Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8705

Fannius .
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ster des Volks , £ . Orchius , eingeführt worden ; das andre , welches das fanniscl ? e Gesetze gewesen , ist zwey und zwanzig Jahre nach dem ersten bestätiget worden . ? rima omninm de coenis lex ad populum Or - chia pcruenit , quam tulit C . Orchius tribunus plebis de fenatus fen - tentia , tertio anno quam Cato Cenfor fuerat . Cuiiis verba , quia prolixa funt , praetereo . Summa autem eins praeferibebat nunic - ruin conuiuanim . Et haec eft lex Orchia , de qua Cato in Orationi - bus fuis voeiferabatur , quod pluresquam praeferipto eius cauebatur ad coenain vocarentur . Cuinque auöoritatem nouae legis aueta necellitas imploraret : poft annuin vicefimum fecundum legis Or - chiae Fannia lex lata eft , anno poft Romam conditatn , fecundum Geliii opinionem , quingentefimo octogefimo oftauo . Macrob . Sa - turnal . Lib . II , c . Nun ist da« erste drey Jahr eher gegeben wor« den , als Cato das Censoramt erhalten harte ; also ist das fannistbe Ge - setze neunzehn Jahre darauf eingeführt worden , da Lato dieses Amt halten hatte . Nun ist er im 569 Jahre Roms zum Sittenrichter er - klart worden : also ist das fanmfebe Gesetze vom ; «8 Jahre . Diese Folgerung , welche ^anz richtig aus den Worte» des Macrobius nebst den Consular - Jahrbuchern gezogen ist , ist auch dem Texte de« Macrobiu« selbst gemäß . Poft annum vicefimum fecundum Legis Orchiae Fan - nia lex lata eft , anno poft Romam conditam , fecundum Geliii nionem , quiugentefimo oftogefimo octauo . Allein man findet diese Verdrießlichkeit darinnen , daß das fannifebe Gesetze , nach dem AuluS Gellius im ; 88 Jahre Roms eingeführt worden . Nun mag man in dem AuluS Gellius suchen , so lange als man will ; so wird man diesen Zeilpuncr nicht darinnen finden : man findet weiter nicht« , als daß nach dem Schlüsse , welcher von dem Rache gemacht worden , da C . Fannius vnd Valerius Messala Bürgermeister gewesen , daß man nach diesem Schlüsse , sage ich , das fannische Gesetz eingeführt hat . Wenn Ma - crobins soll sagen können , daß die Einführung dieses Gesetzes , nach dem AuluS Gellius , vom ; 8» Jahre ist , so muß er voraussetzen , daß AuluS Gellius versichertes sev das finnische Gesetze unter dem Consulare des FanniuS und des Messala eingeführt worden , und daß dieses Consulat ins 588 Jahr falle . Es ist aber gewiß , daß Aulus Gellius weder das eine noch das andre von diesen zweyen Dingen vorgiebt , sondern daß er viel - mehr als ein Mensch redet , der das erste verwirft , denn als ein Mensch , der es behauptet : f O s T id fenatusconfultum lex Fannia lata eft . Lib . II , c . 24 . Ich weis wohl , man kann aus dieser Stelle nicht schlie - ßei , , daß der Rathschluß und das fannifdbe Gesetze nicht von einem Jahre wären : welches ich Glandorps Urteile entgegen setze : ein Jahr ist lang genug , dem Rathe Zeit zu geben , einen Schluß zu machen , und darauf dem Volke den Rathschluß durch ein öffentliches Gesetz zu bestä - tigen , zu verbessern , oder zu erläutern . Aulus Gellius hätte sich also ausdrücken können , wie er gethan hat , ob es gleich ganz gewiß wäre , daß der Rathschluß und das Gesetz in einem Jahre erschienen wären :
allein es ist auch ganz gewiß , daß feine Worte vielmehr auf einen an - dern Verstand führen , und daß also Macrobius wider die Aufmerksam - keit verstoßen hat . wenn er vorgiebt ; es hätte AuluS Gellius diese zwey Dinge , den Rathschluß und das Gesetze unter ein und ebendasselbe Eon - sulat gesetzt . In Betrachtung des andern PunctS ist Macrobius noch tadelnswürdiger ; denn Aulus Gellius würde eine grobe Lügen vorge - bracht haben , wenn er das Consulat des Fannius und Messala unter das 588 Jahr setzte . Dieß sind die Verwirrungen in dem Macrobius , die uns verhindern , uns seines Zeugnisses zu einer chronologischen Deut - lichkeit zu bedienen : hier sind noch andre , die eS noch weniger verstatten .
