Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-8025

Epi'scopius .
so weit gehen muß . Dieß soll die ancora facra d« Alten feyn ; dieser Anker , den man nur in der äußersten Gefahr gebrauchet . Siehe im Erasmus das Sprüchwort , Sacrain ancoram foluere : es ist daS 24 in der l Cent , der I Chilias .
( B ) Er hielt fidj in den spanischen Niederlanden auf , so lange der^Vasfenstillstand dauerte . Heinrich der Chatte im >6oy Jahre zwischen Spanien und den vereinigten Provinzen einen Waffenstill - stand auf zwölf Jahre vermittelt . Nach derselben Verlauf fing der Krieg im 1621 Jahre wieder an . EpiscvpiuS und seine Mitbrüder wur - den im 16 , 8 Jahre verbannet , und haben sich , bis der Krieg wieder ange - Zangen , zu Antwerpen aufgehalten . Die Ursache , die sie davon ben , und die sehr wahrscheinlich zu seyn scheint , ist , daß sie dadurch um so viel naher wären , für ihreKircl ) en und ihre Familien zu sorgen . Al - lein viele von ihren Feinden sind so boshaft gewesen , sie zu beschuldi - gen , daß sie diese Wohnung aus keiner andern Ursache erwablt , als da - mit sie mit Spanien wider die reformirte Kirche , und die Freyheit des Vaterlandes verrätherische Anschläge schmieden könnten . Es ist ein großes Vergnügen und eine große Gemächlichkeit , wenn man zu einer siegenden Partey gehöret ; allein gemeiniglich ist dieses eine Verbündlich - feit zur Verlafferling der andern Partey : denn wie der Sieg , den man erhält , mit vielen verübten Gewaltthätigkeiten wider die unterdruckte Partey vermischt ist ; so muß man , dieselben zu rechtfertigen , und zu ver - hindern , daß gute Seelen die Verfolgten nicht beklagen , die allerver - haßtesten Anklagen wider sie vorbringen . Ich will dieses nicht auf die Arminianer deuten : Ich melde dieses meinen Jlefetn ausdrücklich und mit großen Buchstaben . * Allein hier sind die Worte eines Schriftstellers unter ihnen : Antwerpiae , durantibus intcr Hifpania - rum Regem et Ordines indueiis , domicilii™ eligunt , non vt cum patriae noftibus confilia agitarent , aut aduerfus religionem refor - inatam quiequam molirentur , quemadmodiiin maleuoli quidam mi - feriae illoruui infultantes didlitabant : fed quia propinquus erat illc locus , et ex quo Ecclefiis fuis dilectis et familiis commodius quam ex reinotiore profpicerc poterant . Steph , Curcellaeus Praef . in Oper . Epifcop .
* Dieß ist eine Behutsamkeit des Herrn Bayle , die er bloß zur Vermeidung eines Vorwurfs von Seiten der strengen Reformir - ten in Holland anwenden müssen . In der That haben die Goma - ristenden Arminianern in der Hitze der ersten Streitigkeiten , wer weis was Schuld gegeben , um sie bey dein Volke schwarz und vcr - ächtlich zu machen . Man lese nur die Briefe des Englanders Ha - lesii , die uns der Herr Abt Mosheim unter dem Titel : Hiftoria Concilii Dordraceni mit verschiedenen Anmerkungen und Zusähen , 724 zu' Hamburg herausgegeben . Man lese auch das Leben des Episcopius , welches P . Limborch 1701 ans Licht gestellet , imgleichen die Manes Grotii vindicatos , so wird man an der Unbilligkeit der Gomaristen keinen Zweifel mehr tragen . Daß eö aber die Absicht der ersten Arminianer gar nicht gewesen , die socinianischenJrrthü - mer anzunehmen oder fortzupflanzen , das könnte unter ander» auch aus der eigenen Schrift deSatisfa & ioneChrifti erhellen , die Hugo GrotiuS wider den SocinuS geschrieben . Ich habe die Ausgabe von 1617 in 8 davon : und wenn man etwa sagen wollte , daß Crel - lius ihm darauf geantwortet , er aber die Antwort darauf schuldig geblieben : so werde ich mich auf die letzten Stunden dieses großen Mannes berufen , darinnen er seinen Glauben von der Genuglhu - ung Christi aufs deutlichste zu verstehen gegeben . Le Clerc in sei - neu Sentimens de quelques Theologiens d' Hollande hat , die würfe des Arnaud zu widerlegen , aus einem Schreiben Joh . Qui - storps , eines rostockischen Gottesgelehrten , angeführet , wie derselbe dem von der Ostsee krank zurückgebrachten Grotius , das deutsche Lied , ^errIesu , wahrer Mensch und Gott ? c . vorgebethet , und wie dieser solches mit Andacht nachgesprochen . Dieses steht auf der 396 > 397 S . im XVII Briefe . Quistorps Brief aber in Epift . praeft . Vir . Ep . 583 . G .
