Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8916

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„ Wort von allen Prinzen in Deutschland und von den Königen in Nor - „ den ; er sagte uns , daß er keine Schwierigkeiten , von Seiten der Prin - „ zm , gefunden , und daß nur noch einige Prediger allerley Hindernisse „ in den Weg legten , und sich diesem großen und zu wünschenden Wer - „ ke widersehten . Er rühmte die Mildthatigkeit der Herren von Zurch „ sehr , die ihm große Summen Gelde« zu seinen Reisen und zur Erstil - „ lung dessen dargebothen hätten , was er außer dem nöthig hätte , was „ ihm Olivier Cromwel geben ließ . Wir ermahnten ihn , daß er mit „ seiner Arbeit fortfahren möchte , bis er sein Vorhaben ausgeführet
„ hatte , ff
Ich habe in der ersten Ausgabe dieses Werkes dasjenige bemerket , was die Nachricht enthält , die mir mitqetheilet worden : daß nämlich , zu Folge der Unterredungen des Duräus und des Fetri , im >66 - Jahre , dieser letztere irgend ein Buch gemacht , welches einen Gottesgelehrten zu Straßbürg qenöthiget , wider ihn zu schreiben . Dieser Gottesgelehrte kann nicht Dorschäus seyn ; denn dieser ist schon im >659 Jahre gestor - ben : also kann sich sein Buch , de Gratia aduerfus Caiuiniftam Fer - riiim , auf keine Sache beziehen , die auf die Unterredung des Friedens - stifters Duräus und de« reforniirten Predigers zu Metz gesoiger ist . Was aber Duraus gesaget , daß sich nur einige Prediger dem Werke der Vereinigung widersetzet , das verdienet beobachtet zu werden , und be - kräftiger alles das , was man hiervon in der Anmerkung CD ) , zu dem Artikel - Hortinger sehen wird . Hülsemann , Professor der Gottesge - lahrtheit , hat im >644 Jahre zu Wittenberg ein Buch wider das Pro - jeet de« Duräus herausgegeben , und es Caluinifmii» irreconciliabili * betitelt .
( F ) Dura«« wurde endlich ein Schwärmers Diefi erhellet aus denen Dingen , die ich oben in der Anmerkung ( L ) . des Artikels JDiv raus , von seinen apokalyptischen Entwürfen angesühret habe , und noch mehr aus den weitschweifenden Hoffnungen , die «r von seiner neuen klärung der Offenbarung Johannis gefaßt hatte . Ich habe dieje letzte Sache der vorhergehenden nicht btyfügen können , weil ich mich damals auf der lebten Seite des I Bandes , von diesem Wörterbuchc , befand , ^ich habe sie also hieher verwiesen . Man betrachte doch einmal des Duräus Entwurf : Dieses ifi eine weife des Nachdenkens , um den wahren Sinn der heil . Schrift durch sich felbf ? zu erben , neu , damit man aller Gelegenheit des Zankes , in Absicht auf dasjenige , zuvorkomme , was zweifelhaft fe / n kann : denn in ab len zweifelhaften Lallen darf man nichts anders rhun , als un , mittelbar zu einem Texte , oder zu verschiedenen , Zuflucht neh< men , rvelclie von der Materie reden , davon die Frage ijt ; und wenn man den wahren Sinn der Schrift , durch die Regel der allgemeinen Auslegung , gefunden hat , so wird nwn die itnu jckeidung gefunden haben , wenn man vorgangig einig gewesen ist , bev dem Sinne der heil . Schrift zu beruhen . Duraeus , Intel - Jigence de l'Apocalypfe , pag . 24 . Er setzet dazu , daß er , einen Versuch Po» seiner Methode zu geben , das 25uck der Offenbarung habe nehmen wollen , welches , ohne Widerspruch , für das allerdun , jtelf fe inderqanzenVibel gehalten wird ; damit wir durch dle V^schreibung des Mittels , welches uns zuihrem Verständnisse führet , begreifen könnten , daß uns eben dieselbe Regel den Smn zeigen , und uns auch zum Verständnisse der andern Sucher und der nicht so dunkeln Texte der heil . Schrift fuhren konpe . Eben - das 25 Seite . * £r glaubet , daß , da Gott dieser Schanze wider Sie Mackt der Fiusterniß beysteht , dieselbe dermaßen aufgerich , jtet sivn soll , daß die Hand des - Herrn erhöhet seyn wird , nach der prophezeyung des IesaiasXXVI , 9 , 10 , 11 , 1 : . welche heutü gc« Tages den Anfang ihrer lLrfüllung gewinnet . Man muß «lso mache» , daß sie die Rlarheit soläiergesialr umgiedr , daß sie keinen einzigen Vos , qui per vada Sanfta nauigantes
Leittos figitis ad uiandata remos ,
Audite hoc Monitum , vt eeleusma mifliiitt Nomine Christi .
