Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9038

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Fine .
FlM / ( Orontius ) lateinisch , 0rontiuz ? ingeu8 , Profejfor der Mathematik m dem königlichen Collegio zu Paris , war der Sohn eines ArMykundigen , und zu Brianzon im Delphinac , im 1494 Jahre gebohren Da er noch sehr jung war , als sein Vater gestorben , so gieng er «ach Paris , und legte sich aus allen seinen Kräften aus das Studieren . Anton Sylvester , der von Brianzon war b , und die schönen Wissenschaften in dein Collegio von Moraigu lehrte , diente ihm als sein quter Gönner , und brachte ihn in das Collegium von Navarra . Der junge Mensch trieb daselbst seine schönen Wissenschaften und die Philosophie Er studierte alle Wissenschaften , die ihn seine Professoren lehrten , mit vielem Fleiße ; allein , am hauptsächlichsten legre er sich auf die Mathematik , worzu ihn seine natürliche Neigung heftig antrieb d . Er ließ sich durch die Verachtung nicht abschre - cken , worinnei , sich diese Wissenschaften damals befanden , noch auch durch die Nothwendigkeit , darinnen er sich versetzt sah , die . selbe von sich selvst und ohne Änfuhrung zu erlernen ; und diese Schwierigkeiten haben nicht gehindert , daß er es darinnen nicht weit gebracht hatte Er hat in der Mechanik sehr viel gethan ; und wie er sowohl zum Erfinden der Werkzeuge , als auch zur Hand - arbeit geschickt war / , so hat er sich durch die Proben , die er von seinem Fleiße gab , in einen hohen Ruhm gesetzt . Die erste Arbeit , wodurch er sich bekannt gemacht , bestund in Herausgebung und Verbesserung der Rechenkunst des Johann Martin Si - liceuS , und der Margnrita Pliilofopbica ( A ) . Hieraus hat er Privatvorlesungen in der Mathematik gehalten , und dann diese Wissenschaft '
Franciscus dieserr terwcij
Hofe nicht gefallen haben ( C ) ; denn zur selbigen Zeit sind nicht viele Sternkundigerund M . 'ßküiistler gewesen , die sich nicht in die weißagende Sterndeutkunst gemischt hatten . Um urtheilen zu können , wozu er im Maschinenwesen vermögend gewesen , so darf man nur die Uhr betrachten , die er im 155 ? Jahre erfunden hat , und davon die Welt , die Beschreibung in dem amsterdamer Tagebuche vom 29 März , 1694 , hat sehen können . Sein Geist , seine Arbeit , seine Erfindungen , und die Hoch»
Kinder gethan hat , was fem Verdienst selbst für dieselben nicht hatte thun können . Es fanden sich Macenaten , die , aus Hochachtung
gegen ihn , seiner Familie , «M» : m jm Ack s " ~ s -
schuldiget ( F ) . Im Mi
Erfinder eines Kartenspiels ^ ^ . . . .
Ludwigs des XIV . ist aus eben dem Lande und derselben Fannlte gewesen , als Orontlus Fine k .
a ) Thcvet , Eloges de» Hommes Illuftres , Tom . VIL p . m . 313 . b ) Launoiiis , Hirt . Gymnaf . Nauarr . p . 646 . c ) Ebenh . 678 Seite . d ) Thevct , Eloges , Tom . VII . p . 514 . e ) Ebendas / ) Ebendas 515 g ) Launoiiis , Hiftor . Gymnaf . Nauarr . pag . 679 . h " ) Thevet , Eloges , p . 314 . 315 . Launoiiis , Hift . Gymnaf . Nauarr . p . 679 . ! ) Sicht die Liste in dem Teißier , Addit . aus Eloges de Monfr . de Thou / Tom . I . p . 110 . Allard , BiMioth . de Danphine' , p . to6 .
( A ) Die erste Arbeit , wodurck er sich bekannt gemacht , war die Verbeßerung - - - Oer Margarita Philofophica . ] Launoi belehret mich dieses : Et primo quidetn , feget er Hill . Gymnaf . uarr . p . 678 . 679 . nomen fuum ab edendis corrigendisque aliorum operibus illuftre fecit . Nain anno 1519 e Nauarra fua loannis Mar . tini Silicei Hifpani Arithmeticam typis commifit , mendisque pluri - bus expurgauit , et anno 1523 dum adhuc in Nauarra cum Antonio Silueftro degeret , Philofophicam Margaritani , quae rationalis ac Mo - ralis Philofophiae prineipia duodeeim libris compleöitur , recogno - uit et praelo mandari enrauit .
( B ) Er hat fid> gerühmet , die Ouadramr des Zirkels erst»« , Ven * u haben . Sammarthan , Elog . Libr . I . p . m . ag . versichert , daß ftd ) Orontius Fine mit Unrecht gerühmet , dieselbe erfunden zu ha - ben , und daß die Vorsehung diesen Ruhm dem einzigen Joseph Seali , ger vorbehalten hätte : Cum . . . inter caetera volumina pecit - liari quodarn libro quadvaturam illam circiJi a multis fruftra qua« , fitam , fe tandem aliquando reperilfc gloriaretur . Hoc enim de fe facile credebat homo fumiriae doctrinae tibi confcius , cum tarnen verain huius adinirabilis inuenti gloriam vni Iofepho Scaligero fa - cilioranumina referuarent . Ebend . Er hat Ursache gehabt , zu sagen , daß sich Orontius Fine zur Unzeit , wegen der Erfindung der Quadratur des Kirkels gerühmet ; allein er vergeht sich entsetzlich , wenn er will , daß Scaliger der einzige sey , der dieses Geheimniß entdeckt hätte : denn eS fehlet so viel daran , daß dieser Vortheil dem einzigen Scaliqer vorbe - halten gewesen , daß man vielmehr sagen kann ; es habe sich dieser große Mann demselben noch vielweniger genähert , als unzählige ändere .
