Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9116

ji4 Fontrevaud .
schen Stuhls unterwerfen wollte , und die Völker nachdrücklichst ermahnte , diesem neuen Gestifte Gutes zu thun . Er bekräf - tiqte alle Vorrechte , durch eine neue Bulle , vom niz Jahre , Der Orden hatte sich bereits ziemlich vermehret ; den» der Stifter , der in den andern französischen Provinzen hm , m reisete , und predigte , vergaß nicht , Klöster darinnen zu stiften / . Er überredete die Königinn Bertrade , das Ordenskleid anzunehmen ( F ) . Sie trug es aber nicht lange , die strenge Kastey ? ung der Stiftung brachte sie bald ums Leben ( G ) . Da er im 1115 Jahre , die Abnahme seiner Kräfte verspüret , so hat er . nach dem Gutachten verschiedener Prälaten , Aebte und Mönche , die er versammlet hatte , das Generalar seines Ordens einer ensperson übertragen Man hat diese Verordnung sehr scharf getadelt ( H ) . Im folgenden Jahre empfand er die Zunah - me seiner Kräfte wieder , und durchreiste den Kirchensprengel von Chartres , unter seinen gewöhnlichen Verrichtungen eines Predigers . Er endigte eine Streitigkeit , zwischen Jves demBischofe von ChartreS , und Bernharden dem Abte voll Bon - ueval , die sich viele Persdnen beizulegen vergeblich bemühet hatten . Er ist in Ansehung eines Streites eben so glücklich ge - wesen , der zwischen dem Gräfe» , von Chartres und den Domherren , wegen der Wahl eines Bischofs , nach Jves Tode , ent - stund . Er wurde unter wahrendem Predigen in dem Kirchensprengel von Bourges im 1117 Jahre krank , und ließ sich in das Kloster zuOrsan tragen , wo er etliche Tage darauf gestorben ist . DerErzbischos von Bourges hat , unter dem Gefolge seiner Cle - risey , vieler von Adel , und von gemeinem Stande , den Körper bis ins Kloster Frontevaux begleitet , wo er das Leicheldgeprange zwölf Tage nach seinem Aoschiede gefeyert . Der Graf von Anjou , der Erzbischof von Tours , der Bischof von Angers , viele Aebte , und eine unglaubliche Menge von Geistlichen und Layen , waren dieser Begleitung entgegen gegangen , ehe sie den Kirchenspren . gel von Tours verlassen hatte * . Der Pater de la Mainferme ein Mönch zu Frontevaux , hat drey Bande Schußschriften herausgegeben , worinnen er sich sehr bemühet , seinen Patriarchen zu rechtfertigen : welchen einige beschuldiget haben , daß er bey seinen Nonnen geschlafen hatte ( I ) ; nicht zwar in der Absicht , ihrer zu genießen , sondern , um sich mit den allerstarksten Ver« suchungen in einen Kampf einzulassen . Man hat dieses Lustspiel in denNouvellen der Republik der Gelehrten gesehen * . Man darf sich die Lebhaftigkeit des Eifers nicht befremden lassen , den dieser Mönch wider die Urheber dieser Beschuldigung cken laßt ( L ) : die Sache ist allerdings sehr zart ( M ) , und er thut wohl , daß er alles zur Rechtfertigung seines Helden an - wendet . Er leugnet die That ; und dieß ist das einzige Mittel zur Verteidigung ; denn es kann nichts weniger , so wohl mit der Reinigkeit der Seele , als mit der Reinigkeit des Körpers bestehen , als die erdichtete Kreuzigung , den Versuchungen zu derstehen , die man selbst gereizt hätte . Der wahrhaftige Sieg bestehr darinnen , daß tmrn £ch , Jo viel als möglich , von einem sol -
' e rasende Unbe - in einem Bett«
gelegen hätten , ohne derselben zu genießen ( O ) ; man sich mit viel stärkerm fechte emviwen mu>ie , daß Mönche sich bey derglei - chen Vorfällen enthalten würdm . Menage verdienet über die Beweist zu Rache gezogen zu werden , die der P . de la Main - ferme verworfen hat ( ? ) . Allein noch sorgfältiger muß man die DiflTertation Apologctique pour le bien heureux Robert d'Arbriflelles - - - über dasjenige zu Rathe ziehtl , , was ich davon in der ersten Ausgabe diefes Werks gesagt habe . Dieß ist eine so wohl abgefaßte und so gründliche Schutzfrist ( QJ , daß ein jeder vernünftiger Mensch sich dainlt beruhigen muß ; und ob ich gleich zureichend zu erkennen gegeben habe , daß ich den ausgestreuten Gerüchte - , , von dieser Theilung des Bettes u . d . m . nicht den geringsten Glauben beymesse : so erkläre ich dennoch hier nochmals , daß ich an allen Orten , wo ich da» von , ohne die Wiederholung meiner Meynung dazu zu setzen , geredet habe , dieselbe darunter verstanden haben will . Man zahlet 32 oder zz Aebtißinnen von Frontevaux , seit der Petronella von Cheniille , welche die erste Aebtißinn gewesen , bis auf diejenige , die es itzo ist * ( R ) . Der Orden ist in vier Provinzen eingeteilt ( 8 ) , in deren jeder derselbe verschiedene Prioreyei» besitzt .
