Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7830

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Eneas . Ephorus .
„ de , anstatt , daß viele Scribenten dieselbe dem Alexander , in der Histo , , . rie seines Lebens beylegen . „ Tillemont , Hift . des Empereurs , Tom . III . P . Z45 .
Man muß zur Ehre des Lampridius dazu sehen , daß er ausdrücklich bemerket hat , es müsse ein Historienschreiber den Meynungen des ge . meinen Mannes nicht folgen , wenn sie mit den Schriftstellern nicht , 'iberein kämen . Die Wahrheit der Historie , saget er , ist ganz anders , als die Sage des Pöbels : weit also die Geschichtjchreiber Trajan« ihm diese That nicht zueignen , und weil sie von denjenigen dem Kaiser Alerander gegeben wird , die sein Leben beschrieben haben , so muß mal ? die Reden des Volkes verwerfen , die sie dem Trajan beymessen . Scio vulguin hanc rem quam contexui , Traiani putare : fed neque in vita eius id Marius Maximus ita expofuit , neque Fabius Marcellinus , que Aurelius Verus , neque Statius Valens , qui omnem eius Vitam
in litteras miferunt . Contra autem et Septimiui et Acholius , et Encolpius vitae feriptores , coeterique de hoc talia praedicauerunt : quod ideo addidi , ne quis vulgi magis famam fequeretur , quam hiftoriam , quae rumore vtique vulgi verior reperitur . Diese obachtung des Lampridius ist sehr scharfsinnig . Die That , wovon die Frage ist , ist so bemerkenswürdig , daß die Historienschreiber Trajans sie nicht vergessen haben würden , wenn sie diesem Kaiser zugehört hätte . Tausend und aber tausend Exempel beweisen , daß die seltsamen Thaten , und herrlichen Sprüche von dem Volke , bald diesem , bald einem andern Könige zugeeigner werden . Man machet es , in Ansehung der Heiligen , eben so ; ihre Eiferer haben einigen dasjenige zugeschrieben , was bereit« von andern gesaget worden . Es wäre zu wünschen , daß die schmiede bey dergleichen Gelegenheiten , dem Beyspiele des Lampridius , nachgeahmet hätten .
EneüS , lateinisch Aeneas Tadicus , ist einer der allerältesten griechischen Schriftsteller , welche über die Kriegskunst ge - schrieben haben ( A ) . Einige Bibliothekenschreiber " sagen , daß sich das Manuscript von seinem Buche in dem varicanischen Bücherschahe befinde ; allein vermuthlich ist dieses nur von einem besondern Tractate zu verstehen , den Casaubon herausgegevea hat ( B ) . Die Fehler des Moreri sind von keiner Wichtigkeit ( C ) .
« ) Gesner« Auszugsmacher .
( A ) ( Bc ist einer der allerältesten griechischen Schriftsteller , die über die Rriegskunst geschrieben Habens Lineas aus lien , des Pyrrhus , Königes der Epiroten , Rath , und Schüler des Epi - kurus , hat einen kurzen Auszug aus dem Buche des Aeneas , von der Pflicht eines Feldherrn gemacht . Aehanus , in Taöicis , cap . I . Ue - brrdieß findet sich in demjenigen , was uns vom Aeneas noch übrig ist , kein einziges Beyspiel , das nicht vor der no OlympiaS hergienge : und wenn man darinnen einiger Maschinen gedenket , welche zur Zeit des Aristoteles im Schwange zu gehen , angefangen haben ; so redet man da - selbst von keinen andern , die einige Zeit nach dem Aristoteles erfunden worden sind . Cafaubon . in Praefat . Aeneae de toleranda obfidione . Wir können also ohne Verwegenheit sagen , daß , wenn er nicht derjeni - ge Aeneas von Stymphalien , der Arkadier Feldherr , um die ioz Olym - Pias , gewesen , er doch nicht weit von derselben Zeit entfernt gewesen . Xenophon , de Reb . geft . Graecor . pag . m . 36« . Lib . VII . Man ke , daß er im IV Buche , de Expeditione Cyri , p . m . 199 . von einem andern Aeneas von Stymphalien redet , der in dem Kriegszuge de« jun - gen CyruS , gegen das Ende der 94 Olympia« umgekommen ist .
