Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8780

Faucheur . Fauno . Fausta .
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mens defquels lcs Francois ont aneiennement ufe cn lcurs Guerres , betreffend , so ist es zu Paris , 1600 , in 8 gedruckt worden . Sein Re - cueil de l'origine de la Langue et Poefie Fran$oife , Rytne et Ro - mans ; plus les noms et fommaire des Oeuvres de 127 Poetes Fran -
901s , vivans avant l'an izoo , ist zu Paris geruckt worden . Die Aus . gäbe seiner Werke , die 1610 zu Paris in 4 gemacht worden , deren Mo - reri gedenket , ist im folgenden Jahre zu Genf nachgedruckt worden .
Faucheur , " ( Michael le ) ist ein sehr berühmter Prediger , unter den Protestanten in Frankreich , im XVII ^ hunderte gewesen . Seine Stärke bestund im Predigen ( A ) , und man kann sagen , daß er darinnen vortrefflich gewesen . Er erwarb sich , von dieser Seite , bey der Kirche von Montpellier Bewunderung ( ß ) . Wie sich sein Ruhm ausbreitete , und die Kirche zu Paris gewohnt war , sich die größten Prediger zuzueignen , die in den Provinzen waren , so zog sie auch diesen an sich . Er brachte gerne diejenigen aus dem Jrrthume , welche glaubten , daß er keine andern Gaben hätte , alö eine gute Predigt zu dieselbe geschickt zu halten . Dieserwegen hat er ein weirlauftigeö und mühsames Werk über das Nachtmahl , wider
machen , und den Cardinal du Perron unternommen .
Man gerieth in eine angenehme Verwunderung , alö man auö seiner Feder einen so
großen Folioband fließen sah , der mit griechischen und lateinischen Stellen , und mit allen Gattungen der Gelehrsamkeit , diese Reil'gl'onsstreltigkeit betreffend , auögeschmücket war . Seine übrigen Werke sind verschiedene Bände Predigten , und ein Tractat , von dem äußerlichen Vortrage eines Redners ( C ) ; welches seit einiger Zeit in Holland wieder gedruckt worden . Ich habe einen la - temischen Brief im Manuskripte gesehen , wo er dem großen Du Moulin , weaen seines Buches , von den salmurischen Religions - streitigkeiten gute Erinnerungen giebt . Le Faucheur ist zu Paris den 1 des Aprilmonatö , 1657 , gestorben b .
" ) Lateinisch habe ich ihn Falcarius angeführt gesehen .
44 Seite .
( A ) Qeine Stärke bestund im predigen . ^ Ich habe sagen l ) i« ren : er habe eines Tages mit solcher Beredsamkeit wider den Zwey - - kämpf geprediget , daß der Marschall de la Force , der in dieser Predigt gewesen war / vor einigen Eisenfressern versichert : daß er , wenn man Ihm eine Ausforderung zuschickte , dieselbe nicht annehmen würde .
( B ) Er erwarb sich - - - in der Rirche ju lier Bewunvernng . ) Man hat die Predigt etlichemal gedruckt , die er an einem Bußtage , 1618 , gehalten . Dieß ist ein sehr starkes und nachdrückliches Stück .
( C ) i & c hat einen Tractat von dem äußerlichen Vortrage des Reoners gemacht . ) Man hat ihn im >686 Jahre zu Leiden gedruckt , und dem Conrart fälschlich zugeeignet ; entweder , weil man ihn für den Urheber desselben gehalten , oder begierig gewesen ist , das Buch , durch Vorsehung de« Namens eines Mannes , besser zu verkaufen , dessen Zier - lichkeit so berühmt ist . Die Leipziger haben in ihrem Tagebuche voin Monate Kenner , 16» ? , auf der , 7 und >8 S . sehr richtige Auszüge da - von gegeben . Sie haben die Stelle nicht vergessen , wo der Verfasser von einem Prediger redet , der sich eine Regel gemacht , nach dem Zirkel und Maaßstabe , just bey diesem oder jenem Absätze zu husten ; und cher . aus Furcht , daß er darinnen fehlen möchte , sich überall Merkmaale tn seinem Manuskripte gemacht , wo er sich vorgesetzt hatte , zu husten .
