Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8644

Eustache . Experiens .
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thet , nachdem Juvtter bereit« ihre Umarmungen genossen hatte . Der heil . Augustin saget : daß es Xanthus , König von Creta , gewesen , der die Europa entführet , und mit ihr den Rhadamanth , Sarpedon und Minos gezeuget habe . Er bekennet , daß man diesem Monarchen an« dere Namen gegeben habe : Per eos annos , saget er , de Ciuit . Dei ,
Libr . XVIII . cap . XII . a Rege Xantho Cretenfium , ciiius apud alios aliud nomen inuenimus , rapta perhibetur Europa , et inde gcniti Rhadamanthus , Sarpedon et Minos , quos iragis ex eadem midiere lilios Iouis eile vidgatum eft . Nonnus giebt vor , daß Jupiter , nach - - dem er die Europa geschwängert , sie , so schwanger , wie sie gewesen , an eine reiche Partey , nämlich an den Asterion verheirathet habe :
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Zsut Ttbfiq .
Et fan & i partus fuam grauidam Nympham
Reliquit Äftcrioni opulento coniugi
Iupiter maritus . Nonnus , Dionyf . Libr . I . v . jjj .
So pflegen es die Könige oft zu halten : sie verheirathen die Schönen , die sie so lange genossen haben , als sie gewollt , an reiche Freyer . Lyko , phron , in Cafländra , 1300 23 . saget : daß die Europa für den Asterion entführet worden .
( C ) Man hat vorgegeben , daß sie Iupiter unter einem Ahornbaume beschlafen . ^ Theophrastus und Plinius , dünkt mich , sind die einzigen von den alten Schriftstellern , die man anführen kann . Eli Gortynae in Infula Creta , saget Plinius XII B . I Cap . iuxta fbntern Platanus vna , infignis vtriusque linguae monuinenti» , nunquam folia dimittens : ftatimque ei Graeciae fabulofitas fuperfuit , Iouem fub ea cum Europa concubuifle : ceu vero non alia eiusdem generis eilet in Cypro . Sed ex ea primum in ipfa Creta ( vt eft natura ho - minum nouitatis auida ) Platani fatae regenerauere vitium : quando - quidem conimendatio arboris eius , non alia maior eft quam folem aeftate arcerc , hieme admittere . Die Worte desTheophrastuS könn - teu uns bewegen , zu glauben , baß sich Europa auf diesem Baume be - funden hätte , da sich Jupiter zum erstenmal ? mit ihr vergnüget ; und es giebt Münzen , saget man , die dieser Erklärung Vorschub thun . ^ 'ew
JCs^Vj ! ii MyrroH ■KtMtmiv rivx fivon h rjj Cogruvulf . rfo ( xnyy rm $ b 4n / AeßoA«r . / XI / äoAryiiff» Si u ( tri rat / rp i / ilyti rf 0
Ztv ( . In Creta infula agro Gortynenli platanum apud fontem quen - dam ftare afleuerant , quae nunquam folia deperdit . Iouem fub ea cum Europa concubuifle fabulantur . Theophr . Hiftor . Plantar .
Libr . I . cap . XV . p . m . 16 . 'Eir ) ■ Hier ist die Note vom P .
Harduin : vbi h ) kvrl rS inö dieäum : etfi arbori infidere ipfi Europa videtur in numino roPTTNiON apud Ant . Auguft .
Dial . z . p . 85 . Harduin . in Plin . Libr . XII . cap . I . p . 7 . Tom . III .
