Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4294

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Cameron .
herzlich gern vermachen wollte , wenn er sie nicht schon vor langer Zeit dem Richard Bancroft , Erzbischofe von Cantorbery , versprochen bat» te . Nach dem Tode diese« Erzbischos« , fiel fein Recht auf Georgen Äb - bot , seinen Nachfolger , welcher , wie man vorgabt , alle diese Papiere in eine Kammer des Schlots zu Lambeth gelegt . Weiter weis man nickt , wo sie hingekommen : Uebrigenö sind diese« nicht die Nachrichten gewe - sen , welch - die bürgerlichen Sachen betrafen ; denn diese befinden sich in dem Büchersaale de« Herr Cotton ; sondern es sind diejenigen gewesen , »wiche die Kirchensachen angiengen . Herr Smith will , daß sie vcrlvhren gegangen , al« man den Erzbischos Laud . gefangen genommen . Weil man ihn , wegen verschiedener erdichteter Verbrechen , angeklaget , saget er , so hat Wilhelm Prinn , ein Mensch , der wegen seiner aufrührischen Schriften gebrandmarkt war , alle Papiere diese« Prälaten weggenom - men , um zu sehen , ob man etwa« darunter finden könnte , was die wider ihn eingebrachten Anklagen zu unterstützen , oder ihn zu rechtfertigen , dienlich wäre . Hierauf plünderten Thoma« Scott , einer von den Sprechern de« Auftuhr« und Hugo Peter , welche beyde wegen des Tode» Carl« de« l , gestraft worden , Laudö Büchervorrath . Poftca Thoma» Scottus e Demagogis Parlamentariis lingua et manu promtus au - daxque ; et Hugo Petri infamis et impurus homuncio , quorura vterque ob regicidium meritiflimas fufpendii poenas vindice iulli - tia poft duodecennium luebat , Bibliothecam diripuerunt . Ebendaf . sf> Seite . Nach Wiederherstellung der königlichen Familie , sammlet« Wilhelm Sandcroft , Erzbischos zu Cantorbery , die Ueberbleibsel , und suchte sie überall auf . Er hat viele Papiere in der Kammer gefunden , wo Camden« seine seyn sollten ; allein diese waren unsichtbar geworden , und man hat nicht die geringst« Spur davon angetroffen . Ebend . ; ; u . f . S .
( N ) Man har Unrecht , rvenn man sich , vermöge einer Stelle Casaubona , einbildet , daß u . s . w . ] Die Stelle Casaubon« , welche mir von dem Herrn - Hill , einem gelehrten Prediger der engli - schen Kirche zu Rotterdam , angezeigt und mitgetheilet worden , sieht in einem Briese an den Thuanu« . E« ist der LLXLIV . Hier sind die Worte Casaubon« : Script ! aliquotics ad te , Cottoniurn ab vrbe abefle , in contexcnda Hiftoria occupaturn . Nuper cum mihi Ser . Rex indicaflet , ipfum efle in vrbe , meraor mandatorum tuorum adii : refpondit fe totum in eo efle , vt coeptam Hißoriam abfoluat , quamille Anglico Sermone compofuit , Camdenus Latinam fecit .
man auf sein Grabmaal in der Kirch« zu Westmünster' geseht hatte .
Smith Vita Camd . pag . 75 . 76 . Man sehe wa« sich die Geschichtschrei - der und diejenigen , welche die Wahrheit sagen , für Gefahr aussehen ; und eben darum findet man so wenig Historien , wo man sich erkühnet , rund herau« von denen zu reden , die noch leben , oder Kinder hinterlassen haben , die in Ansehen stehen . Camden hatte sich so vielFenöe gemacht , weil er auftichtig und treu gewesen , daß er deswegen die Fortsetzung sei - ner Jahrbücher bey seinem Leben nicht hat wollen drucken lassen . Zum wenigsten wünschte er , daß dieselben , wenn e« der König ja anders be> fehlen sollte , nicht bey seinem Leben in« Englische übersetzt werden möch - te . Er befürchtete sich weniger vernünftige Leser unter dem gemeinen Volke , »l« unter den GelehrtM , zu finden . Crebra experientia didi - cerat , ftudium veritatis eruendae in Annalibus ipfi odium et obtre - äationem peperifie , idpo de parte altera in lucem publicam edenda , quod fupra monui , non folicitus , vel potius ne edcretur nifi poft ci - nercs conditos , maxime folicitus , totum idRegiae Maieftatis arbitrio commifit , obnixe deprecans , ne , fi ita fiatuifl'et Rex optimus , in ver . naculum fermonem opus iftud Hiftoricum ipfo viuente verteretur , t'atis gnarus , indo & os e vulgo Leöores iniquiffimis cenfuris in Hi . ftoriarum Scriptores , vtut veritati ex integro litauerint , dum vita adhuc fupereft , pro fatuitate et malitia fua ferri folere . Smith , in Vita Camd . pag . 75 .
