Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-7766

Elmenhorst . Emeri . Emilius .
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( A ) Jcb werte von seiner Familie reden . ] Hier ist der Auszug davon . Unser Elmacin ist des Abultibus Enkel gewesen , dessen Groß - vater sich in Aegypten niedergelassen , wo ihm der Calife gewisse Vor - rechte ertheilt hatte . Dieser Großvater ist ein syrischer Kaufmann ge - wesen , und hat sich zum Christenthume bekannt . Er hat einen Sohn hinterlassen , der sich als Notarius in die Dienste des HoseS begab : tibus , dessen Sohn , ist in der Notariatkunst sehr geschickt gewesen , und von der Obrigkeit zu groß Cairo dem Rathe von Arabien beygesetzt den . Er hat fiins Söhne gehabt , davon viere Bischöfe geworden : und einer , Namens Abulmeearimus , hat die Schwester Simon Elmacins , des berühmten öffentlichen Schreibers , geheirathet , welcher , nachdem er drey Jahre im Dienste des Kriegsrath« , unter dem Joseph Saladin sen , ungefähr im ? 6 ? Jahre der Hegira , ( welches in das , 17z Jahr Christi fällt , ) ein Mönch geworden , und über 30 Jahre in diesem plarischen Stande gelebet hat . Abulmeearimus ist nach dem Tode sei - ner Ehfrau qleichfalls ein Mönch geworden , und im 606 Jahre der gira gestorben . Er hat drey Söhne gehabt , davon der andere , welcher der Vater nnfers Elmacins gewesen , und Abuljasirus Elaamidus ßen hat , das Amt eines öffentlichen Schreibers bey dem KriegSrathe er - halten hat , nachdem es sein mütterlicher Oheim Simon Elmacin verlas - sen . um sich ins Kloster zu begeben . Er hat dieser Bedienung 4 ; Jahre vorgestanden , und im 6z6 Jahre der Hegira oder im 1238 Jahre Jesu Christi , die Welt verlassen , nachdem er sehr gottesfürchtig gelebt hatte . Dieß ist aus der Historie Elmacins , zu Ende , genommen .
( Ii ) Es rvird gar leicht feyn , sie der Lügen n» überzeugen . ] Denn man sieht nicht nur vor seinem Buche die förmliche Erklärung
nicht , welche die Schriftsteller von dieser Secte mit einem abergläubi , schen Wesen zu thun , in Gewohnheit haben , daß sie Muselmänner sind : man sieht nicht nur , daß er große Sorge trägt , seinen Jahrbüchern viele Dinge einzuschalten , die die Christen betreffen und zu ihrem Lobe gerei - chen , welches ein Muselmann als ein Verbrechen vermeiden würde ; son - der» man sieht auch zu Ende seines Werkes eine kleine Beschreibung sei - ner Familie , welche auf eine uiiwidersprechliche Art beweist , daß er ein Chr>st gewesen . Allein die Zärtlichkeit derjenigen betreffend , weiche den Gebrauch rühmlicher Namen gegen falsche Religionen verdamme ! : , so sehe man den Urheber der allgemeinen Critik über die Historie des Cal - vinismus . Im XXX Briefe auf der - 89 und f . Seite , nach der drit , ten Ausgabe .
( C ) Seine Historie ist ans dem Arabischen ins Lateinische übersetzt , und in diesen ; wo Sprachen gedruckt worden , im , 625 Jahre in Folio . ] Man merke , daß die Uebersedung auch zu gleicher Zei c absonderlich ohne das Arabische gedruckt worden ist . Der Üeberse - her war bereits gestorben , undGolius bat die Ausgabe besorgt und eine Vorrede dazu gemacht , woraus ich diesen Artikel gezogen habe . Man erfährt darinnen , daß Erpenius willens gewesen , seiner Uebersekung viele Noten und Erläuterungen beyzufügen . Es ist Schade , daß i$n der Tod daran verhindert hat : denn er hätte hundert artige Dinge ber sagen können , die außerdem sehr nöthig gewesen feyn würden , das Oriqinal wohl zu verstehen . Elmacin hat sein Werk von Erschaffung der Welt angefangen . Horting«'r hat den Theil im Manuskripte gehabt , der sich von dieser Zeit bis aus MahometS Flucht erstrecket , ttottine . Bibl . Orient , c . 2 . p . 75 , beym Cane de Scriptor . Ecclef . p . 7 , 5 .