( B ) Von einem besondern Tractate , den Casaubon herausge , geben hat . Z Man erkläret darinnen die Art , wie man eine Belage - rung aushalten muß , und er ist der Ausgabe de« Polybius vom 1609 Jahre beygefüget worden . Die Vorrede belehret uns 1 , daß man ihn nach einem Manuskripte herausgegeben , das nach einem aus Italien gekommenen Eremplare abgeschrieben worden , und daß sich dieses nuscript , in dem Bücherschatze des allerchristlichsten Königes , befinde ; 2 , daß Aeneas noch etliche andre Bücher verfertiget habe . Naude , de
studio Militari , p . m . 45 . hat Unrecht ZU sagen , daß der Conimentariu» Poliorceticus , des Aeneas , von dem Traetate , de toleranda Obfidione , unterschieden sey ; denn folgendes ist der Titel dieses Tractats , in Casau - bvns Ausgabe : Tax7ixe\ ts njf motoogxtmxiv Sjoyanm» rrt ? i tS t«« x ? J * oA«ofKH ( «v ( C ) JDie Fehler des Moreri sind von keiner V ? lchtigkeit . 1
I Saget er , daß Aeneas ein XDetf von der Rriegskunst , und daß Lineas einen kurzen Auszug dieses Suche« gemacht hat . Diese« ist nicht richtig . Aelian , wenn er von den Werken de« Aeneas über die Kriegskunst redet , bedienet sich der vielfältigen Zahl . Ah & * t ™ ! , *
Btotimv , vjrf ffXTiry' * " ß' & t * lnavüf ffwra^fvo ? w» itriTtfiiiv 0 0 II Saget er , es habe Gesner versichert , daß des Aeneas N ? erk in Manufcripte in der vaticaniscken Bibliothek fey . Gesner saget nichts vom Aeneas ; Gesner« Auszugsmacher sagen , daß des Aenea« Buch , de Re Militari , im Vatican ist . Cafaubon deutet dieses auf den Tractat , de toleranda Obfidione . Man merke , daß Voßiu« auf der 287 Seite des Buchs , de feient . Matfaem . dem Gesner nige zueignet , was ich dem Moreri verwiesen habe , daß er e« ihm zuge - eignet hat .
^U / Wicill tuen UltfCH c / vuiy ytytvtu ueu , uuv iu ; vuvt vu» * * uni . fu / viv w» vu»»uih , vm ( tu / uw - ci viwjwi ßiuctiicn
den hat . Ephorus , der sich nicht mir den Verwirrungen und Kindereyen der fabelhaften Zeiten beschweren wollen , hat mit der Zuruckkunft der Herakliden nach Peloponnes den Ansana gemacht d , und sein Werk von diesem berufenen Zeitpunkte , bis auf das 20 Jahr der Regierung Philipps von Macedonien , Alexanders des großen Vater , fortgeführt . Dieß enthält einen Zeit - begriff von ungefehr 750 Jahren . Er hat diese Historie in dreyßig Bücher abgeheilt , und einem jeden derselben eine Vorrede bey . aefüqet e . Die Urtheile über das Verdienst dieses Schriftstellers , sind sehr veränderlich ; einige loben ihn , die andern tadeln ihn und beschuldigen ihn so wohl , daß er andre betrogen habe , als daß er sich selbst besiegen lassen ( A ) . Er hat noch andre Bücher gemacht ( B ) ; und man sieht eines wider ihn , worinnen man seine Diebstähle bemerket ( C ) . Alles dieses ist verlohren . " 5ch habe an einem andern Orte f von dem Urtheile geredet , das man von den langen Reden gefällt , die er seiner Historie ein - verleibet hat . Man spottet seiner weidlich , wegen der Art , womit er seines Vaterlandes gedenket ( v ) . Er bat einen Sohn hinterlassen , von dein ich etwas sagen werde ( E ) . Es ist nur auf ihn angekommen , dem Hofe Alexanders zu folgen : man hat ihn daselbst verlangt , und «r hat diese Ehre ausgeschlagen Diodor aus Sicilien h billiget sein Bekennmiß nicht , daß die Barbaren alter , als die Griechen , wären .
