Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Feron . Ferrand . Ferrara .
n , fcripfit in Scholis publice legerentur : eiusque aiuäoritas vetcriim feriptorum inftar , apud Optimum quemque rei medicae magiftrum grauiffinii eilet ponderis et momenti . Bullart« Fehler sind in große - rer Anzahl . Er saget , Ferne ! habe sich ein wenig spät entschlossen , sich unter die Zucht des 3«cob «ttebaus ; u begeben , die fangsgründe der rviftenschaften , « erlernen . Lullart , ^cademie des Seien«» , Tom . II , pag . ^Z . Dieß bedeutet zweyerley , erstlich , daß Fernel seine Studien langsam angefangen ; zum andern , daß er sie un« ter dem ^aeob Strebäus angefangen . Das erste von diesen zwey Din - gen ist , iiach den , Plantius in Fernel« Leben , ganz richtig : allein das andere ist höchst falsch ; denn Fernel hatte bereits die Philosophie indem Collegio der heil . Barbara gelehrt , und den Dvctorhur in derArzneykunst erhalten , da er mit dem Strebaus Bekanntschast machte . Dieser Um , gang hat in einer wechselhaften Unterweisung bestanden ; jeder lehrte seinen Gefährten , und ward von ihm gelehrt : Fernel hat ihn die thematik gelehrt , und von ihm gut Latein schreiben gelernt . DumStre - baeus a Fernelio Mathematicarum difciplinamm , Fernelius vicilfim a Strebaeo politioris litteraturae cognitionem et grauem plenumque orationis ftylum aeeipit , integrum biennium exigitur . Plantius , in Vita Ferneiii . Bullart glaubet unrecht , als wenn Heinrich der II , in der Zeit der Unfruchtbarkeit seiner Gemahlinn , König von Frankreich gewesen . Wenn er den Brantome zu Rathe gezogen hätte , so würde
er nicht gesaget haben , daß dieser Prinz gerathschlaget , sie ; u verstoßen , und wenn er den Ludwig von Orleans gefragt hätte , so würde er nicht gesaget haben , daß die Königinn dem Fernel zehnmal ein Geschenke von ioooo Thalern gegeben hätte . Siehe oben in der Anmerkung ( L ) in der angeführten Stelle de« Naude . Wir wollen Bullarts Worte , Aca - de'mie des Sciences Tom . II , pag . 83 - anführen : Dieser franzosische Aesculapius bat sich der Erkemimiß so kräftig bedienet , die er von dem Uebel und dem Mittel gehabt , das er darroider brau , chen mußte , daß er die Roniginn fruchbar gemacht , indem er sie von der Verstopfung ihrer natürlichen Reinigung befreyt : worauf sie fünf Söhne und fünf Tochter gehabt ; bey der Ge , buet eines jeden von diesen Rindern , hat sie diesem gelehrten Manne ioooo Thaler gegeben . Man sehet fälschlich voraus , daß Heinrich der II , nachdem er ihn als seinen erste» Leibarzt um seine Person behalten , und als den Erhalter seiner Gesundbeir überall mit sich herum geführet , - - - - - ihm Mriße gelassen , die Schriften in Ordnung ju bringen , die er über C'tc Medicm schrieben hatte , und die Mittel gegeben , sie drucken zu lassen . Man lese das Leben dieses gelehrten Mannes , so wird man finden , daß er nur einen Tracrat von Fiebern aufgesetzt , seit dem er bey Heinrich dem II , das Amt seines ersten Leibarztes verwaltet : man wird auch fin - den , daß er gestorben , ehe dieser Traetat fertig geworden
Feron ( Johann le ) ParlementSsachwalter zu Paris , war von Compiegne . Er ist 1564 , über sechszig Jahre alt gewesen - und unter der Regierung Carls des IX , gestorben . Er ist einer von den fleißigsten und neugierigsten Mannern Frankreichs , wegen der Untersuchung der adlichen Hauser und Wapen , gewesen a ; wie er eö durch verschiedene Bande aeieiat hat , davon einige gedruckt morden ( A ) . Personen von gutem Geschniacke verachteten sie , der unendlichen Erdich - tunaen und Kinderpos , en halber , damit er sie angefüllt hat ( ß ) . Le Feron , ehemaliger Prevot der Kaufieute zu Paris , und Präsident bey der Untersuchungskammer im XVII Jahrhunderte , ist aus dieser Familie gewesen h .
<0 Aus dem la Croix du Maine , pag , 221 , 222 . ö ) Mercurc Galant , Fevr . 1703 , pag . 38 .
