Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9121

Fontevraud .
51 ;
Sanöimonialium Fontis - Ebraldi inftituit : et quod nudipes per pla - teas et vicos ire confueuerat , vt fornicarias ac peccatrices ad medi - camentum poenitentiae poflet adducere . Quadam ergo die , cum venifiet Rotomagum , Lupanar eft ingreflus , fedensque adfocum pe - des calefadturus , a meretricibus circiimdatiir , aeftimames eum cau - fa fornicandi efie ingreffiim . Sed praedicantc eo verba vitae , ac mifericordiam Chrifti eis promittente , vna ex meretricibus , quac caeteris praeerat , dixit ei : qui» es tu , qui talia loqueris ? Scias pro certo , quia per viginti quinque aunos , quibus hanc domuin ad per . petranda fcelera Cum ingrefla , nunquam aliquis huc aduenit , qui de t ) eo loqueretur , vel de eius mifericordia praefumere nos faceret : tarnen fifciremvera efie , etc . Ebendaselbst aus demselben Manuskripte . Man hat in der Historie von den Werken der Gelehrten , im August - monate >690 , 527 S . in dem Auszuge von dem II Bande des Clypeus bemerket : „ Daß Robert , da viel andere Weibsstücke von diesem Ge - » . lichter bekehrt worden , ein ganz absonderliches Kloster für sie habe bauen „ lassen müsse» , welches er der Maria Magdalena geweihet ; die andern „ aber , die einen guten Namen gehabt , in ein anders gethan , das der „ Jungfrau Maria geweihet gewesen . „ Dieß bezeuget die absonderli - che Gave , die er gehabt , dergleichen Gattungen von Creaturen zu bekeh -
ter gegeben , welche geglaubt , daß die Nonnen , die vorher geschändet wesen , von denen abgesondert leben müßten . die dergleichen Unglück nicht betroffen hätte . Man sehe den LXXXV Brief des Pabstes Leo des I , cap . I und V .
( * ) Qiiae quidein omnia liquido oftendunt , Robertum ardenti zelo aeftuafle , dono fpeciale praeditum fuiflfe ad conuertendas mulieres xmpuras , meretrices , et publicae libidinis viclimas , imo de fa & o plu - rimas conuertifle . Ioh . delaMainferme , Clyp . Tom . I , p . i33 .
( E ) Der Orden von Lrontevaur hat ficb in diese» Provinze»» ausgebreitet . ] Unter währenden Wanderungen , die er in Anjou , in Poitou , und in Touraine im 1107 und 1108 Jahre gethan , Hnt er die Klöster von Thamfournois , von JLapuie , von Loge« , von Aeloi , von Game , und von Gironde gestiftet . Im 1110 Jahre hat er 3 ? erry und Bretagne durchwandert , und das Kloster von Orsan , in demKir - chensprengel von Bourges gestiftet . Im in - Jahre hat er derselben dreye in den Kirchensprengeln von Orleans und PoirierS . das von laiümöe in Bauchene , das von Turon und das von der Magdalene von Orleans / gestiftet . Im »14 Jahre hat er in Liinosin , in AngoumoiS , und Perigord , und in dem Kirchensprengelvon Toulouse geprediget , und vier Kloster , das von Dourbon , das von la Gaftonier , das von Ladouin und das von l' Ep - nasse , gestiftet . In eben dieser Zeit , da er Languedoe und Guienne durchwandert , ist er nach Auvxrgne gegan - qen , und hat Unterredungen mit der seligen Raingarda , mit der Mitter des Petri venerabiiis gehalten . Aus dem Clypeus etc . p . 500 , 50» .
