Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9028

Fevret . 505
. . sehen läßt , und sich so weit , als es ihm «ur möglich gewesen , von der „ tiger ist , als die alte lateinische Ausgabe : daß hingegen diese Ausgabe
„ Barbarey der GottesgeUhrten seiner Zeit , entfernet : so hat er dennoch „ in etlichen Stellen der canonischen Briefe viel richtiger sc» , als das
»große Merkmaale der Schwachheit in diesen , ganzen Werke hinterlas - „ Griechische ist . , , Simon führet noch verschiedene andere Dinge an ,
„ sen , so wohl was die Auslegung , als die lateinische Sprache betrifft , um die Beschaffenheit dieses Werkes zu erkennen zu gebe» , und be -
„ Erasmus und Stunica haben einen Theil seiner Fehler getadelt , indem schließt , daß Jacob le Fevre unter die geschicktesten Ausleger seiner
„ sie durch viele Beyspiele gezeiget , daß er nur ein halber Sprachlehrer Acic aeftnc rverOen müsse . Allein Erasmus , rvelcber ; u glei ,
„ gewesen , und nur eine mittelmäßige Kenntniß von der griechischen cheroeir geschrieben , und vielmehr Zierlickkeit gehabt , bat sei ,
„ Sprache gehabt . Natalis Bedda , ein Gottesgelehrter zu Paris , hat ncn Ruhm um ein großes vermindert . Man liest die XVerke
„ seine Theologie so wohl , als des Erasmus seine geradelt . Endlich ha - dieses Gottesgelehrten ; u Paris fast nicht mehr ; hingegen wer ,
„ ben die Ketzerrichter zu Rom , unter Clemens dem VIII , seine Ausle - den des Erasmus seine - - - noch hemiges Tages sehr hoch
„ gung über das ganze neue Testament . unter die Zahl der verbothenen geschalzer . Ebendas . ; oz S .
„ Bücher gesellet , bis es von neuem übersehen , und von seinen Jrrthü - . . . . . , _
„ mem gereiniget worden . - - - Bedda hat ihm verschiedene Jrrthümer * ^Mische Airche nicht verlassen , und „ vorgeworfen , und unter andern auch diesen , daß er über das IX Cap . * ' ' öre Afilfwhrimg ömr gemisbillig« , dte die Glaubens , . des Briefes an die Römer geschrieben : es hange nicht von dem Wil - verbesftrung in Deutschland einführten . Z Die andere von diesen ' len des Menschen ab , selig zu werden , ( Iae . Fab . apud Bedd . in Cenf . Zwoen Sachen ist in diesen Worten des Erasmus enthalten : ve re . „ C . v . Epift . ad Rem . Prop . 59 . pariser Ausgabe , in Folio , aufs >5 - 5 gno icnpli , plebem üngua temperare , magiftratum nihil wahr . ) Pofl'e faluari 11011 eft in hominis voluntate , poteftate aut Fe£e> j . . 5x 1P'orilin «titcntia ; fenatu mauere , qiii a do & rina „ operibus . . . Der gelehrte P . Taumaßin ( er sollte Thomas - »plorum äiNentiun» ; conncere in carcerem . qui verbo ipfos tetige . „ sm sagen . ) vom Oratorio , hat in seinen Nachrichten , von der Gnade , rit , foederibus fcfe commumre , an non hoc eft regnare ? Damna . „ diese Bemtheilung des Bedda eingerückt , mit dem Zusätze : daß die Leh - in »> " egregnjs die vir Iacobus Faber quum mctu ceflerat „ re dieses Gottesgelehrten , auf gewisie Art , die Lehre der theologischen Gall , . is> « m Ger - mamam concellerat Erafm . Epift . ad Fratres Ger . „ Facultät zu Paris wäre , weil sie die Beurtheilung nicht gebilliget hät - wan . ae infer . 5oI . o tau O . 4 verfo Für die erstere will ich eine Stel - „ re . Dem fey , wie ihm wolle , so ist Bedda heftig auf ihn losgegan - * Florimond von Remond anführen : „ Ce Fevre , welcher den Zu - „ qen , als wenn er die allgemeine Gnade geleugnet hätte . - - - - „ namen von Estaple , semem Gcburtsbcrft , gefuhrer , ein armes Kind , „ Si . uon , Hift . Crit . des Comment . du N . Teil . p . 496 . Ich habe > . v° " dem man keine Aeltern gewußt , hat lange Zeit in den Ländern des „ nur eine Ausgabe von seiner Auslegung über die Evangelien gesehen , »Königes von Navarra gelebet , wö einn^den>Mw>sseii> derer »tele ©cru * „ welche erstlich erschienen ist , nachdem sie zu Meaiix , auf Simons »Jel und Zweiftl ausgesäet , die ihm Gehör geben woÄen , > und sich alle - . . von Colines Unkosten , gedruckt worden - - - Ebend . 50 - Seite , »»eit als ein Mthol . k geftellet . Ich ennnere m ch^ ehmals gesehen „ Er hat auch über die canonischen Briefe geschrieben . Er hat dieses . . Z» haben , daß die Kirche zu Nerrac sein Grabmaal mit diesen Worten „ letztere Werk dem Anton Du Prat , Kanzlern von Fraickreicl , , z»ge - „ auögeputzet har .