b ) Witte , in Diario Biogr . Siehe auch das Leben des Dalläus ,
Er hat an diese Stellen , dem , hem , geschrieben , wie man nach seinem Tode in der Urschrift gefunden hat . Dem Rath« , den diese Tagebuch - schreibet gegeben , ist ein Professor zu Helmstadt , Melchior Schmid , gefolget , welcher diesen Tractat ins Lateinische Übersetzer hat . Die - se Übersetzung ist in derselben Stadt , im 1690 Söhre , aus der Presse gekommen . Sie haben im Drachmonate , 1690 , auf der 368 S . davon geredet , und der Welt bekannt gemacht , daß der Uebersetzer diesen ? ra - ctar seinem wahren Vater wiedergegeben hat . Dasjenige , was sie vor , aussetzen , als wenn dieses Buch , welches zu Lion , ohne den Namen des Verfassers , im 1676 Jahre gedruckt gewesen , zehn Jahre hernach zu ris , unter Conrarts Namen , herausgegeben worden , und daß die hol - ländische Ausgabe der pariser nachgeahmet habe , was die Zueignung dieses Werkes an den Conrart betrifft , hat einer Verbesserung nöthig : L Die ungenannte Ausgabe von Lion , 1676 , ist nicht die erste . Ich er - innere mich , dieses Buch vom >666 Jahre gesehen zu haben . II . Zum andern , hat man es nicht niit dem Namen Conrarts zu Paris , im . 6 , 6 Jahre gedruckt . Diese Worte , ad exernplar Paris . MDCLXXXVI welche von diesen Herren , auf der 17 S . des >687 Jahres angeführet den , bedeuten nicht , daß man es nach der Ausgabe gedruckt , die , 686 zu Paris erschienen ist ; sondern , daß man daö ><86 Jahr , nach dem pari - ser Exemplare , darauf gedruckt hat . Und also bemerket man da« Jahr von der pariser Ausgabe nicht .
FaUN» , ( Lucio ) lateinisch , Faunus , ein italienischer Schriftsteller , der gegen die Mitte des XVI Iahrhunders gelebet hat ein Buch von den römischen Alterthümern geschrieben , delle Antichiia della Citta di Roma , welches italienisch und la - reinisch gedruckt worden ( A ) ; Er hat etliche Bücher des Flavius Blondus ins Italienische übersetzt b .
a ) Quem aetate Pauli IV . ( . es sollte heißen Pauli III . ) Romani Pontificis , Anno Chrifti M . D . XL . vixifie conftat . Hanckiui , de Scriptoribus Kerum Romanarum , Tom . II . p . 134 . b ) Epitome Bibliothecac Gefneri , p . n> . 552 .
( A ) Sein Auch , von den romischen Alterthümern , - - » ist italienisch und lateinisch gedruckt worden . ] Die italienische Ausgabe von Venedig , in 8 , ist dem Bücherverzeichnisse des Thuanus , mit dem 1558 Jahre bemerket . Teiflier , Catal . - - Catalogor . auf der sso S . redet auch von einer andern , die in eben derselben Stadt , , 55z ,
gemacht worden . Die lateinische Ausgabe ist im 1546 °5ahre zu Vene , dig erschienen , woferne wir GeSnerS Auszug ? hierinnen glauben dürfen Andere bemerken nur die venetianifche Ausgabe , von U49 . Hank , d» Scriptor . Rer . Romanar . p . 134 .
Fausta , die Tochter Maximians Herkuleus ist des Kaisers Constantins Gemahlinn gewesen . Man hat sie ihm in der Absicht gegeben , um ihn zu bekriegen h ; allein sie bat ihrem Gemahle die Fallstricke Maximians entdeckt f . Man erzahlet : es habe Constantin , welcher geargwohnet , daß CrlspuS , den er d von einem Kebsweibe gehabt« , einen verbothenen Umgang mit der Fausta hatte , denselben hinrichten , und dessen Mutter , Helenen zu trösten , die sich außerordentlich über den Tod dieses jungen Menschen betrübte , die Fausta in einem sehr heißen Bade ersticken lassen . ZosimuS versichert dieses / . Einige sagen : daß Fausta , die sich in den CrispuS verliebt gehabt , demselben ihre Leidenschaft entdeckt , und , da sie ihn nicht vermögen können , sie zu vergnügen , sich bey dem Kaiser beklaget , daß er sie verführen wollen . Sie fugen dazu : daß Consta» , rin , welcher der Fausta Verleumdung geglaubet , den CrispuS hinrichten , und , da er nach diesem seines Sohnes Unschuld ersah« ren , diese Frau gleichfalls aus dem Wege räumen lassen ( A ) . Der Cardinal Baronius s beklaget sich billig über die Kirchenge -
ne Konstantins lucyrs gesayrull ) rrv vegegnrn tviuir» , u>v vup ; m «PN yrruevre ; Venn er mochte tyun , was
er wollte , so mußte er sich allemal vergehen . Die Gefälligkeit unterwarf ihn dem Zorne des Himmels , und außer diesem hatte er alles von Seiten Constantins zu fürchten , wenn sie bekannt geworden wäre : die Weigerung aber war auch wieder eine große Sache ; denn dieses sehte ihn dem Hasse und der Wuth einer Kaiserinn aus ( C ) . Einige sagen ' : daß Fausta den Constantin vermocht , in den Dienst der falschen Götter zurück zu fallen , und daß ihm Gort , um ihn daraus zu reißen , den Aus - sah zugeschickt habe .
