Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8940

Ferner .
fident Cousin erinnert hätte , daß du Ferner damals ein guter Protestant qewesen , und daß er in dem öffentlichen Bekenntnisse der reformirten Religion gestorben ist , so würde er des Raynaldus Vorgeben nicht ge - leugnet haben ? Ist wohl etwas wahrscheinlicher , als dieser Anschlag ? Man sehe die Anmerkung ( F ) , und könnte man wohl so geschickt seyn , als diese zween große Männer gewesen sind ; könnte man wohl von allen Misbräuchen so überzeugt , und so eifrig für die wahre Hoheit der sran - zösischen Monarchie , seyn , als sie gewesen ; und dennoch an keine Ver - besserung gedenken , welche Frankreich allen Nachbarn furchtbar gemacht , und es von einer Abhänglichkeit befreyet haben würde , die ihm heutiges Tages so schädlich ist ?
Es giebt noch andre geschickte Leute , welche nicht gewußt haben , baß Du Ferner resormirt gestorben ist . Davila hat gesaget , wenn er von einer Unterhandlung redet , die der Herzog von Epernon mir dem Könige von Navarra gehabt , und bey welcher ihm der Herzog von Roquelaure , einer von den Lieblingen dieses Prinzen , den Rath gab , sich den Absich - ten Heinrichs deS III , gemäß zu bezeugen : Contendeva in contrario Arnoldo Monfignore di Ferrier fuo Cancelliere , il quäle huonio di finilfiino ingegno , e di eccellente dottrina dopo la Iegatione di neria , nella quäle era ftato molti anni , tornato in Francia , e poco riconofciuto alla corte , s' era ritirato appreffo il Re di Navarra . Qiiefto temendo , feil Padrone fi riduccfie alla concordia , et alla ubbidienza del Re di rimanere abjetto , et abbandonato , s'era BEN . CHE CATTOLICO aeeoftato all' opinione di Filippo di Morne Signore di Pleflis . Davila , delle Guerre Civili di Francia , Libr . VII . all' ann . 1585 . pag . m . 377 . Beauvais - Nangis in seinen Anmerkungen über den Davila , zu Ende der Historie der Lieblinge , hat diesen Fehler des Davila aufgedeckt . Mir deucht , der Cardinal Pallavicini würde demjenigen großen Dank gewußt haben , der ihm berichtet hätte , was ich in der Anmerkung ( A ) erzählet habe ; dieses hätte unter denen von seiner Partey , der von ihm angeführten Ursache wider den Fra - Paolo , ein großes Gewichte gegeben , welche von der großen Vertraulichkeit die - ses Mönches , mit dem französischen Abgesandren Du Ferrier hergenom - men war . Pallavic . Hiftor . del Concilio di Trento , Introduzione Cap . IV . Es ist unzweifelhaft , daß die Abschwörung des letztern die - fem Cardinale nicht bekannt gewesen , weil er derselben in der von mir angeführten Stelle nicht gedacht hat . Man sehe die Anmerkung ( F ) .
CD ) ( Cr ist im >585 ? abre , ungefähr 7 ? Jahre alt , gestorben . ] Zwo hier oben angeführte Stellen des Du Pleßis Mornai . sind der De - weis dieses Textes . Die eine , in dem Leben des Du PleßiS , p . 65 . halt , daß der Präsident Du Ferrier 158 - , ins 76 Zahr gegangen ; die an - dre in den Memoiren desselben , Tom . I . pag . 644 . saget , daß er im i ; 85 Jahre gestorben ist .
( E ) Bramome saget eine sehr besondre Sache davon . ] „ Mir „ wäre der Präsident . der sich so lange als Gesandter zu Venedig auf - ^ . gehalten , eben so lieb , welcher zuweilen öffentliche Vorlesungen in den „ Schulen zu Padua gehalten ; welches seinem Amte , und dem Ansehen „ des Königes , sehr nachtheilia gewesen , der es nicht gut gefunden , mid „ ihn bey seiner Zurückkunft , theils deswegen , theils auch wegen derRe - „ ligion , zu der er sich gehalten , nicht allzugut bewirthet : woraus er Kanz - „ ler bey dem Könige von Navarra geworden . Brantome Memoire« , Tom . I . a 1'Eloge de Francis I . p . 248 .