Nach seiner Votaussebung ist es ausgemacht , daß man das fannifdyt Gesetze im 588 Jahre Roms eingesühret hat : denn er sehet eine schenzeit von zwey und zwanzig Jahren , zwischen diesem Gesetze und demjenigen , das man Orchia genannt : und er will , daß diese« drey Jahre eher eingesühret worden . als man dem Cato das Sittenrichter - amt aufgetragen hat . Nun ist ihm dieses Amt im 569 Jahre Rom« aufgetragen worden . Man sehe Sigon . in Faftis . Das oeebifebe Gesetze ist also im 5 * 6 Jahre gegeben worden ; nian setze zwey nnd zwanzig dazu , so wird man das ; 88 Jahr Roms finden . Es ist also nicht nothig , die Worte des Macrobius zu verbessern . Pighius will , man soll quingentefimo nonagefimo fecundo statt quingentefimo o & auo lesen , und der P . Harduin quingentefimo nonagefimo tertio . Siehe die folgende Anfühmng . Wenn sie nicht recht klappen , so liegt die Schuld an dem Urheber , und nicht an den Abschreiber« . Der P Harduin , welcher voraussehet , daß sie die Zahlen im Macrobius ver« fälschet haben , zeiget eine sehr walMlmuliche Ursache der Verfälschung
an . Hine Macrobium emendamus> Libr , II . Saturn . cap . XIII , pag . tfj . apud quem corruptus annorum numerus legitur . Fannia lex , inquit , lata eft anno poft Romam conditam , fecundum Geliii opinionem , quingentefimo oclogefimo octauo . Scriptum erat per litte , arum compenäium , DLXXXXIII . Librarii Heinde , vt alias faepe aduerti . mus denarii nota poßrema , in quinarinm yerfa , DLXXXVI1I , perpe - ram referipferunt . Harduin . in Plin . Libr . X . Tom . II , pag . 482 . Das übelste ist , daß diese Voranssetzung falsch ist : denn wenn Macroi bius nicht das 588 , sondern das 592 oder 593 Jahr bemerket hätte . so hätte er sich selbst durch seine Rechnungen widerleget . Man mag sich wenden , aus welche Seite man will , so wird man ihn niemals richtig finden : und wenn man nach ihm behauptet , daß das orcbifche Geseke drey Jahre hernach eingesühret worden wäre , da Cato das Sittenrichter - amt verwaltet hätte : so würde man die Verwirrungen nur vermehren . Man dörfte nur behaupten , daß die Auslassung dieser Worte des Ma - crobius tertio anno quam Cato Ctnfor fuerat , nicht ante sondern poft sey . Man sehe den Artikel Tirius in der Anmerkung ( B ) , wo ich untersuche , ob dasjenige , was Macrobius diesen Mann betreffend , ja» get , Glandorps Meynung unterstützen könne ?
Faninus ( Cajus ) der Sohn des vorhergehenden , hat sich durch seine Beredsamkeit hervorgethan ( A ) . Er ist mit dem Cn . Domitius AenobarbuS im 652 Jahre Roms Consul gewesen , und hat sich den rottirischen Unternehmungen Des Cajus Gracchus widersetzt , ob er ihm gleich das Consulat zu verdanken gehabt " * Er hat eine Rede wider ihn geben , die Cicero gelobt hat ( B ) .
a ) Plutarch . in Vit . Gracchi .
( A ) <5c hat sich durch feine Beredsamkeit hervorgethan . ^ mit meine Leser in ihrer Einbildung nicht zu weit gehen , so erinnere ich sie , daß dieser Redner , von welchem ich spreche , niemals einer von den größten gewesen ist ; er ist beständig sür mittelmäßig gehalten worden - Fannius in medioeribus oratoribus habitus efiet . Cicero in Bruto , cap . XXVI . Allein die folgende Anmerkung wird zeigen , daß ich da« - jenige ohne Hyperbole von ihm sagen können , was ich gesaget habe : Denn , setzet ihn Paterculus nicht unter die aller berühmtesten Redner ? Libr . II , cap . IX .
( Kl Er har eine Rede rvider den <£ . Gracchus herausgegeben , die Cicero gelobt bat . ] Hier sind seine Worte : Horum aetatibus adiundH duo C . Fannii , Caii et Marci filii fuerunt , quorum Caii ülitis , qui Conful cum Domitio fuit vnam Orationein de foeiis , et nomine Latino contra Gracchum reliquit , fane et bonam et nobi - lctn . Cicero in Brrto , cap . XXVI . Diese Rede hat den Kennern so gut gefallen , daß einige gesaget , eS hätte sie Persiuö gemacht , welches einer von den gelehrtesten Männern derselben Zeit gewesen , ( siehe den Artikel persius ( CajuS ) ; andere aber , e« hätten verschiedene vorneh - me Männer Hand daran geleget . Man hat sie für allzuschvn gehal - tut , als daß sie von einem mittelmäßigen Redner kommen sollte , dafür der Fannius gehalten worden . Cicero widerleget dieses unter andern Gründen auch mit diesem ; daß Fannius sich allezeit seiner Zunge wohl zu gebrauchen gewußt , und sich dadurch unter seinem Zunftmeisteramte berühmt gemacht hatte . Farn fufpicionem propter hanc caufam cre - do fuifie , quod Fannius in medioeribus oratoribus habitus eilet , oratio autem vel optima esset illo quidem tempore orationum ornni - um : fed nee eiusmodi eft , vt a pluribus confufa videatur : vnus enim fonus eft totius orationis , et idem ftylus , nec de Perfio reticu - isset Gracchus , quuni et Fannius de Menelano Maratheno , et de ce - teris obieeiflet , praefertim quum Fannius nunquam fit habitus elin - guis : nam et caufas defenfitauit , et tribunatus ein« , arbitrio et au .
