Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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Europa .
bung der Olympiaden gemacht , den Wettstreit de« Euripide« und de« Teno - kles unter die y> geseht , bey welchem Streite Palamede« eine« von den vier Stücken gewesen , die vom Euripides aufgeführer worden , Aelian . var . Hiftor . Libr . II . c . VIII . wo man Inuuriv . und nicht sktiv lesen muß , und alsdann wird man die 91 Olympia« findm . Man sehe Scheffern über diese Stelle Aelian« . Man setze diesem auch noch das Zeugniß desPhi - lochont« bey . welcher ein absonderliches Buch über da« Leben des pides gemacht hat . Siiidas , in Er bemerket mit ausdrück - lidien Worten , daß des Sokrates Todesstrafe jünger gewesen , als der Tod dieses großen Dichters : beym Diogenes Laertius , Libr . II , in So - crate , num . 44 . und gleichwohl hat man sich unterstanden , vorzugeben , und zwar vor sehr langer Zeit , daß Euripide« alle seine Zuhörer zum Weinen gebracht , weil er zween Verse in seinen Palamedes einfließen lassen , die den Tod des Sokrates bemerket . Hier ist das Mährchen :
oScv Aotfrev ixiltvtav fUfitva iynoslu , ein iv xoam Si & Tga , Kkyut XI - gl zukgktxt' myeraj rt tciStcv . m ( ort evgizlits ßhäofthts ti -
iciiv ntf' ctirS , jyy' SiSiirot , hitmküta & <»\ naaapif & iv , iva iix tbtb K«'fov tS aivti - z & oq elf tov Souganfv , '<31 / «i { ts« A'Sj / v«»« ? , txA - >trt ixaviTi rw» 'EXkifvuv tov ägirov , 0 irn , t'fovtfoxri . vjtf voi ? «tv to SixTgo * incet iSdxgvee , iiOTt ireg'i lax^xrn ; y'vlrltTO . Anonymiis , in Argumenta Orationis Ifocratis , ciiititulns Bufiris , p . m . zzs . Vnäe poft edixerimt , ne quis in poftenim Socratis publice , vt in com - muni theatro , meminifiet . Narratur autem humsmodi quiddam ac - cidiiTe : Euripidem , cum aliquid de eo dicere vellet , nec id tarnen auderet , finxifle fabulam de Palamedc ; vt fub eius perfona occafio - nem haberet obfeure ad Socratis interitum «t fodtum Athenienfium alludendi , his verbis : „ Occidiftis , occidiftis Graecorum Optimum . , , Animaduertente autem populo , haec verba ad Socratem pertinere : ortam in toto theatro eile complorationem . Diogenes Laertiuö , Lib . II . inSocrate , num . 44 . hat in wenig Worten das Vornehmste dieser falschen Begebenheit erzählet . Viele von unsern gelehrtesten Neuern haben dieselbe angenommen ; unter andern Daniel HeinsiuS , inDedi - cat . Tragoed . Senecae , beym Barnesius , auf der 1 ; S .
Durch die wahrhaste Zeit von dem Tode des Euripide« , kann man den Cöliu« Rhodiginus einer großen Unwahrheit überführen . Er saget An - tiqu . Ledl . Libr . XX . cap . XXVII . p . m . 113$ . daß da« Knöchelspieleine Zahl von 40 enthalten , und daß es Euripides geheißen ; und er giebt zur Ursache davon an , daß Euripides eine von den 40 Gerichtspersonen wesen , die man in Athen , nach Verjagung der 50 Tyrannen , eingesetzet hätte . Wie hat er doch einer von diesen Vierzigern seyn können , weil er eher gestorben , als sich Lysander zum Meister von Athen gemacht hatte ? Carl Stephan , Lloyd undHofmann haben diesen Fehler desCö - liuö Rhodiginus ohne Veränderung behalten .