« * ) Jetzo beißt t6 Arbresee . i ) Baldricus , in Vita Rob . ArbrilV . c . 1 , mim . io ; beym Johann de la Mainferme in Ll / peo n» . fcentis Fontebraldenlis Ordinis Tom . I , p . IZ7 . <7 ) LoriuptiKmi feculi faftidioiiis Robertus inCredonenfc dcfertuin abfcondit fc , loh . de la Mainferme . Ebendas . Tom . II , p . 498 . < / ) Die zum H . Nieolaus in AngerS . Mirabili eius facundia captus illiu» regionis prineeps Baro Credonenfis Abbatiam beatilfimae Virgini conftriixit , cui de Rota cognominatae Robertum praefecit Abba - tem . Io . de la Mainferme . Ebendas . Tom . I , p . 28 . / ) Siehe die Anmerkung ( F ) . g ) Abbatiflam toti fuo Ordini Petro - nellam de Camilliaco praepofuit . Clypeus etc . Tom . II , p . 502 . b ) Aus dem II Bande des Clypeus etc . zu Ende , wo man einei» chronologischen Auszug von dem Leben Roberts von Arbrisset mit Verweisungen auf die Stellen findet , wo jede Sache umständlicher erzähl» wird . » ) Der I Band des Clypeus ist 1684 , der II i6g & y und der III 1692 gedruckt worden . k ) La Mainferme Tom . III , p . 172 .
CA ) Gder vielmehr Frontevaur . Z Der lateinische Name in den «Um Titeln ist ; Fons - Ebraldi . Zn dem 200Br . desh . Bernhards wird dieser Ort Fons Eberaudi genenner . Menage , Orig . de la langue Fran^ . p . 336 , Ausgabe von 1694 . Nach diesem Ursprünge sollte man Lomevraux sagen , und viele thun es auch . Allein Menaqe saget , daß man mit den Einwohnern von Anjcm und poito» Lronreoaur fagen müsse . Man hat hier den Buchstaben r wie in dem Worte fronde , von dem lateinischen funda , und in dem Worte fiomage von formaticum eingeschaltet . Dieser Buchstabe ist schon vor langer Zeit eingerückt worden ; denn man findet in der Chronike des Savigny auf der 317 S : Anno Domini 1189 obiit Henricus Rex Angliae , och - uis Apoftolorum Pctri et Pauli et fepultus eil apud Fronteual . Sie wird von Menage ebend . anzeführet . Man sehe auch seineHiftoire de Sable p . 89 / 90 .
( B ) Ein Bischof von Rennes , der nichts verstund , und gleich« wohl die Gelehrten lieble . ] dt hat Sylvester de la Guerche geheißen , und hatte die Waffen wider Conanden Herzog von Bretagne geführet . Der Pater de la Mainforme , in Clypeo nafeentis , etc . Toni II , p . 47 . Hier ist dasjenige , »vas man von ihm in der Historie Roberts vonArbrissel gesägt hat . Licet non litteratus litteratos tarnen inhianter complexabatur . - - conuocabat igitur aliunde , fi quos poterat litteratos , quod hominum genus Britannia tunc habebat rariffimum . Albricus , in Vita Roberti Arbrill' Cap . II , n . 8 , beym Mainferme , ebendas . p . 48 . Auf das Zeugr . iß , das man ihm von dem Verdienste dieses Roberts gab , berief er ihn in seinen Kirchensprengel , und that ihm dieses offenherzige Bekenntniß : Euectione praeparata , venerandus Pontifex dirigitPa - rifius , et accerfitum taliter allaquitur : Vides , inquit , Frater cha - riflime , quomodo fancla Redonenfis Ecclefia inater tua fine regitni - ne vacillat , hoc praefertim tempore cum me pene Laicum ei conti - gerit praeefle . Efto igitur , quaefo in refponfis Ecclefiafticis nofter fnterpres , audiam te , et loqueris in ine . Poteris proeul dubio Dei populo prodefle , fi zelum Dei habens , volueris nobiscum aliquantu - lum militare .
