Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8341

Espagne . Espagnet .
Warum hat er unter zwoen sehr merkwürdigen Sachen diejenige er - wählt , welche die aller geringste war ? Warum hat er die Vortheile sei« nes Beweises und seiner Sittenlehre verabsäumt ? Vielleicht wird man mir antworten , er hatte von der Verschwendung dieses Comödiantensohns nichts mehr gewußt , als was er davon saget . Allein dieß giebt Anlaß zu einer andern Schwierigkeit . Wie sollte es aber zugegangen seyn , daß das Gastgeboth dieses Menschen dem Horaz nur auf der schlechtesten Seite bekannt geworden wäre ; zwar durch eine an sich selbst sehr seltsame Sache , ich gestehe es , die aber inVergleichung der andern nicht sehr sonderbar ist ? Demsey wie ihm wolle , so wollen wir die Worte diese« Poeten besehen :
Filius Aefopi detra & am ex aure Metellae
( Scilicet vt decies folidum exforberet ) aceto
Diluit infignem baccam ; qui fanior , ac fi
Illud idem in rapidum fluinen , iaceretue cloacam ?
Horat . Sat . III . Libr . II , Verf . 239 . Ein alter Scholiast des Horaz saget , daß diese Metella die Ehsrau von dem Sohne des Aesopus gewesen . Daeier über diese Stelle des Horaz im VII Bande zo> S . bey mir , saget , daß sie nicht seine Frau gewesen , aber ihn mit ihrer Wohlgewogenheit beehrt und mit dieser Perle be - schenkt hätte , die * 5000 Thaler geschätzt worden . Sie sehen dazu , daß sie wohl die Schwester des Q . Cäeilius Metellus , und des L . LueulluS Gemahlinn gewesen seyn könnte . Wir werden dieses in dem Artikel ZNerella in der Anmerkung ( A ) untersuchen .
( E ) Er hat einmal einen Menschen unter diesen heftigen wegungen umgebrackt . Z Die Sache verdienet angeführt zu werden . Wir wollen sehen , was Plutarch davon saget . Tov S' Alsuvov roOrov
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Asl / e'fuvov Ärgia , twj CxsgtiTÜv rm ( atpvu Tragadgocuovrot iget tüv ictv - rcü aoyfff / xfiiv oicc ro •x & äot Svr« 1« cxcnrga irzräj - oii yjff üveteiv .
Hunc Aefopum tradunt , dum in theatro agit Atrea , de puniendo de - liberantem Thyefte ita fuifl'e motum , vt impos »lentis miniftrum quemdam , qui repente praetercurrebat feriret fceptro , et occideret . Hutarch . in Cicer . Vita , pag . 86z .
( F ) Moreri hat hier eine Menge grober Sckm'yer begangen . ^ L Ist es falsch , daß Aesopu« , der Comödiant , ein tragischer Poer gewe - sen . II . Er ist schon in seiner Abnahme gewesen , als des Pompejuö Schauplatz im 698 Jahre Roms eingeweiher worden . Honoris caufla in fcenam redierant ii , quos ego honoris cauflä de fcena deceffifie arbitrabar . Deliciae vero tuae nofter Aefopus eiusmodi fuit , vt ei definere per omnes homines liceret . Is iurare cum coepifiet , vox cum defecit in ilio loco : fi fciens fallo . Cicero , Epift . I , Libr . VII . ad Famiiiares . Ein guter Zeitkundiger würde ihn also nicht gegen das 700 Jahr Roms ge'setzet haben . III . Sagen die vom Moreri an - gefiihrtei " Schriftsteller nicht , daß Aefopus des Cicero Freund gewesen . Wenn man von dieser Freundschaft reden wollte , so müßte man andere Leute anführen , und weil man sie nicht angeführet hat , so verdienet man gewissermaßen den Titel eines Lügners . Er hätte selbst den Cicero an - 'führen müssen : ich habe bereits die Stelle angezogen , wo er ihn nofter Aefopus nennet , und wo er uns eine sehr seltsame Begebenheit berich - tet . daß nämlich Aesopus , da er bereits ganz aus der Mode gewesen , und dennoch bey den prächtigen Spielen erstheinen wollen , welche Pom - pejus dem Volke bey seiner Einweihung des Schauplatzes gab , allen Zuschauern ekelhaft gewesen , und die Stimme gänzlich verlohren , da er die Stelle des Eidschwurs hergesaget , wo man die Strafe ausdruckte , der man sich unterwerfen wollte , wenn man betrieglich schwüre . In einem andern Briefe empfiehlt Cicero ftinem Bruder Quintus sich nach einem Sklaven zu erkundigen , der dem Aesopus entflohen war . Aefopi tragoedi noftri familiaris Licinius feruus tibi notus aufugit . Ebend . Epift . II , Libr . I . ad Quintura fratrem . Macrobius ist auch ein Mann , den man über diese Materie anführen kann . Hiftriones non inter turpes habitos Cicero teftimonio eft , quem nullus ignorat Rofcio et Aefopo hiftrionibus tarn familiariter vfum , vt res rationesquc eo -
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rum fua follertia tueretur , quod cum aliis multi» , tum ex epiftoli« quoque eius declaratur . Maerob . Saturn . Libr . II , cap . X . IV . Ist
