Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7770

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Emilius .
Ausgabe 16781 ff führet Gall . Chriftian . in Praef . Parif . MIM . 103 an . Ich werde den Erasmus hier unren anführen , der in einem Buche , des , fen Zuschrift im 152z Zahre unterschrieben ist , vom Paul Aemilius , als von einem noch lebenden Schriftsteller geredet hat . Dieß ist ein ziem - lich starker Beweis . Der P . Du Breul , Antiquitez de Paris , Liv . I . p . m . 14 . versichert , daß die Grabschrift des Paul Aemilius , welche in dem initternächtigen . Kreuzgange in der Kirche unserer lieben Frauen zuPa - rie , auf einen platten Grabstein eingegraben ist , diese Worte ent -
hält : Paulus Aemilius Veronenfis , tum» Ecclefiae Canonicus , qui praeter eximiam vitac farwSlitatem , quanta quoque dodlrina praefti - terit , index atque teftis erit hiftoria de rebus geftisFrancorum , po - fteris ab eodem edita . Obiit anno Domini 1529 , die quinta menfig Maii . Dieser Beweis würde auch für diejenigen unumstößlich seyn , die nicht an dm Oertern selbst gewesen wären , wenn die Buächrucker bey den öffentlichen Aufschriften niemals Fehler machten : allein diese ver - - fälschen die Zahlen so oft , daß man sich nicht mehr getrauet , darausz« bauen . Wir »werden ein Beyspiel davon finden , ohne daß wir unsere Materie ver - lassen dörsen . Hen - B . in seiner Beschreibung der Stadt Paris , führet eben dieselbe Grabschrift des Paul Aemilius an , und setzet index anstatt in . dex , und u * S anstatt >5 - 9 , auf der >8 - S . des II Bandes , haagischer Ausgabe , von 1685 . Man merke , wie er versichert , daß man den ( Dzt nicht eigentlich teifle , wo dieser Schriftsteller begraben liege , und daß man seine Grabschrift noch vor nicht all ) ulanger Zeit habe lesen können . Dieß ist ein Zeichen , daß man sie nicht mehr findet .
( C ) Die von ihm verfertigte - Historie von Frankreich , hat dem Justus Äipfins sehr gefallen , unv wird , überhaupt davon zu reden , für wohl geschrieben gehalten . 1 Sie ist in zehn Bücher abgetheiler , und erstrecket sich vom Pharamund . bis auf« 1488 Jahr ; welches das fünfte von der Regierung Carls des VIII ist . Das zehnte Buch ist unter seinen Papieren in sehr übelm Stande gefunden wor - den : man hat , um es so herauszugeben , wie wir eö haben , viele strichene Blätter wieder zusammen bringen müssen . Diese Mühe hat ein Verwandter des Verfassers über sich genommen . Man wird in diesen Worten sehen , wie er geheißen : Ac libros quidem nouem perfecit . - decimuni morte praeuentus rcliquit imperfechirn . Sed cum propin - quus illius , Daniel Zauarifius Veronenfis , ex fehedis difperfis , rniil - taquelitura obdudlis , collegit ac digeflit ita , vti nunc legitur . Vof - fim , de Hift . Lat . p . 674 . Michael Vascosan saget : daß die Ausgabe , die er Francijcus dem I zugeschrieben , eine bessere Aufuabme verdiene , weil man noch da« zehnte Buch dazu gefuget hatte , welches vor kurzem vom Peter Danes au« Italien überschickt werden : Eo etiam nomine gra - tior efle debet , quod acceffit Uber decinuis , ad nos nuper ex Italia mifliis a Petro Danefio . Michael Vafcofanus , Epiß . Dedicat . Man merke , daß sich in dem Vorhergehetiden kein einziges Nennwort findet , worauf man das Wort gratior beziehen könnte . Er hatte gesaget : daß er diese Historie schöner gedruckt und verbesserter