( FF ) XTemg Ä . cute gedenken einer Sache , die man im Tust - bius lief ? . ] Es fdjeint , man könne daraus schließen , daß Euripides eine Wohnung auf dem Schlosse in Athen , nebst einem jährlichen Ge - halte , gehabt . Ich will die Worte des Oenomau« anführen : die Ge - lehrten mögen die Auslegungen dazu machen , wie sie es gut befinden werden . Ei fih uv 0 KgÖTot Ixmot 15 »v AVfOTeAfi rg & -
jr£< ? * , ü'ifv 6t< aiyu , ßtiruj in Ängoiroket StttvSrrx tov Zifnrllw , vcu toj muwlivm tfjpov iiri ( GG ) Wnige von des LNoreri Schnitzern sind sehr grob . ] I . Sollte er nicht sagen : daß nian unsern Poeten den tragischen losophen , sondern den theatralischen Philosophen genennet ; II . statt zu versichern , daß er ; u Phlia gebohren gewesen , ( siehe die An - merkung ( A ) , hätte er sagen sollen , auf der Jnftl Salamis ; III . weil er im 1 der 75 Olymvias gebohren gewesen , so ist eS abgeschmackt , zu sagen ? daß er in dieser Glympias gelebet hat ; denn man redet nur auf solche Art von derjenigen Zeit , wo ein Mensch am meisten von sich zu reden machet . I V . Ich habe bereits in der Anmerkung ( S ) den Irr - chum derer bemerket , die ihn mit dem Plato nach Aegypten geschicket ; V . und welche ins besondere beobachten , daß er dahin gereist , nachdem er sein rhetorisches Studium zu Ende gebracht ; VI . nian würde große Mühe haben , zu beweisen , daß Dekamnichu« derjenige gewesen , der den Euripides umbringen lassen . Die Schriftsteller , die den Namen derer
erhalten haben , welche beschuldiget worden , daß sie die Hunde auf ihii gehetzt , nennen diesen Dekamnichus niemals . Zch wundere mich also , daß sich Faber an diesen Namen allein gehalten hat ; VII . allenfalls hätte er die Rache des Dekamnichus , wider den Euripides , nach de« ArchelauS Tode setzen sollen . Faber hat sich wohl davor gehütet : tvenn Moreri ein guter Abschreiber gewesen wäre , so würde er dergleichen ge - than haben ; denn es ist gewiß , daß Euripides schon etliche Jahre vor diesem Prinzen gestorben ist ; VIII . zu sagen , daß Euripides un« gefahr 75 Jahre alt , in der 9z Glympias gestorben je / , wenn man schon gesaget hat , daß er in der 75 Vl^nipias geleber habe , heißt die ersten Anfänge feines Handwerks und der Rechenkunst , nicht hen . Die allerschlechtesten Historienschreiber werden niemals sagen : daß ein Mensch , der in der 7 ; Olympias gelebet , ( das heißt , der damals in seinem blühenden Stande gewesen , ) und der in der yz stirbt , unge - fähr 75 Jahre alt ist . Ein solcher Mann müßte wenigstens ei» , zes Jahrhundert gelebet haben ; IX . er sollte nicht sagen , daß sich die - ser Poet nach dem 338 Jahre Roms zu dem Rönige Archelans nach Macevonien begeben hätte : denn weil man sagen mußte , daß er im 348 Jahre Roms gestorben , so hatte man sich verbindlich ge - macht , zu behaupten , daß er sich ungefähr zehn Jahre an dem macedo - nischenHofe aufgehalten : eine Falschheit , die alle Schriftsteller verdam - men ; weil sie dem Euripide« nur einen Aufenthalt , von ungefähr drey Jahren , an dem Hofe des Archelau« geben , lind wir haben oben in der Anmerkung ( 8 ) gesehen , daß er im 69 Jahre seines Alters seinen Ore - stes in Athen spielen lassen ; X . die Anführung aus dem Diodor von Sicilien , im XIII B . und au« deS Aulus Gelliuö , IX B . IV Cap . sin» ganz und gar unnützlich .
