Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Ferret .
Ich füge dazu , daß er nach dem Leander Albert d den 19 des Herbstmonats , 1528 , im vier und fünfzigsten Jahre seines Alters gestorben ist . Dieser Geschichtschreiber kömmt mit dem Altamura wegen des Ortes überein : allein sein Uebersetzer hat die Worte , nellg citta di Renes , nicht wohl gegeben ; denn er saget in vrbe Renefia , und er hatte sagen sollen , Kecloni . bus , oder in ciuitate Redonenfi . Argentre versichert c , daß Francefco Sylveflro , General der Iacobiner , den 20 des Wein - monatS , 1528 , zu Rem , es gestorben ist . Er hat ganz falsch geglaubet , daß man ihn Prieras genennet . Dich heißt ihn mit Syl - »estern Primas , Hofmeistern des h . Pallasteö , unter Lea dem X , vermengen .
a ) Der Dominicanerorden . b ) Licet corpore graiiis , Prouincias tarnen Ordinis vifitando luftrauit ex officio , reftituendae vitae regulari pro yiribiis intendens . Altamura , in Bibl . Domlnic . p . 253 . c ) Ebendas . - ; z . <0 In Defcript . Ita -
liae , foL 350 verfo , italienische Alisgabe , von Venedig , is6i , und p . j40 , lattinischer Ausgabe , von Löln , 1567 . - ) v'Argentre , ttiftoire «je Bretagne , Livr . XH . chap . LXIX .
der seliqen Osann« , in sechs Bänden gemacht . Dieß ist eine Heilige , deren Beichtvater er gewesen war , und die wegen ihrer Heiligkeit und Wunder in Mantua sehr verehret wird . Altamura in vidi . Dominic . p . 253 .
( A ) Unter diesem Namen führet man gemeiniglich - - - * >m Francis«'« an , ] Man führet vornehmlich seine Auslegung über die vier Bücher des Thomas AquinaS wider die Heiden an . Er hat auch Auslegungen über die Philosophie des Aristoteles und das Leben
ffiVVCt / ( Aemylius ) lateinisch Aemylius Ferrettus ( A ) , einer von den guten Rechtsgelehrten des XVI Jahrhunderts , war zu Castelfranco im Toscanischen ( K ) , den , 4 des Wintermonats , 1489 / gebohren . Er ist , so bald er zwölf Jahre alt qewe - sen , nach Pisa geschickt worden , und hat daselbst das päbstiiche und kaiserlicheRechtdrey Jahre studiert ; darauf hat er zwey^iah - re auf der Akademie zu Siena zugebracht , worauf er nach Rom gegangen , und Secretär bey dem Cardinale «Salviati gewor - den . Er ist im 19 Jahre zum Sachwalter aufgenommen worden , nachdem er eine Disputation , in einer zahlreichen Verftmm - lung von Cardinälen und Bischöfen , vertheidiget hatte . Damals hat er feinen Taufnamm , Dommicuo , verlassen , und den Namen Zlemylkio angenommen . Nachdem er die Profeßion der Rechtsgelehrsamkeit erhalten , so hat er den Titel , de bus creditis , so geschickt erkläret , daß er dadurch den Titel eines Secrerars bey Leo dem X erhalten . Er hat dieses Amt etliche Jahre verwaltet ; worauf er es freywillig niedergeleget , und sich in sein Vaterland begeben . Er verließ es nach verlaufene» zweyen Jahren , da sein Vater daselbst ermordet war , und gieng von da nach Tridino in Montserrat . Er verheiratete sich daselbst " ( L ) ; nnd nachdeni er vier Jahre allda gewöhnet , so folgte er dem Marquis von Momferrat nach Rom und NeapoliS ,
war ,
nicht eher ,
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an den^Hof Carls des V abzuschicken , nachdem er die Genehmhaltung Franciscus des l zu dieser Reise eiyuueu «uu * . a D - begleitete den Kaiser bey dem Kriegszuge nach Africa , und nach seiner Zurückkunft schickte ihn der König , unter wahrendem Kriege der Florentiner , mit dem Kaiser , an dieselben . Er kam nach Frankreich zurück , nachdem sie unters Joch gebracht wor - den , und folgte dem Hofe nach Nice bey der mündlichen Besprechung des Pabstes , Carls des V und des Königes ; worauf er sich , nach niedergelegtem Amte eines ParlementsrathS , nach Lion , und von da nach Florenz begab , wo er das Bürgerrecht erhielt . Er wurde nach Aviqnon berufen , daselbst die Rechte zu lehren . Anfänglich stieg seine Besoldung jährlich auf 550 Thaler , nach diesem auf 800 , und endlich auf 1000 , eine Summe , die noch niemals einem Professor auf dieser Akademie gegeben worden war . Er machte sich bey den Einwohnern und Studenten beliebt : dieses ist nach seinem Tode auf eine ausnehmende Art er ? schienen ( E ) , wie man in den Anmerkungen sehen wird . Er ist zu Avianon , den »5 des Brachmonats , 1552 , gestorben . Er hat verschiedene Werke verfertiget 9 ( F ) . Man sieht einen von seinen Briefen vor der alten französischen Uebersehung ( Gl 4>on dem Decameron des Bocaz .
