Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8529

Eugenius der IV .
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ben , hat sie zu ihm gesaget , nach der uo S . dasjenige durck eine fruckrbare V7Kct ? kom , ncnscl ? afr rvicöerersetzen , was rvir ver - lo'ocen haben . iHin fcbwacbet und lcid ? tec Trosi für ein so großes Uebel , aber doch gleichrvohl nochwenvig , weil es Gott also verordnet bat . N ? ir wollen ttns hüten , ; um anScrnmale ungehorsam jtt feyn : unser Ungehorsam wäre ohne LLnrlchuldi , gung ; er würve Oie göttliche Äarmherngkeic von uns abwen - - den , und wir würden ewig vie Gegenstände seines allzugerech - ten - Hajsts feyn . XPir wollen durch 25eytragtmg SerFortpflan , 5ung des ganxen menschlichen Geschlechtes dem voillen des - Himmels folgen . Dies ? das Mittel , den Tod ; u überwin - den , der eines Tages unser Fleisch besiegen soll ; weil wir ihm ) u Trone in der Person unserer Rinder und Enkel , und in dem Gedacl ? 'rniste unserer Nachkommenschaft leben werden . Ich sage nicht , Saß wir deswegen unsere Thranen völlig abtrocknen sollen . Die Reue , meinen Gott beleidiget ; u haben , soll sich niemals enden , und mein - Her ; , welches dieselbe zulegt verladen soll , wird nicht langer leben , als meine Äerrübniß . Allein wir sollen uns hüten , diesen Gott durch eine neue Beleidigung zu reizen , der so gnädig mit un» umgegangen ist : es würde Sabey nicht weniger Gottlosigkeit , als Gefahr , für uns seyn . Adam hat ihr lächelnd geantwortet : In Zukunft werde ich nicht mehr fürchten , daß mir deine Gesellschaft unglücklich feyr weil du mich nur zum Guren anmahnest . - - - Es t ( J billig , fern , Uebel einigen Nachlaß zu geben , unsere unter der Äas ? unserer Drangsale zu Voden geschlagene Sinnen ein wenig nt erquicken , und unsirm Gott zu gehorchen , die Natur zu bevoh kern . Nachdem er hierauf die Liebkosungen mir den UVorten verbunden , so hat er seine Seele der rvollust überlasten , und in den Armen seiner Frau die klägliche Ursache seiner 2 ) errübniß auf einige Zeit vergessen . Da hierauf Abels Tod den Vater und die Mutter zur Enthaltung vermocht , so hat sich Adam zuerst , und ohne seine Frau , zu Nach ? zu ziehen , hierzu durch einen Eid verbindlich ge - macht . Eben das . 141 S . Dieß heißt die Sachen , wie in den alten Lie - besbüchern , abhandeln , wo die Heidinnen den ersten Antrag thun , ( siehe die Anmerkung ( C ) , zu dem Artikel Long«« , ) allein er hätte besser gethan , »venn er sich den neuern Romanen , und dem Geiste des jüdischen Volkes gemäß bezeuget hätte , welche von den Frauen , in Absicht auf die Begehrung der ehlichen Pflicht , ein« große Eingezogenheit erfor - der» : denn wenn eine Frau dergleichen mit ianter Stimme verlangte , so , daß die Nachbarn verstehen konnten , worauf das Gesprach zielte ; so konnte sie verstoßen werden . Eadem , Maiin . c . 24 . § , 12 . und Ammud . Golah , oder Liber pracceptorum paruus , wo die Glosse dazu gesetzt wird : i> fuerit exigens debitum coniugale a marito fuo voce clara , ita vt eins vicinae audire potuerint , eam loquentem de re ißa . Poly - gatnia triumphatrix , p . 56 . col . 1 .