Elmenhorst ( Gewerhard ) verdienet unter die gelehrten Leute gerechnet zu werden , die zu Anfange des XVII Iahrhun - dcrtS geblühet haben . Er war von Hamburg , und legte ftcb auf das Studium der Critik . Die Bücher , die er ben ( A ) , bezeugen , daß er viel Beledenheit gehabt * . Er hat in dem Streite mir Wouwern , den Scaliger nicht für sich ge - -
^ Sem Büchervorratb noch im 1648 Jahre bestanden ; allein sein Sohn ist willens gewesen , denselben zu verkaufen , und hat den Voßius gebethen , ihm die Erlaubniß zu einem öffentlichen Ausrufe in Leiden zu verschaffen K
a ) Voetiiis Difputat . Tom . I1L pag . 400 . nennet ihn , virum diligentiffimum et diffufiffimae leöionis . ö ) Voffilis Epiftol . DLIV , pag . m . 455 .
( A ) äDie Bücher , die er herausgegeben . ] Er hat Noten über den Minucius Felix , über den Arnobius , über den Tractat des Genna - diu« deEcclefiafticis Dogmatibus , über die Briefe Martials Bischofs von Limoges , und über den Apulejuö gemachet . Er hat nicht so lange bet , das leiste Werk aus der Presse kommen zu sehen .
Man merke , daß er die Tafel des Cebes mit der lateinischen Ueberse - tzung und den Noten des Johann CaseliuS zu Leiden 1618 hat drucken lassen .
( L ) Er hat bey seinem Streite mit Xvourvern den Scaliger nicht für sich gehabt . ] Dieses erhellet aus einem Briefe Scaligers , der seit kurzem einem Buche einverleibet worden , das voller artigen Dinge ist . Es ist betitelt : Animaduerfiones Philologicae , et Hilto - ricae , Roterodami , , 695 , in z . Man sehe die Addenda et Emendanda
des II Th . Weser Aniinadu . Der Verfasser gesteht darinenn , daß diese ? Brief Scaligers der »60 des HIB . der 162 . 7 zu Leiden gedruckten Briefe Scaligers ist . Der Urheber dieses Buches ist ein gelehrter Deutscher Namens Crenius . Der Streit Johann Wouwers mir Elmenhorst , » war daher entstanden , daß ein jeder von ihnen Noten über den Minucius Felix herausgegeben hatte . Wouwers Ausgabe ward von Elmenhorsts seiner auf dem Fuße begleitet , der sich vermutlich rühmte , den Vorzug verdient zu haben Scaliger schrieb ihm , daß eine dergleichen Einbildung übel gegründet wäre , und gab ihm andern Bericht , der mit Klage» u»ter - mischt war . Der Brief ist den - 6 März 1603 ausgestellt . Die schrift enthält Ornatißuno iuueni Geuerhardo Elmenhorftio : dieses bemerke ich darum , damit man erkennen kann , daß Elmenhorst eher ge - storben ist , ehe er das Alter erreichet hat .
Eineri ( Sebastian ) Parlementssachwalter zu Paris im XVI Jahrhunderte , „ hat , unker wahrendem Streite der Her - „ zoginn von Angouleme mit dem Connetabel von Bourbon , niemals die Angelegenheiten dieser Prinzeßinn über sich nehmen ''wollen ; und er machte so gar eine beißende Satire wider den Poyet , nachmaligen Kanzler von Frankreich , weil er dem „ Glücke bey dieser Gelegenheit niedertrachtiger weise geopfert hatte . Dieses Stück machte viel Aufsehen , und war auch die „ Ursache von der Widerwärtigkeit des Verfassers , welcher Befehl erhielt , sich vom Hofe zu entfernen . Er begab sich ins „ Bourbonnische , und trat aus Verdruß , weil er nicht wieder Zutritt bey Hofe erhalten konnte , wirklich in den Franciscaner -
„ mals durch den Umgang mit Weltlichen zu brechen Ln , cri , Parlementsrath zu Paris , ist aus dieser Familie . Er hat die Güter des Emen , seines Oheims , geerbet , der im 1703 Jahre als Rath der Rentkammer gestorben ist , und dessen Vater eben diese Bedienung bekleidet hat K
a ) Mercure Galant im Hornunge 1703 . 201 S . 6 ) Ebendaselbst >99 , 200 S .
