Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9004

Feuillant . Fevre .
durch so in den Harnisch gesagt worden , daß er alle Fehler , die er in dem Suarez in Ansehen der Ziffern heraus klauben können , zusammen gerafft , und ihn eines gleichen Jrrthums überführen wollen . Allein diese Din - ge sind einander ganz und gar nicht ähnlich Eine Ziffer für eine an - dere setzen , da« ist keine Sache . Meistentheils ist dieß ein Druckfehler , den man nicht auf des Schriftstellers Rechnung setzen darf : alleindem heil . Cyrillus dasjenige beizulegen , was bloß von einem Menschen nn - fers Jahrhunderts herkömmt , und dieses endlich darum zu thun , damit man einen unverwerflichen Zeugen wider sein Gegenpart in einem wich - tigen Streithandel aufführen will ; dieß ist ein Schnitzer des Bücher - schreibe« , der nicht geringe ist . Theophilus Raynaud entscheidet rund heraus , daß Feuardent nicht aus Unwissenheit , sondem mit wohl über - legten , Vorsätze gesündiget habe . Feuardentius ad üb . z . S . Irenaei cap . 23 . internus in adftruendum nitoremconceptionis pracdiftae , al - lcgauit locum pro ea , ipfis Solis radiis scriptum , ex lib . 6 . 8 . rilli in Ioannem cap . 15 . At non efle eiim librum S . Cyrilli . fed Clichtouei , qui lacunam quatuor intermediorum librorum in eo Cyrilli opere lupplere voluit , in confefl'o eft . Neque id ignorafle Feuardentiiim , comperta eins eruditio diibitare non finit . Sed ( vt dixi ) ferniens caufae , quam tradlabat , locum ex lucubratione miperi fcriptoris , operi S . Cyrilli intexta , ineditato fuppofuit S . Cy - rillo , et tanquam tanti Patris dictum , protulit . Monuit de hoc loco per Feuardentiiim minus apte citato , et ad Clichtoueiim non ad 8 . Cyrillum referendo , Suarez Tom . II , z . part . d . z . f . 5 . qui eam a Feuardentio gratiam retulit in pofteriorc editione commentariorum tn Irenaeum , vt quotquot congerere potuit menda , in numeros ty -
503
pographicos illapfa in Suaris operibus , ad cum fimilis lapfus infimu - landum intorferit . Sed eft profe£to fuituna difparitas . Nam au - torum allegationes quoad nuinerum arithmeticum , quo a typogra - pho exhibentur , nullus author praeftare queat indemnes a nmltij mendis , in tanta operarum ofcitantia , et emaculatorum indiligentia . At plagulae Clichtouei prolatio nomine S . Cyrilli , ad conciliandam majorem fidem placito pro quo pugnes , non eft erratum , vel men - dum typographicum , quod in ofeitantes operas , vel in dormitantein emaculatorem poflfit referri . Theoph . Raynaud . Erotemat . X . debo - nis ac malis Libris , num . 289 . ,
( F ) Er bar das - Haupt der L . , q«e selbst nicht geschont , da er es für den Urheber einer Sache gehalten , die den Absicliten der Rebellen schädlich ftyn konnte . 1 Der Herzog von Nemours , ein großer Liguiste , der sich bei ) dem Herzoge von Majenne seinem Stief - bruder , wegen des Vaters , verhaßt gemacht , wurde tn VerHaft genom - wen , und man hat sich eingebildet , daßsolches , vermittelst der Kunstgriffe M Herzog ? ! vonMaienne , geschehen . Nachdem Pasauier dieses im XVI B . seiner Bnefe aus der 234 S . erzahlet hat , so seket er dazu : „ Feuardent ein Franciscaner , der anftührischste Prediger , der in Paris „ war , hat sich nicht gereuet , dem Herzoge auf seiner Kanzel desweaen «viele Stiche zu geben . Dieser hat ihn vor sich hohlen lassen , ihn ver - „ nunftiger reden zu lehren , mit dem festen Vorsähe , ihn zu züchtigen „ Jedoch da er gehört , daß er ein Savoyard von Geburt war , so hat er „ ihn einigermaßen entschuldiget , weil er einem Prinzen von Savoyen „ zugethan gewesen . , , Pasquier betricgt sich - wegen des Vaterlandes dieses Franciscanerbarftchers .
Feuillant ( der kleine ) ein Prediger der Ligue . Siehe MongaiUard .
