Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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zu reden gemacht , sowohl ihrer Schönheit , ihrer schonen und reichen Ausschmückungen , i ! und ihrer Annehmlichkeit halber ,
Florimont . Fontarabien .
und reichen Ausschmückungen , ihrer prächtigen Aufführung ' als wegen des starben Gefok -
ges von Aufivärtern , Dienern tmd großen - Herren , die um sie gewesen , und sie als wahrhaftige Sklaven begleitet haben , wel - che» sie sehr geduldig zugegeben ; und die fremden Abgesandten , wenn sie in >hre Provinzen zurück kamen , haben viel lieber von der Schönheit und Seltsamkeit der schonen Flora , als von der Hoheit der Republik Rom gesprochen , und vornehmlich ihre lche gleichwohl wider das allein , sie tf ? auch über das
gemeine weg gewesen , weil sie von Adel war . Endlich ist sie in solchem Reichchume und Ueberflusse gestorben , daß Oer tpmh von ihrem Gelde , - Hausrarhe und Gestl>mcide zureichend sen , die Mauern Roms «iisjubestetit , und die Republik von ih - rcn Schulden ; u btfceyen Sie bat das römische Volk zu ih - rem - Hauprerben eingeseyt , und dicserwegen ist ihr in Rom ein sehr prächtiger Tempel erbauet worden , den man von Flora , Flo - rian genennt hat . Dieß alles sind zur Lust erfundene Mahrchen , und kommen aus des Don Anton von Guevara seiner Schmiede ; eines Schriftstellers , der viel strafbarer ist , als unsre neuen Nomanmacher , so groß auch ihre Verbrechen von dieser Art seyn mögen .
aro'ße ^reyqcbigkeir gerühmt welcke gleichwohl wider das Namrel solcher Weibspersonen ist ; allein , sie ist auch über das
Florimont ( Galeaz ) ein Schüler Augustins Niphus , hat sich lange Zeit als Agent des Anton Colonna in Paris aufgehalten , und sich den Gelehrten zu erkennen gegeben , die sich zur selben Z«'t in der schule Jacob Fabers von ElapleS aufhielten . Er hat ein italienisches Werk von der Sittenlehre herausgegeben , und ist zum Bischofs von Sessa gemacht wor - den a . Fracastor hat eines von seinen poetischen Stücken , an den Marcus Antonius FlaminiuS , und den Galeaz Fiori - mont gerichtet , und zu erkennen gegeben , daß sie sich auf das theologische Studium gelegt ( Aj .
Au« dem Naude , in Iudicio de Auguft . Nipho , pag . 41 .
( A ) Fracastor Hat_ - - - 5U erkennen gegeben , daß sich
Alloqtiiis , magnoquc Dei confueicitis ori ,
Foclices Duce Gibberto , Cainpenfe Magiltro :
Qyiii dicarn miferum nie agcre , et quam ducertf vitam etc .
Fracaftor , p . m» 68 . Cannin , genevrr Ausgabe von 1657 .
XÜ A . Aaminius und Florimont , auf das Studium der Theo - loaie gelegt . 1 Dieß ist der Anfang des Gedichts :
Dum vos fatidicos vatcs , . arcanaque fenfa Volum« , atque animiuii coelefti neflare alentes» ,
Fontarabien , citw Stadt in Spanien , an dem Flusse Bidasso , nahe am Meere , ist , wie man saget , von dem Könige Suintilla erbauet worden ( A ) . Alphonsuö der IX König von Castilien , hat dieselbe dem Könige Sanchez von Navarra ab - genommen und den Einwohnern eben dieselben Vorrechte verwilliget , die sein Vater Sanchez , der Stadt St . Sebastian verwilliget hatte . Man giebt vor , daß Fontarabien ehmals eine Stadt von Guienne , unter der Vicegrafschaft Bajonne , as -
des Statthalter , der sie den Spaniern widergab . Moreri hatte die Schande nickt vergessen sollen , welche sich die Aramosen vor diesem Platze im 1638 Jahre , zween Tage nach Ludwigs des XIV Geburt , gehohlet haben ( ß ) ; Dieß ist sonder Zweifel für eine wunderbare Vorbedeutung von den Spaniern genommen worden ( C ) . Ludwig der gerechte , und der Cardinal von Richelieu haben sich ungemein wider diejenigen ereifert , die sie für die Ursache dieser Widerwärtigkeit gehalten ( D ) .
