Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7842

H / nt^hxToi , 9o~s Sruf arhoit yjtf $tvSUi XW°I1S^X toyoi ( . 8er . moni de hoc oraculo promiflüm adiicit grauitatis plenum , fe cum alias veritatem maximi faccre , tum vel apprime in hoc argumenta . Abfurduii ) enim eft ( inquit ) fi veritatem aliis in rebus fedtantes , de oraculo dichiri omnium veracilfimo , ita incredibilibus et fallis vtaniur narrationibus . Ebelidas Dieses ist sehr vernünftig : eine che Rede machet so wohl der Person , als der Beurtheilungskraft des EphoruS , Ehre ; allein , die Folge kömmt nicht damit überein ; denn die Erzählung , welche dieser Schriftsteller von dem Orakel zu Delphis chet , ist eben nicht mehr werth , als die pöbelhafte Meynung .
Er reder falsch von Aegypten , wodurch er nicht allein zu erkennen giebr , daß er niemals gereist hat , sondern daß er sich auch keine Mühe gegeben , sich bey denjenigen zu erkundigen , die es gekannt haben . Scri . ptor hic non lolum ipfe locorum Aegypti naturam non vidifle , fed iiecabiis , auibus regionis iliius ratio cognita eft , diligenter per . cun & atus nobis videtur . Diodor . Sicui . Libr . I . cap . XXXIX . p . m . 35 . Dicß ist der Gedanke Theodors von Sicilien . Kurz darauf , da er ihn der Lügen überzeuget hat , machet er diese Betrachtung : oCk « „ r frag' 'Efofoi QrrW'iv in nxvTai tgim rxngißit , oxäix uvtov ev iro & oif taMyawKOTu rijf ic^Seluc . Certi quid apud Ephorum nemo inqui - ret , qui viderit in multis cum negligere veritatem . Seneca giebt UNS noch eine viel übler« Meynung von ihm , wenn er sein Zeuglüß , ei - neu Cometen betreffend , verwirft . Wir wollen alles anführen , was er saget ; denn wir werden darinnen sehen , von was für einem Gewichte überhaupt das Zeugniß der Geschichtschreiber feyn muß , wenn sie von Wunderwerken reden : Nec magna molitione dctrahenda eft audio - ritas Ephoro : hiftoricus eft . Quidam incredibilium relatu com - mendationem parant , et leöorem aliud aöuruui , fi per quotidiana duceretur , miraculo excitant . Quidam creduli , quidam negligen . tes funt : quibusdam mendacium obrepit , quibusdam placet . Uli hon euitant , hi appetunt . Et hoc in commune de tota natione : quae approbare opus fuum , et fieri populäre non putat pofle , nifi illud inendacio afperfit . Ephorus vero non religiofillimae fidei , faepe decipitur , faepe decipit . Seneca , Quaeft . Natural . Libr . VII . cap . XVI . p . m . 908 . Man wird in dein VofiiuS , von den grie - chischen Geschichtschreibern , ans der 36 , 57 @ . etliche Lügen des Ephorus sehen , und die Verachtung , die Duris von Samos , DioChrysostomu« und Suidas gegen seine Schreibart gehabt . b ro jSbe
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tjji» . Ephorus ingenio quidem erat finiplici : in didtione vero hi - ftorica fupinus , et fegnis ac contentione carens . Suidas , beym Vos - suis , cbendas . Dionysius , von Halikarnaß , de Collocat . Verborum , cap . LXXXl . p . m . jg . und Diodor , aus Sicilien , im V B . zu An - fange ( ich habe seine Worte schon oben angeführet , ) haben ein ganz ander Urlheil davon gefallet , und sind gute Kenner gewesen . Dem sey , wie ihm wolle , so bilde ich mir gewiß ein , daß diejenigen , welche die Hi - storie lieben , den Verlust von den Schriften de6 Ephorus bedau - ren . Ich für meine Person bedaure denselben sehr . Man merke , daß Voßius nicht alle die Fehler wohl benennet hat , die er ihm vor - wirft ; denn er tadelt ihn auf der 36 S . von den griechischen Geschicht - schreibern , daß er seine Leser betrogen , ohne daß er selbst betrogen wäre , wenn er von dem Tempel des Herkules redet : Decipitur quidem , cum - - - tradidit - - - decipit autem in eo . quod de Her - culis fano in Hifpania finxit , vt eft apud Strabonem initio libri III . et fuere id genus apud Ephorum permtilta . Vnde et Diodorus Si - culus libr . I . « * i - j etc . Siehe die Folge hier oben . Zum I ist es sehr wahrscheinlich , daß er dieses auf Treu und Glauben schreibt ; denn was hatte er gewonnen , eine foldje Sache wider sein Gewissen zu schreiben ? Er ist so übel von dem Staate der Spanier unterrichtet ge - wesen , daß er dicß Land für eine einzige Stadt gehalten hat . Joseph schließt daraus , daß die Griechen dasjenige spät erkannt haben , was die abendländischen Völker betroffen . Voßiu« misbilliget diese Folgerung nicht : warum will er denn , daß Ephorus die Wahrheit von diesem Tem - pel wohl gewußt hatte ? Zun , II wird Strabo nicht wohl ange - führet ; denn er bezeichnet nicht ins besondere , ob Ephorus nach seinen Einsichten , oder wider dieselben geschrieben hat . III . Beweist die Stelle Theodors aus Sicilien nicht , daß sich in den Werken des Ephorus viele Unwahrheiten finden , die der Erkenntniß des Urhebers entgegen gesetzt sind . Man beschuldiget ihn hingegen , daß er nachläßig gewesen , sich zu unterrichten . Wenn man nach der Schärft urtheilen wollte , so würde man fast überall dergleichen unrecht angebrachte vnde finden , wie des Voßius seines .