dasjenige eine vortreffliche Unwahrheit , wenn Mvreri saget , es habe Aefopus den Cicero osters begleitet , wenn er bmqegangen , die Reden desHortcnsius ; u hören , wie Valerius Maximus berncr« fet . Carl Stephan ist hier der böse Wegweiser des Moreri gewesen : er giebt eben dieselbe Sage vor , und führet den Valerius Mäximus an ; welcher in des VIIIB . XCap . - Num . nur saget , daß Noscius und pus hingegangen , den Hortensius zu hören . V . Führet Moreri dasjenige sehr ubel an , was Plinius von der Verschwendung des Aesopus gesagt hat . Er hat nicht gewußt , daß man centum feftertium , anstatt fexcen - tum feftertium lesen müsse . Siche die Anmerkung ( A ) . Hätte er nicht über dieentsetzlicheSumme erstaunen sollen , zu welcher er den Werth einer Schussel steigen lassen ? Und wenn die 10000 Pfunde , wo - rauf der Werth nach der Rechnung des P . Harduins und der tzung . daß man centum lesen müsse , gestiegen , etwas unglaubliches sind : was für ein Ungeheuer wurde nicht dasjenige seyn , wenn man mit behaltung der Lesart fexcentum sagte , daß jedes große feftertium 2 ; Thaler gegolten ? Muß Moreri nicht als eine unvermeidliche Folgerung zulassen , daß die irdene Schussel des Aesopus 45000 Franken gekostet hätte ? Uebrigens ist dasjenige , was er das große feftertium nennt , eben so viel als 1000 Schemen . Nun finde ich , daß der Werth von , 000 Sestertien , nach den allerrichtigsten Schriftstellern , bey weitem 25 Thaler übersteiget . Nach dem Gassendi gelten 1000 Sestertien 93 Pfunde , einen SolS , einen Denier u . s . w . Nach dem P . Harduin gelten sie 100 Pfund . Also ist dem Moreri alles zuwider . VI . Ist es nicht wahr , daß des Aesopus Schüssel mit Vögelzungen angefüllt gewesen ; es wa - ren die Vögel selbst . Man könnte sagen , es hätte Moreri hier die schwendung des Vitellius mit diesem vermengen wollen , und eines für da« andre genommen . In bac ( [ patina ) fearorum iecinora , phafiano - rum et pauonum cerebella , L ING v as phoenicopterum , muraena - rum laftes , aParthiavsquefretoqueHifpanico , per nauarchos ac tri . reines petitarum , commifcuit . Sueton . in Vitellio , cap . XIII . VII . Saget Plinius nicht , daß das Stück von diesen Zungen für 6 Tha - ler gekauft worden . In den guten Ausgaben saget er , daß ein jeder Vogel 6000 Sestertien gekostet hätte , dieß heißt 600 Franken nach des P . Harduins Rechnung ; und in den ordentlichen Ausgaben saget er , eS hätte jeder Vogel 6 Sestertien , nummis lex , gekostet . Man kann sich nichts kurzweiligers einbilden , als die Übersetzung , die Moreri von diesen lateinischen Worten gegeben hat . Er hat geglaubt , der Nummus de« Plinius wäre ein franzosischer Thaler , und er ist nur ein Sestertium . nämlich ungefähr 2 , Sols nach französischer Münze . Hieraus erhellet , daß diese gewöhnliche Lesart dem Plinius zwo Ungereimtheiten Schuld giebt ; denn in diesem Falle würde er sagen , daß die Vögel , welche am besten sin - gen und reden gelernt , das Stück nicht mehr als ungefähr i - Sols geko - - stet , und daß Aesopus durch Erkausung solcher Vögel eine seltsame That der Pracht und der Verschwendung gezeigt hätte . VIII . Hat niemand , auch Valerius Maximus selbst nicht , gesagt , daß des Aesopus Sohn in alle fein Getränke perlenstaub zerhau . Dieß heißt den guten Va - lerius Maximus über tausend Stufen übersteigen , der sich bereits der Hyperbole nur allzusehr gebraucht hatte ; wenn er hiervon als von einem ordentlichen Gebrauche dieses verschwenderischen Sohns geredet hatte . IX . Das wunderbarste darbey ist , daß man vorgiebt , wie 'Moreri thut^ daß die Perlen , die man aus den Ohren einer Beyschläferinn genom« men , Pulver genug dargebothen haben würden , um es in alle sein tränke zu thun . X . Und am allerseltsamsten darbey ist , wenn man sieht , daß er sich auf das Zeugniß des Horaz steifet , und so gar die Verse anführet , wo dieser Poet ausdrücklich saget : daß des Aesopus Sohn eine Perle in Eßig aufgelöst und sie verschluckt habe . Dieß ist also eine Sache von einem Augenblicke gewesen , und nach dem Horaz nicht wiederhohlt worden . XI . Hat Horaz nicht bemerkt , daß Metella die Beyschläferinn von des Aesopus Sohne gewesen ist . XII . Endlich hätte er nicht das XXX B . des Plinius , sondern das X anführen sollen .