( F ) Er hat die Roniginn Bertrade überredet , vas Ordens - kleid an ; unehn , en . ^ Diese Bertrade ist Simons von Montforr ter , und des Amauri von Monlfort , Grafens von Evreux , und Wil - hclms von Montfort , Bischofs zu Paris , Schwester gewesen . Sie ist in der Normandie bey ihrer Muhme der Gräfiun von Evreux erzogen worden , und an diesem Orte hat sie Foulkeö Stechin , Graf von Anjon , oefthen , und sich in sie verliebt . Er hat sich im 108 ? Jahre mit ihr vermählt . Si» hat ihn >092 oder 109z verlassen , mn sich mit Philip - ven dem I dieses Namens , Könige von Frankreich , zu vermählen ; mit Welchem sie ein besonderes Gefpr^cbe den heil . Abend vor dem psingstfeste in der Kirche St . Johannes von Tours . m währender Seit «ehalten , da die Chorherren des heil . Martins die Weihkesscl der Kircke gesegnet . Sie hat sich nach Orleans begeben , wo sie der König bewillkommet . Rex libidinofus Philippus Turonis venit , et cum vxorc Fulconis locutus eam fieri Reginam conftituit . Peüima illa , Confule dimifio , nofte fequenti Regem fequitur , qui Mindraico prope pontem Bevronis milites dimiferat , qui eam Aurelian» duxerunt . Menage , Hift . de Sable Liv . III , chap . XVI , pag . 85 . 86 . ex Geftis Confuluni Andegauenfium . Er hat sie hierauf zu Paris ge - heirathet . Der Pabst hat ihn im 1094 Jahre durch seinen Legaten auf der Hirchenversammlnng zu Aurun in de» Bann thun lassen , und ihn in folgendem Jahre bey der Kirchenversammlung zu Clernwnt selbst in den Bann gethan . Philipp hat Bertraden 1096 weggejagt , und sie im „ 00 Jahre wieder genommen : er ist ganz von neuem in den Bann than worden ; es haben aber beyde die Loszählung im uoj Jahre erhalten , nachdem sie auf das Evangelienbuch geschworen , daß sieeman - der nicht mehr fleischlich bcyrvohncn , sich nicht mehr besuchen , vnd nicht anders mit einander sprechen wollten , als m Gegenwart unverdächtiger Personen . Ebeudas . 8 ? S . Das Klosterreg . , rer von St . Nieolaus von Angers berichtet , daß pbiltpp «m 1106 Jahre den
Floriacum aeeepit habitum . ( Mainferme , 138 , , 3n @5 , , iai>f hna dieses falsch ist . ) Pulchrius et fbrtunatius illa ( Bertrada ) quod aeta te et fanitate integra , nec fpecie rugata apud Fontem Evraldi San * ( äiiiioniahum appetiit velum . Nec multo polt praefenti vitae vale fecit : Deo forfitan prouidente , non polle delicatae muiieris corpus Rehgioms laboribus inferuire . Die Bekehrung dieser unkeuscke» Königin» hat Roberten viel Ehre gemacht . Diese Frau ist so qesckicke getvesen , das sie aus dem Könige gemacht , was sie gewollt , und dak man ihren ersten Gemahl oftmals zu ihren Füßen ihr die größten renbezeigungen erweisen sehen , seit dem sie ihn verlasse» hatte . Diese Niederträchtigkeit ist wenigstens des Menelaus seiner gleich . Amore eins ita captus eft ( Philippus ) , vt illa fibi in omnibus imperaret f - mmbus imperare cuperet Vincentius Bellouacus , Specul ! Libr . XXVI , cap . LXXXV III . beym Mainferme , Clyp . Tom . II , p . 141 Bertrada virago faceta , et eruditiffima illius admirandi muliebns ar - tificu , quo confueuerunt audaces>fuis etiam laceflitos iniuriis tos fuppeditare , Andegauenfem pnorem maritum , licet thoroomnino repudiatum , ita mollificauerat , vt eam tanquam Dominam venera - retur , et fcabello pedum eius faepius refidens , ac fi praeftigio fieret voluntati eius ommno obfequeretur . Sugerius in Vita I udonir ? Groll . , cap . XVII . bey ebendemselben . Man glaubet " daß sie un - Mhr ums 1H5 Jahr den Schleyer zu Frontevaux angenommen hat ^
