Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4342

Campanus . 37
Alters 1 , uttb liegt in der Cathedralkirche begraben Er hat begierig gewünscht , in seinem Vaterlande zu bleiben ( V ) ;
panuS ( ( ? ) . Man merke , daß es andere Schriftsteller gegeben , die den Namen ( Eampanue gehabt : Die Bibliothekschrei - ber , die davon reden , vergessen sehr oft den Franciocuo Can , panuo , einen guten italienischen Humanisten ? , dessen Q^ae - Lioneln Virgilianam ich gesehen habe , die von Heinrich Stephan im Jahre 1567 r , mit dem Buche des Parrhasiuö äe^ebu - j per Kpiflolam quaefitis gedruckt worden . Der Urheber hat sie dem Herkules von Gonzaga , Bischöfe zu Mantua , im Jahre , 536 zugeschrieben : er ist damals in Bononien gewesen . Man muß noch etwas zu derjenigen Stelle fügen , wo ich bemerke , daß er verliebte Verse gemacht .
a ) Antonium Campanum mftica mulier in agro feflä opere fub lauro peperit . Paul . Iouius , Elog . cap . XXII . pag . 52 . yj . b~ ) Nicolo Toppi , Bibliotn . Napolet . pag . 24 . t ) Auguftiniis Oldoinus , in Athen . Augufto , p . 24 . ) Graecorum omnino expers . Volaterr . Lib . XXI . pag . 776 . i ) Graecam eruditionem vbertim potauit . Oldoin . Athen . Auguft . pag . 84 . / ) Und nicht prope quadragenarius , wie VoßiuS de Hiftor . Latin , p 58z . versichert , der sich vom Volaterran im XXI B . bekriegen lassen , m ) Auguftin . Oldoin . Athen . Augrift pag . - 4 . et feq . » ) Und nicht Lermes , wie beym Mvreri . 0 ) Von eben demselben Lernus . p ) Quis in praepinguis fimiae rictu tantam excultiatque habilis ingenii indolem . Iouius Elogior . cap . XXII . q ) Er gab sich den Zunamen Collenfts , das heißt , wie mich dünkt , gebürtig von Collis , nahe bey Lucca . r ) ES ist zu Mayland >540 gedruckt worden .
( A ) Er wurde zur - Hüning der Schafe bestimmt . 1 Einige sagen , daß ihn sein Vater zu dieser geringen Verrichtung angehalten hat , agro pafeendisque ouibus ab initio a patre relegatus fuit . Vo - Uterr . Lib . XXI . pag . 776 . Andere geben vor , er habe seinen Vater und seine Mutter in seiner Kindheit verlohren , und seine Anverwandten hatten ihn zum Schäfer machen wollen . Parentibus iam inde a pue - ro orbatus eft , orbatumque affines , in quorum fide poteftateque erat , tenuioris fortunac fordidis minifteriis illutn exercuerunt , ita vt etiam pafeendo pccori deftinaretur . Auguftin Oldcin . in Athen . Augufto pag . 24 .
( B ) <£c hat die Historie de« Andreas Braccio geschrieben . Dieses Lverk ist wegen der Schreibart sehr hochgeschayer worden ; allein man " hat es all^uschmkiclielhaft gefunden . ) Hier sind die Worte des Paul Iovi»S im XXII Cap . auf der ; z S . Inter multa orationum , et nmltiplicis ftyli opera quae exftant , aui - dilTnne Braccii inelyti Ducis Vita pcrlegitur , digna pofteritate , nifi rerum geftarum fidem adulatione poctica corrupiflet . Siehe auch Oldoin . Athen . Auguft . pag . 24 . Zlndreas Braccio , ist ein großer Feldherr gewesen : er war gebürtig von Montone in dem Perusinischen : ( Leand . Alberti Defcr . Ital . pag . 13 * . ) Die Einwohner ZU Perusa haben ihn wegen seiner Tapferkeit , und der Dienste , die er ihnen gelet - stet , zu ihrem Fürsten erwählt . Ebendas . >0 . . S . Er ist im Jahre 1424 gestorben . Ebend . 136 0 . Sein im Lateinischen von unserm Campanus «efdjriebcne« Leben , ist vom PompejuS Pellini in das Italienische über - seht worden . Diese Übersetzung ist 15 - 2 zu Venedig in Quart ge - druckt worden . Siehe Toppi Bibl . Napol . pag . 124 .
