Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8730

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Farel .
L , icht ; u ? ürch , - Halter , das auserwahlteRüstzeug wBern , uns Oecolampadius , Oer - feuchter Ves - Haufes Gottes , den Farel »mar - - met . Ich finde in seiner Erzählung noch eine andre Auslassung , die viel wichtiger ist . Er saget nichts von einer berühmten Disputation , die Farel im >524 Jahre vertheidiget hat . Ich weis wohl , daß er auf der 4z S davon geredet hat , wo nicht von der chronologischen Folge der Arbeiten dieses Predigers geredet wird ; allein außer , daß er die Zeit nicht wohl bemerket , die er auf den 15 Hornung ijw setzet : so hat er derjenigen nicht gedacht , wo er es hätte thün sollen , nämlich , da er in dem >z Cap . auf der , 91 u . f . S . alle Arbeiten Farel« historisch , und nach der chronologischen Ordnung erzählt hat . Wir wollen also dasjenige er - - gänzen , was er ausgelassen hat . Nachdem Farel im 1514 Jahre zu sel angekommen war , so meldete er sich bey der theologischen Facultät , und sagte : daß er eine öffentliche Disputation vertheidigen wollte . Die GotteSgelehrten zu Basel , und vernehmlich Ludwig Berus , Probst zu S - Peter , schlugen ihm dieErlaubniß ab ; unter dem Verwände , weil seine Sätze mit der neuen Lehre übereinkämen . Der Rath , hat auf die erhaltene Nachricht , von dieser Abschlagung , dem Farel Erlaubnis geae - den , seine Sätze zu vertheidigen . Farel ließ sie an der Thüre des ^olle - qii anschlagen . Der Großvicarius , der Nector der Universität und die ProfessoreS ließen dagegen ein Berkoth kund machen , dieser Disvutation bey Strafe des Kirchenbannes nicht beyzuwohnen . Der Rath , welcher sich einbildete , daß dieses Verboth ein harter Eingriff wider seine richterliche Gewalt wäre , befahl allen Gottesgelehrten , Pfarrern und allen Stu - denken sich bey der Disputation einzufinden , und erklärte dabey : daß alle diejenigen , die nicht dazu kommen würden , ihr Recht verlieren sollten , sich der Mühlen und Backöfen zu bedienen , und dasjenige auf dem Markte zu kaufen , was sie nöthig hätten . Secus factum vfu molen - dinorum furnorum et mercatus interdicit . Melch . Adam , in Vit . Theolog . Exter , p . 114 . Durch dieses Mittel hat Farel allen Vortheil erlangt , den er wünschen konnte ; er hat seine Disputation in Gegen - wart unzähliger Personen vom geistlichen und weltlichen Stande , den 15 Hornung 1524 vertheidiget : allein nichts desto weniger ist die Parrey der Katholiken noch so stark gewesen , daß sie ihn kurz drauf gezwungen , Basel zu verlassen . Ebendaselbst 113 , 114 Seite .
