Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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Ferner .
£af ? er seit der Zeit auf keinem Kupfer eines einigen Predigers von Metz mehr erschienen ist , und daß sich der Kupferstecher nicht getrauet hat , denselben auf Ancillons feines zu setzen . Dieß ist die Antwort von dem Verfasser der Nachricht . Ich übergehe noch verschiedene andere Benachtunaen , die er bemerket , und welche dahin zielen , den Vorwand von der wahrhaften Ursache der Beschimpfung zu nnter>cheiden , die uns , mir und ihm , erwiesen worden . ES ist aber nicht nöthig , der Welt damit beschwerlich zu seyn . . . . .
( H ) Er hat Rinder hinterlassen . ) Er ist zweymal verheirathet gewesen , und hat von seiner ersten Ehgattinn einen Sohn und eine Tochter gehabt . Die Tochter ist mit ihrer ganzen Familie zu Metz .
Die Familie des Sohnes besteht in einem Sohne und etlichen Töchtern .
Diese , außer der ältesten , sind alle nach Berlin geflüchtet : der Sohn »st in England . Die älteste ist nebst ihrem Ehmanne , dem duVivier ,
Ferner , ( Arnaud oder Arnoul du ) Parlementsprasident zu Paris , unter der Reqil dem Xl in verschiedenen Gesandtschaften gebraucht worden . Man sehe hierüber den
im Haag , wo er reformirter Prediger ist . Aus der andern Ehe ist nur eine einzige Tochter entsprossen , Baneelins ehmaligen Predigers zu Metz , und itzo zu Berlin , Ehfrau .
( I ) Unv Manuscripte . ) Als die Antwort auf die Historie , vo»» der Geburt und Vem Verfalle Oer Renerey in der Stadt Mey» Der Bischof von Madaure . Suffragan des Bifchofthums Metz , ist der Urheber dieser Historie : Fern hat in seinem letzten Willen seinen Erben anbefohlen , seine Antwort auf diese Historie heraus zugeben ; unter - dessen ist sie noch nicht erschienen . Man ziehe hierbey Ancillons lange Critique , Toi« . II . pag . 271 . zu Rathe . Sie bewahren noch ei - nige andre Traetate des Verstorbenen , und eine unendliche Menge digten , darunter außer den andern , nach gemachter Rechnung , allein einhundert über den Brief an die Hebräer sind .
des II , ist von Carl
„ v i>v ( SR / f t _ ! oreri / denn ich bin nur willens , miä^
bey einer Sache aufzuhalten , die er mit Stillschweigen übergangen hat : daß nämlich Ferner , in seinem Herzen lange Zeit ein guter Hugonotte , und solches endlich ganz offenbar , gewesen ist ( A ) . Wenn er nicht entflohen wäre , so würde er als ein der Keßerey Verdächtiger ins Gesängniß gerathen seyn , nach der berufenen Parlementsversammlung , vom 1559 Jahre a . Das Ungewitter wurde , m Ansehung seiner , einige Zeit darauf gestillt ; und man erwählte ihn zu einer Gesandtschaft , die ihm Gele - genheit gegeben , ein wenig nach seinem Herzen zu reden . Er redete b auf der allgemeinen Kirchenversammlung zu Trident , als Abgesandter des Königes in Frankreich , und drückte sich auf eine sehr lebhafte Weife aus , die alle Papisten verdroß . Hierauf ist er als Gesandter nach Venedig gegangen , und hat sich einige Jahre daselbst aufgehalten , ohne daß er seine Gedanken aus - - brechen lassen können . Endlich hat du Pleßis Mornai , dem sie nicht unbekannt waren , nach seiner Zurückkunft von dieser Ge -
' Ä K " " «»•' - —r— ^ " ^ ungescheut zu erklären c .
>u den du Ferrier eines können ( C ) . Dieser
geschickte Mann ist im 1585 Jahre , ungefähr 79 Jahre alt , gestorben ( D ) ~ . Brantome saget eine ganz besondre Sache da - von ( E ) : ich führe sie an , und werde den Cardinal Palavicini nicht vergessen ( F ) .
~ * ch verlängere diesen Artikel in der andern Ausgabe ein wenig : damit ich sagen kann , daß du Ferrier zu Padua die Doctorwürde der Rechte erhalten , und daß er von dem Professoramte auf der hohen Schule zu Toulouse , zum Parlementsratbe in derselben Stadt erhoben worden d . Man lese hiervon einen Brief vom Bunel e , worinnen er bemerket , daß der Cardinal von Tournon zu dieser rühmlichen Belohnung der Verdienste dieses gelehrten Rechtsverständigen ein vieles beigetragen , und daß die Freygebigkeit Franciscus des I , dabey erschienen ist . Es ist keine Jahrzahl in diesem Briefe ; allein man findet darin - nen , daß Castellan damals das Bischofthum Macon im Besitze gehabt . Hieraus muß man schließen , daß du Ferrier dieses Ainr zwischen dein 154z und 1548 Jahre erhalten hat . Er war einer von denen Gelehrten gewesen , die der Cardinal vonTournon mit sich führte , und die er bey seinen vertrauten Gesprächen zuließ / . Thuanus saget etwas hiervon , welches diesem Cardinale sehr rühmlich ist « . Das Lob des du Ferrier findet sich unter Sammarthans seinen ( G ) . Man ziehe außer diesem , noch die Noten über das katholische Glaubensbekenntniß von Sanci zu Rathe h .