Fevre von Etaples a ( Jacob le ) lateinisch Faber Stapulenfis , ist einer von denen gewesen , die den Anfang zur gung der Barbarey gemacht , die auf der hohen Schule zu Paris herrschte . Er ist nur ein kleiner Strumpf von einem Mei , . schen und von sehr geringer Geburt gewesen b\ allein er hatte einen aufgeweckten Kopf , voller Gelehrsamkeit . Er machte sich wegen des Lutherthums verdächtig , und ward gezwungen , den Plackereyen gewisser hitziger und unwissender Eiferer zu weichen , die ihm keine Ruhe ließen c . Er ließ sie scheu , und gieng von Paris nach Meaux , wo ein Bischof war d . der die Wissenschaften und wahren Gelehrten liebre . Die von den Francifcanerbarfüssern zu Meaux erregte Verfolgung nö - thigte den Bischof , ein guter Katholik zu seyn e . Le Fevre war damals gezwungen , nach Blois , und von da nach Guienne zu flüchten . Margaretha , Königin» , von Navarra , Franciscus des I . Schwester , beehrte ihn mit ihrem Schutze so daß
er zu Nerac bis an seinen Tod , der im 1537 Jahre erfolgte , eine vollkommene Freyheit genossen / . same Dinge von seinen letzten Stunden ( A ) . Das Parlement zu Paris bekam voin Franciscus dem I . Besebl ' wider den le Fevre nichts zu beschließen , und den Willen des Königes zu erwarten . Dieser Prinz war damals in der Gefan - genschaft . Man findet . m Sie , da , , den Inhalt seines Briefes ( B ) . Vermuthlich ist es zu der Zeit geschehen , daß die Sorbonne den le Fevre semer Doctorwurde entsetzt ; allem er hat Frankreich nicht verlassen , wie Sleidan vomiebr Ich bekenne , daß er zwar eme Resse nach Straßburg gethan ; allein dieß ist auf Befehl der Königinn von Navarra qe - schehen , um sich mit Bucern wegen der Verbesserung der Kirche zu unterreden ( C ) . Seine natürliche Mäßigung bat ih» verlassen , da er wider den Erasmus , seinen alten Freund , schrieb ( D ) . Und dieser Streit ist nicht zu seinem Vorrbelle ausgeschlagen .
Wir haben oben gesaget s , daß er sich dem Schreyen der Mönche ausgesetzt , weil er behauptet hatte , daß die St . Anna nur einmal verheirathet gewesen . Er fand nicht weniger Widerspruch bey der Meynung , da er vorgab , daß die Sünderinn von welcher der Evangelist Lucas im VII Cap . redet , und Maria Magdalena , deren im VIII Cap . desselben Evangelisten gedacht wird , und Maria , des Lazarus Schwester , von welcher im XI Cap . St . Johannes Meldung geschieht , drei , unter - jchiedene Frauen sind . Man hat diesen Zank auch vor einiger Zeit wieder aufgewärmt ( 3 ) . Man muß nicht versessen daß er eine französische Ueberseßung der vier Evangelisten , und eine lateinische Dolmetschung der Briefe des Ap Paulus mit critifchen Noten und einer Auslegung gemacht hat , worinnen er die Vulgata sehr oft tadelt ( F ) . Er hat auch deralei - chen Noten , und eine dergleichen Auslegung über die vier Evangelisten , und über die Briefe der andern Apostel gemacht Alles dieses hat nur den Widerwillen der Sorbonne gegen ihn vermehrt , und er ward von dem fürchterlichen Natalis Beda angegriffen . Er hat äußerlich die römische Kirche nicht verlassen , und in gewissen Stücken die ein wenig zu hitzige Auf - siihrung derer gemisbilliget , die die Glaubensverbesserung in Deutschland einführten ( G ) ; allein in seines Herzens Grunde ist er kein Papist gewesen .
a ) EtapleS in der Piccardie ist der Name seiner Vaterstadt . O Verbeiden , in Effig . et Elog . pag . 104 . Ion ins , Elog . cap . CXXI . c ) Beza , Hift . Ecclef . Libr . I , pag . 2 . ä~ ) Namens Wilhelm Brisonnet . e ) Beza , Hirt . EccleH Libr . I , pag , 6 . / ) Ebendaselbst 14 . F ) Siehe oben die Anftihriing ( C ) bey dem Artikel Agrippa .