Allein wir wollen dieses bey Seite setzen , - und des Plinius Worte be - trachten . Ich bekenne , daß ich derselben Stärke nicht begreife . Erbe - merket sehr scharfsinnig , daß sich das fabelhafte Griechenland nicht gessen habe , da es einen Ahornbaum von so besonderer Natur gesehen , und denselben so gleich ergriffen , um Fabeln daraus zu machen : es hat vorgegeben , daß dieser Daum diesen Vorzug nur darum genösse , weil er dem größten von den Göttern . Schatten gegeben , da er eine Jungfer - schaft in Besitz genommen . Plinius widerleget diese Hirngeburt durch , daß es aus der Insel Cypern einen diesem ganz ähnlichen Ahorn , bäum gebe . Bis hierher ist alles noch ganz leicht : allein er sehet darzu , daß man von der Art dieses Ahornsbaums erstlich an verschiede - nen Orten , auf der Insel Creta . und dann in Italien hatte haben wol - len , und daß die davon entsprossenen Ahornbäume den Mangel wieder hervorgebracht hätten : denn das schätzbarste an den Bäumen von die - ser Gattung ist , daß sie im Sommer die Sonne aufhalten , und sie im Winter durchlassen . Dieß ist ein Gedanke des Plinius , der mir ziem - lich verwirrt zn seyn scheint . Vermmhlich darum , weil ich ihn nicht verstehe : vielleicht ist er sehr schön und sehr sein . Der natürlichste Sinn , den ich darinnen finde , ist dieser : Alle die Ahornbäume , die von diesem entsprosien , haben eben denselben Mangel gehabt , ihr Laubwerk niemals zu verlieren ; sie sind der qrößten Vollkommenheit der Bäume von dieser Gattung beraubt gewesen , daß sie nämlich nicht die Eiqen - schaft gehabt , der Sonne im Winter den Durchgang zu verstat - ten , und daß sie im Sommer vor den Sonnenstralen eine undurch - dringliche Wehre gewesen . Wenn man den Text des Plinius auf diese
Eustache , ( David ) Prediger der reformirten Kirche zu Montpellier , gebürtig aus dem Delphinate « , hat etliche digten und Streitschriften herausgegeben ( A ) , die ihm viel Ruhm erworben . Er hat dem Natialsynvdo zu Loudun , als Abgeordneter von der Provinz Ntederlanguedoc , im 1659 Jahre beygewohnet , und ist von der Versammlung ernennet wor . den , dem Köniqe den Brief zu überbringen , den sie an Se . Majestät schrieb . Er hat eine Rede an diesen Monarchen , der sich damals zu Toulouse befand , an die königliche Frau Mutter , und an den Cardinal Mazarin gehalten , und sich sehr gut da - hcy gehalten . Er ist einige Jahre hernach gestorben , und hat nur zwo Töchter hinterlassen .
a ) Allard , Biblioth . deDauphine , p . 94 .
Art nimmt , so finde ich zwo große Schwierigkeiten barinnen : die erste ist , daß es gar keine Wahrscheinlichkeit hat , daß es auf der Insel Creta und in Italien viele Ahornbäume gegeben , die ihr Laub den ganze» Winter durch erhalten haben ; die andere ist : daß man nicht begreifen kann , warum dieses eine Vollkommenheit an einer Pflanz - seyn sollte , wenn sie die Blätter den Winter über verliehrt . Ist der Lorberbaum nicht deswegen das Sinnbild des Sieges , weil er diese Vollkommen - heit nicht hat ? Worzu kann es dienen , daß ein Baum in der rauhen Jahreszeit keine Blätter hat ? Etwa dazu , daß man sich unter seine Aeste setzen könnte , ohne der Sonnenhitze beraubt zu seyn ? Allein wo sind so thörichte Leute , die sich in der Kälte , unter einem mit Aesten wohl versehenen Baum in die Sonne setzen wollen ? Suchet man nicht eine Wand , oder einen Zaun , der uns an einer Seite vor dem Winde schü - hen , und von der andern die Sonnenstralen auffangen kann ? Du Pinet hat ohne Zweifel die Schwierigkeit begriffen ; allein anstatt , daß er eini - ge Kräfte hätte daran wenden sollen , sie aufzulösen , so hat er sie über - hupst . Hier ist seine Uebersehung : ? u Cortina , einer Stadt auf Der Insel Candien , sieht man einen andern Ahornbaum bev ei» nem sehr schonen Brunne» , der dieser Ursache wegen , sowohl ber den Griechen , als Lateinern , berühmt ist . Denn dieser Ahornbaum ist bestandig grün , so wohl im Winter , als im Sommer : so , daß die Poeren , welche niemals etwas zurück lassen , sagen : es sey diefi der Ahornbaum , unter welchem Jup'« ter der Prinzeßinn Europa die Iungfcrfchaft genommen ; als wenn keine andern Ahornbaume von derselben Natur in ( D ) Man saget : daß sie sich t < t in einem Nasser gebadet , das eine rvunderbare Eigenschaft hartes Ich bin gezwungen ge - wesen , das Wort Nasser zu gebrauchen , weil sich die Schriftsteller , die uns dieses Mährchen erzählen , weder des Wortes Fluß , noch des Wortes Brunnen bedienen : und daherkömmt es , daß der geehrte Meursius , nachdem er mit dem Verzeichnisse der Flüsse und Brunnen , auf der Insel Creta fertig ist , noch von diesem Wasser redet . Li hi qui - dem fontes pariter fluuiique in hac infula memorantur , saget er in Creta , p . 92 . praeter quos et aqua fuit , cui fi qui pluuiae tempore infiderent , illi ficei permanebant . Solin . De Fluni . 'Ev Kfifrji
