Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4283

kein tüchtiges Merkmaal ist , «st ti nicht zum wenigsten ein Vorwand jum Widerspruche , und eine Nahrung zum Streite ?
( H ) Zdie an Peter Du Puy überschickte Abschrift erweckte Verdacht . ] Dieß ist es alle« , was man vernünftiger Weise sagen kann , angesehen , diesen Schriftsteller viele andere Ursachen haben bewegen können , auf diese Art zu verfahren . Herr Smith führet in , dcr Thal zwo oder drey davon an , ohne nur an diejenige zu denken , welche ande - re für die einzige angeben ; ich will sagen , daß er kein einziges Wort fahren läßt , welches bezeugte , daß die Erfahrung des Vergangenen den Camden zu glauben bewogen hätte , c« möchte der König Jacob den andern Theil der Jahrbücher zu verbessern geben . Ich will die Wor - re des Herrn Smith und feine Anführungen hersetzen . Cum vero mo - leftiam , iniridiam , obtrcclationem et odium a quibusdam maleuolis , fato cum raeteris Hiftoriarum Scriptoribus , qui veritati litarunt communi , indc fibi quoque ex vitio et malignitate fiii feculi creari offendifiet , mentem contra alterius tomi , dum viueret , editionem nullis machinanientis expugnandum obfirmauit . Vt pofteritati ta - men , quae absque affeöu lolet iudicare , integer feruaretur , nec in . cendio aut quocuntjue trifti cafu deletus , aut malignorum hominum inuidia fuppreflus mtercideret , Apographum fideliffime exfcriptum ( Archetypo , quod in Bibliotheca Cottoniana conferuatur apud fe retento ) tanquain facrum depofitum Petri Puteani curae et fidei concredidit ( Siehe auch V . Cl . Petri Puteani Vitam a Rigaltio con - fcriptam , Paris 1652 , in Quarto , pag . 50 . und der CCLVII , Brief , p . zio . ) et eo quidem libentius , magni Thuani exemplum fibi ob oculos ponens , cuius Hiftoriarum reliqua pars ante mortem inedi - ta , cum eam publicae luci donare Curatoribus teftamenti non lice - ret ( Liberet würde sich besser zu der Stelle des Peirescius schicken , die wir bald anführen werden . Forfitan pef iilFet , nifi mens periculi praefaga , exemplari ( siehe den CCXLVI Brief zio S . ) apud Virum »ntegerrimum nobilillimumc^ue Ceorgium Michaelem I^ingelsbe . mium reliäto , ilHid damnum prudentiffinie anteuertiflet . Smith , in Vita Camdeni pag . ; 8 . Es ist auch wahr , daß der Jahrbuchschreiber die Veränderung bey der Fortsetzung seines Werks hätte befürchten kön - nen , ob er gleich solches in Ansehung des ersten Bandes nicht erfahren gehabt ; denn ein Buch ist »ach dem Tode des Urhebers viel mehrern Zufällen unterworfen , als bey feinem Leben . Allein Camden karte beschlossen , so lange als er lebte zu verhindern , daß die Fortsetzung seiner Jahrbücher nicht gedruckt würde . Ich setze darzu , daß man ihn wegen des Schicksals , das die Historie Tbuan« betroffen , in Furcht gesetzt , und daß man ihn durch dieses Beyspiel ermahnt , der Borsicht dieses Präsi - denten nachzuahmen . Folgendes hat Peirescius im Jahre 16 - 0 an ihn geschrieben . „ Wenn sich die Historie ThuanS nur bey ihm allein ge - «funden hätte , so hätte sie Gefahr gelaufen , unterdrückt zu werden ; „ denn die Vollstrecker seines Testaments , und die Vormünder der Kin - „ der wollten sie aus Privatabsichten ins Feuer werfen lassen . Lingels - „ heim , welchem der verstorbene Thuanus eine Abschrift davon auver« „ trauet hatte , hat alles gerettet . Wenn uns Grotiu« sechs Monate „ vor seinem Unglücke geglaubt hätte , so würde man eine Abschrift von „ seiner Historie in diesem Königreiche haben , wiche der Bescheidenheit . . seiner Feinde oder Neider nicht auSgeseket wäre . Denket um Got - „ tes willen an eure Ehre , und , wenn ihr Schwierigkeit machet , selbe bey eurem Leben unter die Presse zu geben , so machet mehr als „ eine Abschrift davon , und lasset sie nicht alle jenseit des Meers „ In Epi - ftol . Camden . pag . zio . Es ist sehr möglich , daß sich Camden nicht vor der Verstümmelung , und dem Zusätze einiger Zeilen , sondern vor der gänzlichen Unterdrückung gefürchtet hat , dergleichen dem Manuscripre ThuanS begegnet seyn würde , wenn man nicht bey guter Zeit solchem »orgebauet hätte . Allein dem sey wie ihm wolle , so wollen wir einen Streit anführen , der im Jahre 1687 Lärmen gemacht hat .