( C " ) Er hat seinen Eifer nach 5cm Rache des ( PecolampaZ dius in etwas gemaßiget . ] Hier sind Ancillon« Worte : » , Farel „ hat , nach der vom Oecolampadius erhaltenen Erinnerung , seine Hitze „ gemäßiget , seinen Eifer gemindert , und ihn nach dem Naturelle feiner „ Zuhörer eingerichtet , so daß er alle zu der Gemeinschaft Jesu Christi „ gebracht . „ Zu dem Leben FarelS auf der 204 S . Es wird hier von Mümpelgard gehandelt . Andre sagen , daß , da er in diesem Lande eine allzugroße Heftigkeit blicken lassen , er von , Oecolompadius erinnert wor - den , an einem andern Orte , wo er das Evangelium predigen würde , die Klugheit mit der Herzhaftigkeit zu verbinden . Melch . Adam , in Vit . Theolog . Exter , p . 114 . Bafilea exadhis in monte BeW . eardi Euange - lititn Chrifti aliquandiu doeuit ; poft et in aliis Gallici idioinatis pe - ritis vicinisque Ipcis , tanta animi contentione tantoque ardore ; vt diuinitus illum ad niunus ciusmodi excitatum res demonftraret : . quanquam alieubi moderationem in eo quidam defiderarint , vt di - cemus . Circa annum vieeßmum ftftimum , iterum annunciandi ver - bi locum innenit , in quodam oppido , cui Aelin noraen : vbi vt for - titer et prudenter ageret , Oecolampadius fubmonuit inEpift . Lib . IV . Der Schriftsteller , dem ich diese Worte abgeborgt , erzählet sie auf der 115 und 116 S . deren sich Oecolainpadius bedient hat , da er seinen Freund ermahnt , seine Heftigkeit abzulegen . Ita Oecolampadius eubi , Libr . IV . Epiß . p . 916 : Qiii hie tibi et Eiiangelio fauent : ne quid ardore zeli inter mitia attentes , timent . De quo fatis monui ante , quam abires : nunc non item . Neque enim excidiflfe animo crediderim ; quomodo inter nos conuenerit : neiupe vtquando pro - penlior es ad violentiam ; tanto magis te ad lenitatem exerceas ;
teneremur in tenebris et captiuitate Antichrifti . Vide , vt Chriftum etiain vita exprima« , exemplo inquarn docendi . Et alibi LH . IV . Epiß . p . pfi , apertius : rogaui ex N . fuper manfuetudine tua : qua hil magisChriftianum , nedum Apoftolum decet . Is cum mire extu - liflet fedulitatem infatigabilem , ardoremque inextinguibilem , et tis felicem fucceflum ; fubdidit , quod in facrificos imbres effundas conuitiorum . Non ignoro , quid illi mereantur , et quibus colori - bus depingi debeant : pace tarnen tua dixerim , amicus et frater fra - tri ; non videris per omnia officii tui reminifei . Euangelizatum , non malediäum miflus es . Condono , imo laudo zelum : modo ne defideretur manfuetudo . Da operam , mi frater , vt fpiritum meum exhilares etiam hoc nuncio : quod in tempore fuo , vinum et oleum infundas ; quod Euangeliftam , non tyrannicum legislatorem praeftej .
Dieß ist ein Merkmaal eines allzuhitzigen Eifers . An einem Tage de« öffentlichen Umganges riß Farel das Götzenbild St . Antons einem Priester aus den Händen , und warf es von der Brücke in den Fluß hinunter Er wäre umgebracht worden , wenn es Gott nicht durch eine außerordentliche Furcht verhütet hatte , die den Pöbel überfallen . Zum wenigsten hat ein reformirter Prediger , den «ch anfuhren will , den Farel auf diese Art gerettet . Cum vero Farellus nofter ahquando , publica occafione gloriae diuinac afferendae oblata , Antonii idolum , magna cum pompa per vrbem circumgeftatum , Sacrificulorum manibus ex - cufliim , in fubieöum flumen e ponte praecipitairet : Pentheus alter haud dubie futurus erat , ni mira Dci prouidenüa funbundae plebis ora et manus iniecto terrore panico praeter fpem compefcuiflet . Fr id . Spanhein , in Geneua reftittita , p . 40 , 41 . Erasmus hat des Farels Gemüthsarr ungemein aemiSbilliget : Habetis ifthic in propinquo , ruft er dem Officiäl zu Beftmzon zu , nonum Euangeliftam . P & »Y«i 50 Br . des i» B . 798 S . er ist den 29 des Christmonats >524 unterschrieben : woraus erhellet , daß Farel in diesem Jahre nach Mümpelgard gegangen ist . Man sehe auch den 14 Br . de« zo B . allein man verbessere die Unter - schrift , man sehe >525 statt 1515 . Er hat anderwertö eine häßlich Ab - schilderung von ihm gemacht ; allein man muß sich erinnern , daß er ge - glaubt , er fey von Fareln in einigen Schriften beleidiget worden . pereft Pbare 11 ur , bone Cbriße , quam pius , quam innocens vir ! In quem quid feripferim non referuat . Si nunc eft conuei ins Ad inc .
