Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8582

Euripides .
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Aefcbyleo componere verba cutburno , Non Aefchylum fcilicet quafialiis praeftantiorem nominauit Propertius , quem ( ita Quintil . InlHt . Ora - tor . Lib . X , cap . I ) rudern in plerisque et incompofitum fuifle fcimus , vt cuiusFablilas in certamen correclas deferre pofterioribusPoetis per - miferint Athenienfes , fed quod ab eius nomine dedudhim nomenver - fure & e clauderetur . An cumHoratius de Romano populo iic inquit :
Serus enim Graecis admouit lumina cbartis ,
Et poß Putiica bella quietus quaerere coepit ,
Quid Sopbocles , quill Tbefpis et Aefchy / us vtile ferrent .
II Epift . I , v . , 6l .
An idcirco Euripidem non nominatiit , quod vel Thefpi eum vel Aefchylo duxerit poftponendum ? hoc ne ipfe quidem Beroaldus per fomnium affirmaret . Barnesius nimmt diese Meym . ng an . ( ^>iod Sutern Virgilius , saget er im Leben des Euripides , 19 tanto elogio Sj - pboclem ornef , Euripidem vero ne nominet quidem , id non tarn illius iudicio tribuendum ( nam et faepe eum imitatus eft , vt in ( Hecub . verf 992 , Oreft . verf . 1134 , PhoeniiF . verf . 18 , etc . ) annotationibus oftendimus ) quam leguin metricarum neceflitati ; quandoquidem , vt fupra dixirnus , i - utipit / esapud Latinos , vt et apud Graecos lit vox nus apta verfui Heroico . Selbst der Gott der Dichtkunst , der Apollo zu Delphis , ist gezwungen gewesen , den Gesetzen des Silbmmaaßes zu weichen : Er hat kein ander Mittel gefunden , als daß er den Hexame - kern abgesagt , und in jambischen Versen geantwortet , wenn er den Eu - ripides nennen müssen . So daß er , wenn er nichts anders als Hexa - meter hätte machen können , den entscheidenden Ausspruch hätte drücken müssen , der den Rang unter drey berühmten Personen einrich - tete . BarneslUs 20 S . Nec abfonum prorfus erit in hac contro - uarfia Pythii Apollinis iudicium audire , qui Cbaerepbonti Tragico Poetae , de amico fuo Sacrate confulenti , hoc oraculiinj traditur de - difle : Saidas in Voce £oo { .
Sotflo ? E« ( poxAif { , « ( pwTffoj y E^piT / Si ) ?
'avigä * i' unu'JTuy ZeiKgiXTiK fofuraTOf .
Dieß heißt , Sophokles ist weift ; Euripides if ? »od ) weifet jaV lein Oct aüevweifefie untev allen Menschen ist Sokratcs . Gi - raldi hat sich verwundert , daß sich die Priesterinn zu Delphis in dieser Antwort der Jambe» und nicht der Hexametern bedient hat , wie sie ge - wohnt gewesen . Barnesius bemerket aus der 20 S . daß diese Priejcc - rinn nicht allezeit in Hexametern geantwortet hat . Quinimo fallitur vir doöus , quod putet , Pytbiam non nifi heroicis vti folitam , nam vt caetera taceam , extat etiamnuin apuAPaujaniam oraculum Delphicum iambico metro ab ipfa Pythia datum Tifidi MeJJenio . Auf dem RatV de setzet er dazu , ( Zusre va» hunc errorem errat cumaliis . Sie hat wohl von der Gewohnheit abgehen müssen , denn Noch hat kein Gesetze : Euripides und Sokrates sind zween Namen , die sich in heroi - sche Verse ganz lind gar nicht schicken ; alle Musen zusammen würden sie nicht hinein bringen können . Nec mirari debuit Lilius Gyraldus ( Poet . Hift . Dial . VII , fol . 