( G ) Diestrenge Rasteyung der Stiftung brachte sie bald um , Leben . ] Wir haben gegen das Ende der vorhergehenden Anmerkuna gcschcn , daß Wilhelm von Malmesburi gemuthmaßet : es habe die Vor - sehung solches vielleicht so verordnet , weil der zarte Körper dieser ginn die ReligionSbeschwerden nicht ertragen können . Vielleicht wäre es gültiger , daß sie bald unter der Last erlegen ; denn wenn sie dieselbe nur ausgemergelt hätte , so wäre zu befürchten gewesen , daß ihre lanq - wierige Mattigkeit vor dem Klosterleben einen Ekel , und eine Bedau - rung der wollüstigen 'Annehnilichkeiten erwecket haben würde , die siever - lassen hatte . Dem sey , wie ihm wolle , so ist diese - der Beweis meines Textes . Anno II . ; , aut circiter Bertradam Reginam ad inftitutum Font - Ebraldenfe tandem pelk - aam Robertus in Monafterio Alla . Bruerta diclo collocauit . Vidtu cultuque inprimis afpero atque horrido vtens , vita ftatim priiwita eft . Mainferme , Tom II p t0z . Danials hat man die Wahrheit des Grundsatzes gesehen : NuNum viv .
lentum aurabile .
( H ) iXian hat diese Verordnung sehr getadelt . 1 Es ist nickt« Mamers , n denKlöstem ( siehe in der Anmerkung ( P ) die WotteCarlS Du Moulm ) als »renn man lieht , daß ein ganzer großer Orden der aus Mönchen und Nonnen besteht , eine Frau & fein oUmmtunS W semen General erkennt . Dieses thun die Mönche und Nonn ? , ? fi P ® fton Frontevaux , kraft ihrer Stiftung . Robert von Arbris - sel , der Stifter , hat es also habe . , wollen . Er hat ein Aftb gemacht ! welches dem lalischen Gesetze gerade entgegen ist ; er hat " nicht nur verordnet , daß der Orden auf die Spindel falle» könnte , sondern er hac gar gewollt , daß allezeit ei»e Frau , einer andern Frau , in der Würde ei» nes Oberhaupts und Generals , folgen sollen . Der P . de la Mainferme hat den III B . feines Werkes zur Rechtfertigung dieser Aufführung de« Stifter« bestimmet . Er beantwortet alle Einwürfe , die man zu machen pffe - aet . und bestehr darauf gar sehr , daß die Jungfrau Maria Gott selbst ae - Kothen hatte ; denn es wird in der heil . Schrift gcfaqct , daß ^efu« 0 fm - stus seiner Mutter untetthan gewesen . Wenn nun Gott , das noth . wendige We , en , der Schöpser aller Dinge , keine Schwierigkeit gemacht , «ner Frau zu gehorchen : wie tollten wir andere Menschen , so leine Geschöpfe , als wir sind , uns unterstehen , Schwierigke . tdaqegenzma -
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ihre ; rvee» LLHmanner wieder versöhnet , tmd da sie ihnen ein prachtiges Gastmahl gegeben bar , wobey sie dieselben an der Tafel bedienet , rvie Vrderich geschrieben hat , welcher San , setzet , Saß Dertrade bey Philippen bis an seinen Tod geblieben ist . Ebendaselbst . Es ist sehr wahrscheinlich , daß der Pabst ihre Ehe ge - billiget hat : denn ihre ; ween Söhne sind kronfahig erklärt wor - dm , rvie wir von Sugern , in dem Leben Ludwigs des dicken , erfahren . Vertrade bat ein Xvitthum von den Rrongütern ge - babt - - - ^^ser ^Vitwensin ist das Landgut - Haute - kruiere in der Nachbarschaft von Montfort , und in Dem Rir - chensvrengel von Chartres gewesen , welches der Ort ist , wo / ie «ine priorev gestiftet bar , da sie ; u Frontevaux unter den - Han - Ven des R von ArbrM eine Nonne gervorden war , und da - selbst har sie bis an ihren Tod em unsträfliches Leben gefuhret . Sie hatte seit dem Tode deS Königs Philippus in An , on gewohnt , der w »08 Jahre erfolgt war . Menage , dem ich dieses abborge , hat eine erstaunliche Amahl FehUv entdeckt . Die er , , , versch , ebenen Hi , ror . en , diese Betrade betreffend , beobachtet hat . Er saget nicht , ob sie lange gelebt , nachdem sie ins Kloster gegangen - allein wir erfahren von W . l - Helmen von Malmesburi , daß sie kurz daraus gestorben , st . Philippus , saget er , de Geftis Reaum Angloruni , beym Mainferme Clyp . Toni . U , P^ . in - in extremo vitae , tadus uiorbo Monachiami apud
II Sand .
