Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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Ezechiel .
Dieses zn beweisen , führet AthenZuS die zween letzten Verse auS der Grabschrift an , die wir oben gesehen haben .
( t ) A ( V * »Tri r» ( rr / pK ( f>ivai fältat päX^ov rifv ünSftiav , xtijtxt äAxi } v
i' eäSowpov etc . Aefchylus quamuis maximam faniam confecutus eilet ob poeticen , nihilo fecius monumento infcribi fortitudinem maluit , dicens praeclarara animi fortis conftantiam etc . Athen . Libr . XIV . p . 627 .
( K ) Die Athenienser haben die ganx besondere - Hochachtung öffentlich bezeuget , Sie sie gegen seine Tragödien gehabt . ) Sie haben eine Verordnung kund gemachet , daß seine Tragödien auch nach seinem Tode gespielt werden möchten , und er ist der einzige gewesen , dessen Stücken diese Ehre wiederfahren ist . Scholiaft . Ariftophan . bevm Stanley , 707 S . Dieserwegen hat man ihn pralend eingesühret , daß seine Poesie nicht mit ihm gestorben wäre , wie des Euripides seine mit ihrem Verfasser gestorben . Ariftoph . in Ranis . PhilostraruS tet im VI Cap . des VI 25 . von dem Leben desApollonius , daß dieAche - nienier den AeschyluS , als den Vater der Tragödie angesehen , , und er scheint uns auch zu berichten , daß sie ihn nach seinem Tode bey den Fe - sten des Bacchus angerufen haben , 'ex & avv H »5 / niv«fir« I« Aicrf - eiu , in Dionyfii feftis etiam inortiiutn inuocant : so hat es Rhinuc - cinus gedolmetschet . Morel hat es übersetzt : conuocant . Vigenere hat es übersetzt : indem sie noch gewohnt gewesen , ihn bey den len und festen des Dionysius anzurufen . Allein , ohne Zweifel hat er nichts anders sagen wollen , als daß sie ihn zu diesen Festen ein - geladen haben , da sie durch einen öffentlichen Nathschluß verordnet hat - ten , daß seine Tragödien dabey gespieler würden ; daher kam es , daß er immer neue Siege davon getragen . Man ziehe den Voßins auf der 30 S . seines Tractats , von den griechischen Poeten , zu Nathe . Quin - tilian verringert diese Ehre ein wenig ; denn er saget bloß : daß man in Athen erlaubet , die Tragödien des AeschyluS , nach geschehener Verbesse - rung , mit in den Wettstreiten zu gebrauchen ; nnder bemerket , daß schiedene von denen , die sie verbessert , den Sieg erhalten hätten . Un - ter dieser Zahl sind des AeschyluS Sohne , Euphorien und Dion , gewe , sen . Voflius de Poet . Graec . p . 30 . Der Scholiast , der des AeschyluS Leben aufgesetzt , giebt dem Schlüsse der Athenienser eine andere Forme : er will , sie hatten verordnet , daß alle , die des AeschyluS Tragödien spie - len wollten , einen Chor bekommen sollten . t«v ßa^o^ov iiSus»m t£ AifffctfAM o'v Aa / ißävHv ( andere lesen x ? u«'v' ) ( L ) Die beste Ausgabe des Aefchylus ist die londonische . Sie - he das Tagebuch der Gelehrten , vom 2 März , i66y . ] Thomas Stan - t . r , h£tr fte ^63 in Folio herausgegeben . Er hat eine lateinische Ueber - sc> •• und eine geehrte Auslegung von seiner Art , die Noten . des ei - Zchotiasten , die mangelhaften Stücke seiner verlohrnen Schau - f - die verschiedenen Lesarten der Manuscripte und die Veobachtun - einiger gelehrten Kunstrichter , die über diesen Poeten gearbeitet ha -
i , dazu aefüget . Hier ist die Ordnung der vorhergegangenen Aus - - tvti . Die erste ist de« Aldus Manutius seine gewesen , zu Venedig , im >5>8 Jahre . Sie enthält nur 6 Tragödien , diejenige , die Choepho - i - ae fcctitelt ist , mangelt darinnen . Turnebus hat sie 'mit verschiedenen Lesarten zu Paris , wieder drucken lassen . In ebendemselben Jahre bat Franz Robortel die sieben Tragödien des Aefchylus , mit sei - neu und des Michael Sophiani Muthmaßungen , und mit allen lien , die er mit Zurathzichung der alten Exemplare zusammen raffen
können , zu Venedig herausgegeben . Fünf Jahre darauf hat man eine Ausgabe aus Heinrich Stephans Druckerey erscheinen sehen , die all» die andern übertroffen . Sie enthält den ganzen Agamemnon , der bis - her nur verstümmelt erschienen war : man hat in vielen Stellen M AeschyluS Text verbessert ; man hat eben dasselbe inic den Scholien ge , than , und noch viel weitläufigere gegeben . Dieß ist des Peter Victo - rius Arbeit . Man hat Heinrich Stephans Anmerkungen dazu gefügt . Endlich hat Wilhelm Canter eine neue 'Ausgabe zu Antwerpen , 1580 , herausgegeben , in welcher er unzählige Fehler verbessert , und jeden Vers an seine Stelle gesetzt hat , welches noch nicht geschehen war . Die la - teinische Übersetzung , die Johann Sauromannus bey Oporinen her - ausgegeben , tauget nicht« . Aus der Vorrede des Thomas Stanley . Diejenigen , welche an der Vollkommenheit historischer Wörterbücher arbeiten wollen , müssen die Historie der Ausgaben nicht vergessen .
