Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8803

Fei'thius . Felibim .
48 ?
Man hatte sich keiner so unbedingten Beobachtung bedient ; man hatte gesaget , daß et Gesetze für die Christen gewesen . täi »i™ to .
Hirot vifutf hxi ? Xf * tavüv . Maltas vna cum patre leges pro Chriftia - nis tulerat Sozom . Hiftor . Ecclef . Libr . I . cap . V . p . 406 407 . Ba - roniuS ist in Absicht auf den EvagriuS nicht getreuer gewesen , er mißt ihm 318 . auf das 324 Jahr bey , daß er das Stillschweigen des Eusebius wider den Zosimus anführet . Nun ist es gewiß , daß EvagriUs viel weiter geht : Er führet in des III Buch XLI Cap . 372 0 . der Kirchenhistorie drey Stellen aus der Kirchenhistorie des Eusebius an , daß der Kaiser Coustau - tin bestandig viel Neigung gegen den wahren Glauben gehabt , und daß sein Crispus , der geliebte Gottes , dem Vater gleich gewesen . II . Wol - - len wir sagen , daß die andern Gründe des Sozomenus , von dem Jahr - buchschreiber , Num . 22 . u . f . sehr gut widerleget worden sind , welcher ihm deutlich gezeigt , daß der Philosoph Sosipater Bekanntschaft mit dem Constantin gehabt , und ihm nachdem platonischen Lehrsatze antwor , ten müssen , daß die Mordthaten dieses Kaisers , an seinen Mulsftcunden nicht versöhnet werden könnten . Zosimus versichert , daß dieser Philosoph dem Constantin solches zur Antwort gegeben habe . Man hat ihn , den Sozomeims . Hiftor . Ecclef . Lib . I . cap . V . p . 407 . unter ander» den auch durch diesen widerlegt , weil nämlich Sosipater wissen müssen , daß der Griechen Religion , wegen der abscheulichsten Mordchaten Ver - söhnungsgepränge hatte ; wie Herkules bezeuget , der seine Söhne und seinen Wirth umgebracht , und dennoch ein Versöhnuugsmittel gefunden hat . Baronius widerleget , Num . - 5 . aufs 3 - 4 Jahr , diese Antworten des Sozomenus sehr wohl , indem er einen Hauptunterschied zwischen den Mordthaten Constantins , und den Mordthaten Herkuls , zeiget . Jene wurden von einem Prinzen begangen , der seine gesunde Vernunft hatte , und diese von einem Rasenden , dessen Handlungen nicht für freywillig gehalten werden konnten .
Man wird außer Zweifel ftagen , wie es doch kömmt , daß sich dieser Jahrbuchschreiber , so viel er nur gekonnt hat , angelegen seyn läßt , die Lasterungen der heidnischen Schriftsteller zu bekräftigen , und die Ur - Heber der Kirchenhistorie zu widerlegen , die sie bestritten , so gut als sie gekonnt haben . Ist es auch einem Cardinale wohl anständig , sich auf irgend eine Art für die Ungläubigen zu erklären , die sich ge - zwungen haben , die Bekehrung Constantins zu verschreyen : als wenn dieser Kaiser das Heidenthum nur darum abgeschworen Härte , weil die Kirchenzucht darinnen von einer solchen Strenge wäre , daß er kein einziges Hülssmittel wider seine Gewissensangst gefunden ; da ihm hin - gegen die Christen ein leichtes Mittel dargebothen , sich von seinen Un - fläthigkeiten , durch das Taufwasser , zu reinigen ? Man glaube nur nicht , 'daß Baronius dieses alles nur für die lange Weile thut : er ver - fährt wegen einiger Traditionen also , die dem päbstlichen Stuhle vor - theilhaft sind ; er bedienet sich derselben , Num . 29 . u . f . aufs 3 - 4 Jahr , die Handlungen des Papstes Sylvesters zu bekräftigen und zu bewei - scn , daß Constantin von diesem Pabste , kurz vor der Kirchenversamm - lung zu Nicäa , die Taufe in Rom erhalten habe . Die Jahrbücher des Jdacus sind ihm nicht gewogen ; denn sie sehen des Crispus Tod ins 326 Jahr . Der P . Pagi , diflertat . Hypat . pag . 249 . setzet das dritte Consulat des Crispus ins 3 - 4 Jahr . Man ziehe die Noten Jacob Gott - ftieds , über den Philostorgius auf der ; > S . zu Rache . Bey allem die - fem kann man sich schwerlich vorstellen , daß Constantin ein Jahr her - nach , oder ein Jahr vor der Kirchenversammlung zu Nicäa , einen Heid« nischen Philosophen zu Rache gezogen habe , um von demselben die Ver - söhnungsgepränge derTodtschläge zu erfahren . Ist er denn noch bis da - hin , nach einer so langen Bekennmiß des wahren Glaubens , in dem heidnischen Aberglauben ersoffen gewesen ? Man merke , daß es noch heutiges Tages Leute giebt , wie beym Cellarius , über den Eutropius im X B . zu sehen ist , welche zweifeln , daß er seine Gemahlinn Fausta
bringen lassen ; und man vergesse nicht , die Heiden mit denen zu ver . gleichen , welche ausgesprenget haben , und noch aussprengen , daß dieK , r> chenverbesserer im XVI Jahrhunderte , die Gemeinschaft von Rom nur darum verlassen , um sich von den strengen Gesetzen des ehlosen Standes , und den Kasteyungen zu befteyen ; und daß ihnen die Freyheitohne Oh - renbeichte , und ohne die geringste Bußübung zu leben , eine Menge An - Hänger verschafft habe .