„ schrieben , dem er für den Schutz danket , den er seiner Erklärung . . corpus hrnnb , mentemqiie Deö» bona cunäa relinquo
»der Evangelien ertheilet . Dieses könnte Anlaß geben , zu urtheilen , „ Pauperibus , Faber haec , dum moreretur , ait .
„ daß die Buchet dieses Schriftstellers , zur selbigen Zeit , einigen Gol -
„ tesgüehrten zu Paris nicht gefallen hätten - - - Er ist in dieser » . Gleichwohl ist damals nichts in der Religion , Noch in den Kirchenge .
„ lebten Auslegung ebeu derselben Lehrart gefolget , als Über die Evan - „ prängen verändert worden . Der König und die Königinn von Na -
„ ^elien , außer daß er seine Verbesserungen auf deii Rand , dem Texte „ varra , ob man gleich Laulichkeit ihrer Andacht erkannte , weil sie
»über , gesetzet hat ; welches viel bequemer ist . Er bemerket in einem „ diesen Flüchtigen von Meaux allzuvahen Zutritt verstattet , haben au ? eben „ davorstehenden Briefe , von Meaur , >5 - ; , geschrieben , daß die griechi - »»diese Art zu leben fortgefahren . wie sie gewohnt gewesen . , , Flor , de Re . , , sche Urschrift der Evangelien , und Briefe de« Apost . Paulus Viel rich - mond . ttift . de laNaifiance de 1' He'refie , Liv . VII . ch . III . p . m . 846 847
Fevret . - Carl Fevret , Sohn des Herrn Jacob Fevret , Rath des Königes bey dem Parlemente tu Dijon . kam lu Semur in Auxois , im 1583 Jahre zur Welt . 3
Der berühmte Genebrard , Erzbischofvon Aix , und Prior unserer lieben Frauen zu SeMur , ist ein vertrauter Freund ^acob ^evrets gewesen , den er m seinen Werken ? atromim rebus omnibus ornatum nennet . Er hat ihn um seinen Sohn , Carl , gebethen , ihn auf seiner Reise nach Rom zu begleiten ; allein dieser Prälat wurde in seinem Bette zu Semur , von seinen Be - dienten unverinurhet todt gefunden , die ihn des Tages , der zu seiner Abreise bestimmet war , früh aufwecken wollten .
Bongars , der bey den Gelehrten und durch seine Werke so bekannt ist , war auch Jacob Fevrets Freund . Er hat an ihn um feinen Sohn Carl geschrieben , welcher 1602 zu ihm nach Meß gieng , und ihm bey seiner Reise nach Deutschland , Gesell - schaft leistete , wohin ihn der König , Heinrich der IV , als Residenten von Frankreich , bey den Churfürsten und Fürsten des Reichs , schickte .
Carl verließ ihn , um zu Heidelberg , einer berühmten Universität in Deutschland , die Rechte zu studieren . Gottfried Hat damals das Recht daselbst gelehret . Er hat große Sorge für Cürln Fevret getragen , der ihm voll vielen vornehmen und braven Personen empfohlen worden . Er hat ihn in sein Haus genommen , und öffentliche Satze mit Beyfalle venheidi - gen lassen . ,
Im 1607 Jahre ist Carl Fevret nach Dijon zurückgekchret , wo er die Fraulein Annen Brunei von Beaulne geheirathek , von welcher er 19 Kinder gehabt . Sie haben 14 derselben 8 Jahre mit einander erzogen . Nach dem Tode seiner Ehgattinn , der 1637 ersvlget , hat er sein Ehbette verschlossen , und sich nicht wieder verheirathet .