a ) Mezerai , Abrege Chronol . Tom . IV . pag . m . 721 . < ! > ) Das i ; 6 - Jahr . - 7 ) Siehe die Anmerkung ( A ) . d~ ) Sammarthan . in felogior . Lib . I . p . ra . 90 . e ) Es ist der 42 . f ) Tniian . de Vita fua , Lib . II . p . m . ii8y . g ) Ebendaselbst . 6 ) Auf der 591 S . der Ausgabe von 1699 .
( A ) Endlich ist er a & ny öffentlich ein guter - Hugonotte den^ Dieser Umstand , den viele geschickte Leute nicht gewußt haben , ( siehe die Anmerkung ( C ) , ) verdienet hier mit seinem Beweise zu er , scheinen . Die Stelle , die ich anführen will , wird ein wenig lang jeyn , weil ich nichts darinnen gefunden habe , welches nicht zur Erläuterung der Historie dieses berühmten Mannes dienen könnte . Da Du Pleßis Mornai nach Guienne gegangen , ( in seinem Leben 65 S . unterm 1582 „ Jahre , ) so traf er den DuFerrier zuArtenayan , welcher von feiner Ge - „ fandtfchaft aus Venedig zurück kam , wo er ihn im 1570 Jahre ders gekannt hatte . Nach geschehenen Umarmungen , und da sie sich „ allein begeben hatten , fiel das Gespräche auf feine gute Leibesbefchaf - fenheit , die ihm Gott in seinem Alter gäbe , wobey er sagte , daß er in ''sein sechs und siebenzigstes Jahr gienge . Hierauf ergriff Du Pleßis «die Gelegenheit , und sagte : Und ist es denn also nicht Zeit , tighin an sein , an den guten Vorsat ; , den ihr mir so . . oft in Venedig bezeugt , an dm so osters , so wohl mündlich . . al» schriftlich wiederholten Entschluß ; u denkend daß ihr euch „ öffentlich zu der so lange Zeit erkannten und verheimlichten „ Xvahrheit bekennen wollet 1 Er drang deswegen so stark in ihn , „ daß er ihm sein Wort gab , er wolle sich erklaren ; jedoch verschwieg er „ nicht , daß er gern erstlich die 14000 Thaler bezahlt haben möchte , die «man ihm wegen seiner Gesandtschaft schuldig wäre . Du Pleßis schrieb „ an seine Freunde zu Paris , ihn bey diesem guten Vorsatze zu erhalten ; „ und um ihn alle Entschuldigung abzuschneiden : so brachte er es bey „ seiner Ankunft , bey dem Könige von Navarra so weit , daß derselbe ihn „ zu seinem Kanzler berief . Nachdem also alle Sachen aus dem Wege „ geräumt waren , so fand er sich bey demselben ein , und legte sein öffeiit - „ liches Bekenntniß der resormirten Religion ab . Dieß ist ein großer Mann gewesen , der in allen guten Wissenschaften erfahren , und ein vor - trefflicher RechtSgelehrter war ; der mir vielen Gesandtschaften , und auch mit der , bey der Kirchenversammluna zu Trident , beehret wor - " den in seinen alten Tagen zum Hasen seiner Studien , die heilige " Schrift und heil . Sprache erwählet hat . Dieserwegen hat ihn Du " 'vlekis wie in verschiedenen seiner Briefe zu sehen ist . ermahnet , eine 'förmlichere Erklärung zu thun ( » ) ; damit die Staaten , in wek - . chen er gelebt , erführen , warum em solcher Mann , als er , in sol , „ d>em Ruhme , und in einem solchen Aller , die romische Religion ver - „ ließe . Allein er konnte dieses von einer Seele nicht erhalten , welche „ in der Ehrerbiethung gegen den Hof , und der Furcht vor der Welt , so „ alt geworden war . Gewiß Montagne hat sich nicht enthalten kön - , . nen . zu dem Du Pleßis zu sagen : Ihr habet durch den Beruf „ diese» Mannes eine Schlacht über tnw gewonnen , in welchem „ ihr eine Tugend ehret , die wir verachtet haben . „
( * ) Man sehe in den Nachrichten des Du Pleßis , I Bande auf der 104 und 106 S . die Abfchwörungsformel , die man ihm vorgelegt hat . Man hätte gerne gewollt , daß er die BewegungSursachen seiner Verän - derung bekannt gemacht hatte ; die man durch die ganze Welt , in ver» schiedenen Sprachen , würde ausgestreuet haben .