271 . ) Pytbiam Sacerdotem iambico iam trimetro refpondiffe , cum heroico folita eilet oracula reddere : no - mina enim certe Socrates et Euripides heroico verfui aptare nec ipfe potuit Apollo , nec Mufae ipfae . Barnef . in Vita Euripid . pag . ao . Nun sage man noch , daß es gleich viel gilt , man mag diesen oder ienen Namen haben . Siehe den Artikel ^»alxac ( Johann Ludwig Guez von ) die Anmerkung ( A ) . Vielleicht hat Euripides mehr Theil an der Bewunderung Virgils und anderer Poeten von dem Hose Augusts ge - habt , als Sophokles ; und siehe , sage ich , er ist dieses Vortheils beraubt , weil man seinen Namen nicht in die Hexameter bringen können , und wegen dieser Unmöglichkeit hat man zu seinem Nachlhei e diejenigen verewigen müssen , die man unter ihm zu seyn geglaubt : allein die Ge - setze der Prosodie haben für sie geredet . Hier ist einer von den pfen der Vernunft und des Reims , davon Boileau in seiner II Satire so wohl geredet hat . Man setze diese Ausrufung der Herren von Port - roial dazu , rvie viel Heute hat der Reim nickt zum K . ügcn ge - bracht . ' Art de penfer , III Part . chap . XIX , pag . NI . z66 . Horaz , da er eine kleine Stadt Italiens zu nenne» hatte , hat es nicht thun kon - nen ; er ist genöthigct gewesen , sie durch gewisse Eigenschaften zu bedeu - ten : Sie hat Eqnvtutium geheißen , dieses Wort konnte in keinen Hexa - meter gebracht werden .
Quatuor hinc rapinnir viginti et millia rhedis Manfuri oppidulo , quod verfu dicere non eft ,
Signis perfacile eft . Horat . Sat . V , Libr . I , verf . 86 .
Manchmal ist es ein Glück , einen so ungeschickten Namen in Ansehung der poetischen Gesehe z» haben . Siehe oben das Ende der Anmerkung ( C ) des Artikels Aalesdens .
( « ) Seine Verse haben den athenienstschen Soldaten einen sehr großen Dienst geleistet . ] Das Kriegsheer der Athenienser , wel - chesNiciaS eommandirte , hat alles dasjenige in Sicilien erfahren , was «in widriges Glück klagliches empfinden lassen kann . Die Ueberwin - der misbrauckten ihren Vortheil mit der äußersten Grausamkeit : allein so hart sie auch den atheniensischen Soldaten begegneten , so haben sie dock allen denen hundert Höflichkeiten erwiesen , die ihnen die Verse des Euripides hersagen konnten . Viel ? . welche , nachdem sie sich aus der Schlacht gerettet , nicht wußten , was sie anfangen sollten , und keine blei - bende Stätte hatten , haben durch Singung der Verse dieses Poeten ein JSAlfamittcl gefunden . Sie haben chrBrodt damit verdient , und man fmt ihnen zur Vergeltung dieser Gesänge zu Essen und zu Trinken ben Tire Y & f * ®' T^v ffw^VTfy * * * " & * '■ " »« rä - j Eögixi - . z . 'm ( a0 ( j , ei , u ; , w bn SnMixivte«
tul iät iicetva ircniH & Tuv ro , t«c i' Vrt ntonuiwot psr *
Z v Z 11J vSctTot neTS\aßov räv iitliiv ara»re ( . Plures ail -
' . tipinnrant qui fofpites domum reuerfi funt , Euripi -
tem tunc commemorani , 4 r ' : «■ ! .