( L ) jgc hat feinen Namen nicht allexeit auf dem Titel seiner Vücher geseyt . ^ Er hat nur diese z»veen Buchstaben , M . N . vor ein «nglische« Buch gesetzet , welche« er im Jahre 1604 unter dem Titel der Reiiquiarum de Britannia , herau«gegei^n . Ebel , das 40 0 . Er hat 1600 «in« Sammlung von Aufschriften und Grabsckriften drucken lassen , die man in der Kirche zu Westmünster tt . s . w liest , und dersel - ben seinm Namen nicht vorgesetzt : allein er hat ilm der lateinischen Uebersehmig de« Processe« von dem P . Garnet vorgesetzt , welche >607 zu London h«rau«gekommen .
( M ) Man hat ein Theil »ort den tTacbtidnen verlohren tt . fr» . ] Gottfried Goodmann , der Sohn und Vetter zwoer Personen , ge - qen welche Camden große Verbindlichkeiten hatte , und welcher nach der Zeit mit dem Bischofthume zu Glocester versehen worden , wünschte , daß er ihm diese Art von seinen Papieren vermachen möchte , und schrieb dieserwegen an ihn . Camden versicherte ihn , daß «r ihm dieselben
Cameron , ( Iohann ) ist einer von den allerberühmtestm Gottesgelehrten des XVII IahrhunderS unter dm ten in Frankreich gewesen . Er war zu Glascow in Schottland gebohren , und hat daselbst die griechische Sprache gelehrt , fo bald er seine Schulstudim und seine Philosophie vollendet hatte . Nachdem er ein Jahr mit Unterweisung dieser Sprache zuge - bracht , so bekam er Lust , in fremde Lander zu reisen und giena im Jahre 1600 nach Bourdeaux , etwas älter als zwanzig Jahre . Die reformitten Prediger des Otts waren so entzückt , über seinen Geist , seine Wissenschaft und seine Manieren , daß sie ihm zu Beraerac , in der daselbst gestifteten Schule , die Lehrstelle der griechischen und lateinischen Sprache verschafften ; Man - bewunderte billig , daß er in diesem Alter das Griechische aus dem Stegereife mit eben derselben Fertigkeit und Reinigkeir re - dete , als andere das Latein . Der Herzog von Bouillon nahm ihn von Beraerac weg , und gab ihm zu Sedan die Professor - stelle in der Philosophie . Cameron beurlaubte sich nach einer zweyjahrigen Verwaltung derselben , bey dem Herzoge , und gienz nach Paris , und von Paris nach Bourdeaux , wo er zu Ende des 1604 Jahres ankam . Die Kirche des Otts beschloß , ihn vier Jahre überall zu unterhalten , wo er Lust hatte , die Gotteögelahttheit zu studieren , und er machte sich verbindlich , diesec Kirche , nach Verlauf dieser Zelt , als Prediger zu dienen . Er war diese vier Jahr über Lehrmeister vey den Söhnen des Kanzlers von Navarra * : das erste Jahr bey chrem Vater zu Paris , die zwey folgenden zu Genf , und das vierte zu Heydel - berg . Die Kirche zu Bourdeaux rief ihn im Jahre 1608 zurück , um ihn an die Stelle des Predigers zu setzen , den sie verloh - ren hatte c . Er stund diesem Amte zehn Jahre mit solchem Ruhme vor , daß ihn die Akademie zu Saumur des theologischen Lehrstuhls würdig schaßte , welchen Gomarus durch seinm Abzug erlediget hatte . Er nahm ihn an , und that alle seine Ver» richtungen mit einem wunderbaren Fortgange , bis diese Akademie in , Jahre 1620 durch die Religionsunruhm fast völlig zer> streuet wurde ( A ) . Er meng mit seiner ganzen Familie nach England über ; und erhielt die Freyheit , in seinem Hause zu London Lehrstunden in der Gorcesgelahrtheit zu halten : allein , dieß dauerte nicht lange ; denn der Konig Jacob gab ihm dis Aussicht eines Collegii und einen^ Lehrstuhl der GotteSgelahrcheit^u Glascow ( B ) . Dieses Geschenke gefiel dem Cameron nicht ; er behielt eS kein völliges Jchr : Es kam ihm die Lust an , Frankreich wider zu sehen , er kehtte also mit seiner ganzen Haushaltung wider nach Saumur , und hielt daselbst Privatvorlesungen ; denn der Hof hatte ihm verbothen , öffentlich zu lehren . Nachdem er auf diese Att ein Jahr zu Saumur zumckgeleget , so begab er sich zu Ende des . 