( C ) Die Weigerung « - - seyte ihn dem - Hasse und der XDiny einer Raiftrinn au«H Diejenigen , welche die meiste Erkennt - niß in Liebeshändeln haben , versichern , daß es eine sehr unverständige Aufführung sey , sich als einen Versucher zu bezeigen , wenn man nur die Absicht hat , zu probiren , ob eine Frau tugendhaft ist : denn die« jenigen , welche in diesen Schranken bleiben , unterwerfen sich vieler Ge - fahr , im Falle sie eine Frau so weit bringen , daß sie die lebte Gunst ver - willigen will . Die Beschimpfung , die man ihr erweist , indem man sich der Neigungen nickt bedient , darein man sie versehet hat ; erfüllet sie mit einer Empfindlichkeit , welche sie reizet , tauseuderley Mittel zur Ra - che zu suchen : sie kann sich nicht erinnern , daß man sie betrogen , und daß ihr die Schwachheit , die sie blicken lassen , zu nichts gedienet hat ; sie kann hieran , sage ich , nicht ohne den heftigsten Zorn gedenken , welchen der Versucher große Ursache zu fürchten hat . Noch ärger ist es , wenn sich eine Frau zuerst erkläret hat , und wenn ihr Antrag von einer übel» Folge begleitet worden . Wehe demjenigen , den sie versucht hat , und nicht gewinnen können . Sie denket an nichts , als an sein Verderben . Der Erzvater Joseph , im I Buche Mosis XXXIX , ist ein Beweis da - von : und wenn uns die heilige Schrift dieß große Beyspiel darbiethet , so giebt uns die Historie der Heldenzeiten eben so berühmte Exempel au die Hand : man lese die Abentheuer des Bellerophon , und des keuschen HippolytuS . Die Historie der folgenden Zeiten biethet auch etwas dar , und wenn es nur unsre Fausta , die Verleumderinn des Crispus , wäre , welcher sie nicht hatte vergnügen wollen . Juvenal hat sehr wohl gesagt , daß in diesem Falle , wenn die Schaam über eine solche Ab - schlagung den Haß anfeuert , eine Frau die allergrößte Grausamkeit verübet :
Sei cafto quid forma nocet ? quid profüit olim Hippolyto graue propolitum ? quid Bellerophonti !
Erubuit nempe haec , ceu faftidita repulfa :
Nec Stenoboea minus quam Crefiä excanduit , et fe Concuflere ambae : mulier faeuijjima tunc eßt Cum ßimulos odio fudor admouet .
Iuuen . Satir . X . verf . 324 .
Eine Kaiserin , eine Königinn , und überhaupt Frauen vom höchsten Stande , sind vornehmlich zu fürchten , wenn man ihre Anträge nicht angenommen hat : ihr Stand machet sie wegen der Beschimpfung viel empfindlicher , und biethet ihnen mehr Gelegenheit dar , sich zu rächen . Ihnen kommen diese Worte der Zuno des Äirgilius , im I B . der Ae - neis 37 Verse wohl zu : Mene incepto defiftere viöam ? LNufi ich meine Unternehmung verlassen , ohne etwas gerhan ; « habend Bey dergleichen Begebenheiten ist ein der Schönheit nachtheiliges Urtheil , eine Beleidigung , die sich in dem Herzen einwurzelt .
