Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4221

Camaldoli .
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»»Jahre 1546 ein klein französisches Büchelchen , als eine Erinnerung „ aufgefefjt , daß es zu großem Ruhen gereichen würde , wenn man ein „ Verzeichniß von den heil . Ucberbleibscln machte , wovon die Papisten »in Frankreich , in Italien , in Deutschland , in Spanien und in andern »»Ländern , so viel Wesens mach ? » . Er entdecket darinnen nicht allein . . den Misbrauch und die Abgötterey , die damit getrieben werden , son> „ dern auch die ganz offenbaren Lügen der Priester , da sich verschiedene „ Kirchen , Städte und Länder , um die Wette rühmen , einerlcy Sache » . zu haben . Allein er hat nicht alles berührt , sondern nur einige Bey - „ spiele angesähret , ob dieses gleich eine ziemliche Anzahl und Dinge „ abmachet , die nicht zu leugnen sind . Unterdessen ist seine Meynung „ gewesen , dieses Buch zu verniehren , wenn ihm aus gedachten Ländern „ von andern Stücken Nachricht gegeben würde , wie er bereit« eine große „ Menge dergleichen harte , ohne die , welche er schon angeführet . In „ der Thal hat er sich öfters mit einigen von seinen Vertrauten und „ Freunden im Lachen gezankt , daß sie nicht dazu geholfen , viel weitläus - , tigere Nachrichten von dergleichen Sachen ans Lichl zu bringen . Je - „ doch was Frankreich betrifft , so ist itzt , Gott sey Dank , in diesem Stücke „ nicht viel zu befürchten . Denn der Krieg hat Gelegenheit gegeben , so „ viele von diesen Tändeleven , wegzunehmen . herunterzureißen und zu „ zerbrechen , daß nichts mehr übrig ist , als Gott zu bitten , daß er . nach „ seinem Wohlgefallen dasjenige , was noch davon entweder in Frank - „ reich , oder in andern Ländern , übrig geblieben , durch ein den Völkern „ auf dem Erdboden gelinderes Mittel vollends wegnehme . „ Beza in der Vorrede über die Auslegung Calvins , über das Buch Josua , >5 Seite .
Es findet sich in dieser Ausgabe von 1564 eine viel umständlichere Be - schreibung der Streitigkeiten Calvins mit dem Bolsee . mit dem Castalio , mit dem Gentili« , u . a . m . als in dem lateinischen Leben , und als in der ersten Ausgabe von dem französischen .
Es waren dem Verfasser einige Fehler entwischet , die er in der Folge ver - bessert hat . Er hatte gesaget , daß Calvin seine Unterweisung zu Basel im Jahre 1534 herausgegeben hat . Beza , Hift . de la Vie et Mort de Calvin , fol . m . Liij Verlader Ausg . von 1564 in >2 . Dieses steht in der AuSg von 15^4 nicht . Er hatte gesaget , daß Calvin die Witwe desJoh Srordeur , XTAmens Jdelerre ronÄuce , gehciratket , nnv mit Verselbe»» so lange geruhig gelebt hatte , bi» ihn unser - Heiland im Jahre >548 sicb genommen , ohne Saß er Rinder von ihr gehabt ; ebend aus dein lebten Blatte des Bogens C . allein dieß sind seine Worte in der lei - ten Ausgabe von 561 : vnd er hat mit Verselben «Uejcit frievlicl , gelebet , bts ihn unser - Heiland ohne einige Rinder ju sieb genommen hat ; denn ob er gleich einen Sohn von ihr gehabt , i . sieht die Anmerkung >8 ) , ) so i ( ? er doch so gleich rvieder gestorben . Beza in der Vorrede über den Josua , - > S . Einige Seiten darauf , nämlich auf der 17 , bemerket er , daß sie im März 1549 gestorben ist .
Er hat nicht alles verbessert , was er hätte verbessern sollen : denn er saget so wohl in der Ausgabe von 1565 , als in der vorhergehenden , und in dem lateinischen Leben , daß Calvin in seinem fünf und zwanzigsten Jahre seine Auslegung über das Buch de« Seneea , de dementia , nem von den Herren von tNommor zugeschrieben , mit welchen «r in der Schule ; u pari« , jedoch nickt auf ihre Unkosten un , «erhalten worden . Ebeiidas . 6 Seite . Nun ist e« gewiß , daß diese« Buch den 4 April 15z - , dem Claudius Hangest , Abte des h . Eligius zu Noion zugeschrieben worden . Calvin ist noch nicht drey und zwanzig Jahre alt gewesm . Siehe die Anmerkung ( B ) .
