Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Camaldoli .
« ) Volater . Libr . XXI . * ) Wharton , in Appendice ad Cauc Hift . Litter . Scriptorum Ecclefiaft . e ) Ebendaf . d ) Hodoe - poricon Ambrolii Camaldul . pag . i . « ) Vofluis de Hiftor . Lat . pag . 555 . nennet ihn unrecht Emanuel . f ) Sguropulus , Hift . Concil . Flor . Seft . X . cap . II . r ) Whart . Append . ad Cauc Hift . Scriptorum Ecclefiaft . h ) Äwg xoixUot niv jyj T«vä ? yoc , jr^ögcwuc U * sji - MHnnot ; « } * * & <<« . Vir veteratorius et callidus , et pietatis fimulator . Sgnropul . Hift . Concil . Florent . Se<ä . VII . cap . I . »' ) Iouius in Elogiis . k ) Whart . Append . ad Caue Hift . Scriptorum Ecclefiaft . Z ) Siehe die Vorrede des Valentin Curion über dm Diogenes Laertius Ausgabe von 1544 in Gesners Bibliothek z - Bl . m ) Hodseporicon Ambrofii , zu Ende , n ) Bellarm . de Script . EccleC und daselbst den Lobb« , Hosmann , Mvreri , König , Baillet . - ) Labbe de Script . Ecclef . Tom . I . p . 4S .
fast alle Nonnen darinnen öffentliche Huren wären , omnes ferme riogvat hvui , 26 S . Er betrübte sich darüber , glaubte aber nicht , daß seine Untersuchungen so vergeblich gewesen seyn sollten : er reiste wieder dahin , und entdeckte , daß ein Prior eine Nonne geschändet , welcher dar - aus die Flucht ergriffen : die Aebtißinn bekannte ihm , daß sie ein Kind gehabt ; Eins confeflione fimplici , rtxvov vutjiroq eam comperimus , 29 S . hierauf begnügte er sich überhaupt zu sagen , daß er viel Dinge gesunden , die eine Verbesserung verdienten ; Plurima ibi , quae corre & io - ne digna cflent , inuenimus . Er hat nicht weniger Unordnung in den Mönchsklöstern gefunden ; es war eines darunter , wo man sich auf den Degen und mit Stöcken geschlagen hatte , und wo der Prior so vieler Unflätereyen beschuldiget worden , daß man es nicht für dienlich gehal - ten , zur gerichtlichen Untersuchung zuschreiten , zo und z> S . Der Proeeß und dieUeberzeugung des Eingeklagten wurden so geheim gehal« ten . als man konnte , und man gab ihm , nach einem ziemlich gelinden Urtheile , und einigen gemachten Verordnungen auf das Zukünftige , we - gen seines allergrößten Lasters , einen mündlichen Wischer , in Gegenwart weniger Zeugen . Man hat sich , zur Ehre dieser Gemeinschaft , sehr wohl gehütet , etwas schriftliches von dieser Sache zu hinterlassen . Praecepta fecretiora tradidimus , quae fcriptis ligare ob illius et noftrum ipfiusque Monafterii honorem nolueramus . rieft rij« tüj vl«v twu - el«t , et aliis huiusmodi quibusdam . Manchmal hat er sich erkühnt , mit einem Worte heraus zu brechen , ohne daß er zu der griechischen Sprache Zuflucht genommen . Et ex matre Domini et ex plerisque aliis perceperamus , prostibvlvm illud efie . Deprehendimus rem opinione etiam deteriorem . Hodoeporicon Ambrofii , pag . 48 . Bey einer andern Gelegenheit , wo man erklären sollte , daß der Prior eines Klosters einen Basiart hatte , hat er sich lieber des griechischen Worts »'<«« , als des lateinischen WortS Filius , bedienen wollen . Vifi . tauimus Priorein ipfius Monafterii , et quae de illo fama vulgauerat vera eile deprehendimus , namque vtiv nabuit iuuenem ingenii non mali , a quo feriptam orationem aeeeperamus . Hodoepor . fii , pag . Der Abt , delaRoque , lobet die Klugheit , mit welcher ser Ambrosius dieser große Unordnungen , in einer weniger bekannten Sprache , als der Lateinischen , ausdrücket , um sie nicht allzu offenbar zu machen . Journ . des S ( A ) Sguropulus beschuldiget ihn m'cht allein einer dentlichen partevlichkeit gegen den pabst , sondern aad> der Heuchelev und des Setrugs . Z Es giebt wenig Leute , die nicht von diesem Schriftsteller auf eine andre Art geredet haben : man findet in feinen Werken gewisse Merkzeichen , welche diese Lästerung des Syuro , pulus widerlegen ; und überdieß ist es gewiß , daß einer von den schen Seribenten seiner Zeit , der Redlichkeit unsere Ambrosius , ein glaub , würdiges Zeugniß gegeben hat . Ich rede von dem Poggms Florenti - nus . Folgendes saget er in einem Gespräche wider die Heuchler , wo er zur Linken und zur Rechten unzählige berühmte Männer trifft . Quid , Carohis inquit , de noftro Amorofio iudicatis ? reöane an tortuofa philofophabatur via ? Numquid vobis hypoerifim redolebat ? Ne - quaquam , Hieronymus inquit ; fiiit enim vir optimus meo iudicio ac probatiffimus , qui in fuo Coenobio litteris deditus multa feripfit magna cum laude et doörina . Summa certe fiiit praeditus humani . täte ac virtute . Laudo vitam illius , Carolus inquit , et exiftimo tra hypoerifim fuifle , etc . Der Pater Nicolas Bartholin ! führet diese Stelle zu Ende des Hodoeporicon an , und berichtet uns , daß dieses Gespräch des PoggiuS durch die Vorsorge einiger Franzosen , unter die Presse würde gegeben werden , auf deren Anhalten der Herr Magliabecchi , dasselbe nicht hätte abschlagen können . Paul JoviuS , welcher oft - mals mehr Gutes als Böses von denen saget , die er lobet , erkennet , daß der General von Camaldoli , vermittelst eines nicht so gemeinen Glücks , die Heiligkeit mir der Lebhaftigkeit verbunden , und eine vom Neide und Widerspruche so gereinigte Seele gehabt , daß er , da er den Poggius mit dem Laurentius Valla vergleichen wollen , ihnen unter die Augen gesa - get ; sie handelten weder als wahrhaftige Gelehrte , noch als Christen , weil sie die Würde der Wissenschaften , durch ihre satyrischen Schriften , verunehrten . Fuit hic vir , quod raro euenit , line oris triftitia fan - ftus , femper vtique fuauis atque ferenus ; ita proeul a Iiuore con - tentioneque , vt cum Vallae Poggium reconciliare conaretur , eos ne . que plane litteratos , neque item Chriftianos videri diceret , qui in . flu ( Sa fimultate facrofan & um litterarum decus probrofis libellu im . portune defoedarent . louuius , Elog . cap . XI .
rB ) ( Bc bat - / - den Theophrastus des Aeneas von Ga ? a übersetzt . ^ Ich mache nur darum eine Anmerkung über diese Uebersehung , damit ich Gelegenheit habe , von einer Reise unserS Am - brosius zu reden , davon wenig Leute etwas gedacht haben . Zch sage also , daß er mit dem Guarin und dem PhilelvhuS nach Constantinopel gereist , sich im Griechischen vollkommen zu machen , und daß er bey der Rückreise über die Insel ChioS gegangen , wo Andreolo Justiniani , ein Liebhaber der Wissenschaften und Gelchrren , diesen kleinen Trupp von Reisenden , mit aller Freundschaft aufgenommen . Ambrosius hat ihm , zu Bezeugung seiner Erkenntlichkeit , die Uebersehung des AeneaS von Gaza zugeschrieben . Siehe die Zuschrift AugustinS Justiniani des Enkels von dem Andreolo vor dieser Uebersehung , in der venelianischen Ausgabe von i ; >z . Jmgleichen die Zuschrift desUeberfetzers .
( C ) Andre setzen eine Abhandlung von dem Ausgange des heiligen Geistes öajt» . ] Voßius , de Hiftor . Lat . pag . 556 . nachdem er bemerket , daß Possevin . Tritheim , und einige andre , unter deren Zahl Volarem« ! und Bellarmin auch sind , dem General von Camaldoli ein Buch vom heiligen Geiste zueignen ; fetzet dazu , daß sie , seinem Be - dünken nach , eine bloße Uebersehung für ein Werk dieses Generals ge - nommen . Wharton , welcher lange Zeit nach dem Voßiue geschrieben hat , eignet die Urschrift diese« Buches dennoch dem Ambrosius zu . Er schreibt ihm auch das Werk contra vituperatores monafticae Vitae zu , welches , saget er , nach dem Thomasin , unter den Manuscripten des Bü , chervorrarhs des h . Justinus zu Padua ist , und dessen weder Bellar - min noch Poecianeiu« gedacht haben . Allein ich zweifle nicht , daß dieses Werk die Uebersehung der drey Bücher des h . Cbrysostomus , ad . uerfus vitae monafticae vituperatores ist , welche vom Volaterran nicht ausgelassen worden , da er von unserm Schriftsteller geredet hat . Man sehe auch den P . Labbe , de Scriptor . Ecclefiaft . Tom . I . pag . 534 . in dem Inhalte des IV Bands des h . ChrysostomuS , nach der pariser Ausgabe von 1614 , und Gesners Bibliothek in dem Verzeichnisse der Werke dieses Kirchenvaters zu Basel - 5zo gedruckt . Dieses von unserm Ambrosius übersetzte Werk , ist so wohl in der einen al« der andern von diesen Ausgaben angeführt worden .
