Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7861

Epikur . 389
einen Erfinder gewiesen : als ich , da ich den sterbenden Cato , theils werde . 1 Dieser Sohn hat Demophilus geheißen , »nd ist ein Gelehr - aus dem Lston d'Utique des Defchamps , theils aus Addisons Cato ter gewesen : denn man glaubet , daß er die lehre Hand au die Historie sei - entlehnet , und etwas anders eingerichtet habe . Von des Raeine nes Vaters gelegt , das heißt , daß er dasjenige beym Schlüsse vollends fer - Nachahmungen der Alten mag ich nichts sagen , weil er sie selbst tig gemacht , was sein Vater EphoruS unvollkommen gelassen hatte , gestanden har . ZLenn aber neuere Dichter ihrer itztlebenden Mit - Daher kömmt es , daß Athenäus im VI B . IV Cap . 232 S nachdem er das brüder und Landsleute Gedanken immer aufwärmen , ( wie mirs mit letzte Buch dieses Werke« augeführet , ungewiß zu seyn scheint , ob er es einer Beschreibung der Freude in einer Ode auf den Marggrafen dem Ephorus oder dem Demophilus geben sollen . P . Harduin hat die - von Bareuth , gegangen , die ich 1726 besonders , und hernach in die ses nicht wohl begriffen ; denn er fcfeet in Indice Autorum Plinii Oden der deutschen Gesellschaft drucken lassen ; als welche nach der aus , daß Arhenaus gezweifelt , ob die dreißig Bücher , woraus dieses Zeit , schon bey mehr als fünf oder sechs öffentlichen Gelegenheiten Werk besteht , dem Vater oder dem Sohne zugehörten . Des Jonsius von sehr berühmten und starken Dichtern , sehr handgreiflich nachge - Muthmaßung scheint mir gegründet zu seyn . Caufa , quare iu dubi - macht worden . ) da sehe ichs nicht , wie man sich bey Ehren erhal - tet ( Athenaeus ) saget er , de Script . Hiftor . Philof . pag . 43 , eft ( D ) iXlan hac seiner weidlich wegen Oer Art gespotter , womit xertexendam forte reliquerit . Fünf oder sechs Zeilen darauf redet er er seine - ; Vaterlandes geöcniret . ] Um diese Zeit , sager er , war die nichr mehr zweifelhaft ; er bejahet' , und gründet sich auf das Zeugniß Stadt Cuma in Ruhe , zkuttstui ii * 4 } e " E$ofo< süti t« KctTtHot ; , eines berühmten Historienschreibers : Krcui autem poft - - - hi - XI« igyx k» rn rüv u ) kuv ngdS - euv , «' ftsv «3' av ftoriara fuam Ephorus iniperfectam nec dum abfolutam Demophilo
ai / rijy I / vat ) stau« , ht» ; «T< ( pav«r . Kar« se xev aurov kai - filio tradidit pertexendaiji , tefte Diodoro . Vt ita Athenaeus hifto -
( ov Kvnuioi reit tavxlttt liyov . Ephorus notatur falfe , quod in reruni riam belli Phocici a patre et filio fiinul deferiptam vtrique eorum
geftaruro enumeratione cum nihil haberet , quod a fuis diceret dubie non iinmerito tribuat . Ebendas . qq S - Ich habe nicht gefun -
sätum , et tarnen patriae vellet mentionem facere , ita acciamauerit : den , daßDiodor ausSicilien beobachtetes hätteEphoru« seinem Sohne
Eo tempore qukti tränt Cumaei . Strabo Lib . XIII . p . 428 . Wäre es aufgetragen , dasjenige zu ergänzen , was an seiner Historie gemangelt ,
nicht viel besser gewesen , von diesem Volke gar nichts zu sagen , als selbi - und ich finde , daß . ivenn Jonsius dieses in dem Diodor gelesen hätte , er
ges unter einer so unlöblichen Gestalt austreten zu lassen . nicht bald zweifelhaft , körte , bald mit einer entscheidenden Sprache ge ?