Joseph Moret , ein spanischer Jesuit , hat einen sehr weitlauftigen lateinischen Bericht , von dieser Velagenmq Iontarab» - ens aufgesetzt . ^>ch habe in dein Exemplare^ dessen ich mich bediene d t das Jahr des Drucks nicht gesunden ; allein inan kann ar6 der Zuelgnungösthrlst , welche zu ^egoviei , den 12 des Aprils 1654 , und aus der Billiaunqsscbrl>t des ProvincialS der Jesuiten , d , e den 5 Marz . 655 unterzeichnet ist , wohl urtheilen , daß dieses Werk erstlich lange nach der Niederlage der Franzosen herausgekommen lst .
« ) Oihenart , Notitia Vafconiae , pag . »6j . t ) Baudrand . Geograph , pag . 397 . von 467 Selten .
0 Ebendaselbst . Es ist ein Sedej
( A ) Sie ist , wie man saget , vom Suintilla erbauet worden . ] Beuterus bejahet es , allein Oihenhart glauber nichts davon . A tilla Rege Gotho conditam fuille aflirmat Beuterus üb . III , cap . 27 . Sed quis credat Beutero ( ine teile loquenti , in re adeo antiqiia et a noitro aeuoremota ? Mihi certe nulla fuppetunt argumenta , quae liuic oppido tantae vetuftatis decus concilient . Oihenart , Notitia Vafconiae , p . 16g .
( B ) Die Schande , welche die Franzosen , im 1638 Jahre vor die , scm platze , ; rr>een Tage nachL . u0wigg des XIV Geburt , qcbohlt haben . ] Dieß ist eine von den größten Widerwärtigkeiten der Regie - rung Ludwigs des gerechten , und der Staatsbediemmg des Laedinals von Richelieu gewesen . Man muß hierüber einen Brief Balzac« an den Chapelain höret« , welches der XI des III B . ist . Man hat an aewift sen Stellen Sternchen gesetzt , um den Leser ungewiß zu lassen . Ich bin aber versichert , daß man aus diesem Bewegimg - gmnde auch eine falsche Unterschrift gesetzt hat . Man hat darinnen den 8 May >6 ? g , an statt den « des WeinmonatS 1638 gesetzt , weil man einem Prinzen vom Ge - blute nicht so nahe treten »vollen , nämlich dem Prinzen von Conde , der diese Belagerung commandirte . tNan rede niemals von * * * , Dieß ist die Schande und Schmach des französischen Namens ; dieß ist ein Tag , den die Romer Scelerata gettennet hatten , und den wir verwünscht nennen müssen . jbte Nachkommenschaft muß ihn vermalede / en , oder er muß derselben vielmebr unbe - kanm bleiben , und wir müssen ihn , wenn es möglich ist , aus vem Jahre ein tausend * * * verbannen .
Der Tag sey ausgetilgt , aus allen Folgezeiten !
Es hat es Jupiter den Schwestern anzudeuten , Den Schreiberinnen de« Geschicks .
Es giebt Leute , denen das Glück nicht gewogen ist . unter deren Händen die schönsten Gelegenheiten verschwinden und verderben . Wenn man willens ist , vergebliche Belagerungen vorzunehmen , und Kriegsheere zu verderben , so darf man nur solche Leute dazu brauchen . In dem Au - genblicke werden alle Städte zu Akrokorinthen , und alle Feinde , U Ale« xandern . Es ist offenbar , daß diese Leute , denen da« Glück nicht gewo - gen ist , u . f . w . ein Vorhang sind , unter welchem man den Prinzen von Conde verdeckt . Er ist der Großvater desjenigen gewesen , der diesen Namen in itzigem >695 Jahre führet . Dieses heißt auf eine ernsthaste und ehrerbiethige Art den Scherz des Liedchens wiederholen , et wird Fontarabien so gewiß einnehmen , als er Dole eingenommen han ( C ) Dieß ist ohne Zweifel als eine wunderbare Horbedtti - tung von den Spaniern genommen . ] Man darf nicht ztveistln , daß nicht ihrePoeten und Redner den Umstand der Zeit mit einer nen Pracht sollten herausgestrichen haben : Einen vortrefflichen Sieg , eine vollkommene Niederlage , zween Tage , nämlich den 7 des . Yerbstmo - nats>6j8 , nach der Geburt eines Dauphins , nach welchem Frankreich so
lange Jahre geseufzet hatte ! Was für eine gute Weißagung für nien ! Was soll e6 nicht unter der Regierung eines französischen zen hoffen , dessen erste Lebenslage mit einer Schlacht beinerket worden , die für die Spanier höchst rühmlich , und für Frankreich höchst schimpflich war ? Der erste Bothe , den man »ach der Geburt des Dauphins an dem französischen Hofe gesehen hat , ist vermutlich derjenige znvesen ,
der die betrübteZeitung von der aufgehobenen BelagerungFontaräbieNs überbrachte . Was für eine Nativität ! O glückliche Vorbedeutung sür die spanische Monarchie ! Ich bin versichert , daß man ein ganzes Buch ans allen poetischen Einfallen würde machen können , welche'damals den Scribenten dieser Nation entwischt sind . Was ist unterdessen rnt« len diesen guten Vorbedeutungen geworden ? Es sind , aufBlätter ge» schriebe» ? Orakel der Sibylle gewesen , die derWind bald weg wehet .
