Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8369

Esse . Estampes . 439
»und von seinen und seiner Gemahlinn Handlungen Rechenschaft zu „ mit dem Bcfxhle , alle die Platze vollends wieder Zugewinnen , die man
, 'Qcbcn . - - - Ebendas . 76 S . Der Herr von Hallier gehorchte „ dem Herzoge abgetreten hatte , und sie unter die Macht Sr . Maiestat
„ den Befehlen des Königes aufs genauste , und wie er von denselben , , zu bringen . Seine Gemahlinn betreffend , deren Ehrgeiz Ursache * um
«wegen einer unverbrüchlichen Treue allezeit geliebt und hochgeschätzt „ MiStrauen gegeben hatte , so mußte dieselbe in dem Hause bleiben
»worden , so ward er einige Zeit darauf wieder nach Lothringen geschickt , „ wohin sie verwiesen worden war . , , Ebendas . 77 S . '
EffC ( Andreas von Montalembert Herr von ) aus einer von den edelsten und ältesten Familien in Poitou , commanditte mLandrecies , als der Kaiser Carl der V , diesen Platz im 154z Jahre , belagerte . Er bat ihn bey schlechten Besestigunas - werken , und mit einer von Elend überhäuften Besatzung so wohl vertheidiget , daß der Kaiser genöthiget war , sich den ? des Wintermonats nach einer viertehalbmonatlichen Belagerung zurück zu ziehen . Von Esse erhielt zur Belohnung dieses Dienstes die Bedienung eines Kammerjunkers bey Franciscus dem I . Er war von Heinrich dem II . nach Schottland qe - schickt , um daselbst die Armee zu commandiren , welche dieser Prinz zum Beystande der Schottländer gegen die Enqländer dahin übersetzen ließ : Er hat daselbst schöne Thaten verrichtet , und ist bey seiner Zurückkunst zum Ordensritter gemacht worden . „ Er hat auch Terouenne wider die Kriegsmacht Carls des V vertheidiget , und ist endlich dabey umgekommen lindem er auf der Breche geblieben , nachdem er drey Stürme hinter einander ausgehalten , die zehn Stunden gedauert „ hatten . Er ifi durch seilten Tod der Marschallswürde von Frankreich beraubt worden , die ihm nach dem Boucher dem „ Urheber der Jahrbücher von Aquitanien bestimmt gewesen . Mezerai saget in der Historie'von Frankreich dan er die „ unsterbliche Ehre von Perigord sey , und bekriegt sich in Ansehung des Namens seines Vaterlandes , weil er aus Poitou „ gewesen . Brantome redet weitläuftig von ihm unter dem Namen von Esse .
ä ) Aus einem Briefe in dem Mcrcure galant , im Augustmonate 1705 , ZI ? u . f . S .
Estampes
ist an dem ^
Obergerichte , . . . , „
Gestifte , eine unter dem Titel , Unserer lieben Frauen , mit einer Pfründe und zehn oder eilf Domherren , und eine unter dem Titel des heil . Kreuzes mit zwoen Pfründen und neunzehn Domherren : fünf Pfarrkirchen und verschiedene Klöster . Der König Robert hat den ersten Grund zu dem Schlosse Estampes gelegt , welches , auf Ansuchen der Einwohner , zu Anfange der Regierung Heinrichs des IV , geschleift worden . Der Prinz von Conde hat im 1562 Iahre einen Theil von dem Kriegsvolke zur Besaßung hineingelegt , welches Andelot aus Deutschland gebracht hatte , und welches die sechs chen über , als so lange selbiges darinnen gelegen , die Einwohner und sonderlich die Geistlichen entsetzlich gequält . Diese Stadt ist ein altes Krongut . König Carl der VI , hat sie zum Besten Carls von Evreux , seines Vetters , zur Grafschaft gemacht . Zuvor war sie eine Baronie gewesen , wie man in den Briefen ihrer Erhebung zur Grafschaft sieht , die vom Herbstmonate 1327 sind . Nachdem sie an Carl den VII , zurück gefallen war , so gab er sie 1421 , Richarden von Bretaane - und da sie nach diesem wieder mit den Krongütern vereiniget worden , so gab sie Ludwig der IX . dem Johann von Foir die Schenkbriefe sind vom Aprilmonate des 1498 Jahres . Nachdem Gasto von Foix , Johanns Sohn , in der Schlackt bey Raven»« geblieben war , so wurde Anna von Bretagne , Ludwigs des XII , Gemahlinn , vermittelst der Schenkung ibreS Gemahls , im Brachmonate des 1513 Jahres Gräfinn von Estampes . Nach dem Tode dieser Prinzeßinn , der im folaenden Jahre erfolgte , kam die Grafschaft Estampes an Madame Claudia von Frankreich , ihre älteste Tochter , welche nach die - sein mit Franciscus dem I . damaligen Herzoge von Valois , vermählt worden . Nach dem Absterben dieser guten Prinzes - sinn , gab der König den Genuß derselben dem Johann de la Barre . Nach diesem Tode machte Franciscus der I , zum Besten des Johann de la Brosse von Bretagne , und Annen von Puisseleu , welche viel Theil an der Gunst des Königes Hatte , Estampes zum Herzogthume : ihr Naine ist in der Historie bekannt genug . Heinrich der II , entsetzte sie dieses