Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9169

Fontius . Fordes .
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fis loci , et diuerfis regionibus , non pariim tc alTerunt habere nu - meriun feimnaniin per xenodochia et diuerforia diuifarum : quas maribus non impune pcrmixtas quafi ad pauperum et peregrinorum obfcquia , deputafti . Quod quam pericnlofe fit faäutr , vagitus in - fantium prodiderimt .
< * * ) Der P . Vignier hat auch zesaget , daß er ein zu Albi , wider die Albigenser gehaltenes Loncilium hatte , wo gesaget wird : daß , da diese Ketzer getadelt worden , daß sie Weiber mit sich herumführten , sie sich deswegen mit diesem Vorgeben gerechtfertiget : Sic nos doeuit Chriftus Dominus : fic nos docuerunt magifternofter Robertm , qui nuper Conuentum virginum inftituit .
Ich darf die Leser nicht erinnern , die nöthigen Betrachtungen über die Gefälligkeit anzustellen , die man gegen eine Aebtißinn von Fronte - vaux gehabt , welche eine natürliche Tochter von Frankreich gewesen . Auf ihr Bitten hat man aus einem alten Manuscripte ein Original - stück gerissen . Wie viel andere Stücke wird man nicht einem drillen oder vierten zu Gefallen unterdrücket haben ? Wie viel andere hin - gegen kann man nicht auch erdichtet haben ? wie viel Worte kann man nicht ausgestrichen haben , um andere an die Stelle zu setzen ? man sehe ein im >699 Jahre gedrucktes Buch , welches betitelt ist : Lettres Cri - tiques oü Ton voit les Sentimens de Monfieur Simon für plufieurs Ouvrages nouveaux publiees par un Gentilhomme Alleman . Hat man nicht dadurch eine unzählige Menge von Geschichten zu bloßen Aufgaben gemacht , welche die Streitköpfe üben , sie aber niemals er - lautern ?
( QJ Dieß ist eine so wohl abgefaßte und so gründliche Schulzschrifr . ^ Sie ist zu Antwerpen , ( wie der Titel saget , ) durch Heinrich Desbordes , Buchhändlern zu Amsterdam . 1701 , gedruckt wor - den . Bernhard redet in seinen Nouvellen von der Republik der Ge - lehrten , im Heumonate , >701 , aus der 79 u . f . S . davon . ) Sie ist in Forme eines Briefes , den man an wich zu richten beliebet hat , und be - steht aus Z15 Seiten in 12 . Die Ehrlichkeit , die Höflichkeit , der Geist und die Gelehrsamkeit des Verfassers erscheinen darinnen sehr lebhaft , und es ist mir sehr leid , daß ich mich des Lobes unwürdig erkennen muß , welches mir ein so geschickter Mann , als ein Compliment geben wollen . Sein Werk erstrecket sich auf neun Artikel , womit man , wie ich erfahre , sehr vergnügt ist : I . Daß der dem Gottfried streitig gemachte „ Brief wirklich von ihm , und auch in dem Manuscripte von Ben - „ dome vorhanden sey ( * ) . II . Daß der dem Marbodus , Bi - „ schose von Rennes , oder dem Jldebert , Bischöfe zu ManS , und „ . darauf Erzbischofe von TourS , zugeeignete Brief , von keinem die - „ ser zween Scribenten , sondern viel wahrscheinlicher vom Roscellin , , ist . III . Daß man höchstens augenscheinlich beweisen könne , daß die - „ se drey Prälaten gegen den Stifter ihre ganze Lebenszeit über eine be - „ ständige und ununterbrochene Hochachtung gehabt , und von ihm gleich „ das Gegeutheil desjenigen Gerüchtes geglaubet haben , welches geringe „ und unbekannte Leute wider ihn ausgestreuet . IV . Daß der Brief , „ welcher , wie man saget , von Petern von Saumur geschrieben wor - „ den . er sey auch geschrieben , wie er wolle , eben so wenig was nach - „ theiligeS in sich enthalt , als das mangelhafte Stück einer Kirchenver -