( A ) Er Hat viele Sande gemacht , davon etliche gedruckt wor , d en . ] Er hat >555 zu Paris bey Vascosan herausgegeben , Catalogue des Conneftables , Chanceliers , Grandmaiftres , Admiraux , et Mare - fchaux de France , et des Prevoft» de Paris , contenant leurs ereäi - ons et eftablillemens , le temps et exercice de leurs eftats , mutation et Variation d'iceux , leurs noras , furnoins , Seigneuries et armoiries blafonnees , enfemble un abrege' de leurs faiöts ; in folio . DuVer - dicr Vau - Privas , Bibliotheque Francoife , pag . 690 . In eben dem , selben Jahre hat er seinenTraitte de la primitive Inftitution desRois ,
Herauts , et pour fuivans d'armes , zu Paris bcy Moritz Menier , in 4 ans Licht treten lassen . Seine Hilloire Armoriale re'duite en iz Volumes contenant les efcußbns , blafons , noms , furnoms , qualitez , et memoire perpetuelle , des Rois , Princes , Seigneurs , Gentils - hom - tnes et Nobles de plufieurs Royaumcs Chreftiens et infideles , et principalement du Royaume de France , und andere mehr , von glei - cher Art betreffende so hat La Croix du Maine bemerker , daß sie niemals gedruckt worden . Biblioth . Francoife , pag . 222 .
( B ) - , Personen von gurcm Geschmacke , verachteten sie , der unendlichen Erdichtungen und Rinderpojsen halber . J Man hat in der Anmerkung ( L ) zu dem Artikel Pmet zu erkennen ge - geben , was leLaboureur davon gedacht hat , und hier wollen wir eine Ittel - le Stephan Pasquiers ansühren . Sie findet sich in einen , Briefe , den er an den ParlementSsachwalter zu Bourdeaux , Moreau , geschrie -
den , welcher an einem Wapen - und Heroldswerke gearbeitet . „ Ich will „ euch wohl sagen , daß unter denen , die sich damit vermengt haben , le „ Feron , von welchem ihr mir schreibt , darinnen für den vornehmsten „ unter allen hat angesehen seyn wollen . Ich will mir euch von ihm , „ als von einem Menschen reden , mit dem ich zuweilen m meinem mit - - „ lern Alter umgegangen hin . Er ist ehemaliger Sachwalter bey unserm „ Pallaste gewesen , der niemals große Profeßion von seinem Amte ge - „ macht , ( sielx die Werkchen des Loisel , 5 - 5 S . ) sondern allein mit „ Blasonirung der Schilder und Wapen , wie ihr auch aus etlichen Bü - „ chern habet sehen können , die er über diese Materie hat drucken lassen , und „ gleichwohl hac er niemals eine so geschwinde Feder gehabt , als einige „ von seinen Nachfolgern : denn ich will euch wohl sagen , er hat den Ge - „ brauch der Wapen weder von den Kriegen noch von dem Adel , sondern „ vom Anfange dieser Welt hergeführt . Gewißlich er hat unserm ersten „ Vater Adam das seinige angewiesen . Wenn ihr mich fraget , was „ für eines ? Es sind drev Feigenblätter . Und als ich ihn fragte , warun» „ er ihm diese zugeeignet , so hat er mir geantwortet , darum , weil Adam , „ nachdem er die verbothene Frucht gegessen , die Schaamglieder mit ei - „ nem Feigenblatts bedeckt hätte . Und auf diese Art hat er vier bis „ fünf dicke Bände in großem Formate gebauer , die nach seiner Phan - „ taste gebildet sind . Eine Neubegierde von welcher ich mir zu sagenge - . . traute , daß sie eben so wenig zu entschuldigen als zu erschöpfen ist . „ PasquierLettrcs , Livr . XIX , du II Tome , pag . 455 .
Fermnd ( Jacob ) Doctor der Arzneykunst , gebürtig von Agen , hat ein Buch von der Liebeokrankheic geschrieben , welches zu Paris im 1622 Jahre gedruckt worden . Die Bibliothek der Arzneykundigen hat desselben noch nicht erwähnt : Gleichwohl verdienet es darinnen weit eher einen Platz , als viele andere , die man darein gesetzt hat ( A ) .