( litt ) Die beste Anggabe - V - ist , die ein Doctor vo»t Cambridge in Folio , 1694 , herausgegeben hat . ] Er heißt Josua Barnes . Er hat Scholien und alle mangelhafte Stücke , die er hat finden können , dazu gefuget . Er hat viele Dinge durch seine sehr ge , lehrten Noten erläutert , und ein Leben de« Euripide« voller Gelehrsam - feit vorgesetzt .
Wir wollen noch ein Wort von ewigen vorhergehenden Ausgaben sagen : Gesner , Bibl . fol . 229 verfo , beobachtet , daß die erste Ausgabe von XVIII Tragödien des Euripides die venetianische , vom Aldus Ma - nutius ist . Sie ist ganz griechisch : er bemerket weder das Jahr , noch das Format davon . Ich habe ander« woher erfahren , daß Aldus Ma , nutius diesen Poeten ohne Uebersetzung , i ; oz , in 8 gedruckt hat . Her - vagius hat diese Ausgabe zu Basel im 15z7 , und im >544 , und im >5 ; » Jahre wiederholet . Man sehe das Verzeichniß der Bibliothek de« Ni - celaus Heinsius , II Th . i>8 S . Man hat in der Altsgabe von Basel , bey Robert Wintern , 154' , eine lateinische Uebersetzung , von Worte z« Worte , dazugefüget . Ebendas . - 29 Bl . auf der Gegens . Der Urheber hat sich unter dem falschen Namen , Dororheus Kamillus , versteckt . Ebendas . Johann Oporin hat eine Ausgabe des Euripides in Folio , 1562 , griechisch und lateinisch herausgegeben , welche die Noten und Vor - reden Caspare StiblinnS , die Vorberichte Jacobs MicylluS , und eini« ge Anmerkungen des Johann Brodeau enthält . Die plantinische Aus - gäbe in >6 . zu Antwerpen , - 57 - , enthält etwas , da« in den vorhergehen - den fehlet ; die Verse sind darinnen auseinander gesetzet , ein jeder stehe in seiner Zeile , nach seinem Maaße und nach seiner Länge . Wilhelm Canter hat diese Abtheilung gemacht . Paul Stephan yat den Euri« pide« griechisch und lateinisch , mit dem alten Scholiasten und den Aus - legungen des Brodeau , des Canterus , des Sriblinus und des Portus , 1602 , in 4 herausgegeben . Die Ausgabe , dt * ich mich bediene , ist die von Heidelberg , bey Hieronymus Commelin , 1597 , in 8 . Sie ist grie« chifch und lateinisch ; die Verse sind darinnen nach der Ordnung gesetzt» die Canterus gemacht hat : die Uebersetzunq ist vom AemiliuS PortuS vom neuen übersehen worden ; man hat den XIX Tragödien des Euripides , noch den Anfang der zwanzigsten , Danae betitelt , beyaefüget . Es sind einige Tragödien darinnen , die von verschiedenen Urhebern absonderlich über - fetzt erschienen sind . Man hat viere davon , nämlich die Phoeniflks , Hippolytilm , Coronatnm und Andromacham , zu Antwerpen , im 1581 Jahre vom Ratallerus in lateinische Verse übersetzt , gedruckt . Eras« mus hat die Hekuba , undJphigenia in Tauris in jambische Verse über - setzt , und diese Uebersetzung ist zu Venedig , beym AlduS , im >507 Jahre , in 8 . gedruckt worden . Florens Christian hat die Andromacha und den Cyklopen in lateinische Verse überseht .