„ sammlung zu Albi , wider die Albigenser . V . Daß alle diese Schrif - „ ten auf ein bloßes - Hörensagen gegründet gewesen , ohne den gering - „ sten Schatten eines Beweises , oder die geringste Wahrscheinlichkeit „ zu haben , und daß alle ernsthafte Leser die Ungewissen Gerüchte ver - „ persen müj>en , wenn sie die unzähligen ausdrücklichen Zeugnisse da - „ gegen hallen , dadurch man da« Gegentheil behaupten kann . VI . Daß „ die Kühnheit Roberts zu predigen , und die Laster der Großen und „ Geistlichen zu bestrafen , nebst demjenigen , was er auf den Kirchenver» „ fammlungenznPoitiers undzuBaugencigethan hat , ein siegender Be - " we>s seiner Unschuld und seiner Reinigkeit ist . VII . Daß man diejenigen , , selbst für vorteilhafte Zeugen halten könne , die man für feine Feinde aus - „ giebt . VIII . Daß man Ursache haben würde , sich zu verwundern , wenn „ ein Mann , der wider so viele Missethäter einen öffentlichen Krieg gesüh» „ ret , sie nicht zum Murren gebracht ; und da er so durchgängig hoch - „ geschätzt gewesen , unumgänglich hätte Neider haben müssen : daß er » ? ber den Neid selbst gezwungen habe , ihn zu verehren . IX . Daß end - „ lich sein Tod alle Beweise so wohl , als seine Heiligkeit , kröne Daß „ aus allem diesem eine vollkommene Deutlichkeit der Falschheit des „ neuen Martyrchuma fließe , welches man . hm beygemessen hat ;
" Und zur gänzlichen Vernichtung des geringsten Verdachts in allen
„ scharfsinnigen und betrachtungsfahigen Gemuthern führe . „
( * ) Das heißt , daß er noch zum Theile darinnen befindlich sey ; denn i & o ist er ohne Titel darinnen . Man hat das Blatt weggeschnitten das den Anfang dazu machet : allein die drey folgenden Seiten geben zur Gnüge zu erkennen , an wen er gerichtet gewesen , und sie kommen mit demjenigen übercin , was wir gedruckt davon gesehen . Diflert . Apolog
l> - Z4 - Z5 .
( R ) Man zahlet z - oder zz Aebtißmnen von Fromevaux - - 1 bis auf diejenige , die es iRo ift Dieses hat man im 1699 Jahre geschrieben . ^ Es ist Maria 'Magdalena Gabriella Adelheid von Ro - chechiiart , die Tochter des Herzogs von Mortemar , uiid Schwester de« Marschalls von Vivonnc , Sie ist im 1670 Jahre Aebtißinn des Or - dens geworden . l . a Mainferme , Tom . III . p . Igz . E« ist eine Dame von außerordentlichen , Verdienste . Viele Personen , die sie zu sehen und zu sprechen die Ehre gehabt , haben mich versichert , daß die nehmlichkeiten , die Stärke und die Gründlichkeit , die sich in ihren Re» den zeigen . eine unvergleichliche Bewunderung erwecken %r ? Tu . gend und Wissenschaft , ( siehe die Nouvellen der Republik der ten , Avril , »686 . Art . II . ) uiid viele andere Eigenschaften seken sie in die Zahl der allerberühmtesten Personen ihrer Zeit . Man lese im Iii Bande des Clywu . nafeentis Font - Ebraldcnli , Ordinis . auf bü . gl
! ische ! ? S ? ück ! s Mt biC ™n 'b' ber Zueignung eines theatra -
Sie ist den . 5 des Augustus , 1704 . gestorben . Man sehe ihr Lob in Seiten ™ °ux , Christmonat , 1704 , - . . z und femerern
( 8 ) Der Orden ist in vier Provinzen eingeleitet . J Diese sind die von Frankreich , die von Gnien . ie , die von Auvergne und die von Bre - tagne . In der ersten sind fünfzehn Prioreyen ; in der andern vierzehn ; in der dritten fünfzehn und in der vierten dreyzehn . La Mainferme Tom . III . p . 3y7 .
FoNtMs , ( Bartholomäus ) gebohren zu Floren ; , war ein Gelehrter des XV Jahrhunderts . Er hat Bücher gemacht die gedruckt worden ( A ) . Matthias Corvin , König von Ungarn , beehrte ihn mit seiner Freundschaft , und qab ihm die Auf * ficht über den berühmten Büchervorrath zu Ofen . Picus von Mirandola , Marsilius Ficin , Hieronymus Donat Robert Salviati , und die andern großen Manner dieser Zeit erwiesen ihm viel Hochachtung . Er hat die Redekunst in seinem Vater - lande mit gutem Erfolge gelehret , wenn wir zween Versen des Venns glauben wollen . Ich führe sie in der Anmer . kung an .
