Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4335

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Campanus .
mußte ein jeder seinen Antheil , zur Erfüllung der Gelübde des lus , aus seinem Beutel geben . Weil Zaber beschlossen worden , ein gül - benes Gesäße nach Delphe« zu schicken , und kein Gold in der Stadt war . so war der Rath bekümmert , wie dieses Gefäße sollte gemacht werden Die Frauen rissen ihn aus dieser Verwirrung ; sie kamen sammen . und beschlossen , ihren Schmuck und ihr Geschmeide herzugeben . Zur Erkenntlichkeit für dieses Opfer , verwilligte ihnen der Räch die Ehre der Leichenreden , welche bisher den Mannspersonen allein be - stimmt gewesen . Ebend . izz S . B .
( v ) hinterließ Sohne , welche an ven Würven der Re« publik TKeil gehabt . ] Spuriua Fuciu - j Camillus , einer dar - unter , ist zum Prätor in eben demselbem Jahre gemacht worden , da man dieses Amt in Rom eingeführet , nämlich im Jahre zz ? , da das Eonsulat unter den Patriciern und Plebejern gerheilt zu »verde« an - fing . is Libr . VIL zu Anfange . Sein Druder Lucius Furius Camillus erscheint mehr in der Historie . Er ist im 403 Jahre Roms , zum Diktator ernennt worden , und weil er die Patriae ? in den Besitz des ConsulatS wieder herstellte , so hat er sich ihre Wohlgewogenheir der - maßen erworben , daß sie ihn im folgenden Jahre zum Bürgermeister erwählt . Er bat die Gallier überwunden ; und unter seinem Consulate hat Marcus Valerius bey einem Zwevkampse mir einem Gallier durch Hülfe e . neö Raben ( dieserwegen hat Valerius den Zunamen CorvinuS bekommen ) den Vortheil erhalten . Sigonius in Faftis ex Livio . Glandorp giebt vor , daß dieser Lucius Furius Camillus als Jahre ber - tiach . imqi ! JahreRoms Bürgermeister gewesen , tOnomaftic . p . 364 . daS von ihm bemerkte 417 Jahr ist nach dem Sigoniu« das 415 ) allein Si - gonius überführet diese« der Unrichtigkeit durch die Register des Capitols , worinnen der Consul Lucius FuriusCamilllw , weKl ) er im 4>5 Jahre Roms ein Siegesgepränge gehalten , des SpuriuS Sohn und des Mar - cus Enkel genennt wird . Dieser Camillus . welcher im Jahre Roms 41 ; Bürgermeister geweftn , hat den Caju« MäniuS zum Amcsgenossen gehabt : sie haben alle beyde triumphirt , und vermittelst eine« Vor - rechts , welches damals sehr seltsam gewesen , erhalten , daß ihre Bild - ftulen in das Forum gesetzt worden . Liuius additum triutnpho norem fcribit , vt ftatuae Confiilibus , rara illa aetate res , in foro ponerentur . Sigenius in Faftis ex Liuio , welcher auch den Eutro« pius und Plinius im XXXIV B . V Cap . anführet . Ich übergeh« die andere Tbat dieses Lucius Lucius Camillus , des Enkels von dem großen Camillus : diejenigen , welche Nachricht davon verlangen , dör , ftn nur den Titus LiviuS zu Rathe ziehen .