herausgegeben hät , tt , elegantius a nobis exeufurn ( opus ) et caftigatum . Seine Zuschrift ist von Paris den ; May , 1559 , gestellt ; woraus man zu schließen Ur - fache hat , daß es vor dem 1539 Jahre eine Ausgabe gegeben , die nur neun Bücher enthalten hat . Ich erklare mich mit solcher Eingezogen - heit , weil ich weis , daß das Wort elegantius nicht nothwendig eine Ver - gleichung nach sich zieht . Dieß ist eine Sache , die Anlaß zu glauben geben konnte . daß der Urheber vor der ersten Ausgabe gestorben . Man versichert in eben dieser Zuschrift , daß er sein Buch Franciscus dem l zugeschrieben haben würde , wenn ihm der Tod nicht men wäre . Paulus ipfe , tirilieret , tuae Maieftati , cuiui aufpieiis coeptum opus fere ablbliiit , confecraret . Qiiare , quoniam morte praeuentus id non potuit , vicariam illi operam in hac re praeftabo . Ebenbns Diese« keimte Anlast geben , dasjenige in Zweifel zn ziehen , was Erasmus saget , daß vennuthlich Paul Aemilius durck eine Art des Zwanges zum Drucke seiner Historie von Frankreich genöthiget ge - wesen Lufpicor huc aäaciuin vt vulgaret . in Apophth . I . ibr . VI . p «4 " ' Er drücket sich also in einem Werke aus . davon die Zuschrift den - 6 des Hönning« , untertrieben ist , woraus wir schließen kön . nen , daß die erste Ausgabe de« Paul Aemilius älter , als dieses Jahr ist : allein , da es sich zutraaen können , wird man mir sagen . daß EraS - mus die eiaentlichen Umstände dieser Ausgabe nicht gewußt hat , und weder der Zeit , da sie erschienen , noch der Zeit , da der Geschichtschreiber gestorben , wohl qedacht hat ; so dörsen wir auch aus seinen Worten nicht folgern , daß der Urheber sein Buch wirklich selbst herausgegeben hakte . Wir wollen also etwas stärkerer« gegen diejenigen anführen , die diese Schwie - rigkeit einstreuen : Wir wollen denselben zeigen , daß Erasmus »>e Ei - genschaft und Schreibart dieser Historie von Frankreich , noch vor dem Absterben Paul AemilS , gekannt hat . Ich beweise es durch die Worte sei - neS Ciccronianus , die man unten in der Anmerkung ( F ) , finden wird . Vielleicht konnte man weiter einwenden , daß er das Manuscript gele - sen hätte ; allein eS kömmt mir schwer an , zu glauben , daß er sich an dieser Stelle eines ExempelS hatte bedienen sollen , das nicht herausge - aeben aewesen . bin also sehr geneigt , zu glauben : daß Paul milius ettvas herausgegeben gehabt : wir haben so gar gesehen , daß ihm seine Grabschrift die Ausgabe seiner Historie von Frankreich schreibt . Tin im 1516 Jahre geschriebener Br . e belehret uns , daß er endlich seine Historie von Frankreich habe drucken lassen , woran er über zwanzig Jahre gearbeitet hatte : Ex Oratorc veftro cognom Paulum Aemilium tandem euulgare rerurn Galhcarum hiftonam . N on enim poterit non cfle abfolutiflimuni opus , quocl a viro non minus docio quam diligenti plusannis viginti fit elaboratum . Erafm . Epift . XVI . Libr . I . 60 . 61 . ES ist Erasmus , der also redet , und man siebt , daß er diese Zeitung von einem Gesandten Franciscus des I erhalten hat . Al» lein man brauchet gar nicht mehr , zu muthmaßen . oder zu Ichließen . E« hat mich ein von Pari« geschriebener Brief belehret , daß in dem Buciier ? vorrathedes Ronige« eine Ausgabe von den vier ersten Zuckern des Paulus Aemilius ist . die , uParis obne Benennung des Jahrs herausgekommen : allein sie ist unstreitig alter , als vom 1520 Jahre , und von Ven ersten Jahren Franciscus des I ; da ihm dieses Lremplar überreicher worden . ehe cr die königliche Rro - ne bekommen gehabt . Wir wollen einen Fehler de« Erasmu« be - merken . E« ist falsch . baß >s>6 Paul AemiUu« bereit« über zwanzig Jahre an diesem Werke gearbeitet gehabt . Er ist von dem Könige , Lud - wig dem XII , nach Frankreich berufen worden , um daran zu arbeiten : Nun bat dieser Prinz nicht eher angefangen , Konig zu seyn , als im