Manet alta mente repoftuin Iudicium Paridis fpretaeque iniuria formae .
Ebendaselbst 26 Vers .
Ich weis nicht , ob Lactanz seinen Schüler , den Crispus , Constantins Sohn , die Historie der Phädra har lesen lassen . Dieses harte ihm zu etwas dienen können .
Feithius , . IWW
der Philosophie gewendet , und sich darauf
hat die griechische und auch die hebräische .
testanten in Frankreich zu Bearn hatten , haben ihm dieserwegen ein sehr weitlauftiges Zeugmß gegeben . Bey seiner Zurück - 1 kunft in sein Vaterland , nach einer langen Abwesenheit , hat er sich wegen des Kriegszugö der Spanier , die Spinola comman - dirte , bestürzt gefunden . Dieß brachte ihn zu dem Entschlüsse , sein Vaterland zu verlassen . Er hat sich in Frankreich fest gesetzet , und daselbst die griechische Sprache gelehret , und er ist daselbst mit der Gewogenheit Casaubons , der Herren du Puy , und des
( $ * >• fiioriA ir» rifunA fiirtfifi / ntr hot« m« . . . c . _
gelanget wäre , so würde er der Litteratur einen wunderbaren Glanz gegeben haben . Dieß Urtheil ist aus die gefchnebenen Wer - ke gegründet , die man von ihm hat b . Man hat eines davon zu Leiden im 1677 Jahre herausgegeben ( A ) .
J ) In ciuis Rupellani aedes vocatur . Brumanus , vbi infra . b ) Brumanus , Epift . Dedicat . Antiquitatiun Homericarum .
( A ) Man hat eines von seinen Berken 5» Leiden , im 1677 Bruman . Epift . Dedic . Antiquit . Homer . Er hat versprochen , die
Jahre herausgegeben . ^ Es ist in Duodez von 350 Seiten , andern Schriften des Feithiuö zu sammlen , welche die Nachläßigkeit
und hat zum Titel : Antiquitatum Homericarum libri quatuor . Es der Erben zerstreuet gelassen . Ich tveis von guter Hand , daß sie nicht
ist mit einer sehr merkwürdigen und lehrreichen Belesenheit angesüllet . alle verlohren sind , und daß die Werke de Äthenienfium Republica ,
Heinrich Brumann , Rector der Schule zu Zwoll , seiner Schwester Enkel , und de Antiquit . Atticis , sich in den Händen eines sehr gelehrten AU
hat die Herausgabe besorget . Auo meo materno frater fiiit ( Feithius ) terthumskundigen , des Lupers befinden .
„ FellbiM , ( Andreas ) Herr des Avaux und von Javerch , Rath und Historienschreiber des Königes , u . s . w . hat sich durch die Erkenntniß berühmt gemacht , die er sich in den schönen Künsten erworben . Er war von Chartres , allwo er seine " ^ckulftudien im vierzehnten Jahre des Alters kaum vollendet hatte , als er nach Paris geschickt ward , um sich in den Wissen - * Mvrffen und Geschafften geschickt zu machen . Allein seine Neigung hat sich gar bald für Die Musen erklaret . Die ersten " Versuche seiner Feder gaben die Schönheit seines Witzes , und die Annehmlichst seiner Schreibart zu erkennen . Nachdem " d - n Mm - auis von Fontenay^Mareuil 1647 , das andermal zum außerordentlichen Gesandten nachdem ernennet worden war , ist " Sefihien tum Gesandtschaftssecretär erwählt worden , und hat alle Hoffnung erfüllet , die dieser würdige Staatsmann von ihm gefaßt »»hatte . In wahrendem sein^^Aufenthalte^zu Rom , har ihn seine natürliche Neigung^gegen die schönen Künste bewogen , seine
„ wenden , . . .
''aelewen Är ? e ^aeseßetl die ihn so berühmt gemacht . Nach seiner Zurückkunft aus Italien gieng er nach Chartres , und zu setzen gedachte , >nit Margarethens Maire , des königlichen Sachwalters , bey dem Ober - verpeiraryere ucy , vaer m , W , ' g 'fl , mf ! ai Emilien der Stadt , und unter . « . > Zm berühmten vm»
. gerichte , Tochter II Dand .
die wie er , mit den vornehmsten Familien der Stadt , und unter andern mit dem berühmten Hause von
Ppp 2 „ Aiigre ,

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.