Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7824

/
Encolpius .
385
( v ) Er Groningen geblieben . ? Ich habe zwey oder drey - nial von dem herumschweiftnden Leben der Professoren geredet . Siehe oben den Artikel Decuis . Hier ist einer , der vor der ansteckenden Seuche seiner Ordensbruder verwahret geblieben ist . Certe praeter alios , Dordrechtani , Leouardienfes , his excitati , ad fimilem apud fe funöionetn , Emdani vero ad alhid vitae genus capeflendum , am - plilUniis propofitis praemiis eum inuitarunt . Sed ille gratiis quibus debebat actis , non ftium hiceüuna , Ted Reipublicae litterariac com - " Biodum femper quaerens , Gröningae , quod Deo vifum , mauere , quam alio transferri maluk , et quod aliis in fiinili cafu occinere fo - iebaf , ipfe ad vfum quoque fuiim reuocauk di<äum hoc vulgare ,
Si qua fede fedes , quae fit tibi commoda fedcs , lila fede fede , nec ab illa fede recede . Vit . Prof . Grön . p . 45 .
Es giebt wenig Leute , die dem Jsaschar , dem Sohne des Patriar - chen Jacob . ahnlich find . Und er sähe Sie Ruhe / O«ß sie gut ist .
I B . Mof . XUX . 15 .
•• { E ) Sr ha« die Mährchen stark widerleget , welche die frieß - landisckien Geschichtschreiber von Sem Alrerthume ihrer tion vorgeben . ^ Man hat oben in dem Artikel Abgillus sehen kön - nen , wie leichtgläubig SussriduS Petri ist . Hier ist eine Stell» aus dem Thuanu« , welche den SussriduS Petri , und unfern Emmiuö be - trifft : Poftea a Frifiac ordinibus inuitatus , origines , colonias , no - bilitatem , libertatem , iura gentis fuafc illuftranda fufcepit , in bus altius repetendis , dumadmiftis fabularum figmentis nimium ftilo indtilget , multorumreprehenfionesincurrit , vt VBB0NI EMMIO , qm eam prouinciam fumma fide ac admiranda fimplicitate poftea cxecutus eft , potius lampada tradidille , quam ei in fcribenda patria hiftoria praeluxifle videatur . Libr . CXIX . jp . 816 . aufs >597 Jahr .
Er ist nicht der einzige von den ftießländischen Schriftstellern , der tau - senderley Fabeln vorgebracht bat . Das schlimmste ist , daß man wider diejenigen böse thut , die dieselben verbannet haben : Ubbo Emmius hat sich deswegen Streitigkeiten zugezogen , und sich hundertcrley Lästerun - gm ausgefegt gesehen . Man glaube ja nicht , daß er verstellter weife von seinen väterlichen und mütterlichen Vorfahren , und von der Art re - det , mit weicher er erzogen worden . Dieß sind eben so viele Artikel , die zu seiner Rechtfertigung dienen : man hat sich bemühet , ihn wegen aller dieser Stellen , aus Haß gegen seine Redlichkeit , wider die alten Legen - den seines Vaterlandes , verächtlich zu machen . Vitae ProfefT . Gröning . pag . 40 . „ Patriam et originem paulo accuratius in hiftoria defcri - „ ptam , aliaque fua porteris reliquit , ob finiftrum qnorundam af - „ fe<5him , quibus quafi fudes in oculis erat , ingeitua viri in dicendo „ fcribendoque libertas ; praefertim quoties de iure libertateque Fri - „ fiorum mota elTet controuerfia . Coegit quoque hoc facere eum „ aduerfariorum iniquitas , qui cum fabulas fuas ab eo temni ac re - „ fejli indignis ferrent animis , eum conuitiis confpuere et boni no - „ minis eius famam lacerare voluerunt , cum ( uea Frif . p . Z . 4 . ) „ Me quod attinet , fum orig'tne et patria Frijius , non mi - } , nus quam hi qui me flagcllant , ß modo buiusmodi hi funt , boneßa do .
} , mo vtraque natus , boneßa quoque in re , in litteris voluntate ac fum .
„ tu medi um , fine onere aliorum , honefU domi forisqut edacatus , id .
„ qut cum diminutione baereditatis meae . Aduerfariis meis aff'eftu in
( £nCC ( piU0 f der Urheber einer Historie von dem Kaiser Alexander , der ihn schr lieb gehabt a . Ich will demjenigen , was Moreri von ihm gesaget hat , zwry Dinge beysügen . Erstlich , daß diese Historie nicht mehr vorhanden ist , und daß der englische Scribente , der sich dieselbe au6 dem Griechischen übersetzet zu haben rühmet , billig für einen Betrieger zu halten ist ( A ) . Das andre wird mir zur Entwickelung einer That dienen , die Encolpius beschrieben , und Moreri mit feinem Worte zu erkennen ge - geben hat . Ich will eben nicht sagen , daß er nicht verbunden gewesen wäre , dieselbe anzuführen ; allein wenn ich sie anführe , so hoffe ich , daß meine Leser nicht miövergnügt darüber seyn werden ( ö ) .