Koliis tantuni ne Carolina nianda ,
Ne turbata volent rapidi» ludibria ventis .
Virgil . Aen . VI , ve«74 .
ES ist gut , wenn alle poetische Federn empfinden , sie mögen in Prosa oder in Versen schreiben , daß Man sich nicht ins Prophezeven mischen müsse . Die Köiiigiim von Frankreich ist zu der Zeit mit einem Prinzen »iiedergekomnien , da mau Bothen über Dothen über die glücklichen Er - folge erhielt , die Ludwig der XIV im 1672 Jahre in Holland machte . Was haben die französischen Poeten nicht hierüber gesagt ? Wae haben sie nicht dem Prinzen für Siege versprochen , der mitten unter so guten Zeitungen gebohren worden ? Und Nichts destoweniger hat er kurze Zeit gelebet .
Uebrigens hat es einen Jesuiten , NaMcns Josset . gegeben , ( man sehe den Brief , welä ) en Balzac an ihn geschrieben . Es ist der > ; de« III B . im I Th . der auserlesenen Briefe , der sich des Gedanken« eines heidnischen Schriftsteller« bedient hat , die aufgehobene Belagerung von Fontara - bien abzmvenden : das gute Glück des Königes , saget er , ist so btf schafftiget ; u S . Gcrmain gewesen , daß es sich nicht ; u Fontara - bien einfinden können . Balzac redet hiervon in besagtem Briefe Man sehe Q> «statt Auschrist auf der y»S . Er wollte sagen , es hätte dieses qu« teGlück alle seineSorgen aus die Geburt des Dauphins gerichtet . Plurarch hat diese Gedanken sehr herum genommen . Alerander , saget er in dessen Leben fast zu Anfange , ist den ^ des Brachmonats gebobren worden , gleich an dem Tage , da der Tempel der Diana in der Stadt Sphe - st»» abbrannte ; wie - Heges ias Magnesius bt^euget . der eine fo fcofiü ge Ausrust " V und Sr ; ahlung davon machet , welche vermögend gewesen wäre , den Brand dieses Tempels n , dampfen Denn man darf sich nicht verwundern , saget er warum Diana damals ihren Tempel brennen lasten ; weil ne qenug ju tbun hatte , bey der Geburt Alexanders die Aufsicht als - Hebamme 3« haben . Pimarchs Geschmack ist hier von des Cicero seinem sehr unterschieden LonciNne vt multa 'I^imaetis . qui cum in hiftoria dixiflet : qua nöcVe na - tus Alexander eilet , eadem Dianae Ephefiae teitiplum deflagrnuifle ad - iutixit , rtinime id efle mirandum , quod Diana ciun in partuOlym -
tiadis adefle voluiflet , abfindet domo . Cicero , de Nat . Deorum , ibr . II , cap . XXVII . 4 ^
( D ) Ludwig der XIII und Richelieu haben sich schr wider diejenigen erzürnt , die sie für die Ursache dieser lviderwartig , feit gehalten . ] Der Herzog de la Valette , der älteste Sohn des Her ? zogs von Epernon , wird für den Hauptur^der dieses großen Nnchtheil» gehalten . Er hat sich nicht getrauet , fo lange gefangen zu bleiben , bis Man untersucht hätte , ob er strafbar war . Er hat sich „ ach England ge .
Lehnsverbrechens über -

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