( \ ) <£$ verdiente , - - weit eher einen plan als viel an , dere , die dareingesetzt sind . ) Obgleich der Endzweck Jacob FerrandS nicht weiter geht , als die Liebe zu betrachten , in , 0 fern sie sich mal in eine le . bl . che Krankheit , in Raserey , in Schwennuth verwandelt : so unterläßt er doch nicht , viele Dinge zu lagen , welche die Liebe über , Haupt betreffen . Ich nehme hier das Wort Liebe , nach dem Sinne , den lnan ihr vorzugsweise giebt , ich will sagen für die Leidenschaft , die eines von beyden Geschlechtern gegen das andere fasset , eine Leidenschaft , welche in dem Heidenthume mit einem göttlichen Dienste unter dem Namen der Venus verehrt worden , und welche eines von den gründlichsten Geheimnissen der Natur ist . Die Zueignungsschrift von dem Buche Jaeob FerrandS ist mit einer Gelehrsamkeit angefüllt , wel , che bezeuget , daß die Poeren des HeidenthumS über nichts so tiefsinnig philosophirt haben , als über die Liebe . Man hat die Verse des Luerez darinnen vergessen , die ich oben in der Anmerkung ( F ) bey dem Artikel Eva angeführt habe . Ich habe damals gefaget , daß man , in demFal - le , wenn diese Leidenschaft durch die Sünde in die Welt gckcmmen , sie als ein Brett nach dem Schifbruche ansehen müsse : Sie ist gleichsam ein anderer Ursprung des Lebens , der dem menschlichen Geschlecht ? »er - williaet worden . Sie ist eine neue höchst norhwendige Triebfeder , die Natur in den Schwung zu bringen . Allein ich sollte auch sagen , daß diese andereFreygebigkeit des Urhebers allerDinge sich nach der allgemeinen
Regel sichtet , die Geschenke des Glücks sind allezeit mit einer XVU derrvattigkeit vermischt . Fortuna nunquam fimpliciter indulget . Q . Curtius Libr . IV , cap . XIV . Diejenigen , welche die Bitterkeiten nicht aus der Erfahrung wissen , damit die Belustigungen der Liebe be - gleitet sind ( * ) , dörfen nur FerrandS Werk lesen , sie werden darinnen von dieser Materie durch die Sprüche vieler ernsthaften Schriftsteller urtheilen lernen ; denn nach der Lehrarr derselbigcn Zelt führet dieser Arzt viel an , und er saget fast nichts , das er nicht niit dem Zeugnisse eines griechischen oder lateinischen Poeten , oder eines und des andern alten oder neuern Philosophen bestätigte . Man hat diese Lehrart fah - ren lassen ; allein die Schriftsteller , die derselben gefolgt sind , sind nichts destoweniger lehrreich : und nach genauer Rechnung , so kommt es mir seltsam vor , daß der Lindenius Renouatus ( so nennet man die Biblis - thek de Script . Medicis in der letzten Ausgabe von i6z6 in 4 . ) nicht von dem Schriftsteller geredet hat , der die Materie dieses Artikels machet . Dieß ist nicht die einzige Unterlassungssünde , die man darinnen antrifft . Man sehe die Anmerkung ( L ) bey dem Artikel van de» Linden .
( * ) Siehe den Artikel Selemnus . Wenn eS auch nur die bloße Eifersucht wäre , so wäre dieselbe schon genug , dem Gilten die Gegen , wage zu halten .
ferrara ( Renata von Frankreich , Herzoginn von ) die wegen ihrer Tugend und Ergebenheit gegen die reformirte Kirche berühmt gewesen , war eine Tochter Ludwigs des XII , und Annen von Bretagne ( A ) . Sie war zu Blois - den z - des Weinmonatö 15 . 0 gebohren b , und Carl» von Oesterreich < im 151z , und 1515 Jahre verwilliget , und darauf auch mit Joachimen , Margrafen von Brandenburg , versprochen worden ; allein sie hat sich 1527 , mit Herkuln von Este , dem andern dieses Namens , Herzogen von Ferrara und Modena , vermahlt d . Andere setzen den Tag dieses Beylagers auf den 28 des Brachmonats 1528 e . Ein neuerer Geschichtschreiber versichert , daß sie eine weirlauftige Gelehrsamkeit sen ( B ) . Er erzahlet viel Dinge , davon einige höchst falsch , die andern zweifelhafte sind , von der SXeise Calvins an den Hof dieser Prinzeßinn ( C ) . Was er von den Beweaungsursachen anführet , die sie zu der neuen Religion angetrieben , hat wenig Wahrscheinlichkeit ( D ) . Sie hat Italien der Religion halber verlassen ( E ) , so bald ihr Gemchl gestorben war , und ist von da nach Frankreich gekommen , wo man ihr erlaubt , die Hugonottischen Lehre zu bekennen . Sie hat ibren Hof zu Montargis gehalten , und daselbst vielen Verfolgten eine Freystadt verschafft , bis man sie gezwungen , solches nicht weiter zu thun . Ich zweifle , , daß Mezerai die richtige Zeit davon anaiebt ( F ) . Sie hat dieser harren Notwendigkeit mit vieler Be - kümmerniß nachgegeben , und wenn sich ihre Herzhaftigkeit bey dieser Begegnung sehen lassen , so hat sich ihre Mildthatigkeit nicht weniger hervor gethan ( G ) . Diese tugendhafte Prinzeßinn hat bestandig eine außerordentliche Neigung blicken lassen ,
den

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