( C ) ( Er wurde - , mit dem Bischofrhume von Terame versehen . ^ Diejenigen , welche sagen , daß er Bischof zu Arezzo , Aretinus Epifcopus , gewesen , bekriegen sich . Gesner hat diesen Fehler in seiner Bibliothek auf dem z8z Bl . begangen . Peter Opmeer 426 S . Chronol . beyin Leiwhard Nicodemus Addiz . alla Bibl . Napol . p . >8 , und Voßius von de» lateinischen Geschichtschreibern 58z S . Haben es auch gemacht , wie e« Leonhard Nikodemus bemerket , welcher dazu setzet , daß eS glaublich wä - re , daß sie das Wort Aprutinus auf diesen Irrweg bringen können . CampanuS führet den Namen Epifcopus Aprutinus auf dem Titel von dem Leben des Andreas Braccio , welches im Jahre >54 ; gedruckt wor - den , und er hat sich Aprutinus genennet , weil sein Bischofthum in Abruzzo gelegen war . Voßius bemerket , daß er nach dem Paul Jo - vius Interaninatium Epifcopus , und nach dem GyralduS Praetutino - ruin , fiue Praetutianorurn Epifcopus gewesen Voffius de Hiftor . Latin , pag . ; gz . Er hätte dazu setzen können , und nach dem Volarer - ran Praeful apud Praecutinos . Er vergleicht diese Unterschiede sehr wohl , wenn er saget : nempe fedes epifcopalis fuit Intcramnii tutianorurn oppidi , quod vulgo a circurnfluo Nare fluuio Terarni Ve' ^eran' vocatur . Dieses hätte ihm eine Hülfe seyn sollen , ihn Nicht Epifcopus Aretinus zu nennen . König ist auch unter denjenigen , die ihm dielen Titel geben . Bibl . pag . > ; « .
( D ) iCc hat eifrig gewünscht , in seinem Hatiöe ju bleiben . Z
Ich beweise eS mit einer Stelle aus seinen Briefen , die uns einige umstände von seinem Leben lehren wird . Dicere de tuis , er redet den Herzog von Calabrien , AlphonsuS von Arragonien , den Sohn Ferdinands , Königes von Zlieapolis , an , dminis et praeftantiflinüs laudibus non eft Epiftolae , in qua nihil aeque quam breuitas et ca - ftigatio laudatur . Hoc tantum de tne addiderim , naturn eile hac aetate , in qua tu es , et naturn tibi , patri ac Regno tuo , et ad il - lurn et ad te pertinere , haberi rationern de veftris . Ego fextumde - ciinurn annuin Romana in Cur . dego . Sub Pio Pontifice vixi non fine aüqua gratia et opinione . Qua de re habuit me odio Paulus , vt habuit caeteros , qui Pii memoria afficerentur . Sixtum vero , quo fum vfus in Philofophia praeeeptore , aliquanto habui propen . liorem . Sed fortuna mea omnis a Regno eft : quam mihi tu et pa - ter tuus dabitis fpem , ad hanc erigar , huic iniiftam . Quare te oro et obteltor , dxgniflune et fangumis altiflime Princeps , errantem tne tot annos redde iam Patriae , redde meis , et tandem Campanum Campaniae redde . Campan . Epift . Libr . VIII . apud Nicod . Addiz . alla Bibl . Napol . pag . . 7 .
CE ; Ige bar verschiedene tDerie hinterlassen . ) Leonhard N> - codemuö in den Zusätzen zu der neapolitanischen Bibliothek , , 6 und 17 S wird uns ein richtiges Verzeichniß von allen Stücken geben , welche in der Sammlung von den Werken unser« Campanus enthalten sind . Wir werden darinnen verschiedene moralische 'Abhandlungen finden , als de Ingratitudine fugienda ; de Dignitate Matrimonii u . d . M ver< schieden ? Reden , als diejenige , die er 14^5 zu Perusa gehalten , da er die schönen Wissenschaften daselbst zu lehren angefangen , die Leichenreden eines Herzogs von Urbino , des CardinalS von Saxoferrata , Pius des II , u - a . m . neun Bücher Briefe , davon einige in Deutschland , durch des Daumius und Textors Vorsorge gedruckt w»rden : ( siehe die Briese des Reinesius an den DaumiuS , »4 , " 5 S . ) das Leben Pius des II ,
acht Bücher Elegien und Sinngedichte , und einige Predigten . Dieje - nige , die er an einer Aschermittwoche gehalten , hat dem Panigarole sehr wohl gefallen ; denn er saget folgendes davon : II Campano nel Orazione Cinerizia amplifica in tanti modi quefta propofitione , ehe bifogna morire , che e cofa di maraviglia il confiderarlo : c Monffgnor Cornelio non ccde punto nell iinitazione . Panigarola nel Predicatorc , pag . 404 . Ausgabe von 1609 , beym Nicodemo , in den Zusätzen zu der neapolitanischen Bibliothek , >6 S . Dieser Monsignor Cornelio ist der Bischof von Bitonte , ein großer Prediger , der in der Kirchenversammlung zu Trident sich sehr hervorgethan . Sein Ge - schlechtöname ist Musso gewesen . Er hat unsern CampanuS , in An - sehen deS : Es muß gestorben seyn , fast von Worte zu Worte abge - schrieben . Ebendas . Man merke diese Worte deS Menage im Anti - Baillet , Tom . II . pag . 337 . Campanus - t t hat eine große Anzahl verliebter Verse gemacht . Er saget es selbst : Scripfi verfus , ( juorum pars eft amatoria : parsamore non vacat ad tria mil - lia . Dieß steht im XLVI Sr . des III S . seiner Briefe : Er ist ein tNann von vielem Verdienste in den Uoistensckaften - - t » t und vabey sehr tugendaft gewesen . S . die Anmerkung ( H ) .