( C ) Ick glaube , daß er , nach dem Agrippa lange seit gen gewesen , rveil er Dinge vorher gesaget , die dem franzosi , stben - Hofe nickt gefallen Habens Die Worte de« Agrivpa , die ich anführen will , sind aus einem Briefe genommen , wo er sich über sei - nen Unstern beklaget , den er einer Sternstellung zuschreibt , in welcher er gefunden hätte , t>ajj der Connestabel von Bourbon , im 1526 Jahre noch einmal siegen wurde . Die Köniqinn Regentinn hatte sich wider den Sterndeuter entrüstet , welcher deswegen saget : daß er nicht geqlau - bet hätte , seine Kunst zum Lügen zu gewöhnen , und daß er nicht so aleid , an die Begebenheit eines großen Matbematikverständigen gedacht kälte °icf> glaube , daß er vom Orontius Fine redet . Sed et nefeie . bam me^praedario Aftrologum condudhim , quodque mihi , quod ars illa diöat , monendi dicendique ms rehclum non eilet , occurrit - que extemplo Orintius Parrhifiorum mfignis Mathematicus et Aftro - loeiis qui dum veriora , quam poterat , vatieinauerat , iniquiflima captiuitate diutine vexatus eft . Agnppa , EpiilL LXII . Libr . IV . pag . m . 881 . Der Brief ist zn Lion den 3 des Wintermonals , 1526 , unterschrieben worden . Mir delicht nicht , daß diese Sache sehr bekannt wäre .
( v ) Er ist genöthiget gewesen , seine gai^e Ä . ebens»eit über mit der verdriefilicken Armurh ; u ringen . 3 ( rr hat feine Sm - öien vollbracht , ohne daß er von seiner Familie die Hul , e erhalten . die ein Studierender nöthig hatte : sein Vater war gestorben , und seine Ver - wandten nahmen sich seiner nicht an . Ich bin nicht nicht willens , die Lobsprüche zu wiederholen , die ihm wegen seiner Vorfahren zn Theile ge - worden sind ; sondern wegen dessen , was er sich selbst ins besondere , ohne Beystand , Hülfe und Unterstützung seiner Anver>vandten , erworben hat , worüber sich der ehrliche Mann in seinen Starken hin und wieder beklaget . Tbevct , Eloges , Tom . VIL p . 314 . Man kann ohne Mu - he begreifen , wie beschwerlich ein solcher Zustand ist . Thevet versichert
auf der 319 S . ebendas daß Gcomms Line dergestalt von den» Gei^e entferner gcrvescn , daß er durck sein Philossphiren w«e stmcn ( Beifi , aber seinen Beutel , niclir sehr vergnüget . Daß es an ihm gelegen , kann ick nickt glauben , in Ansehung der Rla - gen . die er öfters gegen viele Herren rvegen seiner Dürftic^cic gefübrer : rvclcke man so übel verstanden , daß der gute ( VronM tins bey seinem Todc , fiatt aller seiner Güter , nichts als eine - große Sckuldenlast gehabt , worinnen er ( ; u seinem größrei» Betrübnisse , ' ) seine liebeSbeg ( E ) Es fanden sick Macenaten , die - - - der Dürftigkeit feiner Familie unter die Arme gegriffen . 2 Wir wollen den The - vet noch weiter hören : Er har viel Rinder gehabt , welcke , ob sie gleick von Vater und Mitteln entblößt gewesen . dennock nickt obne - Hülfe geblieben sind^um so vielweniger , da nack seinem Tode viele gütige - Herren ihre M'ldchatigkeit angewendet , die Rinder desjenigen ju unterhalten , , u bewahren und bescküyen , dem sie in seinem Äcken so geneigt gewesen . Es sind ; ween darun - rer gewesen , die den Studien gefolger , nickt allein der Mathe , matik , K^ern auck der eine der Gottesgelahrtheir , und der an - dere der Recktsgelehrsamkeit , Öawn ein jeder in feiner Facultät den Gradum erhalten . Ebendas . Tom . VII . p . 3 - 0 . Thevet redet auf der 312 S . von einem Johann Fine , Doeror der Gottesgelahrtheit , einem Sohne des Orontius . Ick bade , saget er , von seinem Soh - ne , Johann Fine , Doctor der Gotresgelahrrbeir , einige Nack - rickren erhalten , welcker , da er erfahren , daß ick kur ; e Lebens - besckreibungen berühmter Männer aufsetzte , alles mögliche than , was er gekonnt , damit sein Varer auck hinein käme . Die - ses saget er anderewo : Ob gleick seine Sohne schr sckone und auserlesene Grabsckriften aufgesenet , so habe ich mick dennoch nickt getrauet , dieselben einzurücken ; au» Furckt , man »n^ckt« sie , ob sie gleick wohl gemackt smd . und die voabrheit sagen , in diesem Puncre verwerfen , weil >ie kein taugliclies Zeugniß , zum Ä . obe ihres Varers , ablegen konnten . Ebendas 321 © . Lau - noy . Gymnaf . Navarr . p . 67Y . belehret mich , daß Johann Fine seine Studien in dem Cvllegi» von Navarra getrieben , und I» dem Collegio

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