rt . . . . Mainferme ganz fertig finde» ; und
ich sehe nicht , wenn die Schutzschrift von Frontevaux einmal gilt , war ? um man sich einen Scrupel machen sollte , auch eine Päbstinn zu er - wählen ? Man setze noch dazu , daß nach dem Lehrsatze fast aller andäch - tigen Papisten , Gott derJungfran Maria die Herrschaft über die ganze Welt gegeben hat : man sieht i» den Büchern dieser Zerren nichts ae» wöhttlichers . als die Titel , Roniginn des - Himmelst Ronigmn der Sngel , wenn sie von der Jungfrau Maria reden : und dich ist auch die Sprache des öffentlichen Dienstes , ich will sagen in den gen der Kirche . En , Mönch von Frontevaux hat sich einsmals diese«« Grundes bedienet : der P . de la Mainfern , e führet ihn Tom m , 1 ? an , ohne daß er etwas dawider zu sagen findet . & »ie & t d™ ki lw E - Martin an , den Urheber eines Buches , welches betitelt ist " L ? S jour du verbe incarne dans les entrailles immaculees de la Vier« „ Es . steinsmals einem gewissen Mönche begegnet , den ich nicht nennen »'will , und dem es schwer ankam alles zu verdauen , was „ ach unserer „ Stiftung erfordert wird , daß et , ba er von dieser Materie geredet , zu „ mir gesaget , unser Ron , gre , ch steht unter der Spindel . Er hat " hlmnnen wahrlich besser geredet , als er gedacht hat , und uns wider feine „ Absicht viel Ehre erwiesen . Denn es ist wahr , daß dasselbe unter „ der Spindel steht , wie das Königreich der ganze» Welt , des Himmels „ und der Erde , unter der Spindel ist : daß es nämlich durch dieGe - „ walt und das unumschränkte Ansehen derjenigen regiert und beherrscht „ wird , die als eine starke Frau , manum fuam mifit ad fortia ; et di . „ giti eius apprehenderimt fufum . Pr . XXXI , v . 19 . , ,
( I ) Einige haben ibn beschuldiget , daß er bey feinen XXoxit
■ _ t • ■ 'wch dem Maim^ripte der Abtey
von Couture , herausgegeben »vorbei , . Einer von diesen Briefen ift an unser , , Robert geschrieben , und giebr ihm von einem verdrük icke» Ge - rüchte wegen seiner Anffiihrung , und den Übeln Folgen derselben Nach - «cht . Hier ftnj> 6ie SSSortc des Briefes : Siehe civpeus nafcen'tb Or - dmis Fontebraldenfis , Tom I , Diflert . I , pag . 58 . Foeminarum quas - dam , vt dicitur , nimis famihanter tecum habitare pernürtis , et cum ipfis etiam , et mter iplas , noöu frequentei - eubare non erubefeis Hoc fi modo agis , vel aliquando egifti , nouum , et inauditum ; fcd infruauofiim martyru genus inuenifti . . . - Mulierum qui - busdam , licut tama fpsrlit , et nos ante diximus , faepe priuatiin loqueris , et eamm accubitu , nouo martyrii genere , cruciaris . Man hat noch eine^ andern Brief , »velcher dem Marbodus , Bischöfe von 4tt J Rem , es ,

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