( v ) Sein Hodoeporicon laßt zugleich sehen , daß der Urheber ein ehrlicher Mann gewesen , und daß er in einer sehr verder - beten Zeit gelcbr bar . j Dieses Werk ist die Beschreibung einer Reise , welche Ambrosius im Jahre i4Z> und 14z - , an verschiedene Oerter in Italiengetban hat . Er war den 11 des Weinmonars >44» , aussei - nem Klöster zu dem Generaleapitel des Ordens von Camaldoli abge - reist . Dieses Capitel hat den General ab - und unfern Ambrosius an seine Stelle gesetzt , welcher hierauf viele Häuser von seinem Orden be , sucht . Er hat darinnen eine ganz unbändige Freyheit gefunden : e« fand sich ein Nonnenkloster darunter , ivelcheS ein wahrhaftiges Huren , haus gewesen . Der Verfasser hat es lieber griechisch als lateinisch ge - ' ben wollen : deprehendi It * , su , x in Monafterio commorari non Santtimoniales . Hodoeporicon Ambrofii , pag . 4 . Er donnerte wi - der diese Unordnung los : endlich bekannte die Aebtißinn , daß man sich in diesem Hause nicht wohl aufführte ; daß aber weder sie noch einige andre von den ältesten , diesem Strome folgten . Er war nicht so ein - fällig , daß er sich mir diesem verstümmelten Bekenntnisse vergnügt hat - te : er entdeckte den ganzen Umfang des Uebel« ; er verboth ihnen , weder einen einzigen Mönch noch Laven aufzunehmen , und drohe« ihr Kloster schleifen und verbrennen zu lassen , wenn da« üble Gerüchre noch weiter fortführe . Vermutlich ist er bey einem andern Kloster nicht so glück - lich oder so geschickt gewesen . Er hatte eine üble Meynung davon , und glaubte , bey seinen Untersuchungen zu finden , daß die Sachen besser gienaen , al« er gedacht hatte ; allein nach seiner Abreise versicherte man ihn , daß er es sehr übel getroffen , die Wahrheit nicht entdeckt harre , und daß
daß sie ihrer Ehre zu nahe gerrere» , ; leugnere aber nicht , daß sie Briese von dem geilen Greise erhalten hätte . Uebrigens ist dieses con zu Florenz nach einem Manuscripte gedruckt worden , welches der be -
rühmte Magliabecchi dem P . Nicolas Bartholini , Regulär Clerico von der Congregarion der Mutter Gottes , mitgetheilt hat . Das Jahr des Drucks ist auf dem Eremplare nicht bemerkt , dessen ich mich bediene ; allein es muß entweder im Jahre 1680 , oder 16m , oder >6g ? gedruckt feyn . Wharton hat vermutlich ein Exemplar gehabt , wo der Titel nicht wie bey dem meinigen gewesen ; denn er bringt ihn in Appendicc ad Laue Hift . Script . Ecclefiaft . also vor : Hodoeporicon , feu De . feriptio itineris Eugenii Papae auftoritate anno 1431 . a fe per Ita . liani fufeepti , vt corruptos Monachorum et Virginum clauftralium mpres emendaret . In meinem Exemplare ist nichts dergleichen . Ich lue gründet , wenn er glaubet ,
weis nicht , worauf sich der Abt de la daß bereits eine Ausgabe von diesem
gewesen , und daß die
Schreibart davon schön ist . Man muß bekennen , daß Ambrosius ft>r einen Mann von feiner Proseßion in dieser Zeit , wohl geschrieben hat ; allein wir wollen nicht wie Varillas saaen , daß er die dem h . Dionysius zugeeignete Hierarchie , mir so vieler'Beredsamkeit und Reivigkeir uberstnr habe , daß seit dem noch niemand seiner Schreibare bekommen können . Varillas Anecd . de Florence , pag . 164 .
( E ) Diejenigen , welche sagen , daß er im Jahre 1490 gestor , ben , bekriegen sich . ] I . Erstlich , wenn er bis ins Jahr 1490 gelebt hatte , so mußte er in einem Alter von , oz Jahren gestorben seyn . Al - lein wenn er zu einem so außerordentlichen Alter gelanget wäre , so wür - de man nicht ermangelt haben , solche« in der unzähligen Menge von Buchern irgendSwo zu bemerken , die entweder von ihm oder Gelehrten reden , die lange gelebt haben . Weil nun solches niemand bemerkt , so können wir schließen , daß er dieses Alter nicht erreicht hat . Siehe die Anmerkung ( A ) zu dem Artikel Conrarus . Der Beweis , daß er >0 ; Jahr gelebt haben müßte , ist daher genommen , daß er im 14 Jahre in den Orden getreten , und daß er bereits 30 Jahre darinnen gewesen , als
um
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fchen . der nicht mehr gelebt , und belehret uns , daß CoSmus von MediciS fein Absehen auf einen Mönch von Camaldoli gerichtet , die Sammlung dieser Briefe zu machen . Dieser Mönch hat , nachdem er die anfge - traqene Verrichtung zu Stande gebracht , dieses Werk dem Cosmus von MediciS zugeschrieben . Alles dieses setzet voraus , daß einige Jahre zwischen dem Tode de« Urhebers und der Zeit verflossen , in welch« man
die

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