öoritate Pubiii Africani geftus , non obfeurus fuit . Ebendaselbst XXVI Cap . Diese Stelle belehret uns , daß Fannius von einer plebeji . schen Familie gewesen . Man beschuldiget den Cicero , er habe an einem andern Orte dem Fannius , des Marcus Sohne , dasjenige Tribunal ge - geben , was er hier dem Fannius , des Cajus Sohne , giebt . In präe - fentia mihi : velim feribas , quibüs CENSS . C . Fannius M . F . Tribun , pl . fuerit . Videor mihi audifle P . Africano , L . Mummio . Cicero , Ep . XIII , ad Attic . Libr . XVI . Allein ich sehe nicht , daß diese Beur - theilung ( * ) wohl gegründet wäre ; denn es ist sehr möglich , daß Fan - niuS , des Marcus Sohn , unter dem Censorate ScipionS des Afticaner« Zunftmeister des Volkes gewesen , und daß Fannius , de« Caiu« Sohn , durch die Rathschläge ScipionS des Afrikaner« gefuhret worden . Wenn nun also diese zwey Dinge ganz wohl möglich sind ; warum wollen wir denn nicht sagen , daß Cicero hier von dem einen , und in dem Briefelan den Atticus von dem andern geredet habe ? Ich finde mehr Schwierig , keit in dem Worte Cenforibns , welches man in seinem Briefe an den Atticu« an statt Confulibus gesehet hat ; denn wie Cicero vornehmlich
^ Volkes , oder >• an den AtticuS ) Consulate sie diese Aemrer verwaltet haben . Man hat die Sittenrichter nur alle fünf Jahre verändert , und also hätte er das Jahr eines Tribunats nicht wissen können , wenn er nur gewußt , unter welchen Sittenrichtern dieser oder jener das Amt eines Zunftmeisters des Volkes verwaltet hätte .
( * ) Sie ist vom Corradus : dieß sind seine Worte ; in Brutum Ci - ceronis , pag . 178 . Videbatur Cicero autliuifle tunc Fanniuin Tri - bunum plebis fuifle : quanquam libro deeimo fexto ad Atticum de C . Fannio M . F . hoc ipfum feribit : fed quum poltea nihil infra fuo loco ea de re dicat , videtur errorem , fuo Attico fortafle monentc } cognouifie , et hunc pro illo repofuifle .
FaNNtU ? ( Cajus ) des Marcus Sohn , und mit den vorhergehenden Geschwisterkind , , st im 614 sahre Roms , Qua - stor . und zwey Jahre darauf Prätor gewesen . Er hat die Waffen in Asrica unterm Sc - pio dem ^riraner , dem jün - aern " , und in Spanien unter dem Fabiuö Maximus Servilian getragen h . Er ist em ©chuler des Panattus ' eine ? «rofien Philosophen von der stoischen Secte gewesen , und hat die jüngere Tochter des Ä^M^rathet . Er hat ^ahrbü » . p " n ? , . nnhm - 6 libr mit . dak sein Schwiegervater La III ! - !
widerle -
der ^j> ? , » - , rnschreiber des Lalius Schwiegersohn gewesen , vom r / , . .
flet worden ( C ) . Gleichwohl hat er sich nicht betrogen . Man wird in einer einzigen Anmerkung die Dehler etlicher Schnst -
steller in Ansehung der Fannier sehen ( I ) ) . , . - n . . .
1~ ) lpfe Fannius apnd Plutarch . in vita Gracch . pag . gz6 . A . O Appian in Iberic . pag . m . 476 . c ) Cicero in Bruto ,
cap . XXVI .
/ a - \ K , , - 2 t riebe« r daraus man etwas ge - Eius omnis in dieendo facultas ex hiftoria ipfiu» non ineleganter
4'5 XXVI Cap . sehr rühmlich davon : scripta perfpic^poteft . q . u . c neque nimi . eft i . ^an , . neque per^e

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