( M ) tt>ir wollen sehen , worauf er sich gründet . ] Weit ge - fchlet . daß er voraussehte , wie Loredano gethan hat : es sey Eva durch das Verboth gereizet worden , die verbothene Frucht zu wünschen , so setzet er vielmehr voraus : es habe die Schlange sie eher versucht , als sie an den Baum des Erkenntnisses des Guten und Bösen gedacht hätte . Man sehe das Buch : Cogitationcs nouae de pritno et fecundo Adanio exa . mini Eruditoruin compendiofe propofitae , zu Amsterdam gedruckt , apud Eleutberium Afpidium Anno Domini 1700 . in 8 - auf der 8 S . Er setzet dazu : I . daß sie sich überreden lassen , weil sie den Gedanken ihres Mannes nicht wohl verstanden , oder daß ihr Mann durch irgend ein falsches Gerüchte betrogen worden sey ; II . daß sie , weil sie es nicht für wahr gehalten , daß Gott dieses Verboth gegeben hatte , von dieser Frucht gegessen , und ihr Fehler darinnen bestanden habe , daß sie bey ei - - ner Sache von so großer Wichtigkeit , sich gar zu bald und ohne Vera - thung ihres Mannes entschlossen ; III . daß , da sie aus Unwissenheit gesündiget , ob gleich diese Unwissenheit nicht unüberwindlich gewesen ,
sie einen nicht so abscheulichen Fehler , als Adam , begangen : denn dieser hätte freywillig und wider sein Gewissen gesündiget . Ebendas . >0 , 12 S . IV . daß Eva nicht nothwendiger weise in die Straft des ewigen Todes verfallen wäre ; denn der Nathschlisß Gottes enthielt nur , daß der Mensch sterben sollte , wenn er wider sein Gewissen sündigte , i - seien» prudensque peccaflct . Ebendas . 15 S . V . daß ob gleich Gott Even ohne Ungerechtigkeit habe sterben lassen können , er dennoch , nach seiner großen Barmherzigkeit , gegen seine Werke , beschlossen habe , sie leben zu lassen , in so ferne sie nicht boshafterweise gesündiget hätte ; VI . daß , da sie von der in dem Rathschlusse Gottes enthaltenen Strafe nommen gewesen , sie alle Vorzüge ihres ersten Zustandes , bis auf dieje - nigen hatte erhalten können , welche nicht mit den Schwachheiten zu be - stehen vermocht , dazu sie Gott verurtheilet hätte . Ebendas . , 6 Seite ; VII . daß sie namentlich den Vorzug behalte» . Kinder zu zeugen , die da« Recht zu der ewigen Seligkeit haben , in so ferne sie dem neuen Adam gehorchen wurden ; VIII . daß . da das menschliche Geschlecht vom Adam und der Eva forrgepflanzec werden sollen , Adam nur dämm benm Leben er , halten worden , weil seine Erhaltung zum Kinderzeugen nothwendig ae - wescn ; IX . daß es also zufälligerweise geschehen , wenn da« Todesur - tbeil wider ihn nicht vollzogen worden , daß er aber außer diesem viel härter , als seine Frau , gezüchtiget worden . Ebendas . „ Seite ; X . daß sie nicht , wie er , aus dem Paradiese gejaget worden : daß sie nur aenö - thiget gewesen , daraus zu gehen , um den Adam im Nothfalle zu besu - chen , und dieß mit völliger Freyheit , wieder dahin zurück zu kehren . Ebendas . 19 , 20 S . XI . daß die Kinder Adams und Evens dem ewi - gen Tode unterworfen ; nicht weil sie von Even , sondern weil sie vom Adam gekommen . Ebendas . 23 S imgleichen siehe die 60 , 65 , , 40 u . f . Seite . Dieß sind ungefähr die Dinge , welche die Eva unmittelbar in diesem Werke betreffen . Diejenigen , welche die Beweise und den End - zweck dieses Schriftstellers , nebst den Folgerungen zu sehen verlangen , die er ans diesen neuen Gedanken zieht , werden wvhl thun , wenn sie sein Buch ansehen .