1498 Jahre : und also , wenn er anch seineNegierung , mit Berufung diese« Schriftstellers angefangen hätte ; so könnte doch Paul AemiliuL auf« höchste nur achtzehn Jahre an der Historie von Frankreich zuge - bracht haben , als Erasmus den von mir angeführten Brief geschrieben hat . Diejenigen , welche sagen , daß dieser Geschichtschreiber dreyßig Jahre zu seinem Werke angewendet habe , müssen voraussehen , daß er im ersten Jahre der Negierung Ludwigs des XII nach Frankreich ge» kommen ist ; denn außer diesem wäre die Meynung falsch , weil er 1529 gestorben . SpondanuS , Annal . Ecclef . aufs 1488 Jahr , Num . ; , hat groß Unrecht gehabt , diese drey Dinge vorzugeben : > . daß Ludwig der XII den Aemilius nach Frankreich gezogen ; 2 . daß sich dieser Geschichr - schreibet dreyßig Jahre über , mir der Verfertigung feiner Historie be - schäfftiget hätte ; z . daß er im 1519 Jahre gestorben wäre . Wenn die erste und dritte von diesen Sachen wahr wäre , so müßte die andere höchst falsch seyn ; denn es wäre lächerlich , vorauszusetzen : daß sich lus Aemilius zehn Jahre zuvor mit dieser Historie beschäftiget hatte ; ehe ihn Ludwig der XII darzn gefordert hätte . Man merke , daß sie etlichemal wieber gedruckt worden : ich bediene mich der Ausgabe von Paris , inFolio , bey Vascosan , >550 , vor welcher die von und von 1544 vorhergegangen , und die von 15 , ; , in 8 , und von > ; 66 , in Folio , gefolget sind , alle mir einander , bey eben demselben Vascosan . Du CheSne , vidi , des Auteuri qui ont ecrit l'Hiftoire de France , p . 60 , m der Ausgabe von 16 , 8 , führet die Ausgabe von >576 , ex Olfi . cina Vafcolani an . Mit feiner Erlaubniß , dieß gereicht ihm zu keiner Girre : ein Schriftsteller , wie er . in einem Werke , das er betitelt : vi - bliotheque des Auteurs qui ont efeript l'Hiftoire et Topographie de France , muß die verschiedenen Ausgaben , und namentlich die ersten . be - merken . Ich habe bereits »Ott der Ausgabe zu Basel , >601 , in Folio ge - reder . Wir wollen auch ein Wort von den franzosischen Übersetzungen sagen : Simon von MonthierS , Sachwalter zu Ronen , hat die zwey ersten Bücher ins Französische gebracht ; sie sind zn Paris in q , bey Vascosan , 1556 gedruckt worden . S . Du Verdier und laCroir T>u Maine . Johann Regnarr , ein Edelmann aus Angers , Herr de la Mictiere , hat die fünf ersten Bücher übersetzt : sie sind zu Paus in Fo -
110 , durch Claude Micard , gedruckt worden . Ebendas . Er hat auch die fünf letztern übersetzet , wenn man den Buchhändlern glaube» darf , wel - che die völlige Historie des Paul Aemilius französisch herausgegeben ha - ben . Ich habe die Ausgabe von Paris , 1598 . in Folio , bey Robert Fouct . Die Zuschrift an Heinrichen den III ist von Friedrich Moreln unterschrieben : sie hat keine Jahrzahl ; allem ich weis , daß die Ausga« be diese« Friedrich Morels , von i ; 8> , zn Paris , in Folio ist .