0xiree vSorrotJm / , 01 ol SmßotivovTSf , vovto ; tS a - tgox , »' »<» -
ßxhuen , äp' crov iv tu ojjstm tlnv . In Creta aquae riuus ejl , quem qui tranfeunt , pluente Ioue , ßcci tranfeunt , quamdiu quideni funt in riuo . Et Europa , poft concubitum cum Inue , ea Iota ferebatur . Antigonus Caryftius , Hift . Mirab . cap . GXXIX . Km ) t3 x * ri
1 tjv Kft / rify vöxtIis , a tl uirtgku$l£o\iTtc , erm verof 9 , StareAäffiv aßgo - X pluit , ßcci manent : ac tradi apud Cretenfes , ea fe Europam quondam abluijje , poßquam cum Ioue rem habuißet . Denjenigen zum Besten , die kein Latein verstehen , muß ich den Vorzug dieses Wassers melden . Diejenigen , die hineingiengen , wenn es regnete , sind nicht naß gewor - den . Die vom Meursius angeführten Schriftsteller sagen nicht , ob Ju« piter , in Betrachtung des Dienstes , den dieses Wasser der Europa ge - leistet , dieses Vorrecht verwilliget habe , oder vielmehr in Ansehung der Ehre , die Europa diesem Wasser erweisen wollen ; allein man darf nicht zweifeln , daß die Einwohner in Creta sich nicht auf diese Ursache bcru - fen hatten : ich wundere mich , daß man die Lage dieses Wassers nicht auf das deutlichste beschrieben bat ; denn , weil man den Ahornbaum gewußt , wo das verliebte Geheimniß gefeyert worden , ( EftGortynao in infula Creta IVXTA FONTEM platanus vna etc . Plin . Libr . XII . cap . I . Siehe oben die Anmerkung ( C> ) so hätte man auch wis - fen sollen , wo sich Europa , nach qcendigtem Spiele , gebadet hat . Ich schließe mit der Anmerkung , daß Europa durch die Müichung des Flus - ses , der bey Gortys floß , in die Insel Creta gekommen . Gortynaro amnis Lethaeus praeterfluit : quo Europain tauri dorfo Gortinii fe . runt ve & itatam . Solin . cap . XI .
( A ) Er hat etliche predigten und Streitschriften herausgege , trtn . } Er hat herausgegeben : Les Remedes falutaires contre la fe . parätion d'avec Dien : heilsame Mittel wider die Absonderung von Gott , im 1645 Jahre : Zven Sieg des Glaubens : Eine Am - «v» , - t an den Jesuiten , p . Meynier , sein Gespräche mir dem Ä>iqvicr Darruel , Pfarrern zu iLntraigues . Allard , kibl . de Dau - Dhine o . 94 - Dieses saget der Bibliothekschreiber des DelphinatS da - «nn '^ch will dazu setzen : daß David Eustache auch noch der Urheber I i m - ween TH - ile getheilren Buches ist , welches statt der Frage und Antwort dienet , die man an die Protestanten gethan hat : wo ist eu - te S , vor Luchem gewesen ? Er hat 1660 ein klein Buch vbn^vx ! m - n k - rausaegeben , der überzeugte Redner Tertullus beti - tele ; dAst eine Antwort auf die Rede , welche , wie man vorgab , die
" Weifen von der sogenannten reformirten Religion , an die Köni» ginn Theresia , bey ihrem Einttitte iuS Königreich gehalten hatten , um derselben zu sagen : daß , da sie erfahren , wie sie bey der erhaltenen Nach - richt , daß ein Theil von den Unterthanen des Königes , ihres Gemahls , Keher wären , viel Verdruß bezeuget , sie gekommen wären , diese De - trübniß zu mildern ; angesehen sie die Religion Ihrer Majest . annah - men , und zwar , nachdem sie durch das Zeiigniß ihrer berühmtesten Schriftsteller erfahren , daß man auch in der römischen Gemeinschaft lig werden könne . Man hat nicht gezweifelt , daß der Jesuit Äieynier der Urheber von dieser Rede qewesen ist . Er hat großen Gefallen m , diesem Satze gehabt ; und er hat ihn einige Zeit hernach , in einem Buche , das er der gerechrferttgte Montanban , betitelt hat , noch weiter getrie . ben . S . denArtlkel Montauban , in der Anmerkung .
sMiliw Callimachus ) war von der Zahl derjenigen gelehrten Italiener , die im XV Iahrhunderte eine Platma jo^art begegnet worden , wie wir in seinem Artikel sehen werden . 'Callimachus würde
ii dand .
. , ^ in Callimachtis verändert . Der
herunter ein großes Geheimniß gehabt : er hat diesen Haufen Gelehrte , als eine Gefängniß werfen , und sie auf eine sehr harte Art auf die Folter legen lassen K ' —S " " ^ " 'nem Artikel sehen werden . Callimachus wurde
Nnn 2 für

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