herrliches Merkmaal von ihrer Hochachtung gegen den Euripides gegeben . Ein kaunisches Schiff , welches von Seeräubern verfolgt wurde , bemü'ne sich , sich in einen oder den andern Hafen von Sicilien zu retten und bat nicht eher Erlaubniß darzu erhalten können , als bis man erfahren hatte daß sich Personen auf diesem Schiffe befanden , die des Euripides Verse konnten . Ebendas . Man muß nicht vergessen , daß man sie qefcaot ob sie dieselben wüßten ? Diese einzige Frage bedeutet mehr , als ich drucken weis . Wir wollen eine Stelle Tan . Fabers aus dem Lebe» der griechischen Poeten aus der 96 S . anführen . „ Euripides mußte von ei - „ ner sehr angenehmen Empfindung der Ehre gerührt werden , wenn er . . alle Tage einige von diesen Elenden zu sich kommen sehen , die ihm als „ ihrem Erretter gedankt und gesagt : daß seine Verse ihr widriges Sä , ick - „ sal verändert und ihnen mehr geholfen hatten , als wenn sie einen Paß „ gehabt , den fünf Ephoren und zween Könige von Lacedämon mit eiq - „ ner Hand unterschrieben hatten ! ( GylippuS , der Lacedämonier Feld , „ Herr , hatte die Athenienser in Sicilien geschlagen ) also ist Euripides ein „ herrlicher und großer Poet gewesen ; allein was sollen wir von den „ Sicilianern jener Zeit sagen ? sind dieß nicht brave Leute aewesen ? „ das schlimmste ist , daß ein , 0 schönes Beyspiel keine Folge gehabt , und . . daß heutiges Tages dergleichen Historien in Frankreich und Svawen . . für Mahrchen des alten Griechenlands gehalten wer ! ? n , die^ man all ? , „ zeit lügenhaft genennt . , , '
( I ) Seine Stücke haben sehr selten den preis aervon« - . » 1 Von 7 ; Tragödien , die er gemacht hat , haben denselben nur fiinfj ? r%i ten . Barr» saget dieses : Euripidem quoque M . Varro ait cum o que et feptuaginta tragoedias feripferit in qriinque folis vieifle cum eum faepe vincerent aliqui Poetae ignauiflimi . Aulu» Gellius 'Lib XVII , cap . IV . Diejenigen , welche den Euripides überwunden haben sind inehrentheils Alitagspoeten gewesen , wie es Varro bemerkt Man darf sich darüber nicht verwundern ; denn vielleicht hat zur selben Zeit eine heimliche Rotte mehr Antheil , als itzo über die Entscheidung , der Stucke gehabt , und vielleicht hat man alle böse Wege angewendet die Stimmen der Richter zu gewinnen . Menander a Philemone ne quaquain pari feriptore in certaminibus comoediarum ambitu sra " tiaque et faöionibus faepenumero vincebatur . Man sehe den derwillenAelianS var . Hift . Libr . II , cap . 8 dariiber , daß ein aewisser'I - ! nokles , ein fthr schlechter Poet , in einem Wettstreite von vier Stücken gegen vier Stucke , dem Euripides vorgezogen worden , da man die Olymp , as gefeyert . Man konnte sich einbilden , daß zween Fch ? er inbm Worten des Varro waren ; denn es giebt Schriftsteller .
Euripides 92 Tragödien Thomas Magister saget tel von 84 Stücken dies
andern betreffend , so giebt es Kunstrichter , die in dem Aulus Ge^us qulndccim anstatt qu . nque lesen . Iläacus Cafaubonus in Agel m pro qiunque leg« qiundecim , quoniam Graeci , inquit , feriptores te . ftantur Euripidem » / * «« ><> - ? »«« ^emxtUtxa . Barnef pae 26 °tfip Grund ist , weil die griechische» Schriftsteller bezeugen , daß Euriv7deq funfzehnmal den Preis gewonnen hat . Dieser Grund ist schwach weil Suidas und Moschopulus , welche Griechen sind , nur von 5 Sieaen r ? ' den . Ihr Zeugniß muß wohl so viel gelten , als des Thomas Magister semeS , welcher derselben fünfzehn zählet . ^ ' ec