liorem frugem , gratulor homim . Qualis oGm erat , mihi valde dt fplieuit , feditiofusacidae linguae , et vaniflimus . Sic rem geflit in monte Pellieardi , vt bis inde profugerit . ßaßlienßs Senatus , quum cuperet ciuitatem efle tutam a feditione , iuflit Pbarellum ire exula - nim . Oecolampadius , cuius menfa tum vtebatur , non ferne ! obiurgauit hominem , quod obtreciandi nullum faceret finem ; teftatus fe non pofle ferre in conuiuio tarn amuralentas obtreöationes . Id mihi narra - uit , qui in eadem menfa accumbebat , vir integritatis rariflimae . Appellarat nie Balaam , hac de caufa «im illo expoftulanti , nihil certi refpondit , fed fic elapfus eft , vt diceret negotiatorem quendatn Dupletum hoc dixifle , is enim iamabierat : et fieri poteft , vt dixerit , fed a Pharello doöus . De colloquio noftro feripfit epiftolam ad fratres Conßantiam , in qua faepe in decem verfibus non erat vnum verbum verum . Omitto iam leuiora . Talem expertus , fi talem depinxi , nihil miruni . Nunc qualis fit , nefeio . Erafmus in Epiftola ad Fratres Germaniae inferioris , p . 2128 , 2129 : es ist der 59 Br . de« zi B . und ist im i ; zo Jahre geschrieben . Ich habe etliche Fehler in der londonschen Ausgabe verbessert . Man vergleiche diese« mit demje - nigen , was in der Anmerkung ( L ) aus dem Erasmus angeführt wer - den wird . Weil Erasmus erbittert war , so ist man nicht verbunden , zu glauben , das er hier nach dem Leben gemalt hat : allein , man kann ganz gewiß versichert seyii , da» unser Farel einer von denen gewesen , die einen Kappzaum nöthiger , als einen Sporn , gehabt . Das Tempera - ment ist fast allezeit der erste und vornehmste Bewegungsgrund auch bey denjenigen Personen selbst , die das Werk Gottes treiben . Einige geben vor , es sey nothwendig gewe>en , daß Luther , Calvin , Farel und ei , nige andere hibig , zornig und gallsiichtig gewesen ; denn ohne dieß , saget man , hätten sie den Widerstand nicht überwunden . Die Kirche ist da - mals gewesen , als wie Christus gesagt hat : Daa - Himmelreich leivet Gewalt , und die Gewalt tbun , die reißen es ; u sich , Matth . XI , il . Man sehe die Gedanken des Claude , in der Annierkung ( T ) bey dem Artikel Sucher .
( D ) iL« gelang ihm - < - in der Stadt Aigle , unv kur , darauf in dem Amre Morat . ] Nach dem Ancillon ist er nicht eher nach Neufchatel gegangen , al« bis er die Stadt Aigle und das Am» Morat reformirr gehabt ; allein Spanhelm , der Barer , läßt ihn nach Neufchatel gehen , da er au« Mümpelgard weggereist , und dann nach Aigle u . f . w . Seine Erzählung ist so merkwürdig , daß sie hier ganz angeführt zu werden verdient . Man wird darinnen die Unerschrocken - heit des GlaubenSverbesserers und die Stärke finden , mit welcher erden Widerstand der Priester überstiegen , welche die Glocken läute« ließen , damit man seine Stimme nicht hören sollen . Sie haben auch deir Kunstgriff gebrauchet , dessen sich Ulysses bediente , der bösen Wirkung des Gesanges der Sirenen zuvor zu kommen : sie haben ihre Ohren mit