Zur Bemerkung der Zeit , in welcher er die Rhetorik in seinem Vaterlands aelehret hat , hatte ich noch sagen sollen , daß er im 1488 Jahre PolitianS Amtsgenosse gewesen . Gaddi giebt einen guten Beweis davon
« ) Gaddi , Tom . IL de Scriptor . p . 139 . beym Angelikus Aprosius , in LilllOlk . ^proliana ,
( A ) hat Sücker gemackt , die gedruckt rvorden . Z Unter den Briefen des Picus von Mirandula , ist der XVII d«S II Buches , vom Fontius an den Robert Salviati geschrieben , worinnen er ihm we - gen der Heptapla des Picus von Mirandola danket , die er ihm geschickt 'halle . Eines von den vornehmsten Werken des Fontius , ist seine Aus - legung über den Persius , zu Venedig , im . 49 . Jahre gedruckt . Die Auszugsmacher der geSnerischen Bibliothek haben von dieser Auslegung nur , als von einem in der kaiserliclM Bibliothek aufbewahrten scripte geredet ; allein wie ihnen Caspar Massa , della Vita , Origine , « Patria diAuloPerfio , p . 17 . vorwirft , so haben sie nicht gewußt , daße«
seit Hundert Jahren aus der Presse gekommen . Die Reden be« Fon» tus sind viel geneigter aufgenommen worden , als seine Auslegung . tius et ipfe non pamm in Perfio meruit : fed iilius orationes niaior« quodam fauore excipiuntur . Autor Diaiogi de Latinae Linguae re parat , p . 4 . 2 . Man hat . 621 zu Frankfurt eine Sammlung feitwr Werl ke gedrnckt , in welcher man das Leben des Paul Ghiacceni siebt . jTlm sind die zween Verse , die ich versprochen habe : 9 , , c^
Fontius eft Rhetor , pubis moderator Hetrufcae
Iudicio et rn . lli roorum pietate fecimdus . '
Korbes , ( Patricius ) lateinisch , Forbcfius , ein schottländischer Edelmann , im XVII Jahrhunderte , widmete sich dem geistlichen Stande . Die Vorstellungen seines Bischofs vermochten ihn , einen absonderlichen pfarrdicnft auf den , Lande anzunehmen « . Er war damals 48 Jahre alt . Lr beobachtete seine Pflicht so rühmlich , daß er in wenig fahren zun , Vischofthume von Aberdeen befördert wurde , welches er ungefähr siebenzehn Jahre besessen . Der Ronig Jacob harre viel Mühe , ihn zu Annehmung dieses Amtes zu bringen , und es verstrichen verschiedene Monare , ehe cr sich dazu entschließen konnte , weil er sich vorgenommen harte , in einem geringer» Stande zu leben . Man sah gar bald nach seiner Beförderung , daß er eo verdiente , ein Bischof zu sepn , und daß sein lViderstand keine Erdichtung , fondern eine wahrhafte Wirkung seiner Demuth gewesen : nian sah an seiner ganzen Aufführung einen wahren apostolischen Mann K Dich wird man unten umständlicher sehen ( A ) . Er ist 1635 ein und stebenzig Jahre alt gestorben Er hat etwas über die Offenbarung Johannes aufgesetzt <
n ) Bumet , in der Vorrede zu dem Leben Wilhelm Bedell« . t ) Ebmda^ c ) König . Eibl . p . z , - . d ) Ebendas .
CA " ) VClon wird diefi unten umständlicher sehen . ] „ Er hat „ die Besuchung seines Kirckensprengels ohne Pracht und Lärmen , in „ Begattung eines einzigen Dieners , verrichtet , damit er sich desto ge . «mächijcher nach allem , waS sein Amt angieng , erkundigen könnte . «Wenn man ihm tinig« Nachrichten von der Nachläßigkeit oder Schwachheit einiger Geistlichen gegeben . so ist er gewohnt gewesen , «Sonnabend Abends , nahe bey der Kirche zu Herbergen , ohne sich zu er - «kennen z . , qeben ; und ist den Mvrgen darauf , wenn er schon auf der „ Kanzel gestanden , hingegangen , ihn predigen »u hören , damit er seine «ordentlichen Predigten darnach beurtheilen könnte ; und nach derftl . " be " Befinden , hat er ihn entweder «ufgemuntnt , oder seiner Fehler „ erinnert . Er h«t sv große Sorge für zwo große Schulen getragen ,
„ die tn fernem Kirchensprengel waren , daß sie sich gar bald in ganz . . Schottland hervorgethan ; und als die Unruhen die Kirche zu dn . cken „ ansingen , so haben die Schriften , die wider die Ligue zum Vorftl>eine „ gekommen , gezeiget , daß nimiand gefthickkerwäre , derselben Angelegen - „ heiren zu verthndigm , als die Lehrer dichr Schulen ; und ob sie gleich „ die ersten gewesen , die an dieser berufenen Streitigkeit zu arbeiten an - „ gefangen : so ist doch bisher weder «was Vollkommener - , noch etwas „ erschienen , das ihr Werk verdunkeln könnte ; ihre unsträfliche Gottes - . . furcht und weitlauftige Gelehrsamkeit sind diesem Kirchensprengel „ rühmlich und nützlich gewesen . - - , Er hat seineElerisey ordent - „ lich zweymal des Jahres zusammen kommen lassen , und hat , ehe das geringste abgehandelt worden , eine kleine Rede , zur Entschuldigung
. . seiner

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