pabste und Tardmöle beschuldiget , daß sie ihr Gespötte mit der christlichen Religion trieben . ^ Man wird in der Anmerkung ( H ) , zu dem Artikel Castellan sehen , mit was für Ausdrückungen der Jesuit Johann Hay diese Beschuldigung vorbringt . SpondanuS er - Khlet sie auf eben dieselbe Manier ; allein er bemerket , es setze Calvin dazu : ob gleich nicht alle diese Meynung hatten , und ob gleich wenige diese Sprache führten , so hatte doch diese Reli , gion schon vor langer Zeit angefangen , den Pabsten eigen ; u seyn . und dafi es diqcnig«n sehr wohl wüßten , die Rom kennten . Spondan . Deklaration des principaux motifs , pag . 203 . die antwer - pische Ausgabe von , 595 . Sollte er sich nicht schämen , ich bitte darum , „ fährt Spondanu« fort , da er dergleichen Gotteslästerungen geschrieben „ hat ? oder hatte er nicht vielmehr vor Furcht erblassen sollen , daß ihm „ Gott die Hand verdorren ließe , mit welcher er geschrieben hat ? Wenn „ es wahr ist , und wenn er e« geglaubt hat ; warum hat er un« nicht „ Beweise davon gegeben ? Die Laster hätten es wohl verdient , daß er „ der Christenheit diesen Dienst erwiesen hätte , weil er ein so großer Ei» „ serer für unser Heil ist . Der resormirte Prediger Coladon , welcher „ seine Unterweisung im Jahre 1576 zu Lausanne drucken lassen , und die „ Anstößigkeit dieser Stelle erkannt , hat sie mit dem Zeugnisse des Era« , „ mus in einem Briese an einen gewissen Steuchus bestätigen wollen , „ wo er saget : Es kann seyn , daß sich einige in Deutschland ge - „ funden , die sich nicl't enthalten , Gott ju lästern ; aber man hat „ sie auch mit entsetzlichen Todesstrafen beleget . Allein ich habe „ mir meinen eignen Ohren einige gehört , welche abschriebe „ Gotteslaskerungen wider ? esum Christum und seine Apostel , . au»gestoßcn baben , und dieses in Gegenwart andrer , die es „ nebst mir gehört haben , ohne daß sie deswegen waren gestraft „ worden . Ich habe gegenwärtig des Erasmus Buch nichs bey der „ Hand , allein es ist au« demjenigen , was Colad»n daraus anführet , „ leichtlich zu urtheilen , daß er von einem liederlichen gemeinen Volk« . . redet , dergleichen es in der ganzen Well , in Ansehung der rung , giebt : und unsre Resormirte wissen sehr wohl , wie viel es unter „ ihnen giebt , die sich damit zu behelsen wissen . Es kann dergleichen und „ noch was ärgers in Rom seyn ; allein daß eSPunete einer geheimen „ Lebre seyn sollten , dieß wird Calvin nimmermehr beweisen , und ich „ verlange keine andre Stelle au« seinen Schriften als diese , UM ihn für . . einen außerordentlichen hitzigen Menschen zu erkennen . „ Es ist ge - wiß , daß Erasmus nicht . von demjenigen redet , was ein liederliche« Volt sagen kann ; er gedenket einiger Priester de« päbstlichen Pallaste« . Wir wollen sein« Worte der Länge nach anführen , und beobachten , daß er sie der Beschuldigung der Gottlosigkeit entgegen setzet , welche Steuchu« den Protestanten in Deutschland beygemessen hatte . Interdum ftiluni odiofius ftringis , mea fententia , quam par eft in Germanos , veluti Deuteronomii capite fexto , quum is locus non porrigat anfatn in . candefcendi : Nejue tnim , inquis , hoc dieimut , quorumdum Ger - manorum imitati frecacitatem , qui fibi omnibus et Diis et hemmt - b»s , tt humtnts et Jininis rebus m * ledicendi liantUm vfurptrunt . Ita tu quidem . Fieri poteft , vt in Germanin ( int , qui non tempe - rent a blasphemiis in Deum , fed in hos horrendis fuppliciis animad - uertitur . At ego Romae hii auribus audiui qttosdam abominandis blasphemiis debacchantes in Chrilhim , et in illiits Apoftolos , idque multis meciuft audientibus , et quidern impune . Ibidem multos no - ui , qui commemorabant , fe dicia horrenda audifle a quibusdam fa - cerdotibus aulae Pontificiac miniftris , idque in ipfa Miflä , tarn clare , vt ea vox ad multorum aures perueuerit . Erasmus , Epift . XXXIV . Libri XXVI . P . 1456 .