tlockseide verstopfet . Dieses ists , was sie der donnernden Beredsamkeit arels entgegen zu setzen gewußt ; allein endlich haben sie sich weisrn lassen , sie haben ihn geneigt angehört . Inde , da« heißt von gard , Neocomum delatus Farellus , fed et ibi duriter habitus Aquileiaim . Bernatum oppidum Valefiis conterminum incolere coepit , et ludun« aperire erudiendac iuuentuti in fpeciem , reuera docendae veritati» Turbatum hic etiam a Sacrificulis , et Farello quaerenda ftdes alia . Delefta Moratum , Heluetiae gentis fortihidine et vi & oria , nobila nnmieipium . Sed nec ibi Farello noltro quies . Extrufus itaque in agrum Biellenfem , diuina prouidentia totum illum traäum ingentl fucceflii Euangelii praedicatione impleuit , eumque inter ludibria „ verbera et contumelias innumeras , Diaboli et Cleri ingratiis , Chri - fto vindicauit . Accellere mox Orba et Graafonium , quiequid freme - ret Satan , quiequid Sacrificuli in Farelli et Euangelii perniciem moli - rentur . Imperterritus hominis animus omnes in Ituporem dabat , cum viderent animum fimid ac vocem illi ad ftriftos enfes conftare adeo qtiidem , vt et illi ex Clero , qui continuo campanarum clango * re , et auro bombyeina lanugine oppleta , conciones eius eludere diu fa - tegerant , poftmodum patulas aures ac fauentes animos ad Farelli au« ditorium adferrent . Spanh . Geneua reftit . p . 41 , 42 Man findet Lausanne nicht in diesem Verzeichnisse der Städte , wo Farel die Glau - benöverbesserung gepflanzt hat ; gleichwohl hat er sie auch zu Lausann» gepflanzt , wenn wir dem Theodor Beza , in Iconibus , und der Aufschrift ! auf leinem Kupferstiche glauben . Man merke doch , daß unter währen , der Predigt , die er zu Metz gehalten , die Dominicaner zu ihren Glocken , als einem unfehlbaren HülfSmittel , gelaufm ; allein sie mochten sie im« merhin erichallen lassen , jte haben den Prediger nicht gestörtt . Er hae mit dm Glocken gestritten , wer unter ihnen am besten zi , hören ftyn würde , und er ist nicht überwuudm worden . Primam concionem 11» cocmiterio Dominicanonun habujt . Qui cum aliud non poflent , cam - pani aeris impulfu impedire concionem conati funt . Ibi tum lus contra ad rauim vsque vocem intendit : nec vinci fe a ftrepiti« vllo pailiis eft . Melch . Adam in , Vit . Theolog , Exter , p . 114 . Mo» sehe auch einen Brief Bucers an den Calvin , welcher der z ? unter Calvin« Briefen ist . Er ist vom 6 des Weinmonats 1541 geschrieben . Diese Unterschrift kömmt mit dem Theodor Beza im >6Buche der Kirchenhistorie p 4ZZ nicht überein , welcher Farels Reife ins 1542 Jahr setzet . Seine Stimme ist ein Donner gewesen , und man kann daSjmige auf ihn deu - > ten , was Friedrich Spanheim von einem Mönche gesagt , der wider das Lutherthum geprediget hat . Dominicanae familiae Monachus , qui pro concionc in palatn cocnobio ftentor^a dcclamatione , Cornua ijuac vincatque tubas , in Lutheranum nomen , inuehebatur , a Petro Robert» Oltuetano - publice incrcpitus et correptus . Spanh ,
ua reiht , p . 56 .
( E ) Es ist ihm ; ti Neufchatel eine entsetzliche ^>escl ) impfunz rvlederfahren , die wohl ersenr ward . 1 . / Nachdem Farel in de» „ Kirche zu Neufchatel einzuführen gesucht , daß alle Dinge darinlien or - „ deutlich geschehen : so hat er ohne Unterlaß an den Sitten gebessert ; er „ hat die Misbräucke abgeschafft , er ist den Lastern zu Leibe gegangen , uni» „ hat das Aergerniß mit aller Gewalt auö dem Wege geräumt . Diese „ Aufmerksamkeit , die Kirchenzucht in Beobachtung zu bringen , hat ihn „ verhaßt , und bey den Lasterhaften und Freygeistern so gar unerträglich „ gemacht . Nachdem es sich eines Tages zugetragen , daß eine Frau von „ edler Herkunft sich von ihrem Ehmanne getrennet , so hat Farel sie er« „ mahnt , dasjenige nicht zu trennen , was Gott zusammen gefügt hätte , „ und ihr die stärksten Gründe vorgestellt , sie wieder zu ihrer Pflicht zu „ bringen ; diese Krau aber hat , weder die beßzndern Vorsteü , ingen , noch die
Borstellun»

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