Emiliu6 ( Paul ) Lateinisch ^emilnis , war von Verona . Der Ruhm , den er sich jenseit desGebürges erworben hattt , war Ursache , daß Stephan Poncher , Bischof zu Paris , dem Könige , Ludwig dem XII , anrieth , denselben die Historie der Könige von Frankreich Lateinisch schreiben zu lassen « . Zu diesem Ende zog man ihn nach Paris und gab ihm ein Canonicat in der Carhedralkirche . Er begab sich in das Collegium von Navarra , um an dieser Historie zu arbeiten b : und wendete großen Fleiß auf diese Arbeit : er hatte verschiedene ^ahre damit zugebracht , ohne daß er die letzte Hand an das zehnte Buch legen konnte welches den Anfang von der Regierung Carls des VIII . enthalten sollte . Er war ein eigensinniger Mann bey seiner Arbeit / A ) ; er fand beständig etwas darinnen zu verbessern . Ob ich gleich alles dasjenige gelesen , was mehr als zig Schriftsteller von ihm gesaget haben , so habe ich doch noch keinen einzigen gefunden , der erzahlt hätte , in welcher Zeit er nach Paris gekommen ist ; was er zuvor in Italien gemacht hat ; welches die erste Ausgabe seiner Historie ist ; und ob sie vor seinem Tode herausgegeben worden ? Er ist im 1529 Jahre gestorben ( B ) , und in der Carhedralkirche zu Paris begra - ben worden . Die von ihm verfertigte Historie von Frankreich hat dem Justus Lipsius sehr gefallen , und wird , überhaupt da -
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man sie wegen vieler Dinge ( D ) ; und es giebt nichts von dem heil . Daschchen zu Rheims ge -
Fremden allen Franzosen ju dem Amte eines
f r _ voller Unrichtigkeit ( 5° ) . Wir müssen nicht vergessen , daß
aeleöt hat ; seine bitten sind so rein / als seine Sprache gewesen ( < ? ) . Es wird etwas von einem
Werk^welcheS ihm vom Zulius ( iäjav Scaliger zugeeignet worden ( H ) , und von dem Lärmen , das Scioppius hierüber ge .
macht / zu sagen seyn .
manibus . Et tuipiror liuc adaÄum vt euulßaret . Ebendas . Wir werden weiter unten sehen , ob eS wahr ist , daß er dreißig Jahre mit Verfertigung der Historie von Frankreich zugebracht hat , wie Erasmus und verschiedene andere versichern .
( B ) Sr ist im >5 - 9 Jahre gestorben . ] Ich habe dieses in seiner Historie von Frankreich , der basler Ausgabe 160 , in Folio , unter einigen lateinischen Versen gelesen , wo er von seinem Zustande redet . Sein Tod wird vom Buchholzer , in Ind . Chronol . p . m . 5 , 8 , und vom VoßiuS de Hift . Lat . p . m . 675 , auf den 5 des Heumonat« 15 * 9 gesetzet . Allein Spondanus setzet ihn fast zehn Jahre eher , denn er setzet ihn aus den 5 May 1519 . Annal . Ecclef . aufs 1488 Jahr , Num . 5 189 S . Leidnischer Bbb e Ausgabe
CA ) iP - t ist eigensinnig bey seiner Arbeit gewesen . ] Erasmus beleqet ihn mit eben demselben Fehler , den man demjenigen alten Ma - ler benmißt , der seine Schilderen niemals vollendet zu haben geglaubt hat Dich ist ProtogentS gewesen ! Mamm , de tabula tollere nefc . e -
fmt , vt citms elcphanti pariant , quam u«c ^ i M ; t orae
Nam hiftoriam , quam edidit , plusquaffl tngmta ann» habuU prae II Sand .
I

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