< * ) Zofimus , Libr . II . p . m . »I . b ) Ebendaf . 8 - S . . 0 Ebendas . imgleichen Euttopius , Libr . X . <0 Ebendas . ZosimuS , ebend . 95 S . ' ) Sie hat Minervine geheißen . Zosimus , ebendas . / ) Ebendas . 10z , 104 S . g ) Baronius , ad ann . 324 . num . s u . f h ) Ba - luze , in La & ant . de Morte Periec . c . XXVII . beweist , daß diese Zeitrechnung gut ist . f ) Michael Glycas , Libr . IV . beym Baronius , aufs ? 2« Jahr . Num . z ; .
( A ) Einige sägen : daß Fausta , die sich in den Crispus ver , liebt gehabt , _ # > - < unö Constantin - - - den detfpus e ; und diese Frau hinrichten lasten . ) Diese Begebenheit sin - det sich in den Schriftstellern mit tausend Veränderungen , und fast al - lezeit , in Absicht auf einige von den wesentlichen Umständen , verstüm - melt . Zosimus , im II B . 103 , 104 S will . Constantin habe den Crispus im Verdachte gehabt , daß er mit der Fausta zu thun hätte , und nichts - destoweniger versichert er , daß er den Crispus hinrichten lassen , ohne die Kaiserinn mit der geringsten Strafe belegen zu lassen ; denn er giebt vor : daß man sie bloß darum in einem heißen Bade ersticken lassen , weil man solches für nöthig gehalten , die Mutter Constantins zu trö - sten . Eine solche Erzählung verdienet vielen Tadel . Crispus hat nicht wegen der Blutschande'mit Fausten verdachtig scheinen können , ohne daß der Verdacht gleiches Verbrechens nicht auch aus die Fausta gefallen wäre . Woher kömmt es also , daß Constantin den Crispus allein fet ? Dieß ist ein Einwurf , den ZosimuS juvor sehen und abwenden II Sand .
wollen , und gegen welchen er gleichwohl nicht die geringste Vorsicht an - gewendet hat : er ist also , bey Erzählung dieser Aufführung Constantins , den Begriffen einer guten Richtigkeit nicht gefolger . Der andere Thetl feiner Erzählung erfordert , daß man in dem ersten gesehen Hütte . eS sey CrispuS im Verdachte gewesen , nicht daß er Blutschande mit der Fausta getrieben , sondern daß er flch bemüht gehabt , dieselbe zu verführen . Die Folge würde ohne Schwierigkeit feyn , jedermann würde begreifen daß Constantin der Betrubniß seiner Mutter , die Unschuld seiner Ge , mahlinn aufgeopfert hatte , oder daß man ihm durch gewisse Kunst - griffe gezeiget : e6 habe sich die Äailerinn nicht allzuwohl aufgeführet . Wenn man eine vollständigere Erzählung wegen dieser Begebenheit sin , den will , so muß man zu dem Melaphrastus' Zuflucht nehmen : ich be - kenne , daß er kein Schriftsteller ist , der allzuviel Glauben verdienet ; allein zum mindesten hat er doch die wenigsten Lücken gelassen , und er setzet die Umstände in eine schöne Ordnung . Der von seiner Stiefmutter angeklagte Crispus wird gestrafet ; also ist er in dm Augen seine« Va - Ppp ter«

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