( B ) Hai andere Bücher gemacht . ] Einen Tractat : tm tv^ixäruj , de Rebus inuentis . Strabo im XIII B . 428 S . hat davon Erwähnung gethan . Einen ■tsgl üyuBäv , de bonis ac
malis , in XXIV Bücher gerheilet . Suidas in eEinen «« ? )
tüj Ixar & x» . de Rebus paüim admirabilibus , in XV cher getheilet . Ebendas . Einen @e»xtuv tom / timtuv , de Ciuitati - bus Thraciae . Harpokration , voce Aim hat von selbigem IV Bücher angeführet . Einen hat er betitelt , foixv ? 'o ; , wo er von seinem Vater - lande gehandelt hat . Plutarch . de Vita Hoineri , zu Anfange beym VoßiuS , de Hift . Graec . p . 36 . Der P . Harduin eignet ihm in Indice Aut . Plini» noch einen besonder« Tractat , vom Ursprünge der Städte , zu , ( JonsiuS , auf der 67 S . scheint ihm denselben auch zu geben , ) und einen andern vom WachSthume des Nils , wobey er den Polybiu« beym Strabo , im X B . auf der 464 S . anführet , was den Tractat , de Ori - gine Vrbium , betrifft , und den Scholiasten des AvolloniuS , im IV B . aftg V den Tractat , de Nili incremento betreffend . Allein , die von ihm angebogenen Schriftsteller bezeugen dieses nicht ; denn Polybius qiebt nur vor , daß Ephorus in seiner Historie die Stiftung der Städte , ihre Dsianzstädtc , u d^ M . sehr wohl erkläre : und was den Scholiasten des ApolloniuS betrifft , so hat er nur dasjenige anführen wollen , was Ephorus in ebenderselben / Zistorievom Nile gesagt hatte . Also hat er nicht durch besondere geographische Tractate verdienet^unter die Zahl der Erdbeschreiber gesetzt zu werden , wie Strabo im I B . gethan hat ; sondern weil er sich die Beschreibung der Oerrer sehr angelegen seyn las - sen , wovon er weaen des Verfolges seiner Historie reden muffen . Ebend . im VIII m Zfarne Sit woDen nickt zweifeln , daß er n . cht e . ° nige Reden , oder einen rhetorischen Tractal herausgege ^ wn sich Cicero der Worte bedienet hat , die ich hersetzen will . . ' jg * ™ *
tem difcipulosque eins Ephorum et Naucratein , qua q
II Band .
Ephorus . 387
faciendae et ornandac autores Iocupletiflimi , fummi ipfi oratores eile debeant . Cicero , in Oratorc , cap . LI . Wie sollte man daran zweifeln , daß er nicht über die Redekunst geschrieben hätte , weil wir wis - sen . daß sein Tractat , de di & ione , vom Theon
ret worden ? Eidem ( Tbeoni ) et laudatur * E gen : 2i / >vvfc7 " fC i' a$<0V , « ? av ci« ixeivct Ti« in - xtey ttots tu unsf OftoiörifT« wfo« ro ired , iv oiov Iji ro laußtxöv' Sto Xg ) nii - rsf oi auyygaiptit , «xovte« ( ij - ^Itttubiv il ( ro yivos thto' i yüv * E ? # - fi ( h tm srefi A^e«C ) ctOTH t5 xnotyogtiavrot Ao>h , pj ) TjJ eigit / xu ofrou iiafJKTU , tuäic Iv igXV f * Xn tinüv , x & fjj Sc trifi
ritt « S - ^ , . Theo , Progymnafm . cap . II . p . m . 25 . Venia tarnen dari folet iis , qui forte in verfus , qui quam proxime ad folu - tam accedunt orationem , incidunt : ( diese zwey Worte sind in der Uebersetzung vergesseii worden , welche Heiiisius verbessert hat . ) quales iambici , quod omnibus fere feriptoribus inuitis euenire folet . rus certe in libro de fermone , eo ipfo loco , vbi nhnis nunierofam vfurpare elocutionem vetat , ftatim initio verfum ipfe extulit , hoc modo ,
Pofthac inodos orationis inquiram .