Diese Worte sind der Grund darzu gewesen : „ Camden hat diese „ Historie mit so vielem Urtbeile , und so weniger Parteylichkeit geschrie - „ ben . daß sie ihm die Freundschaft und Hochachtung ThuanS erworben , „ welcher , nach des CamdenuS Tode , den andern Band seines Werks „ nach einem Manuscripte drucken lassen , welches ihm der Verfasser da - » . von zugeschickt hatte . „ Critique du IX . Livre de Mr . Varillas , p . zz . OBisterbatner Ausgabe von 1686 . Man hat auf diese Art geantwortet : Es ist nicht raabc , daß ea Thuanu« gewesen der nach dem Tode Camdens , den letzte» Theil seiner Historie hat drucken lassen : und eben dieser Camden ifi , so wie man ihn abmalet , all ? « be - scheiden gewesen , als daß cr einen Präsidenten au tNortier , mir einer Arbeit hätte beschweren sollen , die ihm so wenig dig gewesen wäre , als Sie Ausgabe seines Buches . Ich habe öfters von dem jüngsten - Herrn du puy sagen hören , daß sich Camden diesfalls an ihn gewendet , und daß er sicl ) dieser richtung in Person entlediget hätte . Dieß ist kein ger Beweis daß Camden» - Historie deswegen nickt parrevifth wäre , weil sie Tbuanu« wieder drucken lassen : vielmehr ist die - ses das größte Merkmaal seiner Parteilichkeit : , da« man fuhren konnte : weil alle Welt weis , daß dieser Präsident - al , . ' 5 ? CC von englischen und schottländiscken Sacken , bis ins Jahr >570 erzählet , aus dem Buckanan gesckrieben , welcher für den allerparteylichsten unter den neuern Schriftstellern ge - halten wird . Der verstorbene - Herr le Clerc von S . Martin , hat vielmal in meiner Gegenwart gesagt , daß , da er unter den Ferien des , oen . zi
„ feine Historie nicht mit demjenigen übereinkam . was er in seinen „ Briefen , besonders wegen der Sache von der Koniginn von Schott - „ land , an den Thuanus geschrieben hatte . Hierauf hat ihm Camden die „ Wahrheit gestanden , daß nämlich der König Jacob diefeHistorie ausdrück - „ lich selbst habe übersehen wollen , und sie darauf dem Grafen von Nort - „ hampton , de« Herzogs von Nortfolk Bruder , unter die Hände ge - „ geben habe , der wegen eben dieser Sache war enthauptet worden ; so „ daß man verschiedene Dinge in seinem Buche ausgelassen , und viele „ andere verändert hätte . Dieß hatte den Camden ungemein verdrof - „ sen : er trug Sorge , damit dem andern Theile nicht gleiche« Schick - „ fal wiederfahren sollte , und schickte ihn nach Frankreich an den Thua - „ nuö , damit er nach seinem Tode getreulich abgedruckt werden sollte . „ Dieß ist eine in England ganz bekannte Sache , und seine angewen - „ bete Borsorge , diesen andern Theil über« Meer an einen Ausländer „ zu schicken , wird einen leichtlich überzeugen , daß man die wahrhaft , - „ ge Ursache davon bemerket hat . Ich glaube zwar nicht , daß ein „ Präsident au Mortier zu derselben Zeit dieses Manuseript den Buch - , handlern zum Verkaufe angebothen , und für die Verbesserung der „ Druckfehler gesorgt haben wird . Wenn ein Mann von dem Stan - „ de und der Wissenschaft , al« der Herr Du Puy , die Vorsorge gehabt , „ daß e« getreulich gedruckt würde , so hat Thuanus nichts Zechau , da« „ seiner Würde zu niederträchtig wäre , wenn er ein so vortreffliche« „ Stück in Verwahrung behalten wollen ; und er hat sich alle« deSjeni - „ gen vollkommen wohl entlediget , was er in Ansehung de« anvertrau - „ ten GutS verbunden gewesen , da er eS seinem Vetter übergeben . E« „ ist wahr , der König Jacob , hat dem Sohne ThuanS vorgeworfen , „ daß sein Vater die Lästerungen BuchananS wider Marien abgeschrien „ ben ; allein Thuanus muß sehr empfindlich gewesen seyn , daß er dar , „ über drev Monate krank geworden ist . " Defenfe de la Critique de Mr . Varillas . pag . 