( F ) Ich rverde den Cardinal pallavicini nicht vergessen . ] Er führet Introduzione all' Iftoria del Concil . di Trento , cap . IV . »>as Leben des Fra - Paolo an , wo man findet , daß dieser Pater sehr ge - naue Freundschaft mir dem Du Ferrier gehabt , und daß Du Ferrier viele Nachrichten und viele Briefe gesammlet hat . Der Cardinal folgert hier - aus , daß Fra - Paolo aus einer vergifteten Quelle geschöpft hätte : denn man muß wissen , saget er . daß Du Ferrier einer von den Ge , andren gewe - sen , ( man hat dreye , den Lansac , Ferrier undPibrac hingeschickt , ) die der Hos von Frankreich nach Trident geschickt , da unter der Kindheit Carls , die meisten , welche den königlichen Rath regierten , die neuen Kehereyen eingesogen hatten . Du Ferrier hat sich solchergestalt zu erkennen gege ,
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ben , daß es drey ansehnliche Personen giebt . die durch ihre Schriften bezeugen , er sey für einen Hugonotlen gehalten worden . Consalvo di Mcndo ; » , Bischof zu Salamanca ; Muno Callmo , Erzbilchof zu Zara ; Nicola Sa Ponte , venetianischer Abgesandte bey der Kirchen - Versammlung zu Trident , und nach diesem Doge der Republik . < * Vr Abgesandte von Venedig , als der dritte Zeuge , versichert in dem Be - richte , den er an den Rath abgestattet , daß Du Ferrier , der wegen der Hugonottischen Lehre verdächtig wäre , unter währender Abesse den Lu - cian gelesen hätte . Der Cardinal setzet dazu , daß sich Du Ferrier vorge - setzt gehabt , sich durch einen Religionshandel zu bereichern , und daß er in dieser Absicht ins geheim mit dem Pabste , durch Vermittelung Se - bastians Gualtieri , Bischofs von Viterbo , gehandelt . Er hat sich bemü - her , den Pabst zu bewegen , die Kirchenversammlung zu Trident auszu - heben , und eine be^ndere Versammlung der gallicanischen Kirche zu be - rufen , davon der Pabst das Hm , pt seyn sollte , welcher er im Namen des Koniges beyzuwohnen hoffte^ Da er sich nun große Berge und Wunder von der Gnade des Pabstes versprochen , so hat er auch dem rö - mischen Hofe zu allen guten Diensten Hoffnung gemacht , und eine große Ueberzeugung von der Gewalt des Pabstes , bey denen Puncten be ; eu - get . die die Sorbonne in Zweifel gezogen hatte . Als er aber gesehen , daß der Pabst diesem Entwürfe nicht folgen wollte ; so hat er seine De - gierde in Wuth verwandelt , sich die Abwesenheit des Cardinals von Lothringen und Lansacs , des Haupts der Gesandtschaft , wie nicht niger die bedingte Vollmacht zu Nutzen gemacht , die der französische Hof seinen Gesandten gegeben hatte , zu protestiren : und har . weil er ge - wüßt , daß ihm sein Mitgesandter Deysall geben würde ( t ) , in genwart der ganzen Kirchenversammlung , eine satirische Rede wider die Päbste , und die Glieder der Versammlung gehalten , und dem Könige , seinem Herrn , ebendieselbe Gewalt in der gallicanischen Kirche beyge» legt , die sich die schismatischen Könige von England in ihrer anglicani , schen Kirche angemaßet hatten . Er ist seitdem nicht mehr bey der Kir - chenversammlung erschienen , und hat wohl gesehen , daß er sich verhaßt gemacht ; sondern er ist einige Zeit darauf nach Venedig gegangen , von da er an den König so arg geschrieben , als er nur gekonnt , und demsel - ben durch die allerseinsten Staatsgründe , die er nur erdenken können , zu verstehen gegeben : daß der König weder seine Gesandten nach Tri - dent zurückschicken , noch die Sakungcn der Kirchenversammluna an - nehmen sollte , indem sie der königlichen Gewalt nachtheilia wären . Dieß ist «s . wo zra - Paolo die falsche Münze hergenommen hat , die er für feines Gold ausgiebt . Also hat der Cardinal Pallavicini diese Sa - che beschlo^en .
, A ) Eircnd° «mafto per Collega al Ferrier folo Guido Fabri p« . Iele Ugonotto , in quel tempo , come il nomina la mentovata Rela - zione dell Orator Vineziano . Palavicin . Introduz . all' Ift . del Con . di Trento .