( L )
Nackgehends haben feine Nackkommen in
der Niedrigkeit gelebt . 1 Wir erfahren von dem Tacitu« . daß Fl»rius Camillus . Proconsul inAsriea unter dem TiberiuS , wegen des Sieges über die Numidier die Ehre de« Triumphs erhalten . Hierauf bemerket dieser Geschichrschreiber . daß seit dem berühmten Camillu« , dem Erret - ter des Vaterlande« , bi« auf diesen Proconsul inAftica , kein einziger au« diesem Hause den Befehl über die Kriegsheere geführt , als der Sohn des Erretters . Er setzet darzu , daß der Proconsul von Aftica , für kei - nen Krieasmann gehalten worden , und daß ihn Tiberius dieserwegen vor dem Rath« sehr gelobt habe . Fufi Numidae , multosque poft no» Furio nomini partum decus militiae . Nam poft illum recupera - torem vrbis filiumque eins Camillum , penes alias farailias impera - toria laus fuerat . Atque hic , quem memorauimus , bellorum ex - pers habebatur . Eo pronior Tiberius res geftas apud Senatum ce - lebrauit : et decreuere patres triumphalia infignia . Quod Camillo ob modeftiam vitae impune fiiit . Tacit . Annal . Libr . II . cap . LII . aufs 770 Jakr Roms . Lipsius saget , daß Tacitu« zweene Triumphe des Hause« Furia nicht gewußt habe . P . Furius , saget er über den Tacitus ebendaselbst , triumphirt« über die Gallier im , ; o Jahre , und x . Furius Purpureo triumphirre auch über die Gallier im 55 ; Jahre . Der P . Srrada wirft dem Tacitus eben diese Triumphe vor ; und mit er kein bloßer Abschreiber des Lipsius seyn will , so führet er denPo - lybius und OrosiuS , wegen de« Sieges des Furius , und in Ansehung des Triumphs dieses Furius den Plurarch , und den Titus LiviuS , nebst den kapitolinischen Tafeln , wegen des Triumph« vom ; ? z Jahre an . Farn . Strada , Prolufionum Academicaruni , Libr . I . Proluf . II . pag . m . jo . Es ist gewiß , daß die Römer nach dem Polybiu« über die Gallier ,
ter den : Consulate des P . Furius , und des C . Flaminius , emen wich - tigen Sieg erhalten haben . Es ist gewiß , er bemerket , daß die meister mit einem Kriegsheere ins Land gefallen , Polyb . Libr . II . cap . XXXII . XXXIII . Allein , wenn er die Schlacht beschreibt , so redet er nur von dem Bürgermeister Flaminius , und saget nicht , daß einer von bey - den ein Siegesgepränge gehalten hat . Also geht man von der Rich - tigkeit ab , wenn man vorgiebt , daß Polybius ein guter Zeuge von dem Siege des P . Furiu« sey . Die andern Geschichtschreiber , welche Srra - da anführet , sind noch weniger gute Zeugen : denn Orosius im IV B . XIII Cap . eignet den ganzen Sieg dein Flaminius zu , und saget nicht ein einziges Wort vom Furius . Den Pliuarch betreffend , so saget er , daß die Bürgermeister Flaminius und FuriuS das Kriegsheer in daS Land der insubrischen Gallier geführt , und daß der Rath , nachdem er erfahren , daß sie niit einiger Unregelmäßigkeit erwählt worden , an sie geschrieben , unverzüglich zurück zu komme , ' , und ihr Amt niederzulegen ; daß aber Flaminius den Brief nicht eröffnet , bis er die Feinde in die Flucht getrieben , und daß , weil er nicht mehr Ehrerbiethung gegen den Brief erzeiget , es wenig gefehlt hätte , daß man ihm den triumphirm - den Einzug nicht zugelassen . Plutarch . in Marcello , zu Anfange pag . 199 . Plurarch setzet darzu , daß Flaminius gleich nach seinem gehaltenen Triumpl ) ? , nebst seinen Amtsgenossen , des ConsulatS ent - setzt worden . Alles dieses giebt zu erkennen , daß Furius ein absonder - liches Lager commandirt , welches die Feinde nicht überwunden ; und daß man wenigstens in dem Plutarch nichts findet , was den Triumph des furius beweisen könnte . Der P Strada ist glücklicher bey den Anführungen des Triumphs des L . Furius Purpureo gewesen ; allein , nach meinem Bedünken , muß man zwey Ding ? wissen , wenn man den Tacitus mit Recht tadeln wollte . Erstlich muß man wissen , was TacituS durch Furium nomen , und zum andern , was er durch impera - toria laus versteht . Wenn sein Sinn ist , daß seit dem Sohne des großen Camillus , bi« auf den Tiberius , kein einziger aus dem Hause Furia , die Kriegsheere commandiret hat ; so ist er vom Lipsius und Fa - mianus Srrada nicht zur Genüge getadelt worden : sie hätten ihm den Caius Furius pacilus , den Bürgermeister im S02 Jahre Rom« , gegen setzen können , welcher einige Zeil in Sicilien commandiret hat : Polyb . apvid Sigonium in Faftis . Allein wenn er nur von den Nach - kommen des Camillus reden wollen , so tauget die Beurtlmlung dieser zweenen Schriftsteller nichts ; denn der Consul vom Jahre ? zo , und derjenige , welcher im Jahre 55z triumphirt hat , sind nicht von der Li - nie des Camillus gewesen : der eine ist von derjenigen gewesen , mit dem Zunamen Philo , und der andre von derjenigen , mit dem Zunamen Pur . pureo . Mit besserm Rechte hätte man ihm den Enkel des großen Ca - millu« entgegen setzen können .