Her - zogrhums 155z , um Dianen von Poitiers , seine Liebste , LudwiqS von Breze , Großseneschalls der Normandie , Ebgemahlinn , damit zu begnadigen . Nachdem Carl der IX , zur Krone gelanget war , so gab er es dem Johann de la Brosse im April - monate 1562 wieder . Nachdem er ohne Nachkommenschaft verstorben , begnadigte Heinrich der III , 1576 den Herzog Jo - Hann Casimir damit ; allein da er sich im folgenden Jahre davon lossagte , so gab sie der König Pfandweise der 5er° zoginn von Montpensier , und da er sie wieder von derselben cingelöset , Margarethen von Valois , seiner Schwester " der Königinn von Navarra ; und diese Prinzeßinn gab sie einige Jahre darauf Gabrielen von Estree , Herzoginn von Beau - fort , die sie Casarn Herzoge von Vendome , Heinrichs des IV , naturlichem Sohne hinterlassen hat . Die durchlauchte Nack - kommenschaft dieses Prinzen ist noch im Besitze davon . Es geben einige vor , es wäre ArtuS Bouffier , Großmeister von Frankreich , Graf von Estampes gewesen . Allein der Schenkungsbrief findet sich nirgends . Wenn es wahr ist , so muß der Besitz der Prinzeßinn Claudia von Frankreich unterbrochen gewesen seyn . Allenfalls^ kann sie dieser Herr nicht lange besessen haben , da er 1518 gestorben ist . Unter währenden Unruhen von 1652 , wurde die Stadt Estampes , zum großen Ver - drusse der dem Könige allezeit treu gebliebenen Einwohner , durch einen Verräther , der Kriegsmacht der Prinzen überlie - fert , die so gleich von dem Könige darinnen belagert ward ; welcher , nach dem er fast sechs Wochen vor der Stadt gelegen und verschiedene Anfälle gethan hatte , wobey von beyden Seiten eine Menge Leute blieben , endlich gezwungen war , die Belagerung aufzubeben , um dem Herzoge von Lothringen entgegenzugehen , der den Prinzen mit einer Macht von neun bis zehn tausend Mann zu Hülfe kam .
Kirchenversammlungen zu Estampes .
Die Stadt Estampes ist mit vielen Provinzial - und National - Kirchenversammlungen beehrt worden . Man weis die Ursache der ersten nicht : sie ist 1048 gehalten , und von dem Erzbischofe zu Sens , Gerduin , berufen worden . Folgendes liest man davon in dem Leben der Erzbifchöfe von Sens : Gerduinus Synodum Stamms habuit anno 1048 ; in qua Imbertus Parifienfis , Yfambertus Aurelianenfis , Maynardus Trecenfis , Hugo Niuernenfis , Gilbertus Antiffiodorenfis , et Galtherius Meldenfis adfuere , Rege Henrico praefente . Die II ist vom Richmut , Richer , Erzbischofe zu Sens , im 1093 Jahre wegen der vom Urban dem II , geschehenen Weihung des Aveö^ von Chartres , versammlet worden . Dieser Erzbischof hat behauptet , daß Pveö des Verbrechens der beleidigten Majestät schuldig wäre , weil er sich ohne Erlauoniß des Könige» außerhalb dem Königreiche hatte weihen lassen , und also abgesetzet werden müsse . Die III ist , 112 gehalten worden . Daimbert , Erzbischof von Sens , hat den Vorsitz dabey gehabt . Alan hat sich darauf an fänglich über die üble Auffüh -
rung des Bischofs von Troies " ' ' " " " rj~~
zur Einweihung eines Bischo Die Nationalkirchenversammlüng ,
Dicken versammlet gewesen : es „ . Ä c . . . . . . ,
und Detern von Leon nehmen sollte , der sich Anacletuö der II . nennen ließ . St . Bernhard , der sich dabey befand , sagte unaesckeut . daß Jnnocentiuö kanonisch erwählt worden wäre , und daßman rechtmäßiger weise 311 keiner andern Wahl hatte schreiten können . Daö ganze Concil . 'um fiel dem Urtheile des hell . Bernhards bey , und ^nnocentius wurde für den wah - ren und rechtmäßigen Nachfolger des Apostels Petrus erkannt . Dieser Pabst kam ausdrucklich von Chartres nach Estam - pes um den Einwohnern Merkmaale seiner Erkenntlichkeit zu geben . Er blieb zween Tage daselbst , und nahm seinen Ab tritt in der Abten Morigni , Benedictinerordens , eine halbe Viertelmeile von Estampes . Dieses erfahren wir aus der Chronike dieser Abtey , die Niemals einen andern Obern , als den Erzbischof von Sens erkannt hat . Ludwig der jüngere , hat vor seiner Reise nach dem Oriente , sein Darlemem zu Estampes versammlet , und die Regierung des Königreichs Raouln , Grafen von NermandoiS und Sugern , Abte von S . Denis ubertragen . Bey dem Zwiespalte , unter Alexander« dem III , und dem Crinale Octavian , der den ^amen Victor angenommen hatte , hat eben dieser Prinz im 1160 Jahre die gallica - nische Kirche zu Estampes versammlet , um zu erfahren , welchen er dafür erkennen sollte^ und der König hat , nach dem Uttheile der Bischöfe , Alexandern angehangen .
Estampes

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