( ) Sein Äob findet sich unter Sammarchans seinen . ] Dieser Lobspruchschreiber hat alles wohl ausgedruckt , was er gesaqet ; allein er läßt sich über das Leben dieses großes Mannes nicht weitläuf - tig genug heraus . Uebrigens hat man ihn bis hierher , ( nämlich in der pariser Ausgabe von >699 mit eingeschlossen , ) imMoreri , in Annal . an - geführet . Dieses wird viele Leute bewegen , zu glauben , daß Scävola Sammarthan Jahrbücher gemacht hat , und wird sie iwthigen , diese« erdichtete Buch zu suchen . Dey dieser Gelegenheit beobachte ich einen gleichen Fehler , der auch in der pariser Ausgabe von i4oy . nicht verbes - sert worden . Man führet in dem Moreri zu Ende des Artikels genius der IV , dem Aeneas Siluius , Eutrop . cap . LVIII an Diese« istvennögend , viele Leser zu überreden . daß Aeneas Silvius , der unter dem Namen Pius der II , Pabst gewesen ist , ein Buch , Eutropius titelt , oder eilie Auslegung über den Geschichtschreiber Eutropius ge - macht hat . Diele Fehler und viele andere , von dieser Art , sind nicht vom Moreri , sondern von den Buchdruckern gemacht worden , ^jch zweifle nicht , daß er nicht geschrieben haben sollte , Sainte Marthe " in Elogiit . Aeneas Silvius in Europa . Wenigstens hätte er also schreiben sollen .
den Anfang des
XVII Jahrhunderts gewesen . Nach Viestm yat er vie Religion verändert , und ist ^taatörath geworden . Er hatte im 1602 ^ahre in einer öffentlichen Disputation behauptet , daß der pabji Clemens der acfctc , der eigentliche lDiderchrisi wäre b Dieses ist Ursache an vielen Bewegungen gewesen ( A ) . Wer hatte nicht glauben sollen , daß ein Mann , der sich so kübn zu diesem Verfahren verbunden , nicht allezeit ein hitziger Geist , und der Widersacher aller gemäßigten Gottesgelehrten seyn wür -
Verrather der Kirchen angesehen f . Der Nationalsynodus zu Privas , hat ihm im 1612 Jahre Verbotben , in Nimes zu pre . digen * ( C ) . Dieserwegen ließ sich Ferrier mit einer Rathsbedienung bey dem Oberaerichte dieser Stadt versehen : allein es entstund ein Aufruhr des Pöbels wider ihn , welcher zu feiner Religionsveranderung Anlaß gegeben ( I ) ) : hierauf ließ er sich zu Paris nieder , wo er sein Glück zu «lachen gesucht . Er hat 1614 e ein Controversbuch über den Streit vom Antichriste Herausaegeben . Der König hat sich seiner bey vielen wichtigen Verrichtungen bedienet , und ihm iin 1626 Jahre besohlen , seiner Majestät bey der Reise nach Bretagne zu folgen , wo sie ihm mit dem Amte eines^vtaats - und geheimen Raths beehrer f . Der Cardinal von Richelieu , hat ihn mit seiner besondern Hochachtung beehret £ . Ferrier wurde bey der Zurückkunft von dieser Reise , mit einem schleichenden Fieber befallen , welches von Tage zu Tage schlimmer wurde . Er ist den 26 des Herbstmo - nates 1626 daran gestorben ( E ) , und in der Kirche St . Sulp«' ; , seinem Kirchspiele , begraben worden h . Er hat in den letzten Taaen seines Lebens , große Proben seines katholischen Glaubens gegeben ( F ) , und sich von allen semen Kindern versprechen lassen daß sie in demselben Glauben leben und sterben wollten ( G ) . Jch kann nicht eiqentlia ) sagen , wie alt er gewesen ( H ) . Man'hatte ihm zu der Gesandtschaft nach Holland Hoffnung gemacht , wenn wir dem Morm hiermnen glauben ( I ) . Ich wollte mich nicht erkühnen , zu entscheiden , daß er deniSraatskathollken gemacht hatte ( K ) . Ein Werk , von welchem zu seiner Zeit viel aebalten worden . Die Reformirten haben ein häßliches Bild vom Jeremias Ferner gemacht ( L ) . Er haP " ' Zcht wohl vermeiden können . Der Cardinal HuPerron hat etwas sehr boshaftes^ gesaget ,
die Protestanten , wie er vorgab , wegen des Aufstandes zu ^ , mes . aebraucht haben sollten
( M ) .
, inh nicht Benjamin , wie ihn S . Romuald nennet , der vom David l'Enfant im Herbstmynate >74 Seite angeführet wird . f ) «errier in der Vorrede der Abhandlung vom Widerchrist . 0 Siehe die Anmerkungen ( v ) und ( L ; . d ) Mercure Francois , Tora . III „ 1k6 e ) Die Zueignungsschrist an de , ^König , ist zu Paris den ersten des Herbstmonats , 6 , 4 unterschrieben . / ) ! ^er . eure Erancoi8 , Te» - XII . Pa6 - 496 - 497» £ ) Ebendaselbst , b ) Ebendaselbst Seite . Sein Haus ist in der Vorstadt St . Germain gewesen .
solches welche
u sand .
Rrr
CA ) Die ,

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