( F ) Der Ruhm dieser Familie iß auf die Spindel gifallen , und hat , in Ansehung dessen , bis auf die Zeiten des h . - Hierony ? mus gedauert . Z Ich sage nicht , daß die von dem großen Camillu« entsprossenen Frauen , sich durch die Waffen hervorgethan haben ; ich rede nur von dem Ruhme , der ihrem Geflechte zukömmt . Die Zuchr und Keuschheit haben sich bey den Frauenspersonen von dieser Familie auf eine solche Art erhalten , daß man fast keine einzige darunter gese - hen , die sich wieder verheirather hätte . Dieses saget der h . Hieronymus , da er an eine Frau schreibt , die vom Camillus abstammet und ihn we - gen des Borhabens um Rath gefraget , daß sie ihre ganze Lebenszeit Witwe bleiben wolle . Obferuas et litteris fuppliciter deprecaris , vt bi refcribam , imo fcribam quomodo viuere debeas , viduitatis co - ronam illaefae pudicitiae nomine conferuare . Hieronymus ad Furiam de Viduitate feruanda . Sie war die Tochter einer Frau , welche un - geachtet ihre« ehlichen Stande« in der Enthaltung gelebt . Gaudet ani . mus , exfultant vifcera , geftit affechis , hoc te cupere eile poft virum , quod fanöae niemoriae mater tua , Titiana , multo tempore fuit fub marito . Exauditae funt preces , et orationes eius : impetrauit in vni - ca filia , quod viuens ipfa poflederat . Habes praeterea generis tui grande priuilegium , quod exinde a Camillo vel nulla , vel rara ve - ftrae familiae icribitur fecundos nofle concubitus : vt non tarn lau . danda fis , fi vidua perfeueres , quam exfecranda , fi id Chriftiana non fernes , quod per tanta faecula gentilesfeminae cuftodierunt . Taceo de Paula , et Euftochio , ftirpis veftrae floribus : ne per occafionetn exhortationis tuae illas laudare videar . Ebendas .
Campanu6 , ^Iohann Anton ) einer der gelehrtesten Prälaten , die im XV Jahrhunderte in Italien gewesen sind , war der Sohn einer Bäuennn , welche bey der Arbeit auf dem Felde von den Geburrsscyinerzen überfallen wurde , und mir ihm unter einem Lorbeerbäume nahe bey Capua h , niederkam . Er wurde zur Hmung der Schafe bestimmt ( A ) ; rodl er aber viel Wih zeigte , so gab man ihm dem Pfarrer des Doris zum Diener , der ihn ein wenig Latein lehrte f . Andere sagen , daß er nur Diener bey einem Küster gewesen d . Er wurde nachgehends Lehrmeister in einem guten Hause zu Neapolis und er brachte es " " J * c' ft ®' " r
gehabt f . Nac ! und er lehtte die \
che sehr fleißiq unter dem Demetrius' Chalkondylus zu Padua studieret ; Nach seiner Zurückkunft in Perusa'hat er dasleben des tapfern Andreas Braccio geschrieben . Dieses Werk ist wegen der Schreibart sehr hochgeschätzt worden ; allein man hat es allzu schmeichelhaft gefunden ( B ) . Der Ruhm des Campanus wurde so groß , daß er vomCalirtus dem IV , nachRom zu seinem Secretär berufen worden : kaum war er zu Rom angekommen , so machte der Tod dieses Pabstes seine Hoffnung zu Wasser . Er erwarb sich die Wohlgewogenheit Pius des I l , und verwaltete beym Cardinale Saroferata das Amt eines Haushof . meisterö . Einige Zeit hernach wurde er vom Pius dem II . nur dem Bischofthume zu Crotone und hernach mit dem Bischosthume zu Terame versehen ( C ) . Er erhielt vom Paulus dem II . das Erzpriesterthum des h . Eustachius , eine sehr gute Pfründe . ' Er " ■ ' ' " ^ i mA " s Reden auf den Reichstagen
egleitete den Cardmallegaten FranciscuS Piccolomini nach Deutschland , und hat verschiedene Re gehalten . Bey seiner Zurückkunft in Italien hat er von ebendemselben Pabste die Scatlhalterschaftzu Tuderti erhalten . Un - ter Sirms dem I V , hat er die von Fulgino und von Cita di Castello erhalten ; ^allein , er hat diese Bedienung und die Gnade des Pabstes verlohren , weil man ihn für einen Mitschuldigen an der in seiner Statthalterschaft entstandenen Empörung gehal - ten . Sixtus ergrimmte dermaßen wider ihn , daß er ihn aus dem ganzen Kirchenstaate verbannte , und alle Verbitten derjeni -
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durch Verfertigung emiaer Werke zu vertreiben : denn so vald er sich fertig machte , anzufangen , so empfand er seinen Verdruß von neuem . Dieses schlug alleii seinen Much darnieder : und wie er überdleß der schweren Noch unterworfen war , so druckte ihn ein widerwärtiges Glücke vollkommen zu Boden . Er starb zu Siena den 15 des HeumonatS - 477 lM fünfzigsten Jahre seines
Alters

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