( « ) Es ist eine Feindschaft zwischen ihm und dem aroßenSo - phobles entsianden . 1 Es ist sast unmöglich gewesen , daß zween so ? o ? ' treffliche Poeten , die nach cinerley Ruhme strebten , ein ander aeliehtfXn ? » Athenäus erzählet im XIII B . auf der 60 S . von^ nicht was für besondre Umstände , die ihnen keine Ehre bringen . firS npide - di - Briefe geschrieben hac . die man ihm beylegt , somuß «mit dem Sophokles in einem sehr guten Verständnisse gelebt haben Barnesius welcher diese Briefe dem Euripides beylegt , giebt auf der 27 S in dem Leben des Euripides vor : daß diese zween Poeten lange Zeit sehr übel mit einander gestanden hatten , aber endlich gute Freunde geworden wären Sophokles hat eine große Hochachtung gegen den Euripides bemerkt als er die Zeitung von seinem Tode erfahren . Er hat eine Tragödie spulen lassen ; er ist in Trauerkleidern darbey erschienen , und hat seine Eomöd , anten ihre Kronen abnehmen lassen . Thomas Magifter in Vita Fnri puBift im Grunde ein sehr zweydeutiger Beweis der Freundschaft u sd der Betrauerung . Zween grosze Manner , die nach einerlei , Ruhm - fol - be» , das heißt , da einer den andern von dem Vorzuge aiisWiek« , mm schätzen einander innerlich hoch , mehr als sie wollen ; An si'lL
pmmihpr nirf\f ( ^firhf - oimoi * ^ r , e ueven
in ; denn es giebt Schriftsteller , welche sagen dak > aufgefetzt , und funfzehnmal überwunden habe saget es im Leben des Euripides . Barnesius hat dle Ti - L £ UÄ dargebothen . Hier ist also Varro
freyet . und er erweist dem Verdienste des Verstorbenen fteyw lliq Gerech - tigkett , weil er das Vergnügen hat sich nicht mehr vor ihm fürchten . Man fetze noch darzu , daß er sich großen Schaden bey dem gemeinen Wesen thun wurde , wenn er an dem erlittenen Verluste keinen Theil nähme ; er würde allzuviel Eifersucht zeigen .
( L ) iTTftn hat ihm den Titel des U ? eiberfeindes be^gelcat . 1 Suidas und Moschopulus versichern , daß man ihm denselben wege» se , - res strengen nnd gleichgültigen Naturells gegebe» . si Ti
e ? So ( q» , VJH Ic / MiSiit - raj ( peuyuv Tut avvutlze , 'dätv Verf lucoyfaqc " äa -
1 ) . Subtriftis autem erat et rifui minime deditus , nec coitug appetebat , vnde et nuilierum ofor vocabatur . Siehe die in s™ Anlas Gillius im XX Cap des XV B . angefiihrten griechischen Er hat nicht gelacht , er hat sich nicht um die Lust bekümmert die ml» mit einer Frau genießen konnte . Dieß ist also der Ursvruna Benwort« ! , guem man ihn in der ^olae mnÖJ : » , . l " r , 5 ? Uni v'eseS
pe
ac praedicafle alios fuifle fe manmiiitlbs , illos ea doeuiflent ,
'eyworts . Wem , man ihn in der Folge 100 Sähe wider^die tiv , . , , » / r . rfone» in seinen Tragödien anbringen sieht , und wie er so Eigenschaften einiger Frauen , unter allgemeinen Beschreibunaen nuf J™ bittere Art entdecket hat , so muß dieses den Bksik ^e^ ^^ N / tigen ; und man darf nicht zweifeln , da ihn feinIgjgE wartigen Heirath verdammt , daß diese persönliche und häusliche lirfarh» ''b " ~r Irmina tenuerant memoria , illos ea doeuiflent , sein verdrießliches Gemuth genährt , und ihm schmähsüchtige Gedanken q quae lpfius c . fuifle eibo et potu adiutos , quum verfus dargebothen hat . Muheres fere oinnes in majorem modum exofiis fcSt6» P * e Es ist ohne fuifle dicitur , fiue quod natura abhorrt . it a äS ta OürMM ein sehr großes Vergnügen gewesen , wenn er qtuoci ciuas fimul vxores habuerat , quum id decreto ab Athenienfibu ! ^ M i J den ^npideö ein I v kommen sehen , die ihm 5a6tv , NIS eilet ; quartirn matrirnvnii pertaedebat . Aulus Grll^i
ÄÄÄ'Ä daß ihnen seine Verse Leben und Libr XV , cap . XX . Allein außer diesem ist nichts fälschet - als wenn Die Sialianer haben . . och e . n anderes sehr man behauptet , daß^da er sein Vaterland wegen der Schande ver

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