«0 Panzirole , Libr . H . cap . CLXVII . de clar . LegumInterpret .
( A ) Lateinisch / Aemylius Ferrettus . ] Graverol , der Sachlvalter , betriegt sich , wenn er glaubet , daß dieser Professor der RechtSgelehrsam - feit Aenülius Perrotus geheißen : er will nicht untersuchen , ob es aus Irrchume geschehen , daß ihn einige Aemilius Ferretus genennet ; AemiJius Perrotus , qui et aliis Aemilius Ferretus dicitur ( an errore id factum non eft hic difquirendi locus ) Iuris Confultus fiiit magni nominis . FrancifcusGraueroi , Noti» in Epift . II . Bunelli , p . 7 . lein dem mag seyn , wie ihm wolle , so versichert er , daß Aemilius rotus , an welchen Bunell Briefe geschrieben , eben derselbe Rechrsge - lehrte , Aemilius Ferrettus , ist . Dieß ist ein Jrrthum : dieser ist ein Italiener , der andere ein Franzose gewesen , wie Bunel im 7 Briefe , auf der zz S . solches den Graverol hatte lehren kommen . Ich unterscheide ihn nicht von demjenigen ParlemmtSrache , von welchen , Thuanus im LII B . 1077 S . unterm 1572 Jahre geredet hat , dessen Sohn bey der pariser Bluthochzeit niedergemacht worden . Dionyfius item Perrotus Aeinilii Senatoris Parifieniis non minus integritate , quam iuris seien - tia clari F . tanto patre digniflimus eandem fortunam fubiit . Der Auszug aus GesnerS Bibliothek , auf der > - S . bey mir , hat den verol betrogen : man findet daselbst diese Worte : Aemilius Ferretus feu Perrotus Iurisconfultus feripfit etc . Der Verfasser giebt ihm die Auslegung , in Legein Gallus , die niemanden , als dem Perrvt , zu - gehöret .
( B ) Sr rvar ; n Tastelfranco , im Tofcanifchen , gebohren . ^ Sei - ne Vorfahren , die ursprünglich aus Ravenna gewesen , hatten sich in dieser toscanischen Stadt niedergelassen . Paiuir . de clar . Leg . Interpr . Libr . II . cap . CLXVII . p . m . zq« . Man merke hier ein oder zween Jrrthümer Allards : Bibl . de Dauphine , p . , »z . Aemilius Ferret , saget er , ist aus Languedoc gewesen ; allein er hat auf vcr Um , reefttat Valence , unter - Heinrichen Sem II , mit 2>ejfiitte ge , lesen Er hätte sagen sollen , unter Franciscus dem I . Man ( wtte , nachdem Panzirol , auf der z ; o S . sagen können , daß er zum Parle - mentsrathe in Grenoble ernennt gewesen ; hierdurch hätte er «ine neue Verwandtschaft mit Allards Werke gehabt .
( C ) Er verheirathete ( ich vaselbst . Z Seine Ehfrau ist aus einer sehr guten Familie gewesen , ex fplendida familia . Ebendaselbst , 349® . Er hat sechs Söhne und eine Tochter von ihr gehabt ; ebendas . und gleichwohl ist er ohne Kinder gestorben , und sein Nesse ist sein Erbege - wesen . Vxore ac litteris amillis , Marcum Nicolai fratris tilium hae - redem feripfit . Ebmdas . Z ? c> S . Ein neuer Beiveis , daß Aemilius Perrot . der Vater eines Menschen , der im 1572 Jahre getödtet worden , nicht eben der Aemilius Ferret ist , welcher im 1552 Jahre ohne Kinder ge - storben ist .