EuvöpÄ , die Tochter AgmorS Königes von Tyrus . Die Poeten habeil gedichtet , daß sich Jupiter in einen Stier verwandelt , um die Prinzeßinn zu entführen , und daß er sie in die Insel Creta geführet h , wo er drey Söhne mit ihr gezeuget . Diejenigen , welche die Fabeln , so viel , als sie können , zu einer historischen Wahrheit bringen , sagen : daß Tauruö , der Feldherr über die Kriegsmacht des Königes Asterius von Creta , nach Eroberung der Stadt Tyrus , dieselbe geplündert , und eine große Anzahl Gefangene daraus weggeführet hatte , worunter sich auch des Königes Tochter , Europa , befunden ( A ) . Sie hat den rius geheiratbet , welcher , da er feine . Kinder erzielen können , diejenigen an Kindeöstatt angenommen hat . die sie von ihrem Buhler gehabt hatte ( L ) . Man hatvorgegebei< : Jupiter hatte sie das erstemal unter einem Ahornbaume beschlafen ( C ) , cher feit der Zeit einen ganz besondern Vorzug gehabt , daß er nämlich seine schönen Blätter das ganze Jahr behalten . Man sag« auch : daß Europa , so bald sie chre ^ungferschast verlohren , sich schleunig in einem Wasser gebader , welches eine bare Eigenschaft gehabt ( D ) .
a ) Andere machen sie zur Tochter des Phönix . Apollod . Libr . III . b ) Siehe den Ovidiu« , im II B . Metamorph . Fab . XIIL v . 835 . U . f .
( A> Taurus , Feldherr Ser Rriegsmacht - - - hat des Roniges Tockter , «Europa , entfuhrer . ] ^ch bin des MeursiuS Mevnung gefolget , ob ich sie gleich nur von dem Zeugnij , ? des Tzetze« , im Lykophron , beym Meursius in Creta , 12 ; S . bestätiget sehe , und weil eine große Anzahl Schriftsteller behaupten , daß Taunis König von Creta gewesen . Dieß ist der Titel , den ihm die Chronike von Ale - xandrien , Eustathius und Cedrenus . beym Meursius , auf der 251 S . beyleqen . Dem sey , wie ihm wolle , so hat Taunis , entweder König von Creta , oder Heerführer des Krleg«volke« des Königes von Creta , den Agenor bekrieget ; er hat die Stadt Tyrus gewonnen , und seine Tochter Europa gefangen , u . s . w . Chronicon Alexandr . Palaephatus ( cap . XVI . ) Enftathius ad Dionyfium : Cedrquis , beym Meursiu« , daselbst Er war von Gnosse , einer Stadt in Creta , gebürtig , und ließ auf dieser Insel die Stadt Gortys bauen , Palaephat . und Tzetzcs , ebendas . Er hat ihr den Namen seiner Mutter gegeben .
( B ) Asterms , da er keine Rinder mit ihr erzielen können , hat diejemgen an Rindesstau angenommen , die sie von ihrem 2mh * ler gehabt hatte . ] Man muthmaßet in der Chronike von Alexan - drien , im Eustachius und Cedrenus , beym Meursius ( ebendas . ) und zwar mit Recht , daß er noch ein Kind gewesen , da Europa vom Jupi - ter entführet worden . Als er sie geheirathet , ist sie Mutter vom Mi - nos , vom RhadamanthuS und vom Sarpedon , dreyen Söhnen gewe - sen , die sie vom Jupiter erzeuget hatte . Asterius hat sie an Kinde« , statt angenommen , und sein Königreich dem Minos hinterlassen . Die , ses findet man in Diodors aus Sicilien , IV BLXII Cap . Man sin , det bey nahe eben so viel im III B . de« Apollodorus . Es ist wahr , daß der Prinz , der sie zur Gemahlinn genommen , daselbst nicht Aste - rius , sondern Asterion genennet wird . In des Eusebius Chronike sind diese drey Kinder keine Söhne Jupiters und der Europa ; sie sind des Asterius und der Europa Kinder ; de« Asterius , sage ich , der sie geheira -
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