Man kann ihm nicht , wie dem Loredano , vorwerfen , daß er wider ben Wohlstanv gehandelt , wenn er voraus setzet : es hätte Eva ihren Eh - mann besucht ; denn dieß ist aus einer unumgänglichen Notwendigkeit geschehen , weil es dem Adam unmöglich gewesen , in das irrdische Pa - radieß zu gehen . Und überdieß ist es sehr wahrscheinlich , daß dieser Schriftsteller , wenn man ihn fragte : hat sich denn Adams Frau des Rechts bedienet , das ihr vorbehalten gewesen , in dem Gar , ren Lden zu bleibend mir Nein antworten würde . Was hätte sie allein darinnen machen sollen ? Es würde ihr daselbst gar bald zu ein - sam geworden seyn ; die schönsten Ländereyen , die angenehmsten Gär - ten sind einer Frau nicht anständig : wo sie nicht die geringste Gesell , schaft und keine Art vom Un^anqe antrifft . Die Einsamkeit an dem schönsten Orte von der Welt , ist eine große Last , wenigstens , wenn man kein Philosoph und kein betrachtender und nachdenkender Mensch ist . Man muß also glauben , daß Eva so wohl wegen ihres persönlichen Nutzens , als aus Ursachen , welche die Vernunft erfordert hat , die Hüt»' te ihres verbannten Mannes dem irrdischen Paradiese vorgezogen haben wird . Der Garten Eden war überall für sie , wo Adam seine Hütten ausgeschlagen hatte . Man wende dasjenige hierbei ) an , was man vom Camillus gesager hat :
Tarpeia ( ede petnfta Gallorum faeibus , Veiosque habitante Camillo ,
Illic Roma fuit . . . . .
Lucan . Pharf . Libr . V . v» 27 ,
Hier war der Ort , wo sie , nach der Absicht ihrer Schöpfung , bleiben sollte , nm alle Haussorgen mit ihm zu theilen . Man merke , daß der Verfasser voraussetzet : Adam habe sehr nahe bey dem irrdischen Para» diese gewohnet , und dieses nach Gottes Verordnung .
Euqenius der IV , der den z Marz , I4ZI , zum Pabste erhoben worden , war aus einer gemeinen bürgerlichen Familie in Venedig « , und der Sohn des Angelo Condelmerio , aber nicht der Neffe Pabsts Gregoriuö des XII ( A ) , wie man , m Mo» reri saget . Er trug das Cölestinerkleid , da er von dein Neffen des Pabstes nach Rom geführet wurde K Dieser Neffe war auch ein Cölestiner und ein Domherr von der Versammlung des heil . Georgens m Alga . Der Mltbruder , den er mit nach Rom brachte , inachte sich gar bald bey Gregoriuö dem XII beliebt , der ihn zu seinem Schatzmeister , nach diesem zum schöfe von Siena , und endlich zum Cardinal machte . Martin der V gab ihm die Legation des picentinifchen Gebietheö , und darauf die zu Bononien . Dieser Cardinal entledigte sich derselben mit großer Geschicklichkeit , und folgte Mattinen dem V den waren , faßte den Schluß , sich zum Meister von Rom zu macyen . . v - r vmiau ; iuu - an
die Marcuskirche fort ; ohne die geringste Gewalttbat , und ohne , daß er e , mgen Widerstand gefun h - allem an diesem Orte mußte er sich mit des EugmiuS Soldaten schlagen , welche von einem guten TH«l - der ©nwAnnwurden . Das Gefechte war scharf , es verlohren von beyden Theilen viele das Leben dabey . Der 7^'^ " a wart» aenofhi *
^t sick lurückzuziehen ; allein er verübte in der Folge alle Arten der Feindseligkeiten . Der Pabst thdie Colonnen unö b ? e Gönner dergleichen . Er verfiel in eine Krankheit ; entweder , we . l man hm Gift beigebracht hatte : oder aus Ver - druk den ibm eil , so beschwerlicher Krieg verursachte . Dieserwegen dachte er an> nichts , als Friede zu machen , und da er den - vlup , oen tym eili^ Buraers . aeschlossen hatte df so erhielt er seine Gesundheit
' - lt . Der Pabst machte darauf wurde er einem empörten sich , und er konn -
allein sie konnten sich nicht bey dem Stande der
l4rTnL^evS , e , n Veränderung verschaffte , und sie Miißten sehr harte Züchtigungen ausstehen . Eugenius starb
im 221447 ! 64 34 " alt s . Sein Pabstthum hat bis auf enuge Tage fast iü Jahre gedauett , und ist e . n wahr -
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