( v ) Franciscus der I machte ihn zum parlementsrarhe m rks . ^ Dieß ist , wenn man dem Panzirol glauben darf , 15Z6 geschehen ; allein , wenn er hierinnen Recht hat , so bekriegt er sich kurz darauf ganz schändlich : wenn er voraus sehet , daß Ferret , nach der Beförderung zu diesem Amte , vom Francisciis dem I nach Venedig und Florenz , und vom Marquis von Montserrat ju der Zeit nach Spanien geschickt
den , da sich Carl der V zu dem Kriegszuge nach Aftiea gerüstet . Die - ser Kriezs - ng gehöret ja ins 1555 Jahr .
( E ) Kr machte sich bey den Einwohnern und Studenten b & i liebt , welches nach feinem Tode - - - erschienen ifi . ] mon Craveta , sein Nachfolger in der Recbtsgelehrsamkeit , der sich er - kühnet , ihn in seiner ersten Vorlesung zu tadeln , ist von der ganzen Ge - sellschast ausgepfiffen und zur Stadt hinaus gejaget worden . Vnice tarn a ciuibus , quam auditoribus dileclus ( Ferrettus ) ingens fui de - fiderimn reliquit , quod Simonis Crauetae exemplum oftendit , qui Aemilii Cathedrae fiibrogatus , cum in prima oratione eum perftrin - xiflet , ab oniuibus explofus , et vrbe eiectus , coaclus eft decedere .
EHendas . 550 S .
( F ) Er hat verschiedene lverke verftrtiget . ] Folgendes hat Panzirol ebendaselbst davon gesaget : Plura in ius ciuHe feripfit , et librum de Signo , et Ratione inferiptum , in quo multas leges inter - pretatuseft , et alterum Bartoü Euerriculum nuncupatuni , in quo eins errores congerit ; Notas in Inilitutiones , Opiniomim men , Refponfa , nec paucas Epiftolas edidit . Opus etiam de Armo - rum ratione lingua Hetrufca compofuit . Man muß hierzu noch eine Auslegung über den Taeitus setzen .
( G ) ITT an sieht einen von seinen Briefen vor der alte» fran« $<5sichm Ueberfeyvng , von vem Decameron de« & oca ? . ] Dieser Brief ist italienisch , und den 1 May , >545 , zu Livn unterschrieben . Er ist an die Köniainn von Navarra geschrieben . Es ist ein sehr schöner Lobspruch des Decameron nnd der französischen Uebersehung , die Anton ie Mazon , auf Befehl dieser Prinzeßinn , davon gemacht hatte . lie Ferretti ( so hat er sich unterzeichnet , ) saget : er hätte nicht geglau - bet , daß der Uebersetzer , ob er gleich ein witziger Mann , fleißig , ein guter Seribent , und geschickt in der italienischen Sprache wäre , mit der Ue - Ersetzung des Decameron . so vollkommen setm würde ; daß er aber das Geg ? ncheil erfahren , nachdem e - c die Uebersehung selbst gelesen . Der
welchen Mazon auf den Ackerbau und das Bauen gewendet , die Zerstreuungen , die ihm seine h«mslichen Geschaffte verursacher . da er eine Ehsrau und eine große Anzahl Kinder hatte , hatten unsern Ferretti «erhindert , eine gute lldwseftung von ihm zu hoffen . Ich bin versi - chert , daß man seine eigmen' Worte hier gerne sehen wird : Per 1» mohitudine et varieta de le eure , ne lequali egli ha refo fingiilar conto di fe , o per efler dcdkillimo a la agricoltura , et a l'edificare , fecondo che dimoftrano le ville et le cafe fue , 0 per Häver moglie et buon numero di üglioli et mafchi et femme , a quali e ftato ine . ßieri di altro aiuto che di teiler favole , aogni altra eofa afpettavo che mi riufciffi «he a tradur novelle , almeno in fi gran numero et di fi gran varieta : ma la bellezza de l'ingegno fuo , et il eompar - timento , per il quäle egli ha faputo coli ben difpenfar il tempo , ha vinte et tante fue difficulta , et l'imaginatron mia . Dieß ist im Vorbeygehen eine kleine Nachricht , von der Person des alten schers vom Decameron .
Fern ,

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