( E ) hat einen Sohn hinterlassen / von dem ich etwas sagen redet haben würde .
EpikUr , einer von den allergrößten Philosophen seiner Zeit , war zu Gargettium ( A ) in Attika im dritten Jahre der 109 Olympias gebohren a ( Bj . Sein Vater Restles und seine Äwtter Cherestrata ( C ) , waren von der Zahl derjenigen Einwohner in Attika , welche die Athenicnser auf die Insel Samos schicktenh . Dieses war Ursache , daß Epikur die Jahre seiner Kindheit auf dieser Insel zugebracht bat . Er ist erst im achtzehnten Jahre seines Alters nach Athen zurück gekommen c . Dich geschah nicht darum , daß er beständig da bleiben sollte ; denn in feinem drey und zwanzigsten Jahre , gieng er wieder zu seinem Vater , der zu Colophon wohnte , und hielt sich alsdann an verschiedenen Oettern auf , ehe er sich zu Athen fest sehte , welches geschab , da er ungefähr sechsunddreyßigJahre alt ward . Er legte eine Schulein einem schönen Garten an , den er kaufte er lebte daselbst mit seinen Freunden sehr ruhig , und erzog daselbst eine große Anzahl Schüler . Sie lebten alle mit ihrem Lehrmeister gemein ( D ) r und man hat niemals eine ordentlicher eingerichtete Gesellschaft gesehen , als diese . Die Ehrerbiethung , die seine AnHanger gegen sein Gedächtniß erhielten , ist unvergleichlich . Seine Schule hat sich niemals getheilt ; man ist darinnen seiner Lehre als einem Götterjpruche gefolgt / . Sein Geburtstag ist noch zur Zeit des Plinius gefeyert worden , und man feyerte so gar den aanzen Monat seiner Geburt . Sie richteten sein Bildniß überall auf £ . Er hat viel Bücher geschrieben , und sich einen Ruhm daraus gemacht , nichts anzuführen ( E ) . Er hat die Lehre von den Atomen in einen außerordentlichen Ruhm ge - stßet . Er ist nicht der Erfinder davon gewesen h\ allein er hat vieles darinnen verändert , und dieß ist nicht allezeit eine wahre Verbesserung gewesen ; denn zum Exempel , das hieß das Lehrgebäude verderben , da er die Lehre des Demotritus von der Seele der Atomen nicht beybehielt ( F ) . Was er von der Natur der Götter gelehrt , ist sehr gottlos ( G ) . Seine Lehre von dem höchsten Gute oder der Glückseligkeit betreffend , so ist sie sehr geschickt , ubel ausgelegt zu werden , und eö sind böse Wirkungen daraus entsprungen , die seine Secte verschrieen haben : allein im Grunde ist sie sehr vernünftig , und man kann nicht leugnen , daß , wem , man das Wort Glückseligkeit in dem Verstände nimnit , wie er es geiiomiuen hat , die Glückseligkeit des Menschen nicht in dem Vergnügen bestehe . Ärnauld bemühet sich vergeblich , diese Lehre zu tadeln ( H ) . Die Stoiker , welche man die Pharisäer des Heidenthums nennen könnte , thaten wider den Epikur alles , was sie konnten , um ihn verhaßt
es ist gewiß , daß er unsträflich und nach den Regeln der philosophischen Weisheit und Mäßigkeit gelebt hat * : allein man sprengte Lügen wider seine Sitten aus ( l ) , und es fand sich ein Ueberläufcr von feiner Secte , der viel Böses von der - selben sagte ( K ) . Em sehr gelehrter Mann hat vor zwey Iahren behauptet ' , daß dieser Philosoph die göttliche Vorsehung nicht geleugnet ( L ) . Ob wir gleich kein einziges von Epikurs Werken übrig haben , so ist doch kein alter Philosoph , dessen Meynungen bekannter wären , als die seinigen . Man hat dieses dem Poeten Lucrez , dem Diogenes Laertius , und noch mehr dem gelehrten Gassendi zu verdanken , welcher mit einem ungemeinem Fleiße daran gearbeitet hat , alles dasjenige zu sammle« , was sich von der Lehre und von der Person dieses Philosophen in den alten Büchern findet , um es in ein vollstandi - ges Lehrgebäude zu bringen . 