4 ) Quo ( F . ncolpio Alexander } familiarillimo vfus eft . Lasnprid . in Alexandra Seuero , cap . XXVH .
„ covmunem patriam et gentem noßram non concedo ; fed affettum ve . „ ritati in bißoria virn facere non potior , intraque terminos me conti , „ neo . Verum trade , re tuerique ante omnia laboro : et hunc laborem „ diffieikm Frijiis meis impendo gratis , folo patriae ac veritatis ßudi0 t , duflus , et boc inter negotia afjtdua cum valetudinis iafiura praefio . „
( F ) Zvie Krb'ennmisi der - Historie war siine Gacbe . Z nige , was man von dem Umfange seiner Erkenntniß gesagt , der mit ei - nem sehr glücklichen Gedächtnisse begleitet gewesen , ist sehr schwer zu glauben . Man giebt vor , er habe ohne die geringste Vorbereitung , und ohne sich in den Umständen , der Zeit , des OrttS , der Personen zu ir - ren , auf alle Fragen aus der Historie eines jede« Landes , es niag Namen haben wie es wolle , so wohl der alten als nenern , antworten können . Er hat nicht allein dieGeschichte , die Vorfälle , die Bewegung« - Ursachen gnvnßt ; sondern auch den Nuten der Völker , ihr ? Regierung« - form , die Gcmüthsatt der Prinzen , die Mittel , deren sie sich gebraucht haben , sich zu vergrößern , ihre Bündnisse und ihre Herkunft gewußt . Ueberdieß hat er die Figur , die Lage , die Größe der Städte und Vestun - gen , den Lauf der Flusse , und die Heerstraßen , den Umgang der Gebir - ge , u . d . m . gewußt . Damit man , ich nicht einbilden darf , als ob ich die Sache vergrößerte , sv will ich die eignen Worte seines Geschichtschrei , bers anfuhren . In omni ommum populorum ac gentium hiftoria verfatiflimus , de cuiusque gentis ac cuiuslibet temporis hiftoria ro - gatus ex tempore diflerebat , recitatis omnium locorum , temporis , et perlbnarum circumftantiis , haud fecus ac fi praemeditatus et pa - ratus accederet ad hiftorias iftas exponendas ; vt fatis appareat , non fuifle eam fuperficiariain ipfi Cognitionen ! , quae multis contigit , fed quae paucis , exadlam , folidam , ad interiora penetrantem atque de - feendentem . Notiflima» habebat in veteri et noua hiftoria , fton fo . Iura res geftas , earumque caufas eteuentus , cuiusque populi no / u . t««v , fed et vrbes arcesque a forma , fitu , magnitudine , fimulque vias publicas , fluuios , montium trafius , geniumque loci , Principum ingenia , mores , cupiditates , ambitus artesque quibus ad honore« grafläti , quibus propinquitatibus fubnixi , quo fänguine creti . Vitae Prof . Gröning . p . 48 .
( G ) 88 . erzählet einen Theil dieser Lobsprüche , welche mit dem Leben des Emmius ge« druckt sind .
( PI ) Er hat eine Nackkommeilschaft bi»terlasstn . Z Er hat sich zu Norden im >58« Jahre verheirathet . Seine Ehftau , die mit der Frucht im Wochenbette gestoben , hat ihm einen Sohn hinterlassen , der im neunzehnten Jahre seines Alters gestorben ist . Er ist drey Jahr Witwer geblieben , und dann hat er Mwgamkw , von Berghen , ei - nes Bürgers von Emden Tochter , geheiratbet , welche ihn mit zwcy Kin - der» , einem Sohne , und einer Tochter überlebet hat : der Sohn hat Wesselns Emmius geheißen ; er ist Prediger zu Groningen bey seine« Vaters ? lbsterben gewesen . Sein jüngerer Bruder war zu Orleans , wenig Monate vor dem Vater , gestorben . Au« dem Lebm de« Ubb» Emmiu« genommen .