Hier ist das Unheil des Justus Lipsius Not . ad I . Libr . Politico - mm , cap . IX . p . m . 217 . Tom . IV . Operum . weselische Ausgabe , 1675 . Im Moreri führet man an Iuft . Lipf . not . in Libr . I . Polit . es ist fthr vortheilhaftig , ob gleich einige Tadelstiche mit eingemischt sind -
PAVLVS AEMILIVS , vt rein dicam , paene vnus inter nouos , vc - ram et veteremHiftoriac viam vidit , earnque firmopedc calcauit . nus feribendi eius dochim , neruofuni , prellum ; ad fubtilitatein et ar - gutiasinclinanset rclinquens defigensque aliquid in animo lecto - ris . Sententias etdicia faepe mifeet , paria antiquis . Rerum ipfarun« fedulus Imitator , feuerus iudex : nee legi noftro aeuo , qui magi» über ab aflectu . Dedecus aeui eft , quod minus illi placeat , quafi
£auci fint , qui capiant haec bona . In tantis , tarnen virtutibus etiam ae labeculae : Quod ltilum partim neäit , et lpargit diuiditque cum in minuta quaedam membra . Hoc clim in omni leriofa ora - tione parum congruum , tum in Annalibus minime ( * ) : quoruni eft , vt ille ait , tarda quaedam et inersferiptura . ( Tacitus de Cau . fis corrupt . Eloq . cap . XXII . ) Deinde , quod inaequalis . Alibi ni - mium anxius et caftigatus , ideoque fubobfeurus ; alibi < fed raren , ter ) laxus et solutus . Vetuftatis etiam nefcio quid affe6iat , in nouii - nibus höminum , locorum , vrbium immutandis , et in veterem for - mam redigendis : faepe erudite , interduni vane ; fed , vt ego iudi - co , femper indecore . Qiiorfum Chartlerius Gallorum Cantellarius , Quadrigtrrius mihi fit ? Ille ipfe Cancellarius , dicatur Praefeflus iuris ? Et vbique Rex Tanaconenßs , Caßulonmfis , Dux Gel Jh . benßs : qui nobis et maioribus fuerunt , Arragoniae^ Caßel / ae , Geldriae\ Talia infinita funt audacier et ambitiefe innouata , et cum fraude pariter ac cruce lccioris . In bis , et paucis aliis , fi fingere letiiter cum nobis fas : ( audeo dicere ) virum daremus fu - pra omnem hanc nouitiam , et ad prifeam laudem .
( * ) La Popeliniere , welcher diese« Urtheil des Lipsiu« abgetrieben , hat diese Stelle übel verstanden : Dasjenige , saget er im VIII B . der Historie der Historien , 459 S - was ick bep der aller ernsthaftesten und wichtigen iLr»«hlung , als unanständig geftmden habe , kann rvohl in Jahrbüchern geduldet werden : deren Verfertigung , wie Tacitus sager , sichwer und grob ist .
Man merke , daß Justus Lipsius dem Paul Aemilius , unter andern Lobsprüchen , auch diesen giebr , daß er die Sachen wohl untersucht , und den Vornrtheilen nicht geopfert hat . Weder la Popeliniere noch Bö - kl er sind hierinnen einstimmig . Außer vielen andern Fehlern , get der erste , in seiner Historie der Historien , 440 S . die einige an der Schreibart und dem 2leuficrlichrn dieses Schriftstellers be - merken , wöbe / Lipsius sich allein aufhält ; so werden wir an einem andern Orte die wenige Redlichkeit und »Vahrhcit gen , die man aus seinen Gckriften - riehen kann . Hier sind Böklers Gedanken : Pauius Aemilius , cui de Scriptoribus ileis , pliuimum creditur , faepe hiftoriam conftindit , faepe non ex rerum fide , fed ex impetu calami interpolat , fingit inul ta , vt animo concepit , non commemorat , vt memoriis publi . eis ea debere potuit . Non parum adulari Pontificiae curiae do - 6his . loh . Henric . Boeder , in Praefat . Ser . Caelar . German , apud Pope Blount , Genf . Author . p . m . 384 . Wenn man Staat auf die Lobeserhebungen mache» könnte . welche die Buchhändler von den Schriftstellern ausbreiten lassen , deren Arbeiten sie drucke« : so würde man einen hohen Begriff von dem Verdienste des Paul Aemilius ha« ben müssen ; denn folgendes findet man in der Zutrift feines Werkes : Michael Vafcofanus , Epift . Dedicat . Hiftoriae Pauli Aemilii . Mo» rel , »velcher die französische Uebcrsetzung dieser - Historie , Heinrichen dem
111 , zugeschrieben , hat fast alle Lobsprüche abgeschrieben , die dem Uihe« , ber in der Zuschrift VascosanS gegeben worden : Quo in negotio fic verfatus eft vir eloquentiflimus , vt non folum recentiores omnes , qui eamdem materiam tra & arunt , fuperaiicrit , fed etiam veterun»
hiftoiico -

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