'Wenn man jemals Ursache gehabt , zu erkennen , daß die Zeit der unterdrückten Unschuld Gerech - tigkeit wiederfahren läßt , so ist eö in Ansehung Epikurs : denn es sind so viel berühmte Vertheidiger seiner praktischen ( ) und speculativischeu Sittenlehre aufgestanden , daß weiter niemand , als von Voruttheilen eingenommene oder Unwissende , übel da - von geredet . Er ist an Steinschmerzen , mit einer ganz besondern Geduld undStandhaftigkeit im zweyten Jahre der 127 Olym - pias geworben m . Er hatte sein zwey und siebenziastes Jahr angetreten . Man kann nicht Gutes genug von der Ehrbarkeit seiner Sitten , und nicht Böses genug von seinen Meynungen wegen der Religion sagen . Unzählige Leute sind rechtgläubig , und leben böse : er hingegen und viele von seinen Anhängern haben eine böse Lehre gehabt , und gut gelebt ( N ) . Wir müssen nicht vergessen , daß er , in Absicht auf den Gehorsam , den man der Obrigkeit schuldig ist , eine sehr gesunde Moral gehabt ( 0 ) . Er ist nach seinem Tode viel berühmter geworden , als in seinem Leben ( P ) , wie es Seneca bemerkt , und Metrodoruö vor - her gesagt hat .
Es wird nicht unnützlich seyn , hier ein Beyspiel von der Bosheit und der Unredlichkeit anzuführen , die man bey der Be - urtheilung Epikurs angewendet hat . Er machte ein Werk , welches er die Gasierep betitelte ; und er handelte darinnen die Frage ab , welches die beste Zeit sey , sich einer Frauen zu nähern ? Seine Splitterrichter , welche einen Vorwand haben woll -
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Grundsätzen auf keine angenehme Weife leben könne . Er zeiget unter ander» , daß die Lehre , welche die Vorsehung Gottes und die Unsterblichkeit der Seele verwirft , dem Menschen in seinem Leben unendlichen Trost raube , und «hn , wenn er sterben müsse , in Verzweiflung stürze ( R ) . Ich bedauere nicht , daß sich dieser Schriftsteller der Untersuchung enthalten , ob diejeni - aen . welche die Vorsehung leugnen , bündiger lehren , als diejenigen , die sie erkennen ; ich^ will sagen , ob eö nicht , wenn man voraussehet , wie alle Philosophen gethan , daß die Materie ihr Daftyn niemanden , als sich selbst , schuldig lsr ; em viel gegrun - deter Vernunftschluß sey , zu behaupten , daß die Götter nicht in die Materie wirken , als zu behaupten , dch sie dieselbe nach rer Phantasie ordnen . Noch einmal , ich bedaure es nicht , daß sich Plutarch in die Untersuchung dieser Frage nicht eingelassen bar - denn er war wider die epikurische Lehre allzusehr eingenommen , und allzusehr an gewisse Lehrsätze gebunden , daß er nicht diese arofie Materie hätte verwirren und in Unordnung bringen sollen ; allem es verdrießt Mich , kein einziges Buch gelesen zu haben darinnen etwas von dieser Untersuchung gestanden hatte . Mir deucht , daß . ^ unter so vielen Vertheidigern Epikurs
das
SrntSÄft man sich , jemehr man schließt , immer weiter verirret : II^ daßdieses Lehrgebäude
SÄ einen tüchtigen Grund der Vorsehung und der Vollkommenheiten Gottes zu legen ( T ) .
Es ? st mch ? s ? rbäMlicher , als die Lehrart , deren sich Epikur zur Erklärung der Freyheit der menschlichen Handlungen bedient hat ( U ) .
Ccc Z * ) Diogen .

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