«Derjenige , der das Exemplar besessen , welches in meine Hände gekom» men ist , hatte den Originalbrief dazu geheftet , den Duräus an die Kir - chengerichte von der Landschaft Groningen qeschrieben , da er ihnen sein Project und sein Celeusma überschicker . Dieser Brief ist zu Cassel den B2 de« ! Brachmonats , 1674 , unterschrieben , und bezeuget , daß er sich die Ausbreitung seiner neuen Methode sehr angelegen seyn lassen .
Man merke , daß man , um ihn zu entschuldigen , und zu zeigen , daß er sich nicht mit Hirngespinnste« genähret , allem Ansehen nach sagen könne - es wären seine Hauptabsichten gewesen , das Gewissen derjenigen zu rühren , welche die Spaltung unterhielten . Diese« erhellet aus die - sen Worten : Dasjenige , welches die Geister verwirrt und die Zuneigung der Christen trennet , ist nichts anders , als eine sicht welche die Menschen haben , die Grundsatz und Schratt ihrer absonderliclxn Partey , wider dm Nutzen der gemeinen Srbaunnq , zu handhaben , die uns durch den Apostel Paulus in der . Corinrh . am IX . 19 - gelchret und angepriesen wird . , f - Ich habe also zu meinem Ziele die Untersuchung des wahrhaften und evangt tischen , geistlichen Mittels , welches auf das Gewissen derer angewendet werden konnte , welche aus weltlichem^ iLigennulze den Geist der Parteilichkeit unter Sen Christen nähren , dieses ist also hier der Grund und das Au - genmerk des neuen «Lmwnrss . Ebendas 17 Dieses heißt , wird man 'eigen , auf die Quelle de« Hebels und deS . Öüifsmittels gehen ; man darf sich also nicht verwundern , wenn er sich so viele Wunderdinge sprochen hat ; er hat die Mittel zeieen wollen : „ die Hindernisse weg - „ zuräumen , welch * die Gmüther der Protestanten von dem Wege ei - „ ner vollkommenem Glaubensverbesserung abwenden , die in den Schu«
„ len und der Kirche eingeführt werden soll , und davon sich die Frucht „ durch den Segen Gottes , über die Regierung der Staaten ausbrei - „ teil würde . „ Ebendas . 26 S . Allein , man mag sagen , was mar» will , so werden seine Hirngespinnste doch Hirngespinnste bleiben ; dem» die Anfälle , womit er das Gewissen der Oberhäupter zu bestürmen , sich vorgesetzt hatte , sind eben nicht leichter auszufuhren gewesen , als die Bestürmungen des Verstandes .
( G ) Man sieht in der Aufschrift seines Rupferstichs die Worte : Verbi Dei Minifter . ] Viele werden hier das Distichon Mit Vergnügen sehen , das unter der Kupferplatte steht :
Tales fi nniltos ferrent haec faecnla Ferri ,
In Ferri faeclis aurea faecla forent .
Der erste Kupferstich eines Predigers , welchen die Protestanten zu Metz nach diesem herausgegeben , istAneillonS seiner gewesen . Man hat dan auf gesetzt : Verbi Diuini Minifter ; allein man hat sich gcnöthiget ge - sehen , solches wieder auszulöschen . ( Dieses hat sich falsch befunden : man se he die folgende Seite , 495 , Nnm . VI . )
Dieser Aneillon ist reformirter Prediger zu Metz und ein verdienst - vollerManu gewesen . Man sehe seinen Artikel , im I Bande , auf dex z - 4 Seite .
Ancillons , des Sohnes , Rlage .