CC ) Zween andre Prediger wurden mit ihm einig , , hm die Sorge für die Frauen ju überlast ! n , mittlerweile sie es über sied nahmen , für die Mannsperfönen 5» sorgen . ] Diese Theilung ist unvergleichlich , und kann nicht mit derjenigen von der Beschiieidung und der Vorhaut verglichen werden : ich will sagen , mit derjenizen , die der Ap . Petrus und Paulus gemacht , wenn gesagt worden ; daß sich trus die Bekehruna der Jüden , und Paulus die Belehrung der Heiden angelegen seyn lasse» sollte . Siehe den Dr . an die Galater , II , 7 . 8 . Kie drey Prediqer , davon ich hier rede , sind Robert von Arbrissel , Bernhard von Tirvn , und Vitalis von Moriton , gewesen . Wir wollen die Worte eines alten Historienschreibers anführen . In transmarinis
partibus , ficut a maioribus aeeepi , tres mcmorabiles viri vno pore fuere : fcilicet Robertus cognominatus de Arbrufculo , Bernar - dus , et Vitalis . Hi non ignobiliter eruditi , et fpiritu feruentes , cir -
cuibant per caftella et vicos , feminantesque fecundum Ifaiam fupta omnes aquas , de conuerfione multorum frudlus colligebant , pio in . ter fe placito conftituto : quod Robertus quidem foeininarum com * muni labore ad meliora conuerfarum Ibllicitudinein gereret ; Ber - nardirs vero et Vitalis maribus propenfius prouiderent . Robertus igitur faniofiffimum illud Monafterium foeniinarum de Fönte Ebral - £ conftruxit , et regularibus difeiplinis informauit . Bernardus vero apud Tirocinium , et Vitalis apud Saitiniacum Monachis regularitec inftitutis , fuos quisque ab aliis per quasdam praeeeptorum proprie - tates diftinxit Guillelmus Neubwgcnfis , Lib . I , de Rebus Anglicis c . 15 , beym loh . de la Mainferme Tom . I , p . 117 . Man mochte unserm Ro - bert , wie man wollte , die Gefahr vorstellen , der er sich durch das große Bestreben nach der'Aufsicht über das Frauenvolk aussetzte : so hat er doch die - se Erinnerungen , als Fallstricke des Teufels verworfen , und sich mit dem Beyfpiele des Hieronymus gestärket . Defpexit ergo tentatorem , irri - fit eius fallaciam , nec foeminarum abiecit moderationem - - - diuum Hieronymum imitatus , cui infulfi obloquebantur Ariftarchi» quod feriberet ad mulieres , easque viris anteponeret : quorum ca - uillationes venuftisfima et copiofisfima retundit deuoti faxus cele - bratione , facris ex litteris dedudVa . Ioann . dt la Mainferme , Clypei , Tom . I , p . 118 .
( D ) Line einzi'ge von seinen Ermahnungen , hat alle die un , süchtigen Dirnen bekehret , die sich in einem - Hurenhause den . ^ Man hat ihm eine ganz besondere Gabe hierzu zugeeignet ; und es muß wohl etwas daran gewesen seyn , weil ihm die Aussicht über da« weibliche Geschlecht zugecheilec worden ; er hcit vornehmlich die räudi - gen Schafe gesuchet . Er ist barfüßig durch die Strassen und Plätze ge - gangen , die Dirnen von einer liederlichen Lebensart , zur Buße zu er - mahnen : ja er ist so gar in die Hurenhäuser gegangen , ftineVermah - nungm an sie zu thun . Eines Tages ist er zu Rouen hineingegangen , und hat sich zur Erwärmung seiner Füße ans Feuer gesetzt . . Er hat sich so gleich mit Weibspersonen umgeben gesehen , die sich nichts an» der« eingebildet , als daß er hineingekommen wäre , der Venuslust zu g« , nießen . Allein , er hat von ganz mdern Dingen geredet ; er kündigte ih - nen die Worte des Lebens , und die Barmherzigkeit des Sohnes GotleS an . Die vornehmste darunter erschrack über diese Rede , und sagte : daß sie seit 25 Jahren , da sie dieses Haus besuchet , niemanden darinnen ange - > troffen , der von Gott geredet , oder eine Gnade hoffm lasse» ; wem» sie sich aber auf dasjenige , was er gesagt , verlassen könnte , so wollte sie ge - wiß ihrLeben andern : und auf die Wiederholung der Gnadenverheißun , gen . warf sie sich nebst ihren Mikschwestern , dem Robert zun Füßen , und alle gelobten ihm an , Buße zu thun . Er hat sich dieser guten Mi - nute bedienet , sie bewogen , die Stadt zu verlassen , und sie alle mit in seine Wüste geführet . Statim eas de ciuitate eduxit , et ad erennim cum eis gauäens perrexit , ibique peraöa poenitentia Chrifto felici - Cer transmißt . Ebendas p . > ? ? , ex Codice manuferipto ( anno 1x10 ) Abbatiae de Vallibus Cernaii , Ordinis Ciftertienfis , Dioecefis Pari - Lentis . Ii« Vita bcati Roberti de Arbrifiello legitwr , quod Ordineii»

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.