60 . amsterdamer Ausgabe von - 688 . Die erste von diesen dreyen Stellen ist nicht wohl beurtheilet worden , und man kann wegen des Stillschweigen« des Beurtheiler« , diese zween Jrrthümer gar wohl aus seine Rechnung setzen ; erstlich , daß die Ausgabe der Jahrbücher dem Wilhelm Camden die Freundschaft ThuanS zuwege gebracht hat : zum andern , daß Thuanu« den Camden überlebet hat . Ich weise in der Anmerkung ( ? ) , daß die Freundschaft und der Brief« Wechsel unter diesen zweenen Geschichtschreibern im Jahre 1605 fangen habe , zehn Jahre zuvor , ehe die Jahrbücher der Königinn Eli« sabeth ans Licht getreten sind . Es ist unstreitig , daß Thuanus den 17 May 1617 , mehr als sechs Jahre vor dem Camden , gestorben ist . Ich wei« dasjenige nicht , was eben derselbe Kunstrichter über die dritte Stelle ge - sagt haben würde , wenn er eine Antwort darauf Härte herausgeben wollen ; allein , ich bin gewiß versichert , daß er keine wahrhaftigen Beweise würde vorbringen können , welche bewiesen , daß sich Thuanu« der Ausgabe de« andern Bande« Camdens nicht angenommen , und dessen Manuseript in Verwahrung gehabt hätte . Die besten Be , weise davon , befinden sich in Camdeil« Briefen , und nicht in dem Le . ben PeterS Du Puy . Seruauit etiam ( Pttrus Puttsnus ) Cambdeni Partem alteram Elizabethae Britannorum Reginae , quam au & or fe viuo edere non aufus penes Puteanum deponi mandaucrit . tt ns in Vita Petri Puteani pag . 665 . in Colleöione Batefii . Wenn dieser Beweis nicht der beste ist , so ist er nicht« destoweniger gut . ( Der 147 ist ihm von Peter Du Puy wenig Tage nach dem Tode ThuanS IV Kai . Iunii 1617 geschrieben worden . ) Damals hat es Pe , rer Du Puy nur von hören sagen gewußt , daß die Jahrbücher der Kö - niginn Elisabeth fertig gewesen ; er saget zu dem Versasser . daß man die Fortsetzung «alle Tage erwarte . Er hat ihm ebendasselbe einige Monate darauf geschrieben III Kai . Septembr . , 617 . Wir haben hier oben gesehen , was ihm Peirescius im Jahre >6 - 0 geschrieben . Peter du Puy hat ihm im Wintermonate eben desselben Jahres geschrieben . Er harre das Manuseript noch nicht in seiner Verwahrung ; allein er er - wartete dasselbe . Cum de Hiftoria tua agis et de nie depofitario co - gitas , non male certe cogitas , fidelem eniin et vere amicum hac in re experieris : tan tum effice , vt tuto ad nie perferatur . Epift . Camb . pag . jio . Mich blinkt , daß es nach dem Tode des Verfasser« nach Holland geschickt , und im Jahre 1625 zu Leiden gedruckt worden .
( I ) Seine K . iebe 5t» den Studien hat ihn verhindert , aus sei , nem Lande 5» reisen , und sich in den Ehstand einzulassen . Z In Ansehung des letzten Punct« , sind dieß die Worte des Herrn Smith : Vt a htteris neutiquam auocaretur , Ortclii , Iofephi Scali - geri , Nicolai Fabri , aliorumque , quorum fama melius feriptisex toecundminio cerebro prognatis , quam longa nepotum ferie in omne aeuum propa^aoitur , exempla aemulatus , opulentis matrimoniis , quae multa itudiorum impedimenta allatura praeuidiffrt , vitam praetulit coehbcm , ( anfli propofiti vsque et vsque retinentiflinnis . Smith in Vita Camd . pag . 72 . Die Reisen betreffend , so bemerker der Verfasser feines Lebens , daß sich Claudius Geubeit betrogen , wenn er von Dijon 16 , - an den Camden geschrieben , daß er Mlt Freuden an die ^eit gedenke , die sie mit einander zu Padua zugebracht . ( Dieser Brief ist der XCVII unter Camdms feinen , iz ? Seite . ) Licet per nego - tiofam vitam patrio folo adfixus , ne pedem qtudcin vnquam extra Angliam mouiflet : quod adnotari maxime oportuit , ne quispiam D . Iobertii , ex lapfu memoriae alium pro alio iiibftituentis , litter» de - ceptus , illum olim Patauii ftuduiile crcdcrct . Smith in Vita Camd . pag . 75 . Viele Leute rühmen sich , diesen oder jenen auf Universitäten vertraulich gekannt zu haben , welche durch ihre Schriften berühmr ge , worden find : sie rübmen sich dessen , sage ich , ohne daß die Sache wahr ist ; ( siehe die Briese des CartesiuS . II Th . 454 S ) allein es glebt we - nige , die solches an diesen oder jenen schreiben , wie man an den Cam - den geschrieben hat .
( K ) Man findet in dem Leben Camdens die Feindseligkeit eines Edelmanns , u . f . a> . ] Camden hatte eines Fräuleins ge - dacht , ohne sie zu nennen , welche so gefällig gegen einen Edelmann ge - wefen , daß sie ihm die letzte Gunst erwiesen , und ohne daß sie die ver - drießlichen Folgen hatte vermeiden könne» , davon man sich bey Hofe und in der Sradt mir mehrer Freude als Aergernisse unterhalt . Der Edel - mann wurde durch feine Tapferkeit und Gelehrsamkeit berühmt , und er machte den Fehler des Fräuleins durch die ordentli6>en Wege wieder gut : denn er heirathere sie . Einer von den Anverwandten der Frauensperson gab vor , Camden habe ihr . Haus verunehret , und war so ergrimmt auf Ben Geschichtschreiber , daß er die Nase von seiner Bildseule abschlug , die

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