( F ) Er ist Corrector in der Buchdruckerey gewesen . ^ Man lese diese Stelle des Naude in den Zusätzen der Historie Ludwigs de« XI , 297 , 298 S „ Rom ist eine von den ersten Städten gewesen , wo di« „ Presse , vermittelst eines Udalriu» Gallus , gegangen ist ; welche« „ dem Bischöfe Johannes Antonius Campanus ( welcher Corrector in fei - „ ner Druckerey gewesen , ) Anlaß gegeben hat , dieses Sinngedichte zu „ seinem Lobe zu machen , welches F^erniiS anaeführet , und zu Ende der „ philippischen Reden deS Cicero eingerückt hat , welche vom besagten . . Uldaricu« , ohne Benennung des Jahres , aber gleichwohl , wix es glaub , „ lich ist , vor dem >470 Jahre gedruckt worden :
„ Anfer Tarpei cuftos Iouis , vnde quod alis „ Obftreperes , Gallus cecidit , vltor adeft .
„ Vldaricus Gallus , ne quem pofeantur in vfum ,
„ Edocuit , pennis nil opus eile tuis .
„ Imprimit ille die quantum vix feribitur anno ,
„ Ingenio haud noceas , omnia vincithomo . , ,
Chevillier führet einen Theil von diesen Worten und Mentels seine an , wo derselbe beobachtet , daß xweene Bischöfe , ; u gleiclier 'Seit , Correcroren in der Buckdruckerey Rom gewesen / Johann Andreas , Bischof von Aleria , und Antonius Lampanus , Bi - fchof von Teramo . Chevillier Origine de l'Imprimene de Paris , pag - 198 , >99 . Man muß in demjenigen , was er aus dem Mentel , pag . 21 . de vera Typographiae origine anführet , zween Fehler verbes - fern ; er saget : et Vldarici , und nicht wie Chevillier : ito -
voSfüTtK et Vdalrici . * Nach meinet Meinung , fährt er fort , sollte man sie eher Sckristskeller , als Correctoren , nennen , wie man leichtlick aus dieser Erzählung urrheilen wird . Hierauf erzäh - let er : daß unter der Regierung des pabskes , Paulus des II . ungefähr ums Iahr 1466 , 5weene Deutsche , Conrad Sweyn - ye»m und Arnold pannarts , nach Rom gekommen und die erste Druckerey aufgerichtet . Er giebt uns die Ordnung der ten Sachen , die sie bis in den Monat mär ) , 147 - , gemacilt , nebst der Anzahl der Eremplare , die sie von »edem Buche abgedruckt . Er saget : es hatte der Bischof von Aleria , Aufse . her über den päbstlichcn Büchersaal^ die Manuscripre der meu sten , von diesen Schriftstellern »urccht gemacht - die Zuschriften und Vorreden ju einigen Ausgaben gemacht , und die Sorge für die Correcmren gehabt . Er fetzet da ; u : daß ein anderer Buchdrucker , Namens Udalricus , ( er sollte sägen Uldaricus , ) fast ; u gleicher Zeit nach Rom gekommen , und eine jtrcyte Druckerev aufgerichtet hätte . Chevillier de 1 Origine de l'Impr . de Paris , pag . 200 . Der Bischof von Teramo Har in dieser alles gerban , was der Bischof von Alcria in der ersten rhat . Udal - rict»« har mit solchem Lleiße gedrnckt , daß Campanus , w - lchcr verbindlich gemacht , die pccfKrt , durch Anfchaffiing der bsckriften , und die Correcruren 5t» unterhalten , nicht die gc< ringste Ruhe gehabt bar : Cuin interquiefcere llliiin afliduis einen - dationibus non permitteret , saget Michael FernuS in des Campanu« Leben . Man merke diesen Schluß wohl : „ Man begreift aus diesen „ Erzählungen sehr wohl , daß dies ? zween Bischöfe die Urlxber der ersten „ Ausgaben gewesen . die von diesen Deutschen zu Rom gemacht wor - „ den , und daß sie nur ihre eignen Werke corrigiret haben . „ Ebendas . 202 Seite . Ich für meine P . - rse« begreife nicht , daß ein einiger Leser dieses aus den Erzählungen schließen könnte ; denn sie zeigen klar , daß diese zweenen Bischöfe alle Verrichtungen eines Drnckereycorrector« übernommen Haben .
* Herr Bavle hätte wohl gethan , wenn er , bey diesem Ul - d«ricus Gallus , auch erinnert Härte , daß er gleichfalls , wie E z Pannarz

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