Er hat sich bey de» Gerichten zu Dijon großen Ruhm erworben , wo er lange Zeit mit vieler Beredsamkeit und Stärke , als Sachwalter gedienet , und verschiedene öffentliche Handlungen verrichtet , die ihm eine allgemeine Hochachtung zugezogen . Er ist zum Rache der drey Stande von der Provinz erkiest worden .
Im 1629 Jahre , da sich der König Ludwig der XIII nach Dijon begeben hatte , um daselbst die Urheber eines Aufruhrs des Pöbels bestrafen zu lassen , ist er ernennet worden , bey Sr . Majestät für die Schuldigen um Gnade zu bitten . Er hat für alle Gemeinschaften das Wort gefuhret . und eine so wohlgesetzte Rede gehalten , daß ihm der König befohlen , dieselbe drucken Ali lassen , und sie ihm nach Lion zu schicken . Se . Majestät haben den Urhebern des Aufruhrs Gnade ertheilet , und den : Carl Femt eine Rathsbedienung bey dem Parlemente zu Dijon , von der neuen Errichtung , verwilliget : wie aber die Ausführung von dem Willen der Fürsten öfters auf ihren Bedienten beruhet , sö güb man auch dem Carl Fevret zu verstehen : es sen des Königes Wille , daß er das Amt eines Rathes selbst verwalten sollte , womit ihn Se . Majestät begnadiget hätte ; welches er ausschlug , indem er seine Profeßion , als Sachwalter , nicht verlassen wollte , die er mit so vieler Hochachtung und großem Ruh . me trieb . Er mußte sich also mit dem Titel , eines königlichen Raths und Hofsecretars , nebst 900 Pfunden Besoldung begnügen , darüber ihm der Befehl umsonst ausgefertiget wurde . (
, Seine öftern Absthickungen nach Hofe machten ihn bey dem Herrn von Marillac , Siegelbewahrer von Frankreich , bekannt , der ihn mit seiner Freundfchaft beehret hat .
^nt 1626 und im 1627 Jahre , hat ihn des Königes Bruder zu seinem ordentlichen Rathe in allen seinen Geschähen er - nennet , und der Prinz von Conde zum Aufseher seil , es Hauses und aller seiner Geschaffte in Burgund erkiest .
Er ist «neben dieser Bedienung durch Ludwigen vonBourbon , seinen Sohn , Prinzen von Conde , bestätiget , und beyLebzei - tcn dieser zweenen Prinzen , mit ihrer Gnade und vieler Hochachtung beehret worden . Er ist auch von Friedrich Casimiren , pfälzischen Prinzen am Rhein , und seiner Gemahlinn , Amalia Antwerpie , gebohmer Prinzeßinn von Oranien , zum Rathe und Aussetzer ihrer Geschaffte m Burgund ernennet worden . ,
Carl fevret hat besondere Verbindungen mit allen geschickten Rechtsgelehrten seiner Zeit gehabt .
Er hat 1654 eilt kleines lateinisches Tractätchen , de Claris Fori Burgundici Oratoribus , drucken lassen .
Der erste Druck seines gelehrten Tractats , von dem Misbrauche und der wahren Ursache der Berufungen ( ^ppellgtiones ) , die den Namen eines Misbrauchs verdienen , ist 1653 erschienen . Er hat ihn auf die Hälfte vermehret , und zu emer neuen Ausgabe An - laß gegebeil , die man 1667 , nach seinem Absterben , gemacht hat . Derselbe Tractat ist 1677 zum drittenmale gedruckt worden .
Er hat noch eine vortreffliche Ueberseßung der vierteiligen Gedichte Pybracs in lateinischen Versen gemacht , welche zu Lion »667 mit einer Auslegung , unter dem Titel , de Officiis Vitae Huiflanae , fiuc in Pybraci Tetrafticha Coinmentarius gedruckt worden . t a . ,
Verschiedene Schriftsteller haben von ihm und seinen Werken mit großer Hochachtung geredet .
Sein Wahlspruch war : Lonsdenna virtuti fatis amplum Theatrum eft .
Er ist zu Dijon , 1661 , 77 Jahre alt , gestorben , und hat zweene Söhne , als ParleMentsrathe zu Dijon , und jween Enkel hinterlassen , davon der eine Rath bey eben diesem Parlemente , und der andere ParlementSrath zu Metz ist .
- ) Siehe die Nachrichten von der andern Ausgabe .
II Sanv . Ss< Line ,

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