Camaldolt , ( Ambrosius von ) Ambrofius Camaldulcnfis , also genennet , weil er Generalabt des Ordens von Camal« voll war ; ist einer von den gelehrtesten Männern deö XV Jahrhunderts gewesen . Er wurde bey Flore» , ; zu Portico , einer klei - t■« ? . ^o^andiola gebohren % und lernte das Griechische unter dem Emanuel Chrysoloras , der es z»> Venedig ge - ^ ^ ^ ^ ^4 - ^ahre in den Orden von Camaldoli getteten , und hat dasGeneralat desselben im Jahre 14z , erhalten c . Cr hatte bereits andere Bedienungen gehabt , und zo Jahre darinnen gelebt d . Der Pabst Eugenius der IV , der ihn sehr ' ^aC '^Laut die Kirchenversammlung zu Basel geschickt , und Ursache gehabt , sich wegen seines Eifers Glück zu / " kr zur Handhabung der Gewalt des römischen Stuhls bezeuget . Dieser General hat eben denselben Eifer auf den 32 ? fnÄmm'»ngen zu Ferrara und zu Floren ; zu bez ^ ^ ~ ' ' '
h „ ! . ts2f1^1i . iT . Crcnnen . öenT10fb . t / da „ . . . w . . v . . v « . . »vi vi . . cwHiaH iuic vcn«i vccuuiiuc , me lt j . viT nr es aewi
rt " b { c Slorentinec geschickt , um sie zum Beysalle zu bewegen , daß die Kirchenversammlung von ? rma m chre ^tadr verlegt wurde . Er hat erhalten , was der Pabst gewünscht , und ist erwählt worden , das VereinigungS« formular zwischen der lateinischen und griechischen Kirche zu entwerfen s . Sguropuluö beschuldiget ibn nicht allein einer außerordentlichen Parteylichkeit gegen den Pabst , sondern auch der Heucheley und des Betrugs h ( A ) . Ainbrosius wurde äum Buscheller der kleinen Summen gemacht , welche der Dabst den dürftiaen Griechen aab . i ? r »W ein« , lahlreichen Bü -
j . sitV n : 7 - jyuuji vu\ uui iiucii «uv . \ii * nuc einen sauuti
in dem Klojler der h . Maria von den Engeln , gesammlet , wo er gewohnet und hat viele Bücher widerd ! 5^ ? 's a , gb'c Bücher des DionysiusAreopagita de coelefti Hierarchia , des Emanuels
gemacht , welche der Pabst den dürftigen Griechen gab . " Er hat einen Zahlreichen Bü -
WMWMMWlWWßWMMW ^ ausdem
Calekas ,
Palladius , den TheophrastuS des AeneaS von Ga - verschiedene Reden des h . Ephrem u . a . m . Man sa - . . . 1 einem gelehrten Diebstahle , in Ansehung dieser letzten räfrr * » k i wö . . „ a . t j . v * / , , . u ; i v . e Schriften etlicher Kirchenvater zu übersetzen ; er wollte auch
««ihm ) e " Schriftstellern versuchen : er erwählte einen darunter , der nicht der leichteste war , ich will sa -
freffenh Cn hpffl« , r—' " 5« un£ 'P ihm damit nicht zum besten geqlücket Die Werke von seiner eignen Arbeit be - in einer Chronike des Berges Caßin , in einer Historie von demjenigen , was unter der Zeit vorgegangen , . . . . . 5 * ^amaldoli gewesen , in einigen Leben der Heiligen , in einiaen Reden , in einem Tractate äe 8 . icraincnro aä - Weil er - U'^ ^^r° ? setzen^ eine Abhandlung von dem Ausgange des heiligen Geistes dazu ( C ) .
durch einen den
^lzahl Briefe geschrieben , so hat sie Cosmus von Medicis , der ihn ganz besonders hoch gehalten " " ' " ' ' " Dieser Band ist noch nicht herausgegeben wor -
ch emen ^ionch von Camaldoli in einen Band zusammen tragen lassen . . . , .
vn . ; er befindet sich m dem Büchersale zu Florenz : man machte Hoffnung darzu , mit den Noten des Nicolas Bartholim , Der uns bereits das riodoeporic°n des Ambrosius gegeben hat ; ein Werk , welches zugleich sehen läßt , daß der Urheber ein ehrlicher Mann ^mesen . und» h / >6 ; « o - . v „ „ teUt - hnt z' D " i daß er im
w'lche sagen ,
n jcine «vensrage vtcinue geenoiger hat . ^sein Körper ruyer in ver ^apeue zu viamcticeit opne wrabschrifc und Zlerrath ( F ) . Sein Leben , welches vom Augustin von Florenz weicläuftig beschrieben worden , findet sich zu Ende der Hi» ttone von Camaldoli , welche derselbe Augustin in drey Büchern verfertiget hat . Der P . Labbe hat sich geirret , wenn er saget , oaß dieser Schriftsteller drey Bücher voll diesem Leben gemacht hat ° ; Wharton hat diesen Fehler entdeckt .
Ii Banv .
« ) Vela -

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