( A ) Der englische Scribem , der fuf> dieselbe aus dem Grie ,
. ! . . . » . e>h oi'hoh rtt
Thomas Clyor geheißen . Er hat . WWW . \
gegeben : Image of Governance compiled of the Afls and Sentences notable of Alexander Severus ; da« heißt : die Vorstellung der Re , gierung , aus den merkwürdigen Thacen und Sprüchen Alexan - - ders Severus gebogen . Er rühmet sich diese« Werk nach dem griechischen Manuskripte des Encolpili« übersetzt zu haben , welche« ihm ein neapo - titanischer Edelmann , Namens Puderic , geliehen hätte . Allein man hat in Wottons römischer Historie zu London >701 , in englischer Sprache gedruckt , gewiesen , daß er die Materialien aus dem Lampridius und Hero - dianus genommen hat ; daß er viele Sachen unrecht verstanden , und vielen Sachen , welche diese zween Schriftsteller gesagt haben , einen andern Sinn gegeben , und daß er eine Menge Sachen erdichtet hat , die sie nicht gesagt ha - den . Seldeims^in Euty^p . 474 . 4 ; 5 . hat geglaubet , daß er eine Uebersehung von einem griechischen Manuskripte gemachet hätte , welche« ein Neue , rer aufgesetzt gehabt ; siehe Tilleinont« Kaiftrhistorie III Band , 372 S . bey mir : allein^Lotton glaubet nicht« hiervon , und bemerket , daß Ba - leu« , da er die Schriften des Thomas Elyot , in zwo Classen eingethei - let , eine Classe von eignen Geburten , und eine von Uebersebungen , da« Werk , davon die Rede ist , in die erste Classe geftbet hat ; dieß beweist , daß man zu derselben ^eit nicht daran gezweifelt , daß vorgegebener Eneol - Pius nicht untergeschoben wäre . Aus dem Leipziger Tagebuche im Wmcermonate 1702 . p - qSy . in demAnszuge vonWottonSBuche . Ich bilde mir ein , daß dieser Thomas Elyor zu diesem Betrüge , durch den guten - ? ottaana aufgemuntert werden ist , den des Guevarra Marcus Aureli«gehabt . Ich h«be in der Anmerkung ( H ) zu dem Artikel Guevarra , gesaget , daß sich dieser Spanier bemühet hat , die Welt zu . überreden , er habe das Leben dieses Ka , , ers aus e , nem alten Manu - scripte genommen , welches er fiir einMuster der Regierung ausgegeben ,
«nd die Uhr der Primen betitelt hat . . „ . . ,
zählet , es habe Oviniuö CamilluS , ein Rathöhm , und aus einer sehr II Sand .
. ^aiten Familie , sich zum Kaiserthnme empor heben wollen . Alexander „ bekam Nachricht und Beweis davon . Hierauf hat er den EamilluS „ bitten lassen , in den Pallast zu kommen , und gegen ihn bezeuget , wie er „ ihm sehr verbunden wäre , daß er selbst käme , die Last der Gefchäffte über „ sich zu nehmen , anstatt , daß et»ie andern mit Gewalt dazu zwingen „ müsse . Hierauf ist er mit dem Camilln« in den Rath gegangen , der „ aus einer unruhigen Bewegung seines Gewissens , vor Furcht gezittert , „ wo er sich denfelden zum ReichZgehülfen beyfetzen , ihm «ine absonder - „ liche Wohnung in dem Pailaste einräume« , ihn mir sich speisen , und „ mit kaiserlichen Kleinodien bekleiden lassen , die prächtiger , als die seini - „ gen , gewesen . Ein wider die Barbarn damals entstandener Krieg er - ^forderte des Kaiser« Gegenwart ; Alexander hat alfo dem Camillu« „ anqebothen , ihn dahin zu begleiten , wenn er nicht lieber auein dahin „ zu gehen Lust hatte . , , Lamprid . in Alcxand . Seuero , cap . XLVIII . Ich bediene mich Tillemonts Uebersehung , im UI Bande der Kaiser - Historie , 344 . 345 Seite : er glaubet , es jey diese« nn 2 - 8 Jahre vovge - gangen . ' , n
„ Alexander , der zu Fuße geZangen , hat den Canulltiö ersucht , derglei - „ chen z» thun : allein wie dieser fehrt zart war , so hat er sich , nach zu , „ rückgelegten zwo Meilen , müde befunden ; fodaß ihn Alexander zu Pser , „ de zu steigen genörhiget , und da er ihm auch zu Pferde nur zween »Tage folgen können , ihm eine Kutsche geben lassen . Endlich hat Ca - „ millus am des Himmels willen , nm Erlaubniß gebethen , sich wieder „ von der Regierung loszusagen , und entweder aufrichtig , oder aus Furcht „ versichert , daß er lieber sterben , als auf diese Art leben wolle : und „ Alexander hat ihm ertaubet , sich auf seine Landgüter zu begeben ; unter „ der Versicherung , daß er nichts von der Welt zu befürchten hätte , „ und ihn den Soldaten selbst empfohlen . Camillu« bat also lange Zeit „ auf seinen Gütern gelebt . Allein seit dem hat ihn der damals regie - „ rende Kailer , dmn man glaubet nicht , daß es Alexander gewesen , ( die . ses steht nicht im Lampridius , welcher nur saget , fed poft nillu Impera . toris occiftis eft . Man sehe dessen ? lusleger . ) „ hinrichten lassen , weil „ er den Krieg verstanden , und bey den Soldaten beliebt gewesen . Lam - „ pridiu« füget dazu , e« habe das Volk diese That dem Trajan beyge - »messen , vb gleich kein einziger von seinen Geschichtschreibern davon re« Ccc „ de .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.