( k ) Der Ronig von Navarra hat ihn 5» seinem Ranker ga macht . ) Weil er geglauber , daß die Geschaffte , welche Du Ferrier an dem französischen Hoft trieb , ihm nicht erlauben würden , sich bey ihm auf - zuhalten , so hat er ihn mit einem Amte versehen wollen , welche« ihnnö -
thigte , beständig in Paris zu bleiben ; er hatte ihm PibraeS Amt zuge - dacht , nämlich die Oberaufsicht der Geschaffte , die er in dieser Stadt hatte . Memoir . des du Plelfis , Tom . I . pag . ? j8 . und 165 . Dieser Prinz hatte einen Rath zu Pari« , zu Toulouse , und zu Bourdeaux : die Gerichtshändel , die er in jedem von diesen Parlementern hatte , er , forderten solches . Allein wir wollen uns der eignen Worte des Du PleßiS bedienen . Ebendaselbst 187 S . in einer Schrift , die im Maymo - nate >58 ; unterschrieben ist . c tDeil die besagten Güter unter den dreyen parlementern , nämlich jt» Paris , Toulouse und Bour - veaur gelegen sind , rvohin viele Sachen und RechrshZndel , Sie« selben berreffenv , gehören , so ist in jedem von diesen Parlemen - rern ein besoldeter und bestellter Rath , bey welchem einer von den Vornehmsten des parlements , den Vorsilz h«t . Da« 5« Paris har den Du Ferrier da ; u erwählt , ehmaligen Abgesand - ten des Romges ju Venedig , einen von den größten Männer» in Europa , welchen der ehmalige Ranker von - Hospital , allein wegen seiner Redlichkeit und Fähigkeit würdig geschadet , ihm in dem Ranjleramtej» folgen , rvir fürchten , daß er solches anzunehmen sich nicht getrauen wird , weil er willens ist , sich in Zukunft öffentlich 5» der reformirren Religion «»bekennen , um an einem sicherem und freyern Orte , wegen derUebung der« selben , ju wohnen . Ich glaube in der That , daß er diese Bedienung nicht angenommen har . Er hat sid ) zum Könige von Navarra , als dessen Kanzler , begeben : denn folgendes finde ich in den Nachrichten des Du Pleßis , auf der 644 Seite . Jd ) habe diese ganze Zeit über „ nur zween Kanzler des Königes von Navarra gekannt , den seligen Du „ Ferrier , einen sehr großen Mann , den andern Cato von Frankreich ; der „ vor dem Jahre mir großem Berdriisse , über diesen Krieg der Ligue , „ gestorben ist ; und den GlateinS , ältesten Bruder des von PybracS , . . welcher heutiges TageS dieses Amt sehr rühmlich verwaltet . , . Die Schrift , woraus diese Worte sind , ist im Weinmonate 1 ; 8 6 , unter - schrieben .
, . SC ) Sie Wnwohner fenseit der Alpen , haben ihn eines heim , t - chen Anschlages beschuldiget , welcher wohl , entweder gan ? , ^CÄCfek«tte wahr seyn können . ) Der Urheber des Ta . gebuches der Gelehrten , hat sich über den Jahrb«d ? schreiber Raynaldus geärgert , welcher dem Kanzler von Hospital , und dem Präsidenten Du Fer - rier , dieses heimliche Verständniß beymißt . Ein gewisser Entwurf der Legaten des Pabstes , „ hat zu den Vorstellungen , die der Kaiser , der Kö - „ nig von Spanien , und andre Prinzen gerhan , und zu der berufenen „ Protestatio , ' Anlaß gegeben , die von dem Präsidenten Du Ferrier , bev „ dem Abgesandten , Carls de« IX , eingeleger worden , und die dem Hose „ , u Rom so misfallen hat . Man kann wider den Nachruhm dieses „ berühmten Rathes nichts schimpflicher« ersinnen , als was Raynauld „ vorzugeben das Her» hat . nämlid ) daß er mit dem Kanzler von HofpU „ t«l , ein heimliches Verständniß gehabt , das Band zu zerreißen , wel - „ d ) tS den König von Frankreich , mit dem päbstlichm Stuhle verknüpf - „ te , um ein Nationaleoneilium zu versammle , , : worauf sich der König „ von Frankreich , nach dem Beispiele des Königes von England , zum „ Haupte der gallieanifchen Kirche erklären lasse« , „ nd alle Kirchengüter „ in Frankreich mit Gewalt an sich ziehen sollen . „ Coufin , journ . des Savans , vom - 8 de« HornungS 1689 . pux . w . liz . Wenn sich der Prä ,
sident

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