Theon hat die Prosa ohne Nachsicht verdammt , wo sich große prächtige Verse finden ; und dann entschuldiget er die Verse , welche der Prosa gleichkommen , als die Jamben sind , und saget : daß fast alle Scriben - ten , wider ihren Willen , in diesen Fehler fallen , daß ihnen diese Gat - tung von Verseii entwischet . Er giebt unsern Ephorus zum Beyspiele davon ; allein er saget nicht , wie Voßiu« vorgiebt , daß sich dieser Vers fast zu Anfange dieses TractatS findet . Man merke , daß dasjenige , was Ephorus vom Homer gesager , ( siehe Plutarch . de Homero und Tatian . Orat . ad Graec . ) nicht in einem besondern Tractate von diesem Poeten steht , sondern in demjenigen , den er wegen seines Vaterlandes geschrieben . Scaliger , in Eufeb . Nuni . 1101 . p . m . 62 . Sein Tractat , dpi fi«™ * , ist durch den Philosophen Straten widerleget worden , wie uns Pliniuö belehret . Stratone qui contra Euphori feriplit . Plin . Libr . I . in Indice , Libr . VII . Also hat der P . Har - dum diese Stelle verbessert , wo man liest contra Ephori theoremata ; JonsiuS , de Script . Hift . Phil . p . 44 . führet diese Verbesserung an .
Ob es einen Schriftsteller , Namens LLuphoms , gegeben har .
Man merke , daß man von einem iLuphorus , dem Urheber des ches : * ' ( > tüv tipipuTu - j , de rebus inuentis , redet . Voßius , von den griechischen Geschichtschreibern , auf der 367 S . giebt vor , daß ihn ZlthenäuS im IV B . XXV Cap . >8 - S . angeführet habe , und daß man nicht verbessern müsse , um " E« anstatt " rq» - ? »« aesettt haben . Dieß ist ihnen in dem großen Etymologicon begegnet , in voce beym Voßius , de Hift . Graec . p . 367 . wo man
EÜ^ofot h T ? anführet . E« sollte heißen " EP - - ? ° ; . denn wir er -
fahren vom Strabo im VII B . daß da« IV B . des Geschichtschreiber« Ephorus . betitelt ist . Voßiu« machet diese Anmerkung : warum sollte man denn nicht glauben , daß sich eben dieser Fehler nicht benm Dio - genes von Laer» eingeschlichen hätte ; wie Aldobrandin und JonsiuS geurtheilet haben ? Siehe den Akenage über den Diogenes LaertiuS , IB . Num . 4> . - Z S . Eben dieser Menage hat lieber der Meynung des Voßius folgen wollen ; allein dieß ist eine pure Höfllichkeit , well Voßius seine Gedanken nicht bewiesen hat . Der große Scaliqer . Animadu . in Eufeb . aufs 1101 Jahr , auf der 62 S . bey mir . bekräfti - gel , daß man in dem Clemens von Alexandrien , zweymal eJj>« ? »c für * e$o ? o ; gesetzt , und daß wir durch einen gleichen Fehler , anstatt * e$o ? o ? , beym Diogenes von Laerz , in dem Lebe» de« Thales . finden . Et glaubet auch , daß der Euphorbus in derChronike des EufebinS . Num . 1101 . kein anderer sey , als uuser Epborus , den man anfänglich in vborus und hernach in Eupl ? orbus verwandelt bat . ES ist gewiß , daß Eustachius , in Uiad . Libr . II . fol . 27 ; . benm ^onsiuS , de Script . Hift . Philof . p . 44 . durch da« Zeugniß SeepbanS von Byzanz unter - stüket , einen 'Lupborus angeführet hat , der sich in dem Buche diese« Stephan« Epborns nennet . Stephan» , de Vrbibus voce Ich wollte die Meynung ScaligerS leicht annehmen ; denn maii inuß die Schriftsteller sowenig , als etwa« ander« , ohne Roth , vervielfal -
* ^Di ? ß ist ja ? eine Menge Kleinigkeiten , wird man mir sagen . Ja , werde ich antworten ; allein , die sich in den Werken der gelebrtesten Ätänner dieser Zeit finden . Es ist ein unabtrennliche« Schicksal von der Critik , und e6 mag deii Tadlern nicht misfallen . ich werde noch eine Anmerkuiig von dieser Art machen . Wenn der Name eben desselben Schriftstellers in einem Werke verschiedentlich angeführet wird , woraus man urtheilen könnte , daß von mehr als einem Schrifsteller die Rede wäre ; so muß man sich deswegen nicht allezeit an die Abschreiber hal - ten : »der Fehler kann gar wohl in dem Originale liegen . Wir wollen nicht zweifeln , daß Achenäns nicht bald ewp» ? « , bald 'EP - > ? - >« geschrieben haben könnte , ob er gleich sein Augenmerk nur auf einen einzigen Scribenteft gehabt . Man wird mir zugestehen , daß e« heute zu Tage Schriftsteller Ccc - geben

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