Sein Sohn hat sich durch die Worte sehr beleidiget gesunden , die man so gleich in der Anmerkung ( G ) gelesen hat , und deswegen seine Klagen herausgegeben : I . Will er , Difcours fur la Vie de feu Monfr . An . cillon , p . 307 . daß ich , um die große - Hochachtung vorzustellen , die man gegen den - Herrn Ferri gehabt , gesaget hatte , daß man gut geftmden , ihn einen Prediger der X . Ä . zu nennen ; und daß diejenigen , welche Ancillons Rupferstich gestochen , da sie ihm nach diesem eben denselben Titel geben wollen , von den Ge» richten Widerspruch gesunden ; ja , daß man ihn ausgelassen , weil man nicht so viel - Hochachnmg gegen den einen , als gegen den andern , gehabt . Kam dieses daher , fahrt er auf der zog S . jovt , weil etwa kein Mittel gewesen , den Ferri , ohne Ancillons Veo gringerung , eben sogroß vorzustellen , als er gewesen ist i Und hat man ihn nicht ander» erhohen können , als wenn man ihn auf den Verfall des andern seNte i Diese Unterscheidung bat ihm verhaßt und gezwungen zu seyn geschienen ; er saget : daß man sich zu sehr ungelegener Zeit angelegen ftyn lasse»' Ancil , long Nachruhm anzuschwärzen . II . Erboszet er sich , aus der 312 S . wider denjenigen , der mir die Nachrichten gegeben hat , und ist erstaunt über meine Leichtgläubigkeit , und über die Art , mir welcher ich sie an den Tag geleger : er sebet voraus , da ick mich lanqe Zeit in der Nachbarschaft von MctZ befunden , daß ich ungefähr wisse , wie die Sachen daselbst vorgegangen sind , und daß mir die allge - - meine - Hochachtung und unaussprechliche Zuneigung nickt vi»« bekannt gewesen seyn könne , die man gegen denAncillon gehabt . III . Redet er auf der ziz S - von dem Briefwechsel , der zwischen dem Aneillon und mir etliche Jahr» lang gewesen . IV . Glaubet er auf der zi4 S . nicht , daß sei» Vater , oder irgendeine andere Person aus seiner Familie , mir jemals etwas zu Leide gethan . V . Allein er hält ( ebend . ) dafür , daß ich zu meiner Ehre wohl gethan haben würde , mich zu enthalten , * > Ancillons Namen in den Text und in das Register meines Werkes , mir so vieler Sorgfalt zu setzen , da ich ihm einen Play geben wollen , der sich für einen so großen Mann nickt schicker . VI . Wenn er zur Saä ) e kömmt , so beschuldig ger er dasjenige der Unwahrheit , was ich vorbringe , und belehret die Welr auf der zog S . daß Philipp den Rupferstich des Ferri einige Zeit nach seinem Tode gemacht , und ihn prcdiqer der R . R . genen - ner ; daß der Anwald des Röniges sich fo gleich wider diesen Titel gcstttt , und den Rupferstecher vor Gericht gefordert ; daß der Rupferstecher , ( auf der zo ? Seite , ) da sich die Erben de« Ferri dieser Sache nicht annehmen wollen , wider sein Ä ? crv verdrießlich g / worden , und wenn es nicht ansehnliche Personen verhindert harren , die Plane aus Verdruß zersiZimissen haben würde ; weil man sich seiner so wenig angenommen , da er doch bey Verfertigung derselben keine andere Absicht gehabt , als dem rühme des Ferri und seiner Familie Ehre zu machen ; daß ee also nur , um den Titel zu verbessern , und dem Anwalde des Röniges und den Papisten das Maul zu stopfen , ein p . zw» , fchen die zwev R . R . gestizer , als wenn es pretenäue Reformee heißen sollte . Daß derselbe Philipp . einige Jahre Sarauf , auch Ancillons 25ild gestochen , und zur Vermeidung einer solchen Verdrießlichkeit , die ihm bey Gelegenheit des Ferri begegnet war , diese XPorte darauf gesetzt : Daiiid Aneillon , Miniftrorum Metenfiiim Decanns . Daß niemals jemand etwas dawider gesa - ger , daß sie ohne Widerspruch geblieben sind ; daß man sie cU lezeit vom Anfange und inder Folge auf diesem Rupferstiche ge - sehen , daß er die Platte wirklich in - Händen habe , und bereit sey , sie jedem zu zeigen , der sich gerne überzeugen will , daß zum wenigsten ein Irrthum in meinem großen Werke ist . Ebendas . zu Seite .
Ich bin niemals bestürzter gewesen , als ich bey Lesung diese« Theiles , von dem Werke des Sohnes Aneillons , war . ^ch thar eiligst zweyer - ley : erstlich schrieb ich an ihn , daß er in Absicht aus die Sacke , Recht ; aU lein in Absicht auf den Endzweck , den ich nach seiner Voraussetzung gehabt hätte , Unrecht haben könnte . Ich gab ihm einige Erläuterun« gen : ich bath ihn , die Sachen in dem ersten Werke , das er herausge - ben würde , zu verbessern ; und meldete ihm , daß ich meiner Seits diese ganze Saä>e in der andern Ausgabe gleichfalls erläutern wellte . Er hat mir sehr höflich geantwortet , und wich versichert , daß er ehsteus ein Werk unter die Presse zugeben hoffte , wo die'es geändert werden sollte . Das andere , was ich that , bestund darinnen : daß ich ott denjenigen schrieb , der mir die Nachrichte» wegen de« Ferri mitgetheilet hatte . Ich bath ihn , mir zu sagen : ob die zwo Sachen , die iä> vorgebracht und von ihm erhalten hätte , bewiesen werden kennten , oder ob man sich schuldig bekennen müßre . seir dem man das Buch gelesen hätte , worin - - nen Aneillon , der Sohn , behauptet , daß der Kupferstich des Ferri an . gegriffen worden , und seine« Vaters Bildniß nicht . Wir werden

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