( C ) Er bat wider die romische Rirche für die , der ganzen protestantischen Gemeinschaft , gemeinen Xvabrheiten gearbeitet . ^ Er hat nicht allein gemeinschaftlich mit feinen Mitbrüdern ein Glau - bensbekeiiiitniß aufqesehet ; er hat es nicht allein gar bald mit einem Antidoto aduerfus Synodi Dordracenac ( canones ) begleitet , sindern er hat auch mit einer großen Stärke wider den Peter Wadingus di spütirt . Dieß war ein Jesuit . ein Inländer von Geburt , ( siehe den Alegambe ) der ihm tausend Höflichkeiten erwiesen und sich bemühet , hat , ihn in den Schooß seiner Kirche zu ziehen , indem er sich den misvergnugtcn Zu - stand zu Nutze machte , darinnen er ihn sah . Er hat ihm die verfäng - lichsten Vernunftschlüsse der Religionsstreiter von seiner Partey vorgele - get , und sich durch die darauf gethanen 'Antworten nicht abschrecken lap° ftn , sondern die bisherigen mündlichen Streitigkeiten in schriftliche veiivandelt . Er hat zween Briefe aufgesetzt , einen über die Nicht - schnür des Glauben» , und den andern über den Bilderdienst , und sie dein geflüchteten Professor zugeschickt . Dieser hat nicht ermangelt , ohne An - stand eine sehr gründliche Antwort darauf zu machen . ( Siehe die Vor - rede dieses Werkesdes Episcopius . ) Sie hat erstlich das Licht nach seinem Tode gesehen . Man hat sie , 644 herausgegeben , und selbige nach diesem der Folioausgabe aller seiner Werke eingeschaltet .
( v ) Er hat durch seine Schriften daran gearbeitet - * *
seine Ärüdcr ) U starren und ; u trösten . ] Ich rede nicht nur von vielen besondern Briefen , die er nach Holland geschickt , sondern auch von Weisen , die er für das gemeine Beste , in währendem feinem halte in Frankreich , verfertiget : aus dieser Zahl sind die Anmerkungen über einige Capitel aus dem Briefe Paulus an die Römer , sein Bodekeru» ineptiens , sein Examen Thefium Iacobi Capelli , und seine wort an den Cameron , u . d . m . Dieß ist aus der Vorrede Stephans Cur« «elläuö genommen .
( Ej 405
des Episcopius . Episcopius hat seine Ehgattinn zu Ende de« 164» Iah« res verlohren , und niemals Kinder mit ihr gehabt . Ebendas .
( ? ) Seine Freunde bemühen sich , die Bitterkeit seiner Schreibart ; u entschuldigen . ] CurcelläuS , welcher nicht leugnen kann , daß Episcopius viele Dmqe mit mehrer Mäßigung hätte schreibe» können : Quia etfi forte quaedam lenius dici potuerint , quam ab eo factum fuerit , grauiflimas tarnen ita feribendi caufas haouerit , ( in der Vorrede seiner Werke ) setzet dazu , daß ihn verschiedene Ursachen ange» trieben , diese Schreibart zu gebrauchen . Zuml . saget er , ist Episcopius niemals der angreifende Theil gewesen ; er hat niemal« jenianden heraus gefordert , sondern die Ansälle nur zurück getrieben . Zum II . find die Schriften , die er widerleget , manchmal sehr heftig gewesen : man giebt zum Exempel , dasjenige Buch , welches die Professoren zu Leiden unter dem Titel Confeflionis Remonftrantium Cenfura herausgegeben , und man giebt vor , daß sie durch sehr mächtige Bewegungsgründe angetrie» den worden , in diesem Tone zu reden . Man mußte die Welt überre - den , daß die conrraremonstrantischen Lehrer die Arminianer ( G ) Man hat den p . Mabillon wegen der Werke de« ( Bvü feepius vurchge ; oaen . ] Ein im 169t Jahre unter folgendem Titel gedruckter Bries Advis jmportant a Mr . Arnaud , für le Projet d'un« nouvelle Bibliotheque d' Auteurs Janfeniftes , enthält auf der 16 S . folgendes . Der P Mabillon in seinem Tracrate von den Mönchs - studien , „ hat in aller Forme den Lobspruch der Inftitution , Theolo» „ giques des Episcopius gemachet , worinnen des SocinS Lehre , wie sie „ wissen , bekräftiget wird . Nicole hatte dieses schöne Lob kaum erfahren , „ als er stark angepriesen , dem Verfasser eine Erinnerung zu geben , da - „ mit er eS wegließe . ' allein es ist kein HülfSmittel mehr dagegen gewe - „ sen , das Buch war schon herausgegeben . Viele junge Äebte Hattert . . bereits bev den BuMinM ? ™ 1» » - '
so ausdrücklich angerathen : es ist ein großes Glucke , daß die Buch - Händler kein einziges Exemplar davon haben , und daß eö keinen Got - teSgelebrten giebt , welcher der Lehre AugustinS , und der Lehre der " aanzen Kirche , so sehr , als Epilcopius , entaegen ist , der auch in seiner Partey die Duldung der Religionen eingeführt hatte . Hier , mein . . Herr , ist der Auszug dieses Paters : Ich kann Mich nicht enrhal - „ ten , hier ju sagen , daß , wtnnman einige Stellen von den theo» . logischen Institutionen des ^lscopius rveggelassen , ton rvel , „ chen Grotius so viel gehalten , daß er sie beständig bey sich ge ,
„ tragen , man sich derselbenwr Gottcsgelahrtheit mit Nutzen
„ bedienen konnte . Dieses Ä>crt ist tn vier Vücher abgetbcilt , 'davon die Ordnung von Scrienigen gan , unterschieden ist , die . . aemeimglich im Gebrauche , st . Die Schreibart ist schön ; und vie Art , mit rvelcher er d , e Sachen abhandelt , kommt wohl . 'mir der Schreibart uberein : und man würde seine Zeit >nit 'Durchlesung desselben nicht verderben , rvenn man etliche Steh " len gesäubert hatte , wo er wider die Ratholikei» , oder ; um „ Vorrheile seiner Secte reder . Was für eine Säuberung kann man „ doch mit einem Schriftsteller vornehmen , der die Geheimnisse der „ Dreyeinigkeit und der Menschwerdung ln Zweifel zieht ; welcher ur - „ theilct . daß der Glaube dieser Geheimnisse zur Seligkeit nicht nöthig E«t 3
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