ä ) Strabo , Lib . XIII . p . 428 . Plut . in Vita Ifocrat . p . 837 . c ) In dem Artikel Theopompus , die Anmerkung ( B ) . d ) dor . Siculus , Lib . IV . cap . I . e ) Ebendas . Lib . XVI . cap . LXXVil . p . m . 795 . / ) In der Anmerkung ( G ) , bey dem Artikel Theopom , PUS . g ) Plut . de Rcpugn . Stoic . p . 1043 . D . Lib . I . cap . I .
f & fiov , lc ( x * iytTSv . Talis cum fit Ephorus , aliis tarnen eft melior : et ipfe Polybius ita ftudiofe cum laudan« , dicensque de rebus Grae - cis Eudoxum belle , Ephorum optime feripfifle , de origine vrbium , cognationibus , migrationibus , dueibus atque autoribus . Ebendaselbst
( A ) ( Einige loben ihn , die andern tadeln ihn , und beschul - digen ihn so wohl thatiger als leidender Betriegereyen . ) Dio - dor aus Sicilien im IV B . I Cap . hält ihn für einen von den dreyen Geschichtschreibern , die man am höchsten gehalten . Die zwecn andern find Kallisthene« und Theopompus . Nachdem er sich beklagt , daß ver , schieden ? von denen , die Historien geschrieben , die Einrichtung und Ein - theilung der Materien verabsäumet , so saget er , daß Ephorus nicht in diesen Fehler gefallen , und daß sein Werk nicht wen^er wegen der Zierlichkeit der Schreibart , als wegen der Ordnung der Materien , schätz - bar sey . ritt « f " " «» « " T * '
& * * kV Kurie rijv •Uwvlx * inirirmi . Ephorus res paflim geftas deferibens non verborum elegantia duntaxat , fed accurata ordims quoque obferuatione probi officio hiftorici fungitur . Diodor . Si - eulus , Lib . V . zu Anfange . Wir werden hier unten in der Anmer - kung ( C ) sehen , daß man ihm den Theopompus vorgezogen hat : dieß ist viel gesagt . Die Lobsprüche , die ihm Strabo giebt , sind nicht klein . Er sieht ihn al« eine Person an , die des Nachruhms würdig ist a'vij ? «ftoe Vir memoria dignus . Strabo , Lib . XIII . p . 428 . Er führet
ihn oft an , und giebt als die Ursache dazu , die Richtigkeit seiner Untersuchung gen an , die vom Polybius für sehr geschickt erkannt und gelobet worden .
'e noAvßio ; fixfTVfuv Tvyx & H «»i } ? if , «A0VK . Ephorus quo pluri - mum vtimur ob diligentiam in talibus rebus , ( quod et Polybius teftatur , vir magnae autoritatis . ) Strabo , Lib . IX . pag . 290 . Bey merkung eine« Fehler« in diesem Schriftsteller sehet er dazu , daß ihn dieses nicht verhindere , die andern Historienschreiber zu übertreffen . T»ibtoc i' »v Srigtn xgHjlm l * i' ' ieTtviatutvot
STW ( »xxntea ; üutom UoAvßioc ; na } ntf ) r£v BÄjiwkÜv >utÄÜ ( fiiv
EÜio { #» , 1 ) ' iftgn tjptyZ<äw »Ulf * , rwyywwJv , furteym -
X S5 . 320 S - Dieser Fehler ist ein handgreiflicher Widerspruch , ( siehe de« Strabo XIII B . 319 S ) und um so viel weniger zu entschuldigen , da sich der Urheber so viel Mühe genommen hat , die Materie zu erläu - tern , und diejenigen zu widerlegen , die nicht allzurichtig davon geredet hatten . Er hatte sich so gar wegen seines Fleißes glücklich geschätzt :
0 s' mtme XUTHf3tixut ini / Jyn - oti txStx rlt toiuVt» iixxgißS» otäv y TI Tfiv * t>ctynuTuv $ irm / T«Aß ; airo^hov , ü
Ufa ixov . Tarnen Ephorus , quafi rc praeclare gefta , addit , hanc fc accurationcm adhibere folerc , cum aut dubia omnino res eft , aut falfa de ea obtinet opinio . Ebendaselbst 320 Seite . Dieses ist nicht der einzige Widerspruch , der seiner Feder entwischt ist : er ist etlichemal in dergleichen Fehler gefallen : a«x« um r^mria l - A' «« Tjf xfoxificH Ytrf tai ( ij ; xfx>i< vxoy , faiai : videtur mihi nonnunquam con - trarium eius facere , quod ab initio inftituerat ac promiferat . daselbst IX B . - 90 Seite . Diese Worte sind vom Strabo , der sogleich einen Beweis davon giebt ; denn er saget , daß Ephoru« , da er die Schrift , steller getadelt , welche die Historie mit Fabeln vermischen , die Wahrheit mit vielen Lobsprüchen herau« streiche , und verspricht , daß er dieser Tu - gend vornehmlich bey Erzählung desjenigen folgen wolle , was das Orakel zu Delphis betrifft ; weil nichts ungereimtere wäre , als zu lügen , wenn man von einem Orakel handelte , das so weit von allem Betrüge entser ,
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