui tibi nocuerunt , oculorum priuatione et genitalium abfeiffione muti - lati funt . Ille autem ( er redet ohne Zweifel vom Fulbert Oheime der Heloise ) qui per fe fiuäum abnegat , iam ab omni poflellione fua norum comportatione exturbatus eit . Das Urtheil hat dem Abälard nicht gefallen : er hat sich über den Bischof und über die Domherren be - klaget , und Lust gehabt , bey dem Hofe zu Rom Gerechtigkeit zu suchen Foulques führet ihn aljo redend ein : Totum meae pondus iniuriae Roma' msaunbus intimare ftudebo , et tarn Epifcopum quam Canonicos quol mam pnmum ludicmm deillo qui in me malus extitit , mutare machinati funt , quantum potero perturbabo , ac tum demum intelligent quam fit contrariumhoneftatiangoreiuftitiaedeuiafle - . . Die«ifrSmllmio« tatrtrt . NoBC . no , u«o . vcl Epifcopum , „ i k . nMSAr ? ' ! ? perditores vocare , qui propter te et propter fe quantum potuerunt uiftitiae intenderunt . Eswurde ein Vergnügen gewesen seyn , den Proeeß zu sehen , der den Meuchelmördern Abälards gemacht worden , und demjenigen , der sie bestellt hatte ; und ich wundre mich , das ; unter dieser großen Anzahl von Stücken , welche seit hundert Zahren aus dem Staube der Studierstuben hervorgezogen worden , man nicht ein einzi - ges von dieser Sache gesehen hat . Ich glaube , daß man allzuviel Nach - ficht gegen den Domherrn gebraucht hat ? er hätte verdient , zur Wieder« vergeltungsstrase verdammt zn werden . D» Cange , Gloflar . Lineuae La . tinae voce Caftratio , weimcr angeführt , daß das salischeGesetz die Sklaven zur Verschneidung verdammt hat , die man im Ehbruche und Diebstahl leergriffen ; daß das Gesetze derVisigothen die Knabenschänder , und das Gesetze Wilhelms des Eroberers , diejenigen zu eben derselben Strafe ver , dämmet habe , die eine Frau genothzüä ) tiget , setzet dazu , es rede Suaer auf der zo8S . in dem Leben Ludwigs des VI von einem Verrätber cher zur Ausstechung der Augen , und Abfchneidung der Geburt^alieder verurtheilct worden . Honnann hat im III Bande seines Wörterbu - ches aus derz^S - den Du Cange n . cht wohl abaeschrieben ; denn er hat an statt dieser Worte apud Sugenum in Ludouico VI p 3 - 8 gefetzt , apud Eugemum 1 . 1 Ludomco VI . p . , ; 08 . Der Verräther . von wel - chem Suger redet , ist ein Mensch gewesen , den der König von Enaland mit Wohlthaten liberhauft hatte , und der sich dennoch in eine Verräthe - rey wider seinen Herrn eingelassen , und mit deni Verluste seiner Mann - heit und Augen losgekommen und nicht gebenket worden , wie er es ver - dienet hatte . _ Tain horribili fa & ione deprehenfus oculorum et nitalium amiflione , cum laqucum fufTocantom meruiflet , mifericor - diter eft damnatus . Suger , Tom . IV , Hiftoriae Francor . Scriptor .
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