624 Jahres nach Montauban . Er war dahin zum öffenlichen Lehramte in der Gottesaelahrthoir berufen worden . Er blieb aber nicht lange allda : er wollte sich nicht zu der Partey schlagen , welche die Oberhand daselbst hatte , und hatte nichts als Verdrießlichkeiten auszustehen . Sie m - digten sich im Jahre 1625 mit seinem Leben ( L ) . Er war ungefähr sechs und vierzig Jahre alt . Er ist zweymal verheirathec gewesen . Die Kirchen sorgten für seine Familie ( D ) . Er war ein Mann von vielem Geiste und Urtheile , von einem vor - > trefflichen Gedächtnisse , sehr gelehrt , ein guter Philosoph , von gutherzigem Gemüthe und sreygebig , nicht allem mit seiner Wis - senschaft , sondern auch mir seinem Gelde 4 ( E ) , ein großer Schwätzer , ein langer Prediger ( F ) , in dm Vätern sehr weniz bewandert fest , oder besser zu sagen , unbeweglich in seinen Meynungen ( G ) , und ein wenig unruhig . Er bekannte gegen seine Freunde offenherzig , daß er in der reformirren Kirche viel Dinge fände , die ganz von neuem eine Verbesserung brauch» ten ( fr ) . Er hatte einen Gefallen , besondere Meynungen zu behaupten , und dem gebahnten Wege nicht zu folgen . Er gab Proben davon , noch eher , als er einen Batt hatte ; dieß geschah in den Sätzen de tribus foederibus , die er heraus gab , und zn Heidelberg behauptete , da er nur noch ein Candidare war . Er hat keine einzige Frage der Gotteögelahrtbeit abgehandelt wo ec nicht einiqe Neuerungen einmischte : und wenn er bey Auslegung einer oder der andem Stelle der heiligen Schrift ziemlich schwere Knoten antraf , so ergriff er die Gelegenheiten m>t Begierde , allen ander - , Gottesgelehrten und vornehmlich dem Beza zu widersprechen / : denn er gab vor , daß fte nicht bis auf das Mark , und in die Tiefm dieser Wissenschaft durchaedrunqen wären s . Von ihm hat Amyrald die Lehre von der allgemeinen Gnade gelernet ( ! ) , welche so viel Lärmen in Frankreich qe - macht bat . Er hatte einm Gefallen am denken : allein er schrieb seine Gedanken nicht auf ; so daß er niemals etwas unter die Presse geaebm , noch in den Stand gesetzt haben würde , das Lich^zu sehen h , wenn man ihn nicht fast mit Gewalt dazu gezwungen hätte . ES wäre Schade gewesen ; denn man hat sehr gute Sachen von ihm ( K ) . Er hat als Prediger zu Bourdeaux einen Brief herausgegeben , der durch einm Parlementsspruch zum Feuer verdammt worden ( L ) .
Es waren ihrer zweene : einer hieß Renaud , ein Franzose : der andre , Namens primeros« , war ein Schottländer , t ) Ee nennte sich Calignon . c ) Dieß war Renaud . d ) Au« dem Icon de« Cameron» , welches vor ( «inen Werken steht « ) im Ltüiont t— trum htfpn tt infoUnt . Petrus Molinaeus in Iudicio de Amyraldi Libro . f ) Bezae maltyx poteft app . ellari , quem quidem in fui« Praeledlionibus vocat dodiffimum Interpretern , femper tarnen fe opponen» eiu» lententiae . Molinaeus , in Iudicio de Amyraldi Li - bro . / ) Ebendaselbst . 4 ) In Icone Cameronis .
( A ) £c mbm den Lehrstahl der Gottesgelahrtheit TO Sau , »nur an , u . s rv . Z Er hat seine Vorlesungen den de« Brachmo - nar« 1618 angefangen ; ( Blondel A<äes authentiques , pag . 15 . ) allein er ist erstlich nach zweenen Monaten eingeführt worden , den >6 August 161 * . Der Synodu« zu Poitou , hatte einigen Widerspruch , unter dem Vorwand« , gemacht , daß Cameron von Piscacor« Meynung , in Anse - ung der zugerechneten Gerechtigkeit Jesu Christi wäre . Dieser
derspruch wurde auf dem Nationalsynodo zu Alez , im Jahre 1620 , fite nichtig erklärt . Man gebe auf folgenbe« Acht . Nachdem die Statt - halterschast von Saumur dem du Pleßi« , im Jahre 1621 , war ge . nomine , , worden , ( ebendas . 17 S . ) so begab sich Cameron nach Pari« , und wurde nach l'^ , le bey Orleans geführt , wo «r sich mit dem Tilenus uuterredere . der itch für die Partey der Arminianer erklärt hatte . Die Acten dieser Disputation wurden sogleich in Leiden gedruckt ,
und

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