ESptlsiNe ( Johann von ) gebürtig aus dem Delphmate , und reformkrter Prediger bey der französischen Kirche zu London im XVII Jahrhunderte , hat verschiedene Werkchen herausgegeben ( A ) ; und unter andern eines , welches den Titel hat , qemeine Irrthürner in den Hauptpunkten , welche den verstand der Religion betreffen .
Man findet , daß es ihm bey der Erklärung der Lehre voin Nachtmahle sehr wohl qeglücket ist . Er hat ein Werk Calvins ziemlich ftey beurtheilt , ohne daß er sich an die öffentliche und ganz besondere Gunst gekehrt , womit man dieses Werf beehrt hatte ( B ) .
( A ) Er hat verschiedene werkchcn herausgegeben . ^ Man hat sie in der Ausgabe von Genf 167 - in eine Sammlung zusammen gebracht , welche aus drey Duodezbänden besteht . Die Ausgabe von Haag 167 - , enthält nur zween Duodezbände . Dieser Schriftsteller ver - dient wohl gelesen zu werden . Sein Buch von den gemeinen Jrrthü - mern enthält sehr gute Sachen . Er hat esCarln dem I , Könige von England , zugeschrieben : Er belehret uns in der Zueignungsschrift , daß da» erste von seinen Büchern auf Befehl des Königes Jacobs herausge - geben worden . Dieß zeiget , daß Allard in der Bibliothek vom Delphi - nate 87 S - die Zeiten nicht wohl bemerkt , wenn er saget , daß Johann Defpagi ? e im >662 Jahre Prediger zu London gewesen .
( 8 ) Er bat ein u ? erk Calvins beurtheilt - - - - ohne daß er sich an die öffentliche Gunst gekehrt , womit dieses XVerk bc ,
ehret worden . ] Dieses Werk Calvins ist ein Catechismus in 5 ; schnitte abgetheilt . Cr dienet in den Kirchen von dem Genfer - Glaubens , bekennwisse zum Texte , zu einer von den Sonntagspredigten , und ist ei - nes von ihren liturgischen Büchern . Es ist . so bald als es erschien , mit großem Beyfalle aufgenommen , und in verschiedene Sprachen überseht worden . Lodern anno , nämlich 1540 ( ich will diese Zeit in der An - merkung ( v ) bey dem Artikel Gcdultingius untersuchen ) , fcripfit ( CW . uitmsy Catechifmum Gallice et Latine - - - quem tanti fece - runt Caluiniftae , vt non modo vernaculis plurimis linguis , vtpote Germanica , Anglica , Scotica , Belgica , Hifpanica , fed etiam Hebraica donatus fit ab Emanuele Traeme / io , et Graeca ab Henrlco Sttfhano . Natalis Alexander Hiftor . EccleC Tom . VIII , pag . infolio . Dieß ist das Buch , welches Johann von Espagne beurtheilt hat .
nmi »nie weil er vcn»>»> " > 9«vumieit iwat ini . " " " " w . . . vuum iuy ,
fiprnntfrtpben und es mit einem Tracrate von seiner Arbeit über d , e Unterweisung eines jungen Prinzen begleitet . Von »hin redet der P . Abraham in seiner Auslegung über die Reden des Cicero ( C ) . . .
bahe veraessen , zu sagen , daß er bey Herausgebung des ? vostnzwelgs der Kriege , denjenigen Nicht nachgeahmt hat , welebp d . , » Kvrache der Manuscripte verändern , die sie drucken lassen . Er ist seinem Originale init der äußersten ( PirtMffi . Aofrtirtf , md bat auch so gar die Rechtschreibung auf das allergenaueste beybehalten . Die von ihm deswegen ail - gegebene Ursache kann eine Anmerkung bekräftigen , die ich über die neue Ausgabe von den Briefen des Cardinals von Ossat
äeinacht habe « ( D ) . .
- ) Siehe den Artikel GM , m Texte , zu Ende .
hat merfmaftle gesehen , wie weit er dar , titelt ist : La Philofophie naturelle des Anciens retablie en fa purete' .
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