( M ) Er ist , - - - ron dem Falle einer Schildkröte getod , ter worden . ] Valerius , im XII Cap . des IX V . den Moreri anfüh - ret , ist nicht der einzige , der dieses saget : Suidas versichert es auch an zivoen Stellen , unter dem Worte und unter dem Worte
: der Scholiast versichert es auch in Vita Aefchyli . Pliniu« hatte es im III Cap . des X B . auf der 391 S . bey mir , schon vor ihnen und mit diesem Umstände erzählet , daß sich Aeschylus aufs fteye Feld» begeben , um der Wirkung einer Weißagung zu entgehen , die ihm diesen Tag mit dem Falle irgend einer Sache bedrohet hatte . Ingenium eft ei ( aquilae ) tefhidines raptas frangere c fublimi iaciendo : quae for» interemit poetan» Aefchylum , praedidVam fatis ( vt ferunt ) eius diei ruinam , fecura coeli fide cauentem . Dieses kömmt mit dem Valerius Maximu« nicht überein .
( N ) Salmasius , - , - hat gesaget : daß dieser Poet ler , als die heil . Schrift , rvare . ] Hier sind die Worte des Salmas sius : De ttelleniftica , p . 37 . in der Zueignungsschrift . Quis lum poßit adfirmare Graece nunc feienti magis patere explicabilem , quam Euangelia auf Epiftolas Apoftolicas ? Vnus eius Agamemnon obfeuritate fuperat quantum eft librorum facrorum cum fuis He» braifmis et Syriafmis , et tota Helleniftica fupclleöile vel far - ragine .
( O ) Moreri hat eine gute Anzahl Schniyer begangen . Z Nachdem er gesaget : es hätte Aefchylus in drey Schlachten gezeiger , daß er nicht weniger ein Soldat , als ein Gelehrter gcweftn , so setzet er dazu : daß es , um ein besonderers Merkmaal seiner - Her ? « haftigkeit ; u geben , genug sey , zu sagen , Saß er des berufener» Cynagirus Bruder gewesen , welcher , nachdem ihm die ; w» - Hände abgehauen worden , wodurch er ein feindliches Schiff aufgehalten , dennoch nicht unterlagen habe , die Barbarn z» bekriegen . Ich finde vier Schnitzer in diesen Worten : I . Einen sehr tapfern Druder zu haben , das ist ganz und gar kein Beweis , dag man tapfer sey . II . Zum wenigsten ist es kein'solclier überzeugender Beweis , daß auch der bloße Vortrag desselben zureichend wäre , die Leser zu überreden . III . Wenigstens ist dieses kein absonderlichere« Merk - maal , als dasjenige , welches von der Herzbaftigkeit entlehnet worden» die man bey drey großen Feldzügen hat blicken lassen . IV . Den CynägiruS betreffend , so hätte man sich anZ dasjenige halten sollen , was Herodot von ihm gesaget hat ; nämlich , daß er getödtet worden , nach - dem ihm die Hand abgehauen gewesen ; die Hand , sage ich , mit welcher er ein Schiff der Perser gehalten . Die andern Dinge , welche die Grie - chen dazu gesetzt haben , sind weniger der Historie , als den Legenden des Rolands und der vier Haimons - Kinder ähnlich . Wer sollte wohl glau - den , daß ein Mensch , dem beyde Hände ganz frisch abgehauen worden , noch so viel Stärke hätte , ein Kriegsschiff mit den Zähnen anzugreifen , und es szu halten ? Cynaegiri quoque , militis Athenienfls gloria , m» . gnis Scriptorum laudibus cclebrata eft , qui poft praelii innumera« caedes , cum fiigientes hoftes ad naues egiflet , onnftam nauem dex - tra manu tenuit , nec prius dimifit , quam ( manum ) amitteret 5 tum quoque amputata dextra , nauem finiftra comprehendit , quam et ipfam cum amififlet , ad poftremuin morfu nauem detinuit . Tan - tam in eo virtutem fuifl'e , vt non tot caedibus fatigatus ; non dua - bus manibus amillis viäus ; truneus ad poftremum , veluti et rabi - da fera , dentibus dimicauerit Iuftinvis , Libr . II . cap . IX . Ich wollte bald glauben , was Pliniu« im I Cap . de« III B . von der Re« mora saget . Der V Schnitzer des Moreri ist , wenn er saget : daß sich Aeschylus nach den Schlachten bey Marathon , bey Salamis und bey» Plarea , auf die Tragödie gelegt . Er hatte selbst geschrieben , ( siehe oben , ) daß er sich noch als ein kleiner Junge daraus geleget , und er hat um den Preis der Tragödie , wider den Pratinas , in der 70 Olympias , ungefähr zwanzig Zahre vor der Schlacht bey Plates , gestritten . Sui - das , in n< ? xrivac . VI . Setzet der Scholiast den Tod dieses DichterK nicht in die 78 Olympias .
Ezechiel .
des Opferpriesters ^ . . . . . .
geführet , er fing sunf^ahre hernach an , zu prochezeyen < und fuhr zwanzig Jahre damit fort d . Er wurde von demjenlaen aetödtet , der das Geblethe m diesem ^ande ! über die ^uden hatte , einem Manne , ^ der die Götzen anbethete , lind nicht leiden konnte , daß ihn dieser Prophet deswegen strafte - Man begrub den Ezechielen das Grass Sems ( ? ) und ? s war au - Andacht bey diesem Grabe ein großer Zulauf des Volkes . D«e Chaldaer wollten eines Tages diese Menge andächtiger Leute in Stücken hauen ; allem s : c erfuhren , daß Ezechiel em anderer Moses war ( B ) . Dieß ist es , was man m dem Leben dieses großen Propheten findet , das dem heil . Ep'phanius zugeschrieben wird . Man findet darinnen noch einige Wunderwerke die . ses Propheten . Die von ihren abergläubischen und lacherlichen Träumereyen eingenommenen ^üden erzählen hundert Wun , derdinqe von seinem Grabe ( C ) . Ewige von ihren Lehrern haben vorgegeben : es habe wenig gefehlet , daß ihn eine Ver . sammlung der Nabbinen , welche über das Buch seiner Prophezeyungen gerathschlaget , aus dem Register der heil . Schritten verbannet hätte ( D ) . Man hat sagen wollen , es sey Pythagoras sein Schüler gewesen ( E ) . Die gelehrteste und ausaear - beitetste Auslegung , die bisher über den Ezechiel erschienen , ist der zween spanischen Jesuiten ihre / , in drey Foliobanden Es muß mit diesem Propheten ein jüdischer Poet , Lzechlel , nicht . vermenget werden , von dem man noch eine griechische Tra^ gödiehat ( F ) .
Ezechiel l , z . » ) Epiphaniirc , in Vita Ezechiele r ) Ezechiel I , b . d ) Epiphan . in Vit . Excch . , ) Ebendas f ) - vradu - und Villalpandus . ^
( A ) m«n begrub den Ezechiel in das Grab Sems . ] Der hat . ) versichert , daß man dieses Grab nochsZh ? , welches in zwoen fttfc Schriftsteller , den ich anführe , ^ . Epiphamus , im Leben Ezechiels , oder len bestünde ; allein ein Schriftsteller , der unter Constantins Reaieruna wer unter des Epiphaniuö Namen die Leben der Propheten beschrieben gelebet hat , ( der Verfasser einer Reifebeschreibunz nach Jerusalem ,
beym

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