( A ) Man erzählet sebr seltsame Zvi'nge von seinen letzten den . ) Thomas Hubert , Rath bey dem Churfürsten von der Pfalz , Friedrichen dem II , den er auf feiner Reise nach Spanien begleitet , hat eine Beschreibung von dieserReise gemacht , welche zu Frankfurt im 1624 Jahre gedruckt worden . Er erzahlet . * daß derChurfurst . feinHerr , da er bey seiner Rückreise aus Spanien im > ; ; 8 Jahre durch Frankreich ge - gangen , zu Paris krank geworden , wo ihn Franciscus der l und die Koni - ginn von Navarra sehr oft besucht hätten . Bey einem von diesen Be - suchen ist es geschehen , daß diese Prinzeßinn erzählet , auf was für Art le Fevre von Etaples sein Leben geendet . Er und einige andre Gelehrte , an deren Gesprächen die Königin» viel Wohlgefallen gefunden , haben ei - nes Tages bey derselben des Mittags gespeist . ♦ * Mitten unter der Mahlzeit hat le Fevre zu weinen angefangen ; nnd , da ihn die Königinn nach der Ursache gefragt , geantwortet : daß ihn die Abscheulichkeit seiner Sünden in diese Betrübniß stürzte . Das Andenken seimrUnkeuschhei - ten ist es nicht gewesen , das ihn bekümmert , angesehen er in einem Alter von 101 ( « ) Jahren seine Jungferschaft noch gehabt . Wegen der andern Leidenschaften , welche die Menschen in Unordnung stürzen , hat er sein Gewissen auch in ziemlicher Ruhe erhalten : allein , das hat er für ein großes Verbrechen angesehen , daß er , da er die Wahrheit erkannt , und sie viele Personen gelehrt , die sie mit ihrem eignen Blute versiegelt Härten , die Schwachheit gehabt , sich in einer Freystatt , au^ubalten , weit von de - nen Oertern entfernet , wo die Märtyrerkronen aüsgetheilet worden . Die Königinn , die sehr beredt war , hat ihn wieder ermuntert . Er hat sein Testament mündlich gemacht ; er hat sich ins Bette gelegt , und ist wenig Stunden drauf todt darinnen gefunden worden . Die Königinn hat ihm unter eben denselben Marmorstein , den sie für sich bestimmt
hatte , sehr ansehnlich begraben lassen . Hononfice turnuhnfecit« marmore , quod pro fe cxfcindx fecerat , contegi voluit . Er hat seine Bücher dem Gerard Roussel , und sein übriges Vermögen den Armen »ermacht .
lange« hiftor . p . a u . f . Jnrie« führet sie auch an , in Apoloe . pour les Reform , ch . z , p . 70 und 71 . Zch gebe nur den Auszug davon .
( * * ) Colomies giebt vor , die Königinn habe bev ihm gespeist Tbo - maS Huberts Worte bedeuten dieses nicht . Quadam autem die mifit ad eum Regina , et fe velle cum eo prandere dixit , conuocatis aliquot dochs , quomm contabulationibus mirum in modum dele & aretiir .
00 Jacob le Fevre ist noch nicht völlig hundert Jahre alt geivesen , da er gestorben ist , allein es hat nicht viel daran gefehlt , wie diese Verse Ma - crins bttvelsen , Acui peracto iam prope feculo etc . Sie werden in dem I Bande auf der 362 S . der neuen Mcnaqianen pariser Ausgabe von 171 ; angeführt . Uebrigens bezeuget der > ? z Brief des Herrn Bayle , daß ihm das ganze Stück im Brachmomte iot , y zugeschickt worden . Ccit . A»m .
Es ist schwer , an dieser Erzählung zu zweifeln , und auch schwer , nicht daran zu zweifeln . Wenn die Sache falsch gewesen wäre , so würde sie die Kömginn dein Chi» sursten nicht erz . ' . blct daben , und würde sich Tho« mas Hubert wohl erkühnet haben , dieselbe in seine Historie zu se^en , wenn sie die Königin» nicht erzählet gehabt ? dieß sind die Bewegungs - gründe , nicht daran zu zweifeln . Allein wie kann man sich wohl iiberzenaen , daß eine Sache , wie diese , die dem Jacob le Fevre ins besondre , und der aan , zen Gemeinschaft überhauvt . so rühmlich gewesen , von allen reformirten Predigern sollte seyn verschwiegen worden , wenn sie wahr gewesen wäre ? wiekömmt eö doä ) , daß Theodor Beza , weder in seiner Kirchenhistorie , wo er von desJacob le Fevre Tode redet , noch in dem besondern Lobe daß er von diesem Doctor in seinen icombuz gemacht hat , noch an einem andern Orte seiner Bücher , wo sich die Gelegenheiten , dieses Wunder anzubringen , so vielfältig gezeiget haben , nichts davon saget ? Woher sollte das Still , schweigen Sleidans , Verheidens und einer Million von Schriftstellern kommen , welche , wenn sie ihre gesunde Vernunft gehabt , diese Sache Härten erzählen mussei , , woftrn sie ihnen bekannt gewesen wäre ? Man - wird diese Schwierigkeiten nicht anders auslösen können , als wenn nian voraussetzet , daß diese Begebenheit ganz imd gar unbekannt gewesen wäre . Dieß heißt aber aus einer Vnivirrung in die andre fallen . Der
Schau«

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.